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  1. #7
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    Puuh, also ich kenne mich damit selber nicht so gut aus, aber die Diabetiker die ich kenne machen keine Low Carb Ernährung. Die eine ist was sie will und sogar viele Süßigkeiten und die anderen reduzieren zwar schon süßes, aber esse trotzdem normale Nudeln und Brötchen etc. Wie strikt man da sein muss oder auch sein will ist vermutlich von verschiedenen Faktoren abhängig.

    Primär ging es mir aber ja um Crassula und darum ihr eine Alternative zu nennen mit der sie sich nicht mehr so viele Sachen verbieten muss, die sie so gerne mag.


    Erfolg tritt ein, wenn deine Träume größer werden, als deine Ausreden.

  2. #8
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    Hallo,


    erstmal danke für eure Antworten.

    Zitat Zitat von Sabia Swarovski Beitrag anzeigen
    Ansonsten habe ich den Eindruck, du könntest bereits essgestört sein. Das könntest du
    von einem Arzt testen lassen bzw. durch ein Gespräch klären.
    Das ist meine ganz große Angst. Da ich selbst in einem Bereich mit psychisch Kranken arbeite, befürchte ich schon länger, dass es nicht normal ist, nach jedem Essen ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich muss übermorgen zum Hausarzt zur Blutabnahme und werde dort einen Termin vereinbaren, um die Sache mit meinem Hausarzt zu besprechen.

    @Lilabiene:
    Ich habe vor der Diagnose meines Mannes "nur" Kalorien gezählt. Auch vor Jahren schon mal. Mir ist aber auch vor der Diagnose schon aufgefallen, dass ich öfter Kalorien auf dem Tisch sehe. Mit der Nährwert-Nachguckerei und dem - von mir nicht beabsichtigten - Umstieg auf LowCarb wurde das noch schlimmer, weil ich jetzt auch noch Kohlehydrate und Zucker vergleichen und berechnen muss. Und gleichzeitig dazu gezwungen bin, bspw. Mehl durch Nüsse (die ich noch nie mochte) zu ersetzen. Mein Mann ist auch deutlich übergewichtig. Für mich war das nochmal ein Extra-Schock, denn er ist erst Mitte dreißig. Ich habe unterschwellig ziemliche Angst davor, dass ich die nächste bin - egal, ob ich mich bewege und auch vor der Ernährungsumstellung schon geschaut habe, dass ich vor allem Gesundes esse.
    Mich beeinflusst seine Krankheit erheblich - wie in guten so in schlechten Zeiten. Es ist nichts mehr so wie vorher. Es gibt kein "Heute mal schnelles Essen: paar Nudeln, bisschen Gemüse, fertig" mehr. Jedes Kochen ist aufwendiger und zeitintensiver geworden. Alles, was ich vorher mochte, muss nun ersetzt werden. Wenn *ich* etwas anderes essen will, habe *ich* die doppelte Arbeit. Das zerrt an mir. Andererseits fühle ich, dass ich ihn jetzt doch nicht hängen lassen kann, im Sinne von: "Mach deinen LC-Kram doch allein." (Und für ihn geht es kaum anders, weil er nicht sein restliches Leben lang Tabletten frühstücken und abendessen möchte.)

    Dass seine Mutter mir die Schuld in die Schuhe schiebt, ist etwas anderes. Meine eigene Familie macht mir ebenso Vorwürfe. Außerdem sind 17 Kilo nichts in deren Augen und überhaupt war es ja meine Schuld, überhaupt erstmal so viel zugenommen zu haben (Stress, Verletzungen, etc. völlig egal).

    Ich fühle mich schuldig. Ich fühle mich schuldig meiner Familie gegenüber, meinem Mann gegenüber, mir gegenüber, allen gegenüber. Ich schäme mich mittlerweile sogar, im Beisein anderer zu essen, weil ich das Gefühl habe, dass mir jeder auf den Teller starrt. Ich schäme mich, wenn ich joggen gehe, weil mich alle so angucken als sei ich verrückt, mit dem Gewicht laufen zu gehen. Ich habe das Gefühl, dass ich mich (noch) nicht freuen darf über das, was ich geschafft habe. Ich weiß, dass das eigentlich alles nicht stimmt und ich mir selbst den Kopf mache, aber ich kriege es nicht aus dem Kopf.
    Das macht mir Angst.

  3. #9
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    Liebe Crassula,

    es macht mich ein bisschen traurig das zu lesen.

