Nachdem mehrere Sensoren einen Wassermangel feststellen wird unter anderem
ADH, ein Hormon, vermehrt ausgeschüttet. Das sorgt zum einen für Durst und
zum anderen indirekt dafür, dass die Nieren mehr Wasser rückgewinnen.
Umgekehrt wird bei einem Wasserüberschuss zunächst eine Zuname des
Wasservolumens im Blut und eine Abnahme der Konzentration von osmotisch
wirksamen Teilchen registriert. Dadurch wird eine Verringerung der ADH-
Ausschüttung bewirkt, das Durstgefühl nimmt ab/verschwindet. Das hat auch
zur Folge, dass die Gefäßwände in der Niere, über die Wasser wiederauf-
genommen wird, undurchlässiger werden. So kann überschüssiges Wasser
solange ausgeschieden werden bis wieder ein normales Volumen und eine
normale Konzentration an Teilchen im Blutplasma herrscht.
Auf diesem Weg kommt die gesunde Niere dauerhaft mit einer Wasserzufuhr
von bis zu 10 Litern am Tag zurecht.
Wird aber zuviel Wasser in zu kurzer Zeit zugeführt bleibt dem Regulations-
mechanismus, der auch die ADH-Ausschüttung regelt, nicht genug Zeit um
zu reagieren. Die ADH-Ausschüttung wird nicht rechtzeitig gedrosselt und
das überschüssige Wasser wird weiter ungebremst in der Niere wiederaufgenommen.
Das hat zur Folge, dass die extrazelluläre Flüssigkeit stark verdünnt ist und
der Konzentrationsunterschied zur Flüssigkeit in den Zellen größer wird.
Da die meisten löslichen Teilchen nicht ohne weiteres aus der Zelle austreten
können um die Konzentration des extrazellulären Wassers auszugleichen
fließt Wasser in die Zellen selbst, um die intrazelluläre Flüssigkeit zu verdünnen.
Durch den Zustrom an Wasser schwillt die Zelle an. Oft kann das Anschwellen
durch eine Öffnung bestimmter Kanäle in der Zellwand und dadurch das
Ausströmen von löslichen Teilen in die extrazelluläre Flüssigkeit rückgängig
gemacht werden. Auf diese Weise erhöht sich die Konzentration der Flüssigkeit
ausserhalb der Zelle, ein weiterer Zustrom an Wasser in die Zelle ist nicht mehr
nötig um die Konzentrationen auszugleichen.
Im Extremfall hat das Anschwellen der Zellen aber schlimme Folgen. Vor allem
bei einem starken Zufluss von Wasser in die Zellen im Gehirn kommt es zunächst
zu einer Ausdehnung des Gewebes hinein in den Raum, in dem sich die
Hirnflüssigkeit befindet. Ist dieser Raum eingenommen fehlt der Platz für das
Hirngewebe um sich noch weiter auszudehnen, der Hirndruck steigt stark an,
Blutgefäße werden gequetscht, die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn nimmt ab.
Zunächst führt das zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Einschränkung der
Wahrnehmung, im schlimmsten Fall zum Tod. Auch Druck auf den Hirnstamm
(Sitz des Kreislaufszentrums) kann lebensgefährlich werden.
Wieviel Wasser nun genau zu welchen Symptomen führt weiss ich nicht,
wenn man seine Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilt sind solche
Geschichten aber sehr sehr unwahrscheinlich.