wirklich richtig bin ich mit meinem Thread in diesem Forum wohl nicht, denn während hier normalerweise alle jubilierend verkünden, ihr Wunschgewicht erreicht zu haben oder auf dem besten Weg dahin zu sein, ist es bei mir so, dass ich beschlossen habe, mich weniger um mein Gewicht zu kümmern.
Dazu vielleicht eine kurze Zusammenfassung meiner "Gewichtsgeschichte": ich war als Kind immer sehr dünn, fast schon mager, habe dann aber, als ich von zu Hause ausgezogen bin, sehr viel zugenommen, von Kleidergröße 36 auf 42 - gewogen habe ich mich damals trotzdem nie, weil mir mein Gewicht irgendwie egal war. Ich habe es nicht mal so richtig mitbekommen, dass ich so viel zugenommen hatte, hab halt einfach größere Hosen gekauft Irgendwann hat's dann aber doch "klick" gemacht, und ich hab etwas weniger gegessen und dadurch dann auch ca. eine Kleidergröße abgenommen (gewogen habe ich mich immer noch nicht). Schlimm wurde es dann vor ca 2 Jahren, als ich (da schon eine Größe 3 von einem Kerl, auf den ich stand, als zu dick für ihn bezeichnet wurde. Dachte dann, er würde mich lieber mögen, wenn ich dünner wäre - und habe angefangen, mich systematisch auf 52 kg auf 1,65 kg runterzuhungern. BMI-technisch zwar optimal, noch nicht mal Untergewicht, aber ich habe es nur dadurch geschafft, dass ich nie mehr als ca 800 kcal pro Tag gegessen habe und jeden Tag mindestens eine Stunde Sport gemacht habe. Und das, obwohl ich früher immer gerne und mit Genuss (aber nie so richtig übel viel) gegessen habe, und Sport schon immer hasse! Tja, dünn war ich dann, hatte auch jede Menge Chancen bei Männern, aber psychisch ein totales Wrack. Habe das ca. ein Jahr durchgezogen, das Extremhungern und -sporteln, hatte keinen Spaß mehr daran, mit Freunden auszugehen (und sie mit mir wahrscheinlich auch nicht), weil ich nur noch übers Essen und mein Gewicht nachgedacht habe, konnte mich nicht mehr auf die Uni konzentrieren, weil ich ständig kcal berechnet habe im Kopf, etc...
Wahrscheinlich wär's auch ewig so weitergegangen, aber Gott sei Dank hatte ich dann im letzten Herbst die Möglichkeit, für 8 Monate in den USA zu studieren, und da hat sich mein Essverhalten langsam aber sicher von ganz alleine wieder annähernd normalisiert. Habe zwar weiterhin viel Sport gemacht und auch immer noch unter meinem Grundumsatz gegessen (auf jeden Fall nie über meinem Gesamtumsatz), aber in dieser Zeit habe ich dann angefangen, wieder zuzunehmen. Mein Ziel war, bei ca 55 kg "stehen zu bleiben", also die 55 kg dann zu halten, und langsam wieder auf meinen Grundumsatz zu kommen. Tja, das mit dem Grundumsatz hat funktioniert - seit ca. Januar oder Februar esse ich jetzt täglich meinen Grundumsatz, meist zwischen Grund- und Gesamtumsatz. Ich mache auch weiterhin Sport, allerdings nicht mehr ganz so verkniffen wie vorher (meist "nur" 30-60 Min pro Tag, und wenn ichs mal auslasse, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen). Allerdings nehme ich seitdem auch weiterhin rasant zu. Wie gesagt, zu viel esse ich nicht, ich wiege alles ab und zähle Kalorien, aber esse eben mehr als früher. Als ich mich das letzte Mal gewogen habe, war ich bei knapp über 60 kg.
