vor einem halben jahr, um 6:10 uhr, habe ich kaffee getrunken - ausgetrunken - zehn minuten später dann festgestellt, dass die milch sauer war. mir war schlecht. extrem schlecht. zum einem wegen der milch, zum anderen wegen der matheschularbeit, die ich drei stunden später zu schreiben hatte. was tu ich?
"speib!", sagt die mutter. "wie?", frag ich, denn ich kann mich nicht zum kotzen bringen, konnt ich noch nie. "schnaps.", sagt die mutter.
vier erfolglose stamperl becherovka später, kreidebleich, und mit einem unmenschlichen mathematikehrgeiz (ich wollt den scheiß zu papier bringen, hinter mich bringen, wozu hätt ichs sonst gelernt (?)) sitz ich vor meinem heft und bemühe mich, all die zahlen halbwegs am raster auszurichten, die linie zu halten - mit einem fetten grinser und erotischen blick (denn den hab ich immer, wenn ich einen schwips hab), hab ich dann der frau prof. vor die füße gespieben.
seitdem trink ich meinen kaffee schwarz.
und bin überzeugt: es ist die milch, die die menschen ruiniert, nicht der kaffee.
