ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Verzicht.
Im letzten Jahr war ich sehr krank und musste auf Vieles verzichten.
Es war eine echt harte Zeit. Im Nachhinein ergit sich aber erstaunliches: ich bin ruhiger und gelassener den je. Das Gefühl etwas zu verpassen ist vom Beifahrersitz in den Kofferraum gewandert.
Kann man verzichten lernen? Und wenn ja, sollte man es nicht angehen, wenn es einem danach besser geht?
Verzichten lässt mich nicht mehr los. Früher dachte ich immer verzichten macht unglücklich - ist aber gar nicht so. Es ist eher wie aussteigen aus einem elendigen Kreislauf den man vorher nicht gesehen hat.
Als es mir letzten Herbst wieder besser ging habe ich alle meine Geister zusammengekratzt und beschlossen ich möchte aufs rauchen verzichten. Bis dahin habe ich es geliebt und auch wirklich gerne geraucht. Es war Verzicht. Und heute geht es mir sehr gut dabei.
Lässt sich das Verzichten auch aufs Essen anwenden? Das teste ich gerade. Ich möchte verzichten, und zwar nicht aufs Essen insgesamt, (keine Angst *kicher*) sondern auf den Schnickschnack. Essen dass man nicht braucht aber sich so schön "gönnt". Essen dass übers sattwerden hinausgeht.
Vielleicht hat das neben abnehmen (was ich wirklich muss auch den effekt einer geistigen Reinigung? Und vielleicht bekommt man durchs verzichten auch eine andere Einstellung zum Essen?
Wer mag mein Experiment mitmachen?
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Ich muss abnehmen. Aber weniger essen kommt nicht in Frage...
Du beschreibst sehr schön, worüber ich mir auch schon mal öfter Gedanken mache...
Wir leben in einer Überflussgesellschaft und ich habe oft das Gefühl, ich MUSS irgendetwas haben und zwar SOFORT. Dann denke ich mir auch: Warum?! So ist es mit allem. Kleidung, Elektronik, usw. und auch Essen fällt darunter. Es sollte kein Zwang mehr sein. Ich wurde früher zum Essen gezwungen - natürlich lieb und nett, aber so: Wenn du den Teller nicht leer isst, gibt es Morgen schlechtes Wetter! / Ein Löffelchen für ... (und wehe, man aß das dann nicht!)
Wie genau stellst du dir das denn mit dem Verzicht vor? Was ist für dich Schnickschnack? Ich hätte lieber ein ungezwungenes Essverhalten. Verzicht klingt mir etwas zu krass.
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Essen ist weder dein FEIND noch dein FREUND!
Ich drehe einmal den Spieß um und betrachte nun das "Belohnen".
Früher habe ich mich meistens mit allerlei Deftigem, Herzhaftem und vor allem Süßigkeiten und Schoki belohnt. Verzicht war für mich wie ein Strafe.
Inzwischen habe ich diesen dogmatischen Glaubenssatz aus meinem Leben gestrichen. Und siehe da, es kann auch Belohnung sein, meinem Körper weniger zu geben. Ich mache DC (abends nichts essen und mindestens 14 Stunden keine Nahrung für meinen Körper). Früher glaubte ich, meinen Körper damit zu bestrafen.
Inzwischen merke ich, dass das Entspannung und Urlaub für meinen Körper bedeutet; er nichts verdauen muss. Ich fühle mich viel besser und stehe freiwillig früher auf, als ich muss, weil ich mich schon so genussvoll auf mein Frühstück freue. Früher bin ich immer zu spät aufgestanden, weil ich vor lauter Müdigkeit nicht aus dem Bett kam.
Meiner Gesundheit gehts mit weniger Essen viel besser und der tolle Nebeneffekt ist, dass ich abnehme und wieder langsam in meine alten Hosen hineinpasse!
ist ein netter und interessanter Austausch mit euch!!!!!!!!!!!!
Inzwischen merke ich, dass das Entspannung und Urlaub für meinen Körper bedeutet; er nichts verdauen muss. Ich fühle mich viel besser und stehe freiwillig früher auf, als ich muss, weil ich mich schon so genussvoll auf mein Frühstück freue.