    Dass du Sport machst ist super und wenn die Leute gucken, dann lass sie. Du bist diejenige, die den Erfolg merkt und warte erstmal ab wie sie gucken, wenn es immer und immer weniger wird und dein Verhalten Stück für Stück immer weiter belohnt wird.

    Ich habe auch das Gefühl, dass du dein ganzes Leben ziemlich auf dein Gewicht und Ernährung ausrichtest, was ja leider auch für eine Essstörung sprechen könnte. Hast du denn auch Hobbys und unternimmst du mit deinem Mann auch schöne Dinge? Gerade jetzt wo durch die Krankheit die Stimmung etwas getrübt ist.
    zu dem essen: ja mit den Kalorienzählen hat man dafür oft die Kalorien vor sich, aber das wäre zu deiner Situation ja schon eine Verbesserung.
    Vielleicht ist es einfach eine andere Generation, aber ich würde nicht einsehen meinen Freund/Mann mitzuverpflegen. Wenn ich was koche was er auch möchte kann ich auch mehr machen, kein Problem. Aber abgesehen davon, dass ich finde dass man sich dann abwechseln kann würde ich nicht irgendwelche Dinge kochen, die ich nicht mag nur weil er sie essen möchte oder muss.
    Warum sollten Männer nicht genauso kochen wie Frauen? Wenn ich was anderes essen will, dann bereitet sich jeder seine Dinge eben selber zu-

    Bei mir wäre es andersrum. Ich esse viele Vollkornprodukte, verwende fast immer nur Zuckerersatz, verwende 7% Cremefine anstatt Sahne etc. Wenn ich irgendwann mal wieder einen Freund haben sollte würde ich den Teufel tun und dies wegen ihm ändern. Außer in Ausnahmefällen würde ich aber auch niemals ihm dann ein anderes Essen zusätzlich kochen. Das kann Mann jawohl auch selber. Und ich finde es ziemlich egoistisch etwas anderes vom Partner zu erwarten. Ich würde es umgekehrt auch nicht.

    Die einzige Ausnahme sehe ich hier, wenn nur einer von beiden Partnern berufstätig ist und der andere sich stattdessen um den Haushalt kümmert, ansonsten würde ich das überhaupt nicht einsehen.


    Erfolg tritt ein, wenn deine Träume größer werden, als deine Ausreden.

  4. #10
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    Hallo Crassula,

    deine Worte sind wirklich traurig.
    Ich glaube du driftest schon in die Richtung einer Essstörung, denn du kannst es ja gar nicht mehr genießen. Vielleicht wäre mal ein Gespräch mit jemanden darüber aufschlussreich.

    Könnt ihr denn nicht einen Weg gemeinsam finden? Das ihr wenigstens zusammen kocht? Ich finde es auch sehr wichtig, dass Männer kochen können, ob sie wollen oder nicht, denn als meine Mutter gestorben ist was mein Vater total aufgeschmissen und konnte nichts.
    Ich finde es schön, dass du deinem Mann so beistehst, denn ich würde es genauso machen. Wenn es meinem Mann schlecht geht und drauf achten muss, dann würde ich ich eben mitziehen.

    Deine 17kg sind eine tolle Leistung über die du dich freuen darfst, auch wenn es dir keiner gönnt. Du hast was geschafft und daran kannst du anknüpfen.
    Das du joggst finde ich auch toll! Du tust etwas für dich! Also lass die anderen dooch blöd gucken. Manche gönnen es einem auch einfach nicht.
    Grüße, das Schaf
    Ziele:
    Lake-Run 7km: 26.08.2018|U70 bis Jahresende|


  5. #11
    Josie63 Gast
    xxxxx
    Geändert von Josie63 (16.07.2017 um 21:26 Uhr)

  6. #12
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    Hallo ihr Lieben,


    Zitat Zitat von Josie63 Beitrag anzeigen
    Du bist nicht für deinen Mann verantwortlich. Er ist ein erwachsener und selbständiger Mensch. Klar unterstützt man sich in einer Partnerschaft nach Kräften. Das darf aber niemals bis zur Selbstaufgabe gehen.
    Ja, ich weiß. Allerdings macht es das einfach sehr schwer, weil Essen etwas sehr grundlegendes ist, in jeder Familie. Die Auswirkungen sind beachtlich, das hatte ich vorher nicht gedacht.
    Ich weiß auch im Grunde genommen, dass es seine Sache ist. Er ist nicht ich, ich bin nicht er. Aber ich fühle mich wie ein schlechter Mensch, wenn ich jetzt den Ego-Trip fahre (der vermutlich gar keiner ist) und ihm sage: "Koch allein und pass selbst auf." Es fällt mir sehr schwer, mich abzugrenzen.

