Hallo ihr Lieben!
Ich bin noch nicht ganz am Ziel, aber ich habe einen super Erfolg zu melden (und ich wollte auch endlich mal hier schreiben *g*): Ich habe jetzt 48 kg abgenommen. So viel wiegt meine Schwester (die nicht kleiner als ich ist!). Sehr erschreckend, wenn man über mein Ausgangsgewicht nachdenkt...
Ich bin super happy. Von Hosengröße 52/54 auf 40/42 und von Shirtgröße 48/50 auf 38...das Ganze hat 2 Jahre gedauert. Andere sind vielleicht schneller, aber ich war dafür (fast) immer satt

Ich habe früher unheimlich viel gefressen...Frust, Krankheit, Faulheit...meine (ehemalige) Therapeutin hat mich jeeede Woche gefragt wie viel ich wiege. Und dann kam immer "Sie sind zu fett!" (wörtlich!). Es ging mir allerdings wirklich nicht gut, so dass ich mich nicht auch noch mit meiner Ernährung auseinandersetzen wollte oder konnte. Habe so einige Klinikaufenthalte hinter mir...da gabs echt jeden Tag Kuchen und sowas...Sport hab ich nicht auf die Reihe gekriegt, weil ich dermaßen mit Medis vollgedonndert war, dass ich nicht gerade gehen konnte...
Irgendwann kam dann aber doch der Klick (nachdem ich ein Verhältnis mit einem dicken Mann hatte und mich irgendwann total davor geekelt habe)! Ich habe mich von Süßigkeiten und Fastfood weitgehend verabschiedet und mich (zunächst ganz wenig) bewegt. Die Therapie hab ich abgebrochen, weil ich die Frau ziemlich unverschämt fand. Sie hat halt nicht nur meine Figur bemängelt (womit sie ja recht hatte - aber dann hätten wir auch mal wirklich übers Essen reden sollen), sondern auch so komische Sachen gesagt, wie "Wenn Sie schwanger sind, müssen sie abtreiben!"..."Eine Ausbildung schaffen Sie nie!"...immer drauf! Hauptsache das Mädchen heult hinterher die ganze Woche und hat Angst vor jedem weiteren Termin...Na, es war im Nachhinein sehr vernünftig dort abzubrechen! Ich habe viele Therapeuten gehabt - ein bisschen Provokation ist ja ok - aber sowas habe ich sonst nicht erlebt! Ich war 2 1/2 Jahre bei ihr. Wir haben nicht ein einziges Mal über meine Familie geredet, wo ganz klar die Ursachen für meine Probleme lagen/liegen....es ging die ganze Stunde nur so: "nein, das können Sie nicht! - das schaffen Sie nicht - das dürfen Sie nicht!"
Genug davon

