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  1. #1
    MajorKey Gast

    Der "ich muss immer alles aufessen"-Falle entkommen

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich nach Ewigkeiten nochmal hier eingeloggt (heißt übersetzt: ich will's endlich noch mal ernsthaft angehen, hahah) und möchte gerne mal über ein Problem reden, dass sicher einige von euch kennen. Ich hoffe, dies ist das passende Unterforum.

    Also, ich habe eher moderates Übergewicht und dennoch habe ich es in den vergangenen 7 Jahren, in denen ich gerne abnehmen möchte, nicht geschafft, die in meiner damaligen Beziehung angefutterten Kilos loszuwerden. Hauptgrund Nummer eins dafür ist das Essen. Ich treibe regelmäßig Sport und war körperlich noch nie so fit wie jetzt (deshalb nehme ich wahrscheinlich auch seit Jahren nicht zu). Ansonsten lässt sich allerdings nicht schönreden: Ich koche nicht gern, ich esse zu viel Fertigfraß (ich rede mir dann gerne mal ein, dass das nicht so schlimm sei, weil's von Frosta ist xD) und bestelle sicher dreimal in Monat Pizza. Süßes brauche ich nicht jeden Tag, aber wenn es mich überkommt, dann vernichte ich da sicher auch mal nen Tagesbedarf an Kalorien.

    Mein Hauptproblem beim Essen: Maß halten. Ich wurde als Kind nie gezwungen, meinen Teller leer zu machen und bei Gerichten, die mir nicht soooo gut schmecken, fällt es mir sehr leicht, kleinere Portionen zu essen. Aber lasst es bloß eine Pizza oder eine Packung Gummibärchen sein - das MUSS aufgefuttert werden, egal, wie voll ich bin. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass da noch ein Stück Pizza im Kühlschrank ist. Ich denke, dass ist zum einen der Schuldaspekt (essen war und ist für mich leider immer noch der Feind) - wenn ich alles vernichte und alle Spuren meiner "Gräueltat" verschwinden lasse, fühle ich mich besser. Zum anderen genieße ich manchmal irgendwie das Gefühl, vollgefressen zu sein, warum auch immer.

    Ich frage mich nur, wie ich aus diesem Muster ausbrechen soll, bzw. ob das überhaupt möglich ist. Oder sollte ich mir "Sünden" dann doch lieber gleich ganz verbieten, um nicht in Versuchung zu kommen, wenn ein maßvoller Umgang scheinbar nicht möglich ist? Ich würde hierzu gerne mal eure Erfahrungen/Meinungen hören, vielleicht hat es ja auch der/die ein oder andere geschafft? Danke schon mal vorab!
    Geändert von MajorKey (06.02.2017 um 02:00 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
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    1
    Spannende Frage, ich lese mal einfach mit was die Erfahrenen so sagen.

    Bei mir: Papa ist du das bitte für mich auf...
    Spruch meiner Mutter: Besser im Kübel als auf den Hüften.

    Eine Patentlösung habe ich aber auch nicht.
    hauspapa

  3. #3
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    Ich habe das Problem was du hast ebenfalls. Deswegen habe ich mir für mich selbst einige Taktiken entwickelt, vielleicht klappt sowas ja bei dir auch? Süßigkeiten kaufe ich fast ausschließlich die Quängelware an der Kasse. Einzelne Schokoriegel, kleine Packungen Weingummi oder die Mini Tüten Chips. Klar ist das im Verhältnis zwar teurer, aber ein Kinderriegel ist trotzdem billiger als die ganze Packung. Ich kaufe dann halt nur die Süßigkeiten, die ich an dem Tag essen möchte. Das klappt ganz gut.

    Bei Pizza versuche ich die Vorzugsweise dann zu bestellen, wenn ich sie mit irgendwem teilen kann - also keine ganze davon essen kann/muss. Oder ich bestelle einfach gleich eine kleine Pizza. Außerdem hilft es mir mittlerweile schon enorm, wenn ich die Süßigkeiten "verstecke". Also irgendwo verstaue, wo ich sie nicht ständig sehen muss. Aus den Augen, aus dem Sinn - funktioniert ganz gut. Hat bei mir aber anfangs nicht funktioniert, weil ich dann ständig daran gedacht habe xD

    Um angemessene Portionen zu essen, koche ich wirklich nur soviel wie ich essen darf bzw wiege mir Portionen ab. Ich kann leider auch so überhaupt kein Maß halten und würde wahrscheinlich weiteressen bis mir schlecht ist. Deswegen koche ich eine angemessene Menge (zum Teil habe ich echt schon gegoogelt, was eine angemessene Menge für eine Person ist...) und esse das dann auf bzw. portioniere es vor, wenn ich für mehrere Tage koche. Das klappt auch ganz gut.
    2012......2013......2014.......2015.......2016......2017.......19.02.2017....15.01.2018....23.04.2018
    120 kg....
    88,9 kg....70,1 kg....72,0 kg....67,5 kg....64,5 kg....59,7 kg.............66,2 kg..........60,3 kg
    BMI 45....BMI 33.....BMI 26....BMI 27.....
    BMI 25.....BMI 24.....BMI 22.............BMI 25...........BMI 23

    Mein Tagebuch

  4. #4
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    5
    Kenn ich auch nur zu gut. Angefangene Packungen rufen geradezu nach mir, ich stehe dann unter einer derartigen Spannung dass ich wieder und wieder hinlaufen "muss". Es ist erst wieder Friede wenn alles vernichtet ist. Das ist mitunter auch sehr sehr schwierig für mich.

