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  #1 (permalink)  
Alt 22.08.2007, 21:33
mrs roberts
Gast
 
Beiträge: n/a
diät und depression

hallo,
da ich neu hier bin, erst mal kurz zu mir: ich mache seit 46 tagen eine diät, will auf 58 kilo kommen. ich bin schon sehr, sehr lange unzufrieden mit meinem gewicht, obwohl ich nicht direkt dick bin. aber ich habe halt schon gemerkt, dass nichts richtig sitzt, hosen kneifen usw...
früher, so mit 15, bin ich schon mal fast in eine essstörung geraten. habe versucht, abzunehmen, obwohl ich nicht dick, sondern im gegensatz zu manchen meiner spindeldürren freundinnen, normal war. dabei hab ich ziemlich übertrieben, aber mein körper hat das nicht mitgemacht und ich blieb, wie ich war. dann war ich ein jahr in kanada und das typisch nordamerikanische essen + mein frust, den ich dort teilweise hatte, haben mich zunehmen lassen. da habe ich mit 1,68 cm teilweise fast 70 gewogen und war damit sehr unzufrieden. immer dachte ich, alles definiert sich nur durch das gewicht, das aussehen...
zurück in deutschland habe ich - ohne absicht - wieder abgenommen und jetzt in den letzten 5 jahren immer zwischen 61 und 64 gewogen. im letzten jahr hat es sich aber verdächtig stabil auf 64 eingependelt und ich wollte wieder zurück auf 60, bzw. endlich einmal unter 60 kilo wiegen. das bin ich jetzt zum ersten mal richtig konsequent angegangen und habe in 46 tagen von den besagten 64 auf 61 kilo abgenommen. langsam, vernünftig, gesund und mit sport.
nun zum eigentlichen thema:
ich merke an mir, seit ich so sehr (und teilweise übertrieben penibel) auf meine ernährung achte, dass ich mich noch mehr zurückziehe, als es sowieso schon immer meine art war.
ich bin seit 3 jahren in therapie, weil ich zu depressionen neige und noch ein paar andere problemchen habe... aber seit der diät bin ich noch in mich gekehrter, ängstlicher, ruhiger und melancholischer. ich war mir immer sicher, wenn ich dünner wäre, wäre alles besser. der berühmte trugschluss! nix da! ich wiege über 3 kilo weniger und ich weiß, dass ich es unter die 60 schaffen kann, und trotzdem geht es mir nicht besser.
ich will auch nicht, dass meine mitmenschen mitbekommen, dass ich so konsequent "auf diät" bin, weil ich genau weiß, dass sie das nicht verstehen würden. aber ich will mich ja auch nicht auf 50 kilo runterhungern, sondern endlich diverse speckpölsterchen loswerden...
kennt jemand mein problem...? oder hüpft ihr alle glückselig und lebensfroh durch die welt, seit ihr am abnehmen seid?
viele grüße an alle,
mrs roberts
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  #2 (permalink)  
Alt 22.08.2007, 21:56
Ist öfters hier...
 
Registriert seit: 24.06.2007
Ort: Schweiz
Beiträge: 160
Anthya eine Nachricht über ICQ schicken
Bei mir ists bisschen ähnlich. Hab auch anfangs 70 kg gewogen bei 1.66, dann angefangen abzunehmen und wie du siehst bin ich jetzt knapp unter 60. Wollte wieder auf meine alten 57 kg zurück, da mir auch wie bei dir, zb die Hosen gekniffen haben oder T-shirt langsam aber sicher sehr eng wurden, auch ich bin fast mal in eine Esstörung reingerutscht, habe ein zeitchen lang nichts mehr gegessen oder nur 1-2 Müsli Pro Tag, damals war ich aber 13. Hatte und habe immer noch Problem mit dem Gewicht. Nun ist es leider so, dass ich ja eigentlich nur noch 3 kg brauche für mein altes Gewicht und für mein Traumgewicht noch 5, aber irgendwie bin ich trotzdem um einiges breiter, im Sinne von habe mehr Fett, als mit meinen früheren 57 kg :'(

Leider bin ich immer noch der Meinung, dass sich alles übers Aussehen definiert, obwohl ich diese Oberflächlichkeit verabscheue, aber es wird einem dermassen eingetrichtert, dass man perfekt sein muss, dass man sich (oder jedenfalls ich) dem nicht entziehen kann.