Das klingt sehr gut Bei mir ist das leider nicht möglich, weil ich auf der Arbeit und unterwegs nicht so viel essen kann. So habe ich abends noch Hunger und esse meist um 18 Uhr das letzte Mal... Das sind dann 12 Stunden ohne Essen bis zum Morgen.
Was ich mir jetzt aber vorgenommen habe: Ich verbiete mir das Essen nicht, sondern ich denke dann: Nein, das WILLST du jetzt NICHT essen. Dann fühlt man sich viel besser, wenn man es nicht gegessen hat, weil es ja kein Verbot ist. Und was auch wirkt: Morgen früh kannst du wieder gaaaanz viel essen.
Wie viel frühstückst du denn?
Ich esse am Wochenende morgens immer ganz lange und ganz viel (700-800kcal). Damit geht es mir den ganzen Tag sehr gut. Unter der Woche tu ich mich schon mit 300kcal schwer... Vielleicht schaff ich es, mir anzugewöhnen, morgens früher aufzustehen und mehr zu essen. Mal schaun.
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Essen ist weder dein FEIND noch dein FREUND!
Ein sehr interessantes Thema, über welches ich mir ebenfalls gerade Gedanken mache. Der Grund dafür ist, dass ich seit einigen Wochen bemerkt habe, dass ich wahrscheinlich wieder eine Krankheit habe, die ich vor 5 Jahren auch schonmal hatte. Habe es zwar noch nicht vom Arzt kontrollieren lassen, werde das aber nächste Woche nachholen. Jedenfalls darf ich dann in Zukunft neben einer medikamentösen Behandlung nur Lebensmittel ohne Zucker essen (okay, ob ich das 100 % ig schaffe, ist nicht klar), aber auf jeden Fall keine Süssigkeiten. Bisher habe ich es nicht geschafft, einen Tag auf Süssigkeiten zu verzichten. Seitdem ich aber weiss, dass es mich nur noch kränker macht bzw. ich Bauchschmerzen vom Süssen bekomme, klappt es hervorragend. Gut, es sind erst ein paar Tage und ich weiss nicht, wie es in ein paar Wochen aussehen wird. Trotzdem ist es für mich sehr überraschend festzustellen, dass es plötzlich so einfach ist, wo es einen richtigen Grund gibt keine Süssigkeiten mehr zu essen!
Liebe Grüße, Lissa
PS: Einen vollkommenen Verzicht auf Süssigkeiten nach der Besserung würde ich aber nicht anstreben, denn das kann ich mir nicht vorstellen. Aber trotzdem ein gesünderes Verhältnis zu diesen Dingen, sodass sie etwas "Besonderes" bleiben.
Verzicht in Bezug auf Rauchen ist meiner Meinung nach nochmal etwas anderes, da es sich hier mehr um Drogen bzw. Rückfall handelt.
... Vielleicht schaff ich es, mir anzugewöhnen, morgens früher aufzustehen und mehr zu essen. Mal schaun.
Hi Benerosa!
Monatelang habe ich es nicht geschafft, früher für ein Frühstück aufzustehen. Seit ich mich abends mit dem Essen umgestellt habe, stehe ich jetzt freiwillig fürs Frühstück auf, weil mein Körper Hunger hat und aufstehen will! Das kann ich ja immer noch nicht fassen, dass ich das wirklich mache, so schwer bin ich immer aus den Federn gekommen!
Früher habe ich gar nichts gefrühstückt. Erst in der Arbeit gegen 10.00 Uhr etwas, mittags und nachmittags wenig und abends übermäßig viel, weil ich bis 17.30 arbeiten muss und dann natürlich überdimensionalen Hunger hatte.
Die ersten paar Tage der Umstellung waren ein Horror. Ich konnte nicht schlafen, weil ich nachts Hunger hatte. Inzwischen sind fast drei Wochen um und es geht mir immer besser. Ich kann jetzt auch prima schlafen und wache nicht mehr vor lauter Hunger auf. Falls es doch einmal der Fall ist, trinke ich einen Schluck Fruchtsaft oder Wasser und gehe wieder schlafen.