Mittlerweile gehts mir wieder gut! Hab vieles bei einem Aufenthalt in der Tagesklinik geklärt!
Ich habe verschiedene Phasen beim Abnehmen durchgemacht. Erst hab ich weniger gegessen und war vielleicht 30 Minuten am Tag spazieren, dann ist mir ein Weight Watchers Buch in die Hände gefallen, aus dem ich dann viel gekocht habe mittags, die Spaziergänge wurden länger...dann hab ich ab und zu dinner cancelling gemacht...dann hab ich super viel getrunken...dann bin ich viel schwimmen gegangen...später dann jeden Tag joggen...irgendwann dann schwimmen, joggen UND Spaziergang mehrmals die Woche (da hab ich dann allerdings auch wieder mehr gegessen) und jetzt bin ich seit einiger Zeit bei einem Zwischending aus allem: Gekocht wird weiterhin fettarm, ich frühstücke relativ viel, esse Abends auch immer was, gehe mehrmals die Woche ein Stündchen spazieren, einmal die Woche schwimmen...wenns wieder wärmer ist, könnt ich auch mal wieder joggen...das wird sich zeigen. Ich denke, dass ich mein jetziges Verhalten gut durchhalten kann, auch wenn ich bald eine Umschulung machen werde (...und das, wo ich doch sowas "nie schaffe werde" ...). Dafür werde ich im Internat wohnen und natürlich in der Mensa essen müssen. Ist aber ok - ich war Ende des Jahres für 6 Wochen dort - da wird nicht so fettig gekocht wie ich das aus der Unimensa kenne.
Mit der Abnahme ist mein Selbstbewusstsein soooo sehr gestiegen! Ich habe früher immer so um die 85kg gewogen, war also nie schlank, aber da ich viel Sport gemacht habe, gings mir gut. Dann hab ich vor 5 Jahren schonmal einiges abgenommen und habe von allen Seiten Komplimente bekommen (das Schönste war eines von einer Magersüchtigen in einer Klinik (die allerdings schon auf dem Weg der Besserung war). Sie wäre glücklich mit meiner Figur!...). Nun ja, dann kam die blödeste Zeit in meinem Leben und langsam aber sicher hab ich mich kugelrund gefuttert...ich habe mich kaum mehr unter Leute getraut - vor allem nicht unter welche, die mich aus schlankeren Zeiten kannten. Außerdem war es sooo offensichtlich, dass Menschen einem ganz anders begegnen, wenn man nicht der Norm entspricht...Verkäufer/innen (besonders in Klamottenläden) haben mich mit dem A**** nicht angeguckt!
Jetzt kann ich endlich wieder schöne Sachen kaufen und - oh Wunder - ich werde sehr freundlich begrüßt und beraten.
Ich hab Musik studiert, war es also gewohnt, auf der Bühne zu sein. Auch damit hatte ich große Probleme in meiner ÜHU-Zeit. Jetzt sieht das wieder ganz anders aus! Ich spiele in nächster Zeit einige Konzerte und freu mich drauf!!!
Vom sturen Kalorienzählen halte ich persönlich nicht so viel. Auch WW-Punkte zählen ist auf Dauer nix für mich, obwohl man einen guten Überblick über angemessene Mengen bekommt, wenn man das ne Zeit macht. Ich kann mittlerweile sehr gut abschätzen wie viel ich essen sollte.
Ich lese immer wieder, dass sich die Abnehmkandidaten keine neuen Klamotten kaufen wollen, bevor sie ihr Ziel erreicht haben. Das mag bei einer Abnahme von 10 kg funktionieren, aber ansonsten gehts nicht ohne. Und ich muss sagen, dass ich glücklich war, als mir wieder "normale" Klamotten passten und dann hab ich auch nicht die billigsten Hosen genommen...das war dann auch immer eine gute Motivation! Dafür hab ich mein Geld schließlich nicht bei McD oder BK gelassen, ich rauche nicht und Alkohol trink ich auch nicht. Muss jeder selber wissen, was ihm wichtiger ist!
Ich hab eine Zeit lang mit meiner besten Freundin zusammen gewohnt. Sie ist spindeldürr, isst aber 8 mal am Tag (ohne Witz!). Da war es nicht so leicht zu verzichten. Im Moment wohn ich wieder bei meinen Eltern, die auch nicht die schlankesten sind/waren. Mein Papa hatte eine Phase, in der er echt gehungert hat! Das war schrecklich...er war unerträglich und hat bei jedem Apfel gefragt, wieviel Kalos er hat...ich habe ihm sooo oft gesagt, dass ich nicht durch Hungern abgenommen habe, denn damit kommt der Jojo sicher...so war es dann bei ihm auch! 25kg runter, 30 drauf...
Meine Mutter hat einfach mein Essen mitgegessen und sich etwas gewundert, dass sie plötzlich abnimmt. Ihr schmeckt mein Gekochtes, aber bis es bei ihr angekommen war, dass man nicht einen Liter Öl zum Braten braucht, vergingen doch einige Monate...jetzt gibt es auch wenn sie mal kocht, weniger Fettiges. Ihren immensen Fleischkonsum haben meine Eltern auch eingestellt

Bin sehr froh, dass ich die Menschen etwas erziehen konnte...*gg*
So, das solls fürs Erste gewesen sein ... ich hoffe, ich schaff die letzten Kilos auch noch irgendwie...das wäre echt toll!
Ganz liebe Grüße von der Dortmundfrau