    Mit dem "normalen" Essen klappt es eigentlich mittlerweile ganz gut, da wird auch abgewogen und portioniert. Und währenddessen Zeit gelassen und immer wieder in mich reingehört. Da schaffe ich es mittlerweile auch 4 Bohnen liegen zu lassen wenn einfach voll ist. Früher hätte ich die halt auch noch "weggeräumt". Lustigerweise war das bei meinem Freund mehr "Erziehungsaufwand" als bei mir. Der war regelmäßig beleidigt wegen der 4 Bohnen, mittlerweile hat er verstanden dass es als Übung für mich sehr wichtig ist auch mal was liegen zu lassen.
    Lustig, mir fällt gerade anlässlich deines Beitrages auf dass das Bedürfnis wirklich zum platzen voll zu sein bei mir deutlich nachgelassen hat. Das hatte ich früher auch sehr ausgeprägt und hat mich bei meinen ersten Diätversuchen ganz verzweifelt gemacht. Anscheinend hat hier wirklich die Übung geholfen - jetzt freu ich mich gerade, das hatte ich schon fast vergessen

    Vollkommen gescheitert bin ich aber auch bei den Süßigkeiten. Da sind meine Übungen doch einfach zu oft ausgeartet und ich habe unnötigerweise viel zu viele Packungen in regelrechten Fressanfällen "vernichtet" (da war nicht mal mehr Genuß in irgendeiner Form dabei, sondern eher schon echt eklig). Bin jetzt wieder dazu übergegangen die erst garnicht da zu haben. Bzw. auf Sachen umzusteigen bei denen ich mich beherrschen kann, z.B. schwarze Schokolade (min. 85% Kakao). Bei meiner Lieblingssorte besteht die Tafel aus kleineren, nochmal extra eingepackten 25g-Täfelchen. Und spätestens nach so einer reicht's definitiv, da die ja auch sehr geschmacksintensiv ist.

    Ganz verbieten geht bei mir aber auch nicht - führt zu "Verzweiflungsfressanfällen", bei denen ich letzten Endes dann viel mehr esse als wenn ich jeden Tag ein gewisses, kleines Kontingent einplane.

    Also als Fazit kann ich wohl sagen: Übung macht vielleicht nicht den Meister, aber mit viel Geduld immerhin schonmal besser. "Radikalbeschlüsse" sind auf Dauer unrealistisch und können übel nach hinten losgehen...
    Maximalgewicht 2013 122kg, seit 2016 in einer "zweiten Runde" auf dem Weg ins Traumgewicht (<70 kg). Auch wenn ich mich da ab und an verlaufe


  5. #5
    MajorKey Gast
    Lieben Dank schonmal für eure Antworten!

    Tatsächlich kaufe ich auch wenn überhaupt nur Quängelware und wenn ich keine Süßigkeiten zuhause habe, brauche ich die meistens auch nicht (außer ich hatte sehr viel (emotionalen) Stress und meine, dass da jetzt nur was Süßes helfen kann, dann bekomme ich einen Heißhungeranfall, aber das kommt zum Glück nicht allzu oft vor. Kommt es nun aber doch mal dazu, dass ich mir vom Einkauf was mitbringe (wenn ich zB dummerweise mal wieder ausgehungert einkaufen war), ist das direkt fatal. Ich LIEBE Cornflakes - wahrscheinlich weil ich die als Kind nie haben durfte. Wenn ich mir so eine 750g Packung kaufe, esse ich zwei Tage lang nur Cornflakes und dann ist die Packung leer.
    Schlimmste Situation - Nachtschicht. Ich jobbe neben der Uni in einem Schlaflabor und sitze dort von 9 Stunden quasi 6 Stunden auf meinem *****. Anfangs habe ich mir noch viele viele ungesunde Sachen mitgenommen, das habe ich mir aber irgendwann abgewöhnt und festgestellt, dass ich in den 11 Stunden, in denen ich unterwegs bin, nicht verhungere, wenn ich statt drei Puddings und drei Brötchen nur ein Vollkornbrot und einen Apfel esse. Gestern war ich den ganzen Tag "artig" und was war dann? Auf der Arbeit lag eine riesen Tüte Mini-Schokoriegel. Schon geöffnet. -.-" Nein, ich habe es nicht geschafft, da nicht reinzugreifen und habe wahrscheinlich 7 Stück davon gefuttert. Persönlicher Erfolg für mich: Früher hätte ich auch die Riegel gegessen, die mir eigentlich gar nicht so gut schmecken (es waren so gemischte Sorten), Hauptsache rein damit. Gestern habe ich nur die gegessen, die ich wirklich super geil finde und die anderen nicht angerührt. Auf Dauer möchte ich es natürlich schaffen, ganz zu verzichten oder mir von mir aus eins zu gönnen und dann Befriedugung zu empfinden. Aber gerade gepaart mit Langeweile ist Verzicht für mich kaum zu bewerkstelligen.

    Naja, ich werde meine Ernährung jetzt stark eiweißlastig ausrichten und hoffe, dass das meine Heißhungeranfälle eindämmt. Vor zweieinhalb Stunden hab ich zB Salat und Sojaschnetz gegessen und bin immer noch pappsatt, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, heute noch etwas zu essen.

  6. #6
    Registriert seit
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    Beiträge
    33
    Das ist ein "tolles" Thema - ich fühle mich schon weit weniger alleine mit meinem "Essensdrang". Ich bin auf diesen Thread gerade nur gestoßen, weil ich eine Frage zu einem Buch in dem Bereich posten wollte, jetzt landet meine "Info" also erstmal bei Euch
    Kennt jemand das Buch "endlich essen was ich will" ? Das klingt so gut, das werde ich mir gleich runterladen und als Bettlektüre nutzen...

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