Ich habe zuerst am abend auch gegen 18.30 noch ein Joghurt gegessen und dann immer früher am abend nichts mehr gegessen. Inzwischen esse ich jetzt manchmal schon ab 14.00 Uhr nichts mehr. Nicht aus Zwang, sondern weil ich dann keinen Hunger mehr habe. Wenn es mich dann doch überkommt, dann trinke ich einen Schokomolkedrink mit Wasser. Schmeckt wie ein magerer Kakao.
Inzwischen frühstücke ich gegen 7.30 zwei Scheiben selbstgemachtes Vollkornbrot mit Dinkel und Kamut. Dazu vom Belag her alles was ich mag. Butter, Schinken, Käse, Gurke, Tomate und einen Fruchtsaft.
In die Arbeit nehme ich auch 2 Scheiben Vollkornbrot mit. Das gebe ich dann in der Arbeit in den Toaster. Da habe ich bzw. mein Körper das Gefühl ich bekomme etwas Warmes (Belag dafür lagere ich in der Arbeit im Kühlschrank) oder ich koche mir etwas mit Nudeln, Reis oder einen Salat vor) ich esse dann dazwischen noch Obst und Joghurt. Das selbstgemachte Vollkornbrot hält mich dann für über 5 Stunden satt.
Ich dachte mir auch anfänglich, das ich dass wegen der Arbeit nicht kann. Aber eigentlich ist das alles eine Sache der Organisation und des Wollens.
Am Wochenende genieße ich natürlich die warme Küche. Wenn mir nach Süßem ist, dann esse ich es auch, aber weniger und zu Mittag. Der Vorteil meines selbstgebackenen Vollkornbrotes ist, das die Gier nach Süßem deutlich weniger ist und ich bin wirklich fast süchtig nach Süßem.
Ich denke bei Verzichten ist es wie mit allen anderen Dingen auch. Ich muss für mich, für meine Motivation, meine Seele einen großen positiven Aspekt daran finden, damit ich mich dabei wohl fühle. Dann habe ich in jedem Augenblick etwas an dem ich mich festhalten kann.
Es sind oft so kleine Dinge. Ich habe mir etwa eine wunderschöne Tasse geauft für meinen Gute NAcht Tee (früher hab ich immer heisse Schokolade getrunken) und irgendwie finde ich es einfach so ansprechend und ästethisch, dass es mir einfach ein gutes Gefühl gibt. Ich denke so ist es auch mit vielen Lebensmittel. Etwa bei MC Doof....klar ich liebe das alles, ich könnte mich nur davon ernähren, aber danach gehts mir beschissen, mir ist schlecht, ich muss schlafen, ich fühle mich aufgedunsen, nach sagen wir einem Fitnesssalat ist das ganz anders. Ich denke da muss man auch lernen, langfristig zu erkennen, welche Dinge einem selbst ein gutes Gefühl geben. Was möchte ich davon? Will ich das jetzt essen weil ich wirklich Hunger darauf habe, oder weils gerade praktisch ist oder weil ich traurig bin ect.
Verzichten kann eine lebensbejahende Erfahrung sein, wenn wir diese Zeit nutzen um ein wenig mehr über uns selbst lernen, ein wenig mehr kennen lernen von uns. Da kommen oft phantastische Ergebnisse raus.
Früher habe ich gar nichts gefrühstückt. Erst in der Arbeit gegen 10.00 Uhr etwas, mittags und nachmittags wenig und abends übermäßig viel, weil ich bis 17.30 arbeiten muss und dann natürlich überdimensionalen Hunger hatte.
Oh ja, das kenne ich sehr gut! Und dann waren 2 randvoll gefüllt Teller im nu in meinem Magen verschwunden, der daraufhin oft sehr wehtat, weswegen ich mich teilweise erst mal was hinlegen musste...
Zitat:
Zitat von maura
Ich konnte nicht schlafen, weil ich nachts Hunger hatte.
Das klingt aber nicht so gut... Ich geh auch schon mal mit knurrendem Magen ins Bett (und das trotz 1800kcal), aber deswegen aufgewacht bin ich noch nie! Wie viel isst du denn?
