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  #1 (permalink)  
Alt 07.03.2006, 19:43
Knuvvel
Gast
 
Beiträge: n/a
Kampfsportkurse - mit welchem Gewicht sind die machbar?

Habe mal ne Frage an alle sporterfahrenen Naschis:

Ich wollte schon IMMER Kampfsport machen, Kick-Boxen, Taekwondo, irgendsowas. Mit 130 Kilos war das nicht wirklich drin, aber da ich ja jetzt schon einiges abgenommen habe, hatte ich gehofft, ich könnte mich diesem Traum mal so langsam nähern. Weiß aber nicht so richtig, wie fit ich da sein muss. Kennt sich eine von euch damit aus? Ein Bekannter meinte, da müsse man schon ziemliche Kondition haben und auch sehr beweglich sein, selbst als Anfänger, da man sofort alle Übungen mitmachen soll. Glaube nicht, dass ich mir das schon zutraue. :hide:

Für Erfahrungsberichte wär ich echt dankbar!!
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  #2 (permalink)  
Alt 07.03.2006, 20:20
Der Geist ist willig...
 
Registriert seit: 31.07.2005
Beiträge: 49
Hi,

ich mache Box-Training (ist zwar im Fitness-Studio, aber bei einem "richtigen" Boxer als Trainer). Das ist schon anstrengend. Beispiele: Seilspringen zum Aufwärmen - Aufwärmen? Ich bin danach ganz schön fertig. Oder als Intervalltraining schnelle Schläge und Schlagkombinationen auf den Sandsack oder auf die Pratzen beim Trainer. Und dabei wird man auch noch "angefeuert", gibt also alles. Meine Kondition muss sich noch ziemlich verbessern und der anschließende Muskelkater ist auch nicht von schlechten Eltern...

Aber andererseits - jeder so gut er kann. Ich denke, da wird auch entsprechend Rücksicht genommen! Immerhin zählt der Wille auch schon was und jeder fängt mal an.

Vorher habe ich Kickboxen gemacht (nur gegen einen Sandsack, keine menschlichen Gegner), die Tritte erfordern halt "etwas" Gleichgewichtssinn und Koordination. Aber dafür trainiert man den Bewegungsablauf ja auch vorher langsam und vorsichtig.

WingTsun habe ich mir auch mal angeschaut, das wäre vielleicht was für den Einstieg. Mir hat das nicht so gut gefallen, weil ich schon meine Bewegungsabläufe vom Kickboxen/Boxen drin hatte und die hätte ich "umprogrammieren" müssen. Von der Kondition her war WingTsun aber nicht so anstrengend, das Training lief insgesamt ruhiger ab. Muskelmäßig war es trotzdem sehr gut!

Kampfsport ist sehr vielseitig und verschieden, je nach "Sparte" ist das anders, so dass du bestimmt auch etwas findest, wobei du dich jetzt auch wohl fühlst. Ich würde einfach mal verschiedene Sachen im Probetraining anschauen und dann erst entscheiden, ob das jetzt schon passt oder nicht.

Grüße
Mini
__________________
Anti-Winterspeck:

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  #3 (permalink)  
Alt 17.06.2006, 18:27
Eichhorn
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo, ich mache traditionelles Taekwondo. Traditionell heisst, es gibt keinen Kontakt, also auch Zweikämpfe sind sozusagen 'gestellt', man bremst den Kick immer kurz vorm Gegner ab. Soviel als Vorbemerkung, da die meisten Kampfsportrichtungen ja auf Kontakt ausgelegt sind.
Kampfsport wird ja vom Sportverein bis zu privaten Schulen überall angeboten, und ich denke es ist sehr verschieden, zB Taekwondo gibt es auch als Vollkontaktvariante (mit und ohne(!) Körperschutz) und alles dazwischen. Und je nachdem sind es eben auch die Schulen und Mitschüler. Ich würde Dir auf jeden Fall raten, Dir mehr als eine Schule anzuschauen, (oder auch einen Verein) da die unterschiedlchen Varianten einfach sehr unterschiedlich praktiziert wird.

So, nun genug der Vorrede. Das Training ist in der Tat recht anstrengend, aber dass muss es auch sein, da bei uns eben alle Gürtelfarben (von schwarz bis weiss) in der Stunde mit dabei sind. Es ist also durchaus ok, wenn man als Weißgurt (=Anfänger ) manches langsamer macht, oder dann eben das Bein bei den Kicks nur noch halb so hoch hebt, wie es eigentlich ginge, damit man von der Kondition her noch hinkommt. So habe ich das lange gemacht, da ich auch mit einer furchtbar schlechten Kondition angefangen habe. Es kommt aber immer wieder mal vor, dass in der Stunde eine Einheit Liegestützen (20+) oder Crunches (gestern waren es 100) drankommt. Liegestützen mache ich dann manchmal nur halb (also auf den Knien aufstützen), wenn ich merke, dass es zu anstrengend wird.

