ich finde es toll dass ihr alle schon schön abgenommen habt und da frage ich mich immer wieder - wie, speziell was die Ernährungsumstellung angeht. Ich habe im Juli angefangen abzunehmen mit einem Startgewicht von 77 kg und einer Größe von 1,58 m. Bis jetzt habe ich es auf 71 kg geschafft. Hab mir einen Heimtrainer (Fahrrad) für zuhause gekauft und anfangs bei einer Zeit von 30 Min - manchmal 60 Min gut abgenommen und mich auch besser gefühlt, obwohl ich ernährungstechnich nichts anderes gemacht habe als meine Portionen zu verkleinern mit dem Ziel, dass mein Körper merkt, auch mit weniger Essen auszukommen.
Nach zwei - drei Monaten hat es dann angefangen zu stocken und ich habe angefangen, ab 15 Uhr nichts mehr zu essen. Davor aber "normal", sprich, auf das was ich Lust hatte. Im Oktober hab ich mich dann in einem Fitnessstudio angemeldet, wo auch ein paar Freunde von mir sind, und ich gehe auch gerne hin (war früher schon in anderen Studios und hat immer Spaß gemacht), radle täglich meine 60 Min, geh dann manchmal noch aufs Laufband und jeden zweiten Tag mach ich noch Krafttraining. Aber ich habe das Gefühl, egal wie viel Sport ich treibe, es bringt absolut nichts, weil ich die Ernährung nicht umgestellt habe.
Das zusätzliche Problem bei mir ist aber, dass ich richtig aggressiv zu meinem Umfeld werde, sobald ich ein paar Tage nicht das essen darf was ich möchte. Deswegen habe ich auch jede angefangene Diät innerhalb einer Woche wieder abgebrochen. Ich dachte mir, vielleicht gibts auch ein paar unter euch denen es auch so geht, dass sie anfangs aggressiv waren, aber durchgehalten haben und es jetzt "positiv" sehen, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Aber wie habt ihr euch dazu motiviert?
Ich denke, dass du dich als erstes von dem Gedanken verabschieden musst, dass du nach der Ernährungsumstellung nicht mehr genießen und schlemmen darfst. Das ist nämlich total falsch. Bei einer Ernährungsumstellung ist, anders als bei einer Diät, kein Lebensmittel verboten. Du darfst alles essen, du solltest nur darauf achten, wieviel du isst und dass dein Körper mit allen Nährstoffen versorgt ist. Es gibt von praktisch allen Lebensmitteln eine günstigere und eine weniger günstige Variante (z.B. Toastbrot vs. Vollkornbrot, fertiger Fruchtrahmjoghurt vs. Naturjoghurt (1,5% Fett) mit frischem Obst, ...). Beschäftige dich mit dem, was du isst und versuche so häufig wie möglich die "bessere" Variante zu wählen. Und wenn es mal unbedingt das Weißbrot mit Nutella oder ein Burger von McD sein muss, dann ist das auch nicht schlimm, wenn du dich sonst ausgewogen ernährst.
Als zweites solltest du mal schauen, wie hoch dein Grund- und dein Leistungsumsatz sind und wieviel Energie du dir täglich einverleibst. Denn beim Abnehmen kommt es einzig auf die Energiebilanz an. Ist die positiv, nimmst du zu, ist sie ausgeglichen, stagniert dein Gewicht und ist sie negativ, nimmst du ab. Aber vorsicht, wenn du deutlich zu wenig isst, dann stellt sich der Körper auf den Mangel ein und du nimmst nicht mehr ab, obwohl du nachwievor sehr wenig isst. Das könnte bei dir bereits der Fall sein, wenn ich deine Beschreibung so lese.
Lies dich mal ein bisschen durchs Forum, da kannst du viel darüber erfahren, wieviel Energie dein Körper braucht.
Zur Frage nach der Motivation: da hat jeder seine eigenen Tricks. Einige hängen ihre größte Jeans als Abschreckung neben den Kühlschrank, andere haben irgendwo ihre Lieblingsjeans, in die sie endlich wieder reinpassen wollen, liegen. Für einige ist der sportliche Fortschritt Motivation, für andere der schwindende Bauchumfang, den sie regelmäßig nachmessen.
Bei mir sind es kleine körperliche Veränderungen, die mir den Kick geben:
- wenn ich gerade stehe und an mir heruntergucke, kann ich ohne Probleme meine Zehen sehen,
- die ollen Speckrollen auf dem Rücken (der "Tannenbaum") sind weg,
- im Flugzeug oder im Zug passe ich locker in einen Sitz,
- ich habe ein Schlüsselbein,
- wenn ich meinen Arm anspanne, dann ist das auch für Außenstehende zu sehen,
...
Schau einfach, was dich am meisten stört und du wirst sehen, was dich am meisten motiviert.
Dann kombiniere doch dein essen. Iss vorab etwas gesundes, oder etwas gesundes wie Gemüse + Obst zu deinem "leckeren" essen. Obst und Gemüse kannst du ja essen so viel du willst und dann gönnst du dir einfach eine kleine Portion deines "normalen" essens dazu.
Wenn du zwischendurch Hunger hast, dann iss einfach etwas Obst oder Gemüse.
Dann brauchst du nicht hungern und hast trotzdem das Gefühl nicht auf irgendetwas verzichten zu müssen.
Mit der Zeit kannst du die Portionen ja verringern.
Dein Gewicht ist auch in einem Bereich, wo gut möglich ist, dass du dein Optimalgewicht erreicht hast und dein Körper dir signalisiert, dass es jetzt reicht.
Viele Grüße
Greeny
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Geändert von GreenmileHCL (03.12.2008 um 18:05 Uhr).
Ich habe weniger das Problem mit dem Was als vielmehr mit der Menge, ich esse einfach zu viel , das nervt mich im Moment am meisten.
Überleg dir doch mal genau, in welchen Situationen und warum du deiner Meinung nach zuviel isst. Aus Langeweile? Weil es so lecker ist? Vielleicht kommen dir deine Portionen auch nur sehr groß vor im verhältnis zu deinen früheren Portionen oder der Menge, die bei Fertigprodukten als eine Portion angegeben wird (wenn z.B. viel Gemüse oder Salat dabei ist, dann kannst du eine große Portion essen, ohne ein schlechtes Gefühl haben zu müssen)? Isst du aus Appetit oder weil du Hunger hast?
Wenn du weißt, warum du zu viel isst, dann kannst du auch etwas dagegen tun.
Der Vorschlag von Greenmile vor dem eigentlichen Essen etwas Gemüse oder Salat zu essen, ist schonmal ein erster Schritt. Probier es aus!
Also ich hab es so gemacht, dass ich immer stückchenweise meine Portionen verkleinert habe. Bin jetzt aber zB kein Frustesser.
Ich finde aber auch, dass es viel leichter ist, Gemüse zu essen wenn man "Lust" dazu hat und entsprechend motiviert ist. Obst ess ich gern, im Sommer hab ich mir jeden Tag ne halbe Wassermelone in die Arbeit mitgenommen und da war ich richtig satt. Und das auch für 5-6 Stunden. Nur für Gemüse kann ich mich an sich nicht sooo sehr begeistern. Aber diese Woche hab ich richtig Lust auf Salate und Gemüse generell, und seit Dienstag ess ich fast nur noch Salate - außer zum Frühstück, da hab ich keine Zeit *g*. Und fühl mich gleich nicht mehr so voll und schon leichter.