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Der Flüssigkeitshaushalt des menschl. Körpers
Der Flüssigkeitshaushalt
Der Flüssigkeitshaushalt des menschlichen Organismus ist für diesen überlebenswichtig und allein das Wasser macht gut zwei Drittel unseres Körpergewichtes aus - dass zweitwichtigste Grundbedürfnis des Körpers ist gleich nach dem Sauerstoff Wasser. Es füllt und formt unsere Zellen und macht beinahe 90% des Blutplasmas, der Blutflüssigkeit aus. Sämtliche biochemischen Vorgänge des Körpers laufen im Zusammenhang mit Wasser ab und ein Mensch kann zwar mehrere Wochen ohne feste Nahrung auskommen; nur sehr wenige Tage aber ohne Wasser !
Zwischen ein bis zwei Liter muss die Flüssigkeitsaufnahme über den Tag verteilt mindestens ausmachen - zwei bis drei Liter sind hingegen optimal. Einen Teil dieser Aufnahme erreichen wir über die Nahrung, in der sich schließlich auch Wasser befindet, was vom Organismus als Solches genutzt werden kann. Den größten Teil aber müssen wir schon als Getränk zu uns nehmen, wobei zusätzlich bedacht werden muss, dass wir auch stets wieder Körperflüssigkeit verlieren und alleine dieser Verlust muss ausgeglichen werden. Etwa 400ml Flüssigkeit gehen allein über die Ausatmung verloren; beim gesunden Menschen mit normaler Ausdünstung kommen dann noch einmal 500ml am Tag über die Haut hinzu. Im Stuhl macht sich der Flüssigkeitsverlust je nach Stuhlmenge mit 100 bis 200ml bemerkbar und über den Urin kommen noch einmal etwa 600 bis 700ml hinzu. Das ganze System reguliert sich praktisch selbstständig und im Grunde kann man niemals zu viel, sondern eben halt nur zu wenig Wasser aufnehmen. An heißen Sommertagen, an denen wir vermehrt Schwitzen, wird eben dafür weniger Urin ausgeschieden; auch körperliche Anstrengung (z.B. beim Leistungssport, bzw. schwerer körperlicher Arbeit) führt einerseits zu einer erhöhten Ausscheidung über die Haut - andererseits auch zu einer Ausscheidungserhöhung über die Atemluft. Ausgeglichen werden sollte hierbei vornehmlich mit am günstigsten mineralisiertem Wasser, da über die Körperflüssigkeit ja auch zahlreiche Mineralien verloren gehen, welche dann ebenfalls aufgefüllt werden müssen. Sehr gut sind aber auch frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte, da man hierüber noch zusätzlich eine große Anzahl an wichtigen Vitaminen zuführen kann. Weiter eignet sich Tee in beinahe allen Darreichungsformen, da er sich im Winter heiß genießen lässt und sich im Sommer kalt als ein kühlendes Erfrischungsgetränk ausmacht. Vom Grundprinzip her eignet sich jedes Getränk zum Flüssigkeitsausgleich; nur sollte man darauf achten, sich über diese dringend notwendige Flüssigkeitsaufnahme nicht unnötig viel an Energie in Form von Kalorien zuzuführen. So findet sich in den industriell gefertigten Fruchtsäften ein erheblicher Anteil an relativ leeren Kohlenhydraten (zumeist eine Kombination von Mono- und Disaccharide) und darüber hinaus auch Fette, was ebenso für Limonaden usw. zu gelten hat. Auch in Fertigtees, die z.T. im Tetrapack angeboten werden, ist dies ähnlich und man wundert sich in der Tat, wie viele Kalorien diese Getränke zum Teil aufweisen. Hier sollte man eher auf Fruchtsaftschorlen zurückgreifen; sie liefern kaum, bzw. nur wenige Kalorien und sind darüber hinaus in der Lage, kleinere Hungergefühle zu vertreiben, indem sie den Magen füllen. Grüner Tee enthält einen hohen Anteil an sogenannten "Flavonoiden", bei denen es sich um sekundäre Pflanzenstoffe handelt, die nach neueren Erkenntnissen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mindern.
