Ich befürchte, dass ich es mal wieder geschafft habe, zu übertreiben und nicht zu merken, wann schluss ist. Ich habe die wenigen Kilos, die ich mir im letzten Jahr wieder angefuttert habe, wieder abgenommen und noch zusätzlich 4 kg mehr. Als ich heute morgen auf die Waage gestiegen bin, stand dort das erste Mal seit Jahren eine Zahl unter 60kg.
Und anstatt mich darauf zu freuen, bald mein Ziel erreicht zu haben, habe ich gemerkt, wie ich innerlich schon wieder mein Ziel weiter nach unten gesetzt habe. Sicher, ich bin auch noch nicht wirklich zufrieden mit mir, nur befüchrte ich, dass ich es auch mit 5 kg weniger nicht sein werde.
Ihr müsst mir jetzt mal in den Hintern treten, da ich mir nicht wieder alles versauen will! Seit zwei Jahren halte ich nun mein Gewicht (bis auf kleine Schwankungen) ganz gut und will nicht wieder mehr und mehr abnehmen, wie damals mit 14 um dann wieder in eine Therapie zu müssen und wieder alles zuzunehmen.
Schmeiß deine Waage weg oder verschenke sie. Jetzt da du so schlank bist, orientier dich an deinen Klamotten falls du Angst hast wieder zuzunehmen. Aber hau deine Waage raus damit du nicht immer drauf steigst um zu gucken wieviel du heute wiegst und wieviel du abnimmst etc. Wenn sie nicht da ist und du keinen Plan hast wieviel du grade wiegst wird sich das mit dem "Noch mehr abnehmen wollen" wieder legen. Das ist mein Rat an dich.
Mach ne Shoppingtour zur Belohnung, dass du dein Zielgewicht erreicht hast (die 2 kg reißen es auch nicht raus) und freu dich deines Lebens. Gibt auch noch wichtigeres als dünn zu sein!
denk doch mal an all die leckeren Sachen, die du zum Halten essen darfst ohne schlechtes Gewissen oder Einschränkungen. Es wird wieder Sommer werden (ja, da bin ich mir sicher ) und dann lecker Eis essen und diesmal auch mit nem Klecks Sahne
Ich meine, im Grunde kann dir keinen "DEN" Tipp geben, der dich von einer Magersucht abhält. Aber wie sieht es bei dir denn mit dem Sport aus?
Und vorallem.. lass ma schöne Bilder von dir machen, also auch von nem Fotografen, der ein wenig was aufm Kasten hat und dann überleg nochmal, ob und wie weit du noch "runter" willst oder ob Sport zur Straffung nicht auch genügen würde
Willst du wirklich dein aktives Leben aufgeben? An nichts anderes mehr denken können als ans abnehmen? Weder Freude noch Lust noch sonstwas empfinden außer vielleicht eine ständige Kälte?
Ist es nicht toll, selbst bestimmen zu können wovon man wieviel isst? Willst du das wirklich aufs Spiel setzen um vom Therapeuten dein Leben vorgeschrieben zu bekommen? Wieder zurück zu fallen in eine Sucht, die dir und deinen Liebsten Kraft raubt?
Naja, ich weiß natürlich nicht, wie es damals bei dir war, aber höchstwahrscheinlich keine schöne Erfahrung? Vielleicht hilft es, sich nochmal zurück zu erinnern was du damals gelernt hast (hast du soetwas wie einen Rückfallplan?) & was hier im Forum über gesunde und ausgewogene Ernährung steht!
So, genug der Tritte. Ich finds schon mal richtig klasse dass du selbst aktiv wirst bevor es zu spät ist! Ich wünsche dir mega viel Kraft der MS so richtig ordentlich in den Ar*** zu treten & nicht zu sachte! Schließlich hast du bis heute sooo viel geschafft!
LG Lotta
__________________ Kalorien zählen bei Schokolade??? Schokolade ist doch Gemüse!
Sie stammt von der Kakaobohne. Bohnen sind Gemüse - und damit ist alles gesagt.
Ich finde toll, daß Du die Gefahren einer evtl. Anorexia siehst. Wenn ich Dich richtig verstanden bist Du schon einmal erkrankt???
Ich habe Angst jetzt falsche Tips zu geben, deswegen lass ich es lieber ganz.
Nur, wenn Du selbst die Gefahr siehst, vielleicht könntest Du noch einmal zu einer Beratung gehen?
Ich habe zwei Anorexia Patienten an den sekundär Folgen sterben sehen und es war schrecklich. So verzweifelnd.