Als ich dann bei meiner Ärztin war und sie fragte, warum ich ständig weiter zunehme bzw. wann ich damit rechnen kann, dass sich mein Stoffwechsel wieder normalisiere, meinte sie, dass ich eben vielleicht doch zu viel esse - sprich, dass mein Grundumsatz einfach niedriger liegt, als die Internetrechner das so angeben. Ich hatte also zwei Möglichkeiten: entweder wieder weniger essen, sprich: hungern und ständig übers Essen nachdenken und mich wahnsinnig machen, mehr Sport etc., oder aber: mich mit meinem Gewicht abfinden. Ich habe mich jetzt für zweiteres entschieden. Zwar bin ich, wie gesagt, ca 5 kg über meinem Wunschgewicht, und ästhetisch ist was anderes, aber mir ist auch klar, dass ich viel zu lange dünn sein wollte, um von anderen Leuten Zuspruch zu bekommen. Auch mein Hang zum Perfektionismus war nicht gerade hilfreich, ein gesundes Essverhalten zu bekommen. Ich bin natürlich noch weit davon entfernt, wie früher einfach mit Genuss zu essen, ohne einen Gedanken an Kalorien oder Kilos zu verschwenden, aber ich ernähre mich wieder gesund und esse auch fast täglich ein Mal warm (früher gab's rohes Gemüse, Obst und Knäckebrot...).
Ich poste meine Geschichte bzw. meinen Beschluss deswegen, weil ich mich dadurch auch selbst bestärken möchte bzw mich immer wieder darin erinnern möchte, dass ich nicht rückfällig werden und in meine alte ES zurückfallen darf, sondern dass ein paar Pfunde zu viel keinen Menschen zu interessieren haben. Ich möchte lernen, mit mir wieder zufrieden zu sein. Dass ich nicht mehr in meine alten Klamotten mit der Größe 36 reinpasse und dass mich nie jemand wegen meiner tollen Figur loben wird - geschenkt. Mein BMI ist im grünen Bereich, Größe 38 ist mehr als OK, also ist es an der Zeit, wieder etwas entspannter zu werden.
Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr gelangweilt - aber ich schreibe dies auch deswegen, weil ich in letzter Zeit ab und zu Post von Naschis bekommen habe, die sich in meinen Beiträgen hier im Forum wiedergefunden haben, und die ähnlich hin und hergerissen waren/sind. Ich möchte damit noch einmal gesagt haben: mit weniger Gewicht ist man nicht unbedingt glücklicher, und vor allem, wenn man nicht wirklich übergewichtig ist, sollte man sich weniger Stress machen und einfach auch mal genießen.
Liebe Woodbee,
Du hast viel mehr geschafft, als "irgendein Gewicht" auf die Anzeige der Waage zu zaubern.
Diese dämlichen Zahlen sind schießlich nur Messwerte, die uns einen Eindruck davon liefern können in welche Richtung sich unser Gewicht bewegt. Sie geben nicht an, ob jemand attraktiv, glücklich, liebenswert oder wer weiß was ist.
Auch Kleidergrößen sagen darüber nichts aus, sie sollen nur helfen schneller passende Kleidungsstücke zu finden, einfach weil man so ein praktisches Kleider-nach-Größen-Sortiersystem erhält.
Klar findet man in diversen Frauenzitschriften immer die Überschrift "Habe mich von Größe XY auf Größe 36 gehungert" und dann wird eine ganze Seite lang verbal applaudiert. Klar steht da auch immer wie glücklich die Frauen mit der neuen Kleidergröße sind. Aber ich finde alleine der Gedanke "mit einer Kleidergröße glücklich" zu sein ist doch schon krank.
Man soll sich mit seinem Körper glücklich fühlen und nicht mit einer Ziffernfolge!
Also, wenn Du Dich mit Kleidergröße X nicht glücklich fühlst, aber mit Kleidergröße Y ist das schön, aber noch schöner ist es wenn Du Dich einfach so wie Dein Körper "jetzt" ist glücklich fühlst, denn dann hast Du Dein Ziel erreicht!
Also bewahre dieses Gefühl und sei glücklich den Kilokampf gewonnen zu haben.
Schließlich wenn wir beschließen uns zu einer Zahl hin zu hungern, haben wir doch gar keine Vorstellung davon wie sich diese Zahl anfühlt. Diese Zahl dann zu über- oder unterschreiten finde ich total OK, es zeigt nämlich nur, dass Zahlen nichts, aber auch gar nichts bedeuten!