Alkohol scheidet schon aufgrund seiner relativ hohen energetischen Dichte aus, wobei ein Glas Bier, oder Wein hier nicht unbedingt ein Problem darstellt. Zuviel an alkoholischen Getränken hat aber neben den bekanntermaßen psychogenen Negativfolgen auch eine hemmende Wirkung auf den Fettstoffwechsel in den Körperzellen und erzeugt darüber hinaus nicht selten Lust auf Knabbereien und deftige Mahlzeiten.
Alle Kaffee-Junkies werden sich freuen, denn diesbezüglich hat sich die Ernährungswissenschaft inzwischen korrigiert. So habe auch ich bisher stets die Haltung vertreten, dass zu jeder Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser getrunken werden sollte. Nach gängiger Ernährungsmeinung wurde bisher stets davon ausgegangen, dass der im Kaffee enthaltene Koffeinanteil sich negativ auf den Stoffwechsel auswirkt, da er dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entzieht.
Richtig ist hierbei auch nach wie vor, dass Koffein einen harntreibenden Effekt besitzt und sowohl die Menge des aufgenommenen Koffeins, als auch die Frequenz des Kaffeekonsums haben hierauf einen wesentlichen Einfluss.
Neuere Studien aber zeigen, dass dieser Effekt bei Menschen, die sehr regelmäßig Kaffee zu sich nehmen, nur mäßig ausgeprägt ist - das der Körper diese regelmäßige Koffeinzufuhr entsprechend ausgleicht und das selbst bei nur gelegentlichen Kaffeekonsumenten der Flüssigkeitshaushalt binnen eines Tages wieder im Gleichgewicht befindet. Auch führt die durch den Koffein verursachte Wasserausscheidung nicht zu einem Mangel an Salzen, denn auch dieser Effekt kann vom Organismus kompensiert werden.
Nur sollte man wegen der sehr anregenden Wirkung des Koffeins auf Herz und Kreislauf den Kaffee niemals zum Durstlöschen verwenden - und nach wie vor bleibt es dabei, dass jenes propagierte Glas Wasser zur Tasse Kaffee zumindest mal keinen Schaden anrichtet...
Milch kann man zwar trinken und im Grunde ist auch nichts dagegen einzuwenden, gelegentlich ein Glas Milch, oder aber Kefir etc. p.p. zu sich zu nehmen; dennoch aber zählen Milch und auch die Milchprodukte trotz ihrer getränkähnlichen Konsistenz nicht zu den Getränken, sondern aufgrund ihrer Nährstoffdichte eben zu den Nahrungsmitteln ! Bei Milch und Milchprodukten ist besonders auf deren Fettgehalt zu achten.
Regelorgane für den Wasser-, Salz- und Säurehaushalt des menschlichen Organismus sind die Nieren und die Blase, welche als Sammel- und Ausscheidungsorgan gilt. Die Nieren hingegen sorgen vor allem dafür, dass der Körper sich nicht durch die Ansammlung seiner eigenen Abfallprodukte selbst vergiftet.
Jeden Tag fließen beinahe 2.000 Liter Blut (!) durch unsere Nieren, aber nur knapp ein Tausendstel davon wird hierbei in Harn umgewandelt; der Rest fließt zurück in den Blutkreislauf und auf diese Weise sorgen die Nieren auch dafür, dass potentiell wertvolle Stoffe dem Körper nicht verloren gehen und in den Kreislauf zurückgeführt werden.