Bitte suche rechtzeitig einen Arzt/Therapeuten auf. Die Lust abzunehmen, schlanker zu sein ist ja zumindest latent vorhanden und (wenn ich richtig deute) hast Du bereits Erfahrungen. Aber dicken Respekt, daß Du Deine Befürchtung veröffentlichst und damit dich dem Problem öffnest.
Ich kann mich ja selber nicht verstehen, sowas bescheurtes! Ich hab mit Absicht den Weg der Ernährungsumstellung gewählt, um garnicht erst wieder in so einen Mist abzurutschen oder auch nur in die Nähe davon zu kommen. Nee nee, so gehts nicht. Aber vielleicht übertreibe ich es jetzt ja auch so ein bisschen. Ich dachte immer, dass ich, wenn ich mein Gewicht erreicht habe, total zufrieden bin und perfekt aussehe. Aber so ein Quatsch, ich glaube, dass sich niemals irgendjemand perfekt finden wird... und perfekt aussehen will ja eh nur der, der sonst nichts kann, oder wie war das?
Ich danke euch auf jeden Fall für eure lieben Worte und bin froh, dass man nicht gleich als Psychotante abgestempelt wird. Ich werde mich auch erstmal nicht mehr wiegen, wozu denn auch?
...und bin froh, dass man nicht gleich als Psychotante abgestempelt wird...
Nein!!!! Natürlich nicht. Es ist klasse, daß Du rechtzeitig reagierst
...und ich finde es mutig. Es ist immer mutig sich den Problemen zu stellen. Und das tust Du.
Ja, weil ich unter keinen Umständen wieder sowas machen will! Es war eine ganz schlimme Zeit, ich hatte keine Freunde mehr, da ich den ganzen Tag nur über Essen und Nichtessen reden konnte, weil ich jede Party abgeblockt habe, aus Angst, dass Alkoholgenuss mich wieder zunehmen lässt, ich habe so getan, als würde ich essen. Meine Nudeln sind mehr als einmal in meinem T-Shirt oder unter dem Tisch gelandet und wenn ich dann doch mal nicht drumrum kam zu essen, bin ich kurze Zeit später "joggen" gegangen, um mir im Wald den Finger in den Hals zu stecken. Ich war nur noch krank, blass, kaputt, müde, fertig... ich hasse die Gedanken an diese Zeit so, aber ich war damals halt sehr jung und wurde ja schon jahrelang wegen meinem Übergewicht fertig gemacht und sah dies als einen Ausweg. Ich bin wenigstens froh, dass ich noch WEIß, dass es kein Ausweg sondern eine Endstation ist und will da auf keinen Fall rein. Wenn ich zu Hause anfange, von dieser Angst zu reden, wird nur gleich wieder Panik geschoben und alles schwarzgeredet. Ich weiß, dass es kein Ausweg ist, ich sehe es auch nicht - im Gegensatz zu damals - als eine Chance an sondern weiß, dass es einfach nur Mist ist und in keinster Weise erstrebenswert. Ich hätte damals glaub ich eher eine Psychotherapie stationör machen sollen, weil ich die MS eine zeitlang als Geschenk gesehen habe, nicht mehr gehänselt werden zu müssen. Die Hänselein haben aufgehört, schon lange und ich will garnicht erst wieder da reinrutschen. Aber ich denke, dass ich weiß, wie es läuft und schon der Gedanke, dass ich das nie wieder erleben will, wird mich auch sicher bestärken, da ich es mittlerweile eben nicht mehr als Geschenk sondern als Last empfinden würde. Man hat damals nicht mehr gelebt, man hat nur noch vor sich hin vegetiert und keinerlei Spaß am leben. 5 x am Tag auf die Waage, wehe ein Gramm zu viel und wehe nicht binnen Stunden wieder abgenommen, zeitweise sogar Wasserverweigerung, aus Angst davon dick zu werden. Und das binnen WOCHEN!
...Du beschreibst sehr schön und tief Deine Gedanken, Deine Gefühle und über das, was damals passiert ist.
Und Du erkennst Deine Situation. Das sind schon viele Schritte die Du gegangen bist. Du kennst Deinen Weg und fallst Du spürst, daß Du Deinem damaligen Verhalten zu Nahe kommst, suche bitte einen Facharzt auf.
Ganz liebe Grüße und ...
Das musste auch irgendwie mal sein. Konnte und wollte auch lange nicht drüber reden, in Familien werden schlimme Sachen ja gerne mal totgeschwiegen; aber hilfreich ist das weniger. Es tat aber mal gut, auch nochmal zu "Papier" zu bringen, wie schlimm das eigentlich wirklich war und je mehr ich drüber nachdenke, desto abstrakter erscheint mir der Gedanke, dass das nochmal passieren wird.