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16.09.2006, 18:15
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Naschkatzen Goldi
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Selbstwahrnehmung
Hallo Naschis,
mich beschäftigt ein Problem. Mit einer etwas verzerrten Selbstwahrnehmung hadere ich eigentlich schon immer, allerdings in verschiedenen Ausprägungen:
Früher, als ich noch einen geschätzten BMI von +30 hatte, fühlte ich mich nicht dick. Als ich von anderen Kindern gehänselt wurde, nahm ich die Aufmunterungsversuche von meiner Familie ("Die sind nur neidisch auf dein Talent und deine guten Noten, die wollen dich nur ärgern und finden nix anderes...") ernst und war fest davon überzeugt, dass ich vielleicht ein wenig mollig aber sicher nicht fett war, man könnte mich auch ein Kind mit gesundem Appetit nennen. Die Folge des gesunden Appetits war, dass mein Kinderkörper bei einem Alter von 11 Jahren und einer Größe von 158cm bereits über 80kg mit sich herumschleppen musste. Wieviel genau das waren, kann ich nicht sagen. Ich wog mich ungern, der Gang auf die Waage hätte schließlich meine "Ich-bin-nicht-fett"-Traumwelt zerstört.
Knapp 5 Jahre später sitze ich mit einem Problem hier, dass sich etwas anders liest:
Ich weiß, dass ich nicht dick bin. Genau genommen bin ich tief im Inneren stolzer als der Kaiser darüber, dass mein BMI (20,6) ideal ist, also nicht zu viel und vorallem nicht zu wenig, denn ich will niemals so einen Kinderkörper haben, wie er mir in den Medien von den Magermodels vorgeführt wird, sondern einen sportlich-starken muskulösen Frauenkörper, der fit ist. Das Problem ist nur, dass ich das nicht im Spiegel sehe. Ich sehe es auf der Waage, ich höre es im Gespräch mit anderen, ich merke es beim Sport mit anderen. Es ist jetzt aber nicht so, dass mich immernoch mein altes Mondsgesicht aus dem Spiegel anglotzt, sondern dass meine Selbstwahrnehmung schwankt. Aber nicht ein bisschen, sondern extrem.
Ich möchte das genauer erklären. Wenn ich beispielsweise morgens in den Spiegel sehe, ist die Welt in Ordnung. Da sehe ich quasi ein gesundes, sportliches Wesen. Wenn ich aber 10 Minuten päter am Badezimmerspiegel vorbeilaufe, sehe ich plötzlich ein kleines Schwabbelchen, das gut und gerne noch ein paar Sporteinheiten mehr verkraften könnte. Wenn ich dann wieder aus der Dusche hervorkrabbele und in die Kleidung schlüpfe, denke ich mir: "Boah, da sieht man überall Knochen, scheisse, bist du mager, nimm ein bisschen zu Kind, das kann man sich ja nicht mit ansehen."
Ich weiß nicht, ob ich das deutlich machen konnte, ehrlich gesagt. Aber ich hoffe ihr versteht mich. Es ist auch nicht nur phasenweise oder im nicht-nennenswerten Ausmaß, sondern es ist einerseits extrem belastend für mich und zum anderen wirklich heftig.
Kennt ihr das auch? Oder was würdet ihr in meiner Situation tun?
Ratlose Grüße,
Ginger
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Ich glaube nicht an Wunder.
Ich verlasse mich auf sie.
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16.09.2006, 18:39
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Wohnt hier
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hallo,
ich denk mal dass jeder mal ne zeit hat, v a wenn man ab- oder zugenommen hat, in der man sich selber nich so sieht wie man wirklich is. solange du nich ständig drüber nachdenkst was an deinem körper nich so ist wie es sein sollte, denk ich mal dass es nicht so schlimm ist. wenn du aber drunter leidest, vllt hilft es dir ja ein paar fotos von dir zu machn u die anzuschaun. auf fotos sieht man sich selbst gleich viel besser als wenn man an sich herunterschaut oder in den spiegel kuckt. und denk immer dran: du bist toll, so wie du bist. solange du dich selber liebst und deinen körper gut behandelst, solang können dir ein paar kilo mehr oder weniger nichts anhaben.