Hast du sehr schön geschrieben. Ich glaube, du sprichst vielen Frauen aus der Seele. Vor allem mit dem Satz, dass ein paar Kilo mehr oder weniger andere Leute doch einfach nicht zu interessieren haben. Man muss immer wissen, wofür man es macht. Wenn man für andere Menschen abnimmt, sollte man das lassen. Nur für einen selbst muss es was bringen. Ein besseres Körpergefühl oder vielleicht im Sinne der Gesundheit.
Meinen Respekt, dass du dir da wieder rausgeholfen hast. Es gibt so viel wichtigeres im Leben als "das perfekte Gewicht", "die perfekte Größe", "die schlanken Beine", "der flache Bauch"...
Ich wünsche dir alles Liebe. Ich bin mir sicher, du hast die richtige Entscheidung getroffen. Genieße dein Leben und entspanne dich!
__________________ Jiiiiiiiiiiiiiiiiiha!
Fan von: Iss mehr und werde schlank!
Mit großem Dank an alle Stoffis und Sun. Liebe Grüße vom kleinen Teufelchen Meine (löchrigen) Esspläne
Krass. Dass man wegen nem Kerl in ne Essstörung rutschen kann! Der Vater einer Freundin meinte auch mal zu ihr, dass sie wohl zu dick sei. Daraufhin wurd sie magersüchtig und landete bei 47 kilo.
Schön, dass du es "geschafft" hast und das nicht bedeutet, dass du irgendwo im Übergewicht leben musst.
Und ganz ehrlich? Sind dürre Frauen, ohne was zum "Anfassen", für Männer denn wirklich so attraktiv?
Ich finde deine Zeilen echt intessant und ich kann dich nur beglückwünschen zu deinem Entschluss, finde ihn voll gut und dass du so dazu stehst, sehe es genauso wie du!!!!
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Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
Ich möchte dich auch beglückwünschen - ich denke wir alleine (jeder für sich) sollte wissen ab wann er / sie sich mit seinem Gewicht wohlfühlt!
Was andere denken kann uns egal sein
DU kannst verdammt stolz auf diese Leistung sein und natürlich auch um diese Erfahrung.
Du sprichst mir auch aus der Seele. Ich gehöre auch zu den "schlechten" Verwertern und nehme langsam ab und ich habe auch schon so Hungerphasen hinter mir und um wirklich perfekt schlanke Masse zu haben (die beispielsweise meine beste Freundin von Haus aus hat - sie hat so gene, die kann essen was sie will und bleibt so) müsste ich wirklich am Hungertuch nagen. Das habe ich auch satt, ich weiss dass ich nie wieder meine perfekten 55 kg erreichen werde, aber ich bin auch mit 65 oder 62 kg zufrieden, sofern es mein Stoffwechsel zulässt. Ich esse auch immer meinen Grundumsatz und nehme zu, trotz Sport, könnte aber auch Muskelmasse sein mit der Zeit, da ich regelmässig Sport mache. Mein Arzt meinte auch, das liegt einfach in den Genen. So hat wohl jeder sein Schicksal. Aber super dass du das erwähnst, nur weil man ein paar Pfund mehr auf den Rippen hat ist man doch kein schlechter Mensch, aber leider ist die Tatsache oft, dass man von diversen Männern blöd angemacht wird beim Weggehen. Interessanterweise wollen sie zum Weggehen immer diese spindeldürren Frauen an der Seite aber zu Hause dann doch lieber die "etwas" kuschligeren. Konfektionsgrösse 38 gilt ja heutzutage schon als fett - siehe New Yorker, da finde ich nie was passendes. Marilyn Monroe war seinerzeit ein Sexymbol sie hatte Grösse 42. Da sieht man wie sich die Welt gedreht hat. Dann kamen ein paar so schwule Modedesigner mit Identitätsstörungen und der heroin-chic, a la Twiggy bis Kate Moss war geboren. Die androgyne Frau. Ich weiss nicht warum wir uns diesen Magerwahn so einreden lassen. Eine Frau hat nunmal "rundlichere" Formen, das ist in unserer Natur. Und die von haus aus dünn waren, die wurden früher immer verspottet, heute ist es umgekerht. schon krank unsere Welt. Es lebe Grösse 38 - 42 und alles drüber *hihi