Bislang habe ich es so erlebt, dass der Trainer das ok findet, so lange man sich Mühe gibt. Wenn man mit hochrotem Kopf dasteht, kann man eben einfach nicht mehr.

Was ich also sagen möchte: wenn der Trainer so ein Verhalten ok findet, dann kannst du sicherlich an den Stunden teilnehmen. Du wirst aber nicht alles so schnell (so hoch so oft) mitmachen können wie dieAnderen, aber das wird sich bald ändern.

Ein anderer Punkt, bei dem ich richtige Probleme habe ist das Hochspringen : ich habe das Gefühl ich bin einfach zu schwer (bin nur 1.62 groß), um überhaupt mal in die Luft zu kommen. Allerdings ist das in den letzten Wochen endlich besser geworden - also habe ich da jetzt auch mehr Muskeln aufgebaut. Ich freue mich schon, wenn ich abgenommen habe - denn da muß ich dann ja eine enorme Sprungkraft haben.

Damit du es besser einschätzen kannst, erzähle ich dir mal, wie ein Training bei uns abläuft. Übrigens solltest du dann mindestens zweimal, besser drei- oder viermal die Woche gehen. Ich habe das Gefühl, dass einmal die Woche fast zu wenig ist, um seinen Stand zu halten, und man richtige Fortschritte erst dann macht, wenn man dreimal oder öfter geht. Das ist übrigens ein Vorteil der privaten Schulen: meist ist jeden Abend und Samstag vormittag Training, in größeren Schulen sogar mehrfach pro Abend - da kann man sich nach Lust und Laune die Zeit selber einteilen.
Ein Training dauert bei uns eine gute Stunde, davon sind vielleicht 40 Minuten Einzelübungen, d.h. der Trainer macht vor, alle machen nach.
Aufwärmübungen werden immer in 10-Einheiten gemacht, also jeder zählt der Reihe nach laut bis zehn. Also zehnmal linkes Bein hoch, zehmal rechtes Bein hoch, zehnmal linkes Bein hoch, ..., Sehr beliebt sind auch Hampelmänner. Ehrlich! Da kommen im Lauf einer Stunde weit über hundert zusammen. Gemeinsam mit Dehnübungen etc. sind das alles Aufwärmübungen. Zwischen diesen Übungen sind Technikübungen, bei denen ein Kick, oder ein Block oder eine Schlagtechnik geübt wird. Oft auch in Kombination miteinander. Erst langsam, dann immer schneller (sofern man es kann, auch da kann man dann immer langsamer machen.) Und dann in Kombination. Erst langsam. Und schnell... da kommen auch sicherlich viele Wiederholungen zusammen. Ein guter Trainier wechselt hier anstrengende) und langsamere, techniklastigere Übungen miteinander ab.
Die restliche Zeit der Stunde ist für Partnerübungen (meist Freikampf, jeder abwechselnd immer 1,2,3 Kicks) reserviert. Auch hier gilt; die höheren Gürtel mahcen mehr, die niedrigen können sich auch mal ausruhen und den anderen zuschauen.

Also Fazit: Etwas Kondition solltest du schon mitbringen, und Kraft kann auch nicht schaden. Welchen Sport hast du denn bislang gemacht?
Wichtig ist der Wille zum Durchhalten und Dich durchkämpfen! Typischerweise sind Kampfsportler wie alle Sportler schlank, doch im Training habe ich auch schon den einen oder anderen 100kg Mann gesehen. Die Beweglichkeit brauchst du vorher nicht, die stellt sich schon selber mit der Zeit ein. Bei uns sind auch viele, die erst mit 20 oder 30 angefangen haben, und die waren anfangs alle extrem unbeweglich - aber das ist vielliecht gar nicht so blöd, denn dann sind Bewegungen nicht so anstrengend , also das ist glaube ich egal. Aber (siehe Einleitung) es hängt sicherlich stark von der Schule, dem Trainer und den anderen Schülern ab. Daher ausprobieren. Wenn du an einen 'Qäl dich du Sau, und unter 100 Liegestützen geht keiner heim' Trainer gerätst, dass wäre wohl nicht so passend.
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