liebe grüße, wuzl
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16.09.2006, 18:56
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Also, das kenne ich nur zu gut. Ich hatte eigentlich seitdem ich 18 war, bis zu meinem ca. 47. lebensjahr immer 50 oder unter 50 kg bei 164cm gewogen. Wenn die 5 davorstand, habe ich schon wieder angefangen zu diäten. Ich wurde oft bewundert für meine Figur, ich hatte Kleidergröße 34/36 hatte einen BMI von 18, 5 (ist das Untergewicht?  ), aber ich empfand mich oft als "zu dick". Ich mochte meinen Körper, aber ich dachte mir auch immer "hier könnte noch weniger, hier ist zu viel Fett, ein paar Muskeln mehr wären super.." usw. Als ich dann zugenommen habe (mit den Wechseljahren) fand ich mich komischerweise nicht zu dick, ich fand meine Figur recht gut für mein Alter. In letzter Zeit aber fühle ich mich richtig fett und übergewichtig (BMI 25...  ) und möchte unbedingt abnehmen. Obwohl ich von meiner Aussenwelt durchwegs positive Reaktionen auf mein Äußeres bekomme. Ich weiß auch nicht, aber ich glaube ich litt/leide an verzerrter Körperwahrnehmung.
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18.09.2006, 09:58
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Der Geist ist willig...
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Bei mir ist das auch so.
Ich bin jetzt 19 Jahre mein BMI ist 23, also nicht dick. Ich hatte auch schon immer einen "gesunden Apettit" besser gesagt hab ich immer gegessen wenn mir langweilig war oder ich traurig war.
Auch ich wurde immer von den anderen Kindern gehänselt und meine Eltern haben mir auch immer gesagt ich solle mir daraus nichts machen weil die nur neidisch sind. Fakt ist aber das egal wie oft einem gesagt wird "Du bist doch ok so wie du bist" man sich trotzdem dick und hässlich fühlt und vorallem wenn die freunde dann auch noch dünn sind...
Heute hab ich viel abgenommen und jeder sagt mir das ständig, doch wenn ich zeitweise in den Spiegel schaue fühle ich mich immernoch dick. Manchmal gibt es aber auch Tage an denen ich mich ziemlich wohl fühle und mir denke: "Mensch Miriam sei stolz auf dich nicht viele schaffen es wirklich abzunehmen!".
Insegesamt denke ich, dass ich mich selbst nicht mehr äußerlich einschätzen kann. Ob das nun gut oder schlecht ist lassen wir mal dahingestellt, dennoch sollte jeder der es geschafft hat auch nur 4 kg abzunehmen stolz auf sich und seinen Körper sein (auch wenn das immer leicht dahingesagt ist).
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Jeder Depp hat ein verstecktes Talent, auch wenn es in manchen Fällen ein ziehmlich nutzloses ist.
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18.09.2006, 10:56
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Ginger, das Problem kenne ich auch nur zu gut.
Ich weiß auch nicht so recht, wie man damit umgehen sollte. Vll ist es sinnvoll, auf die positiven Außenmeinungen zu hören, sofern sie von Leuten kommen, bei denen man weiß, dass sie offen und ehrlich sind.
Mir fiel es in meinem Urlaub massiv auf, dass mein Selbstbild verzerrt sein muss. Am Strand im Badeanzug fühlte ich mich oft richtig fett.
In Klamotten, wenn ich an einem Spiegel vorbeikam, war ich ganz zufrieden und irgendwie positiv überrascht, dass man doch den Erfolg der Ernährungsumstellung schon sehen kann.
In meinem Umfeld gibt es jetzt auch erste Reaktionen, von denen eine aber in die Richtung ging, dass mir geraten wurde, nicht mehr abzunehmen, da ich mir sonst meinen Typ/Stil ruinieren würde. Dahingehend bin ich jetzt auch etwas verunsichert.
Ich habe zwei-drei Personen, bei denen ich weiß, dass sie kritisch und ehrlich sind, auf deren Meinung gebe ich viel. Allerdings hoffe ich, dass ich irgendwann ein gesundes Maß von Selbstkritik/Eigenwahrnehmung besitze.
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18.09.2006, 17:09
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Also bei mir ist es so:
Bis Mitte 20, als ich noch irgendwas zwischen 48 und 50 kg wog (bei 160cm Körpergröße) fand ich mich ok und hab mir über den Punkt Gewicht nie viel Gedanken gemacht.
Hab weder aufs Essen geachtet, noch Sport gemacht. War auch damals nicht dünn, sondern alles war ausgewogen verteilt. Meine beste Freundin hat immer gesagt: "So´n Püppchen eben..."
Jetzt ist es ganz anders. Obwohl ich ja gar nicht sooo viel mehr wiege, ist der optische Unterschied für mich sehr deutlich. Meine Selbsteinschätzung schwankt stark.
An manchen Tagen sehe ich aus irgendeinem Grund hauptsächlich Frauen, die dicker sind als ich oder ungünstigere Figuren haben (sorry, ist jetzt nicht grad politisch korrekt), an solchen Tagen denke ich: ach komm, geht doch...