Die Nieren haben eine bohnenähnliche Form und wiegen beim erwachsenen Menschen etwa 140g. Sie befinden sich, eingebettet in eine Fettkapsel rechts und links neben der Wirbelsäule und in Höhe der 12. Rippe und ihre an sich recht kleinen Ausmaße lassen kaum etwas von dem hochkomplexen Inhalt erahnen. Die kleinsten Einheiten bezeichnet man als sogenannte "Nephronen" und aneinandergereiht würden die Nephronen eines Menschen die ungefähre Strecke von 80 km ausmachen. Die Nephronen werden über die Nierenarterie mit Blut versorgt und die großen Blutpartikel bleiben in den Filtern hängen und gehen dann durch die Nierenvene zurück in den Blutkreislauf. Was hingegen durch jene Filter hindurch schlüpft, gelangt in ein Membransäckchen, wobei es sich hierbei nur um Stoffe und Substanzen handelt, die eben klein genug sind, um sich durch die winzigen Kapillarwände der Haargefäße zu "quetschen". Wasser, Salze, Mineralstoffe, Traubenzucker und natürlich als Abfallprodukt des Eiweißstoffwechsels Harnstoff; sowie Kreatinin - ein Abfallprodukt des Muskelstoffwechsels. In den Nephronen tritt dieses Filtrat in die Nierenkanälchen, wo wiederum ein großer Teil des Wassers und auch der Salze wieder in den Kreislauf zurückresorbiert werden und von den gesamt betrachtet etwa 170 Liter Wasser, welche so tagtäglich durch unsere Nieren sickern, werden gerade mal 1,5 Liter als Urin letztlich ausgeschieden. Wie ich es an anderer Stelle bereits erläutert habe, bilden die Nieren diesen körperlichen Ausgleichmechanismus, welcher eben verhindern soll, dass sich zuviel, oder auch zuwenig Flüssigkeit im Körper befindet. Ist zuviel Flüssigkeit vorhanden, wird die Urinproduktion gesteigert - bei zuwenig Flüssigkeit, halt entsprechend verringert und das ganze System steuert sich wiederum über die Hormone aus der Hirnanhangdrüse. Ebenso für die Ausscheidung von Salz sind Hormone verantwortlich, welche in den Nebennieren gebildet werden; sinkt der Salzspiegel im Körper (durch starkes Schwitzen, oder auch durch heftige Durchfälle), dann sorgen diese Hormone dafür, dass mehr Salz zurückresorbiert wird. Auch andere Hormone werden in den Nieren erzeugt - z.B. Solche, die den Blutdruck regeln, bzw. die an der Regelung beteiligt sind und Andere, die für das Knochenmark wichtig sind, um dort die roten Blutkörperchen zu bilden.
In diesem vergleichsweise kleinen Organsystem wird die ganze Faszination des Regelwerkes "menschlicher Organismus" mehr als nur deutlich und das oberste Bestreben muss daher auf die unbedingte Gesunderhaltung des Körpers ausgerichtet sein. Kein Ding funktioniert hier ohne das Andere und alles ist voneinander abhängig.
Zwei Harnleiter (etwa 25 cm lange Muskelschläuche) führen den Urin dann von den Nieren zur Blase, welche im entleerten Zustand ein birnenförmiges Aussehen hat. Durch den Urinzustrom wird sie schließlich rundlicher und eine volle Blase fasst ungefähr etwas mehr als einen halben Liter, wobei der Harndrang meist schon bei ca. 300ml auftritt.
Leider ist der weibliche Körper für Blasenentzündungen besonders empfänglich, da die weibliche Harnröhre um Einiges kürzer ist, als beim Mann. Somit ist auch der Weg für mögliche Erreger kürzer und ein Blasenkatarrh zeigt sich durch häufigen Harndrang mit einem brennenden Schmerz beim Wasserlassen. Beschwerden dieser Art müssen umgehend abgeklärt und behandelt werden, da die Erkrankung chronische Auswirkungen haben kann. Darüber hinaus können die Erreger über den Harnleiter auch in die Nieren gelangen, diese schwerst infizieren und das feine Gewebe der Nieren zerstören; eine hieraus entstehende Niereninsuffizienz kann ebenfalls chronisch werden und darüber hinaus zu einem Nierenversagen führen. Ein akutes Nierenversagen führt binnen kürzester Zeit zum Tode.
Ein weiteres Gesundheitsproblem kann die Bildung von Nierensteinen aufwerfen, wobei hier auch die Ernährung eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt. Nierensteine sind im Grunde nichts anderes, als kristallisierte Salze, wie sie ganz normal im Harn vorkommen. Ihre Entstehungsursachen sind recht vielfältiger Natur und oftmals sind sie so klein, dass sie ganz normal mit dem Harn in die Blase gespült und auf normalem Wege ausgeschieden werden. Hintergrund bildet oftmals eine Stoffwechselstörung - entweder im Kalziumhaushalt, oder aber im Bezug auf die Harnsäure und man muss einer Nierensteinbildung unbedingt auf den Grund gehen. Nierensteine sind meist nur ein Symptom für eine anderweitige Grunderkrankung, welche es zu erkennen und zu behandeln gilt. Die Ernährung kann wie gesagt bei der Entstehung von Nierensteinen eine wesentliche Rolle spielen : Vegetarisch lebende Menschen haben z.B. oftmals nur selten mit Steinleiden dieser Art zu kämpfen, da bei einer eiweiß- und fettarmen, dafür aber stark wasserhaltigen Kohlenhydratkost sich nur selten Kristallisationen der Salze ergeben.
