Kaum zu glauben, aber ich habe es geschafft.
Als ich mich hier im Forum angemeldet habe, hätte ich nie gedacht, dass ich die angepeilten 65 kg in doch recht kurzer Zeit erreichen könnte. Die Tatsache, dass es doch geklappt hat, habe ich hauptsächlich EUCH zu verdanken. Vielen lieben Dank, Ihr Naschis – was hätte ich nur ohne Eure Motivation gemacht? Ihr seid absolute Spitze und dafür gebührt Euch jede Menge Dank!
Auch wenn ich eine Selten-Posterin bin, habe ich im Forum viel Spaß gehabt (und werde ihn sicher auch weiterhin haben).
Zu meiner Abnehmgeschichte.
Bis vor einigen Jahren hatte ich das, was man wohl als weiblich-kurvige Figur bezeichnen würde: Ein paar Pölsterchen an den richtigen Stellen, eine schmale Taille und eher breite Hüften, aber alles in allem doch ok und akzeptabel für mich. Als ich dann mit meinem jetzigen Mann zusammenzog, setzte sich etwas fest, was man wohl „Beziehungsspeck“ nennt. Die gemütlichen Abende auf der Couch und das bei zwei Berufstätigen hin und wieder schnelle Futtern ungesunder Sachen wirkte sich negativ auf mein Gewicht aus.
Nachdem ich mich entschlossen hatte, noch zu studieren, kam es erst richtig dicke, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ich aß noch unregelmäßiger, kaufte mir Bäckerteilchen und futterte abends mit meinem Mann auch nochmal mit.
Das Lustige war ja, dass ich meine Gewichtszunahme von ca. 25 kg erst garnicht so registrierte. Klar, einige Hosen habe ich verschlissen, die Shirts saßen wurstig, aber irgendwie hat mich mein Spiegelbild belogen oder ich wollte nicht wahrhaben, dass ich längst übergewichtig war. Mein Mann verhielt sich mir gegenüber wie immer, er sagte mir, dass er mich schön fände und auch sonst bekam ich kein negatives Feedback.
Im Juni 2006 ereilte mich dann das, was man als Aha-Effekt bezeichnet. Ich war mit Freundinnen auf einem Konzert und da ein Bekannter auf der Bühne stand, knipste ich ganz vorn viele Fotos, nicht wissend, dass noch ein Fotograf anwesend war, der ebenfalls fleißig Bilder schoss und so auch mich einfing. Wenig später durfte ich die Fotos auf der Bandhomepage bewundern – und kippte fast vom Stuhl. Dieses kleine Pummelchen mit dem dicken Po, der ausladenden Oberweite und den Hamsterbacken sollte ich sein? Hilfe!

:'(
Nach einer mittelschweren Krise beschloss ich das eigentlich Unvermeidliche: Ich muss einfach abnehmen! Einfach? Irgendwie – aber gesund, ohne Jojo-Effekt, ohne Quälerei. Erfahrungsgemäß wusste ich, dass ich eine Selbstkasteiung nie durchhalten würde.
Im Internet informierte ich mich über diverse Ernährungsformen zwecks Gewichtsreduktion. Am meisten überzeugte mich das Weight Watchers-Prinzip, da man sich seine Lebensmittel selbst zusammenstellt und pro Tag x Punkte zur Verfügung hat. Somit musste ich auf nichts verzichten und war recht motiviert, was meine Abnehmpläne betraf. In einem Punkt wollte ich aber eisern bleiben (und blieb es auch). Keine Süßigkeiten mehr! Als Neurodermitis-Patientin sind Süßigkeiten eh nicht so gut für mich, nur war es notwendig, dass ich mich erstmal entwöhnte. Schoki, Plätzchen & Co. hatte ich schon immer geliebt, das war echt hart. Stattdessen griff ich jetzt ausschließlich zu Obst und Gemüse, ein Corny free-Riegel war auch schonmal drin und der Optiwell-Pudding wurde Dauergast im Kühlschrank. Mein Mann unterstützte mich, indem er mir kein Fast Food mehr brachte und beim Einkaufen ganz selbstverständlich zum dunklen Brot plus Geflügelwurst griff.
Anfänglich habe ich mir jede Mahlzeit aufgeschrieben und dahinter den jeweiligen Punktwert vermerkt, außerdem ein Trinktagebuch geführt (2 Liter pro Tag waren Pflicht) und jede Woche leichten Sport betrieben. Während der Semesterferien war ich täglich auf Achse, mal im Schwimmbad, auf Konzerten, habe Ausflüge unternommen, gearbeitet. Die Kilos schwanden sehr schnell. Im August war ich mit Freunden auf einem Robbie Williams-Konzert. Zögernd griff ich nach einer Hose in Größe 44 – sie passte mir wieder! Zuletzt musste ich eine 46/48 tragen, da mein “Fahrgestell” von Natur aus recht dominant ist.
Nun ist schon November und ich bin stolz, dass ich so lange durchgehalten habe. Auch weiterhin werde ich mich nach den WW-Grundsätzen ernähren und hoffe, dass ich noch 5 kg verlieren kann. Damit wäre ich mehr als zufrieden.
Derzeit trage ich in Shirts Gr. 38/40 (oder auch M), in Hosen Gr. 40/42. Damit fühle ich mich völlig normal, auch wenn ich streng genommen noch immer nicht schlank bin.
Das ist aber nicht so schlimm, weil ich mich inzwischen wieder mag. Klar gibt es auch mal schlechte Tage, an denen ich an meinem Po rummäkele oder meine Beine als Sauerkrautstampfer bezeichne. Aber der Weg ist das Ziel und ich werde das Ziel schon erreichen.
Wenn Ihr noch Fragen haben solltet oder Euch für meine Lieblingsrezepte interessiert, werde ich mich gern dazu äußern.
Ein Vorher-Nachher-Foto findet Ihr im Album. Ein Ganzkörperfoto werde ich Ende November/Anfang Dezember nachliefern. Mein Ziel ist es jetzt, das heute abgelesene Gewicht von 65 kg ein Weilchen zu halten.
Danke nochmals für Eure liebe Motivation! Und denkt dran: Jeder kann es schaffen, wenn er nur will, egal, welche schwachen Momente man hat – einfach dranbleiben und weiterkämpfen!