Habe heute in einem anderen Beitrag schon geschrieben, dass ich anfangs der Diät auch psychische Probleme hatte, da ich ja auch depressiv bin und ich mein Frustessen nicht mehr hatte und seitdem auch wieder etwas schlechter drauf bin. Leider kann ich nicht 100% sagen, ob es von der Diät kommt oder aus nem anderen Grund. Richtig freuen über die Abnahme kann ich mich auch nicht, da ich wie auch du noch andere Probleme habe. Von dem her, bist du nicht die einzige, die trotz Abnahme nicht strahlend durch die Welt geht
__________________
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  #3 (permalink)  
Alt 22.08.2007, 22:13
mrs roberts
Gast
 
Beiträge: n/a
hi anthya
hm, das ist doch eigentlich total traurig... aber bei mir ist es auch so: ich mag diese einstellung selber nicht, dass menschen perfekt sein müssen. von anderen erwarte ich es auch nicht, nur von mir selbst. und ich weiß aber auch, dass ich nicht zufrieden wäre, wenn ich "perfekt" wäre. man findet immer was.
deshalb bin ich eben auch so eine typische essstörungskandidatin. ich sehe die fortschritte im spiegel auch gar nicht. wer weiß, wenn ich 55 wiegen würde, ich würde wahrscheinlich immer noch abnehmen wollen, weil sich einfach das selbstbild mit verschiebt.
die depressionen hatte ich eigentlich erstmal überwunden und ich glaube auch nicht, dass sie so krass wieder kommen. aber ein bissel depressiv fühl ich mich schon... warum kann ich mich nicht einfach freuen!?
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  #4 (permalink)  
Alt 23.08.2007, 09:14
Frischling
 
Registriert seit: 10.06.2007
Beiträge: 86
Geschlecht:
hey ihr zwei,

bei meiner besten freundin war es ziemlich ähnlich. immer perfekt, immer allen alles recht machen usw. am schluss war sie depressiv und bulemie krank.
aber: (und jetzt kommt das unglaublich schöne) sie ist zu 'ner therapie gegangen und hat auf einmal die ganze unbändige kraft, die vorher für's essen und perfekt-sein drauf gegangen ist, genutzt um ihr leben zu verändern.
heute geht's ihr wieder gut, sie hat den anspruch an sich PERFEKT zu sein gegen SELBSTAKZEPTANZ getauscht. ich bewundere sie wirklich dafür, weil sie jetzt eine ganz andere person ist und sich trotzdem im grunde immer noch treu ist. ich freue mich, weil sie mir sagen kann, was sie will und weil sie wieder viel positiver ist.
was ich damit sagen will ist, dass es auf jeden fall möglich ist, etwas zu verändern - und dass man sich NICHT dem diktat der anderen zwingend unterwerfen muss. aber was man eben erkennen muss: es kommt keiner, der einem den schritt auch mal NEIN zu sagen abnimmt. man muss selbst aktiv werden.

alles liebe,
milena
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  #5 (permalink)  
Alt 23.08.2007, 11:40
mrs roberts
Gast
 
Beiträge: n/a
danke für die aufbauenden worte...
wie gesagt, bin ja seit 3 jahren schon in therapie. die hilft mir auch. will nicht wissen, wie es mir ohne ginge...
schön, wie deine freundin das geschafft hat!
mir geht es ja auch insgesamt sehr viel besser. meine befürchtung war nur, dass es durch die dauernde anspannung während der ernährungsumstellung wieder anfangen könnte...
ich muss mich richtig zwingen, mich zu freuen, wenn ich mal ein halbes kilo abnehme. es ist, als würde sich meine erwartungshaltung mit jedem verlorenen gramm hochschrauben...
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