Dann wieder gibt es Tage, da seh ich lauter Mädels, die diese richtig gestylten Figuren haben und dann finde ich mich furchtbar.
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18.09.2006, 17:19
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Naschkatzen Goldi
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Registriert seit: 28.06.2006
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Naja, mein Problem an der ganzen Sache mit den Schwankungen ist eben nicht nur, dass es eben gute und schlechte Tage gibt, sondern dass es innerhalb von Minuten quasi von ZU dick auf ZU dürr springt. So richtig schwarz/weiß eigentlich, ohne jegliche Graustufen. Und das, obwohl ich weiß, dass ich eigentlich voll ok bin. sein müsste...
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Ich glaube nicht an Wunder.
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06.11.2006, 11:25
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Was mir nach meinem ersten großen Erfolg damals auffiel (wo ich 30 kg abgenommen hatte) war, dass ich unglaublich an Selbstbewußtsein gewonnen habe. Ist mir selbst sogar sehr aufgefallen! Auch das ich spontaner wurde.
Mir war es auch immer eine Genugtuung (auch wenn es jetzt arrogant klingen mag), wenn ich beim weggehen am WE dicke Leute sah und ich mir denken konnte: "Tja, ich hab´s geschafft und ich bin sowas von glücklich und ich zeige es auch!"
Ich wäre aber damals nie so gewesen, dass ich über dicke gespottet hätte, da ich ja selber wußte, wie es ist, wenn man dick ist und wie man oft "verachtet" wird.
Vorallem, meine größte (Schaden-)Freude war, mich dort besonders ins Rampenlicht zu stellen, wo es Leute gab, die mich früher immer gehänselt haben oder mich als *graue Maus* ansahen und die mich dann plötzlich ganz anders sahen: schlank, hübsch, immer top gekleidet...
Das war für mich eigentlich immer das schönste Gefühl!
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06.11.2006, 17:36
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Naschkatzen Goldi
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ich glaube, da hilft nur psychologische hilfe.
ich selbst hab auch das problem. in einer minute denk ich vorm spiegel, boah, du bist zu dürr. zu viele knochen, im nächsten moment find ich mich perfekt und wieder 5 minuten vor dem gleichen spiegel denk ich, hier zuviel fett und da geht noch was....
und ich kanns nicht abstellen.
die ursachen liegen wohl auch bei mir in der kindheit, nur das ich die hänseleien in der grundschule auch zu hause bestätigt bekam. ich würd heute mal sagen, daß ich damals mit 160 und 58 kg vielleicht gar nicht so dick war, pummelig, aber nicht dick, aber dadurch, daß mir auch zu hause öfter gesagt wurde, iß nich soviel, bist dick genug , hat sich daß stark eingebrannt.
auch kann ich leuten nicht glauben, wenn sie sagen, ich solle aufhören mit abnehmen, ich wär dünn genug. da denk ich dann, daß sie mir nur nicht zutrauen, daß ichs weiter schaffe.
:'( also für mich is klar, daß ich spätestens nächstes jahr einen psychologen aufsuchen werde/muß. leider.
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Also sprach Zarathustra: Gott ist tot .
-Nietzsche-
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06.11.2006, 20:39
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Re: Selbstwahrnehmung
Hallo Ginger,
dass Problem ist garnicht so selten, nur wird halt sehr selten offen darüber gesprochen Sich selbst so wahrzunehmen wie man wirklich ist, ist schwer...
Am schlimmsten ist es wenn man mal recht normalgewichtig war und extrem zugenommen hat... oder auch wenn man lange viele Kilos mit sich rumgeschleppt hat und dann einen tollen Erfolg mit einer Gewichtsreduktion erreicht hat.... (oder man sich über Jahre hinweg für sich selbst akzeptiert hat, sehr übergewichtig zu sein, und auf einmal wirklich Normalgewicht auf der Waage erreicht hat - das der Kopf und die eigene Selbstwahrnehmung erst mal Zeit braucht, daß für sich zu verstehen und zu entdecken ist normal ) sich dann so zu erkennen wie man wirklich ist, selbst im Spiegel ist sehr sehr schwer. Aber um Dich zu beruhigen, völlig normal also nichts wirklich schlimmes 
Das beste Mittel um sich das IST vor Augen zu halten sind aktuelle Fotos 
Und dann am besten ein Foto aus der "gegenteiligen" Situation daneben... so erkennt man viel besser den tatsächlichen Erfolg bzw. die Tatsache....
Hoff das hilft Dir ein bißchen...
LG
sun
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Tue Deinem Körper Gutes, damit Seele und Geist Lust haben darin zu wohnen!
(Sir Winston Churchill)
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