    Zitat Zitat von DasSchaf Beitrag anzeigen
    Ich glaube du driftest schon in die Richtung einer Essstörung, denn du kannst es ja gar nicht mehr genießen. Vielleicht wäre mal ein Gespräch mit jemanden darüber aufschlussreich.
    Ich habe mich vor ein paar Tagen mit der Beratunsgsstelle an der Uni in Verbindung gesetzt und nächsten Dienstag einen Termin. Dafür habe ich jetzt erstmal verzichtet, einen Termin beim Hausarzt zu machen, weil ich glaube, dass eine unabhängige Beraterin da einen besseren ersten Blick drauf haben könnte. Einer meiner Dozenten leitet die Beratungsstelle und der ist fachlich wie menschlich echt gut. Wahrscheinlich bin ich nicht die erste mit solchen Problemen, deshalb denke ich, dass mir da geholfen werden kann.
    Wenn man mir zum Arzttermin rät, ist der ja schnell gemacht. Mir graut es auch davor, dort auf die Waage zu steigen, die immer mindestens 2 Kilo mehr anzeigt als die Waage zu Hause (klar, mit Klamotten, am Nachmittag, usw.). Und eigentlich steht die Waage und die Blutdruckkontrolle mal wieder an

    Zitat Zitat von Lilabiene Beitrag anzeigen
    Hast du denn auch Hobbys und unternimmst du mit deinem Mann auch schöne Dinge? Gerade jetzt wo durch die Krankheit die Stimmung etwas getrübt ist.
    Hobbys sind im Moment eher schwierig. Ich bin im Vollzeitpraktikum, nebenbei an der Uni, hinzu kommt der Alltagswahnsinn, den jeder kennt. Ich besitze ein Pferd, das ich Montag nach sehr langer Zeit mal wieder geritten bin. Reiten tut mir gut und ist sehr schön, aber mit einem Kampfgewicht über 100kg setzt man sich halt meiner Meinung nach nicht mehr aufs Pferd. Ich habe mir vorgenommen, ab jetzt regelmäßig auszureiten, natürlich erstmal nur im Schritt. So gewöhnt sich meine Stute wieder ans Reitergewicht (die war vorher auch lange krank) und ich kann es vertreten, dass sie mich trotz noch immer knapp 100kg, tragen kann.
    Gemeinsame Unternehmungen sind auch eher schwierig, da mein Mann auch am Wochenende Dienst hat. Außerdem sind wir wenig kompatibel, was angenehme Freizeitbeschäftigungen angeht. Das wiederum ist auch nicht tragisch, weil so jeder seinen Freiraum hat, aber manchmal nervt es schon. So gehe ich z.B. nicht mehr mit zu seinen Freunden, seitdem die sich letztes Jahr darüber lustig gemacht haben, dass ich die vier letzten weißen Mini-Schaumküsse gegessen habe. Wenn ich so recht zurückblicke, dann war das auch der Punkt, ab dem ich wieder angefangen habe akribisch Kalorien zu zählen und mich für jeden Ausrutscher schuldig zu fühlen. Meine Freunde wiederum kann er nicht leiden. Ist also nicht so einfach.

    Gerade mit dem Sport habe ich vor knapp zwei Monaten angefangen, mir die Zeit einfach zu nehmen statt sie zu haben. Mir tut es auch gut. Allerdings komme ich nicht an so Hochgefühle, wie ich sie früher nach dem Sport hatte. Auch da habe ich unterschwellig das Gefühl, dass es nicht genug ist - auch wenn es das vermutlich ist.
    Ich sehe die Dinge eigentlich recht klar, ich fühle sie nur nicht. Ich weiß, dass es nicht gut ist, nur noch Dinge zu essen, die nicht schmecken. Ich weiß auch, dass es nicht gut ist, wenn man zu oft unterkalorisch isst. Ich weiß auch, dass ich Zucker (in welcher Form auch immer) essen darf. Und trotzdem fühlt es sich an als dürfte ich das alles nicht.

    Habe mir nun noch ein Buch zugelegt: "Zurück ins Gleichgewicht" heißt das, glaube ich. Vielleicht ist da ja etwas aufschlussreiches dabei.

    Ich hoffe übrigens, dass ich hier nicht den Rahmen sprenge mit meinen Sorgen. Mir hilft die Außensicht von anderen einfach, die Dinge nüchterner zu sehen und mir weniger Stress zu machen.


    LG Crassula

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