Zitat:
Zitat von maura
Da habe ich bzw. mein Körper das Gefühl ich bekomme etwas Warmes (Belag dafür lagere ich in der Arbeit im Kühlschrank) oder ich koche mir etwas mit Nudeln, Reis oder einen Salat vor) ich esse dann dazwischen noch Obst und Joghurt.
Ich dachte mir auch anfänglich, das ich dass wegen der Arbeit nicht kann. Aber eigentlich ist das alles eine Sache der Organisation und des Wollens.
Ja, das denke ich auch. Eine Mikrowelle haben wir auch an der Arbeit. Aber bei uns zu Hause gibt es immer, wenn ich nach Hause komme warmes Essen. Ich wohne noch bei meinen Eltern. Jedenfalls sitz ich dann immer dabei und kann schlecht nichts essen. Dann wäre meine Mutter auch ziemlich sauer, denke ich. :-?
Aber das mit dem Frühstück versuch ich mal umzusetzen. Ich esse aber morgens fast nur KH, also keinen Käse oder Wurst.
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Essen ist weder dein FEIND noch dein FREUND!
Nächtliches Essen ist ein Suchtverhalten von mir. Im Traum verarbeitet mein Unbewußtes sehr viel. Meistens habe ich dann wenn es mir zu steil geworden ist des Nächtens ein oder mehrere Portiönchen eingeworfen, um weiterschlafen zu können. Nächtliches Essen war und ist für mich wie eine Beruhigungs- oder Ablenkungspille. Deshalb waren die ersten Nächte sehr schlaflos.
Inzwischen wache ich auch ohne Hunger in der Nacht auf und da muss ich aufpassen, dass ich nicht aus Gewohnheit wieder essen gehe, wenn ich nicht einschlafen kann. Wenn ich nämlich nächtlich gegessen hatte, konnte ich sofort wieder weiterschlafen - ziemlich verrückt oder?
Kalorienzählen tu ich nicht. Manche Tage esse ich mehr manchmal weniger. Ich versuche in mich hineinzuspüren, was mein Körper gerade braucht. Vom Ernährungswert weiß ich jedoch ziemlich genau, was in welchem Lebensmittel steckt. Besonders Fette Dinge meide ich wegen meines Gallensteines. Und ich versuche mich halt gesund zu ernähren. Dabei achte ich aber immer darauf, dass es mir auch gut schmeckt.
Bin ja inzwischen schon ein "Abnehmprofi". Ich nehme seit ca. 2000 ab bzw. habe dazwischen immer wieder versucht, mein Gewicht zu halten.
Für mich kommt der positive Effekt, wenn ich merke dass das Verzichten gar nicht so schlimm ist wie man dachte. Man überlebt ohne das Eis, ohne die ach so tolle Party ohne den neuen Fummel.
Man überlebt tatsächlich!! Also mal im ernst, es ist viel einfach als ich dachte und sehr oft hat man eine schöne Zeit...
Mit Verzicht beim essen und dem Schnick-Schnack meinte ich, verzichten auf alle die Kleinigkeiten die man sich zwischendurch "einfach gönnt". Crepes von der Bude, mal schnell ein Stängelchen Giotto, die Tüte Chips...
Habe mir vorgenommen nur 3x am Tag zu essen - das letze Mal spätestens vor 18:00 Uhr. Das nach der Regel König - Edelmann - Bettler.
Zu diesen Mahlzeiten esse ich was ich möchte - auch Eis, Nutella oder was auch immer. Ich werde Euch über meinen Verzicht auf dem Laufenden halten
Inzwischen hat mich das Verzicht-Fieber gepackt. Hatte letzen Donnerstag ein gutes Gespräch mit einem Arbeitskollegen. Eigentlich hatte ich ihn für einen ziemlichen Öko gehalten, unter anderem, weil er keinen Fernseher hat. Ich konnte mir das nie vorstellen - ABER - er hat mir plausibel erklärt, wieviel mehr Zeit er hat seit dem der Fernseher weg ist.
Also verzichte ich probehalber seit Donnerstag aufs Fernsehen und muss sagen - er hat recht. Es scheint fast als hätte mein Tag mindestens 4 - 5 Stunden mehr. Auch darüber langzeiterfahrungen in diesem Tread...
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Ich muss abnehmen. Aber weniger essen kommt nicht in Frage...