Die Behandlung von Nierensteinleiden ist abgesehen von der Grunderkrankung heute keine sehr große Sache mehr. Eine operative Entfernung durch Eingriff von Außen ist nur noch in ganz extrem seltenen Fällen erforderlich und kleinere Steine können wie schon gesagt über den normalen Harnweg ausgeschieden werden. Hierbei ist der männliche Organismus im Sinne einer ausgleichenden Gerechtigkeit etwas im Nachteil, da bei ihm die Harnwege entsprechend der organischen Gegebenheiten länger ausfallen und z.T. auch etwas enger sind, als im weiblichen Körper. Frei im Nierenbecken kann der Stein bereits eine ganze Weile vorhanden sein, ohne weitere Probleme zu bereiten. Erst wenn er zu wandern beginnt, kann er Schmerzen verursachen und gerät er gar in den Harnleiter, versucht dessen Peristaltik diesen wieder loszuwerden, was dann wiederum jene Steinkoliken erzeugt. Die Schmerzen sind außerordentlich stechender Natur und treten meist aus völlig heiterem Himmel auf; Schmerzen dieser Art in der Lendengegend sind also stets ein sehr deutlicher Hinweis ! Mittels einer Ultraschallbehandlung kann man vorhandene Steine von Außen auf mechanischem Weg verkleinern; die Behandlung an sich ist schmerzlos und recht effektiv.
Auch für die Nieren und ihre Funktionen ist das Trinken als Solches oberstes Gebot und in einer anständig durchgespülten Niere ist die Gefahr einer Ansiedlung schädigender Krankheitskeime, sowie die Gefahr einer Steinbildung denkbar gering !
Über die Wirkung des menschlichen Urins wird in zahlreichen Publikationen, aber auch in Mythen und Legenden immer wieder spekuliert. Innerlich angewendet (trinken...) soll er gegen Menstruationsbeschwerden und sogar gegen Zahnschmerzen hilfreich eingesetzt werden können; äußerlich durch Auftragen soll er gegen Frostbeulen und aufgesprungene Hände heilend einsetzbar sein - letztlich kann sich hier jeder selbst ein Urteil bilden. Ein diagnostisches Hilfsmittel ist er jedoch in jeder Hinsicht; schon da er im menschlichen Organismus reichlich anfällt und nicht erst kompliziert, oder gar blutig entnommen werden muss. Zu 96% aus Wasser bestehend - die restlichen 4% sind gelöste Faserstoffe - ist er im Normalfall strohfarben, wobei die Färbung und auch die Zusammensetzung gewissen Schwankungen unterworfen ist. Abhängig ist das Ganze von der Ernährung, der jeweiligen Flüssigkeitsaufnahme und natürlich dem Gesundheitszustand des jeweiligen Menschen. So kann die Aufnahme gewisser Nahrungsmittel auf die Farbe des Urins durchschlagen; auch bestimmte Erkrankungen sind hier sehr gut erkennbar. Erkrankungen der Leber - vor allem die Gelbsucht - kann sich hier durch Gallenpigmente im Urin bemerkbar machen und diesen entsprechend dunkel färben; bei anderen Krankheiten kann die Farbe ins rötliche schwanken - z.B. wenn sich Blut im Harn befindet. Nicht jede Farbabweichung ist aber gleich ein Zeichen für Krankheit; für die Beurteilung ist auch die Harnmenge von Belang. Wenn man sehr viel trinkt, verdünnt sich der Harn und diese Tatsache lässt ihn heller erscheinen. Liegt im Körper wiederum ein Fieber vor (z.B. bei Erkältungskrankheiten) und man schwitzt entsprechend mehr, wird weniger Harn produziert und das Exkret ist somit konzentrierter und dunkler...
Auch kann ein starker Genuss von Brombeeren, Runkelrüben und Rote Beete auf die Harnfarbe durchschlagen !
Ich denke, dass ich mit diesem Beitrag die eine oder andere Unsicherheit nehmen konnte...
Liebe Grüße
Thommy...
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