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Alt 19.02.2008, 09:44
Benutzerbild von Erdbeerblondine
Naschkatzen Goldi
 
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Interessanter Artikel

Hoffe, es paßt hierhi, sonst bitte verschieben.

Ernährungsmythen im Check: Essen nach 18.00 Uhr macht dick



Wer heutzutage nach 18 Uhr seine Hauptmahlzeit isst und dabei schlank bleiben will, hat Mut. Oder weiß es vielleicht besser? Wissenschaftler haben die Mutigen mal aus der Nähe betrachtet. Die Untersuchungsergebnisse sind widersprüchlich, lassen aber doch einige Schlussfolgerungen zu:

Lustvoll schlemmen bis in die späten Abendstunden...
...und dabei schlank bleiben. Das ist möglich. Zu diesem Resultat kommt eine groß angelegte Studie, die zehn Jahre lang das Ernährungsverhalten von siebentausend Frauen und Männern auswertete.

Gewichtszunahme, das offenbaren weitere Untersuchungen, erwartet nur jene Spätesser, die insgesamt mehr Kalorien pro Tag aufnehmen. Und hierzu, so die Ergebnisse, tendieren vor allem die Frühstücksmuffel unter den Spätessern, während die Freunde morgendlicher Gaumenfreuden mit einer geringeren Tages-Energieaufnahme hervorstechen - auch dann, wenn Sie nach 18 Uhr ihre dritte Hauptmahlzeit aßen.

Hochinteressant ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich der Essgewohnheiten zwischen übergewichtigen und normalgewichtigen Frauen. Hier zeigt sich nämlich, dass Frauen mit Gewichtsproblemen durchschnittlich eine Mahlzeit mehr verzehren als ihre schlanken Kolleginnen. Insgesamt verlagern Übergewichtige ihr Essen auf spätere Tageszeiten. Damit verbunden ist eine Mehraufnahme von satten 530 Kalorien pro Tag (2.863 kcal versus 2.333 kcal pro Tag) und in Folge Gewichtszunahme.

(Studien: epidemiologische Follow-up-Studie NHEFS, 1982-84, der NHANES-I-Studie. De Castro JM 2004. Keim et al. 1997. Thompson OM et al. 2006).

Neuerdings wird von "Forever-Young-Experten" das so genannte Dinner Cancelling noch aus anderen Gründen propagiert: Es soll der Verlängerung des Lebens dienen. Als Erklärung dienen hormonelle Vorgänge im Körper. Doch dies ist bislang eine eher spekulative Angelegenheit.

Eine eindeutige wissenschaftliche Aussage, dass abendliches Essen dick macht, ist derzeit nicht möglich. Gegen alle Spekulationen und Annahmen steht das Argument, dass unsere südeuropäischen Nachbarn - die Griechen, die Italiener, die Franzosen oder die Spanier - trotz spätabendlicher "Völlerei" im Schnitt schlanker (ca. 6% klinisch fettleibig, weil BMI größer 29,9) sind als das dicke Trio Amerika, Deutschland und England (ca. 20-25% mit BMI größer 29,9) und, dass ausgerechnet die Spätesser eine höhere Lebenserwartung haben!

Untergang der Esskultur
Ein Blick hinter den Horizont des 18-Uhr-Mythos erscheint in diesem Zusammenhang interessant: Der Bereich der Esskultur. Soziologen aus Frankreich, Großbritannien, USA, Deutschland, der Schweiz und Italien haben die Ernährungsgewohnheiten von 6.000 Menschen über zwei Jahre hinweg untersucht (Studie "Food, Body and Health - a Cross Cultural Approach"). In den USA, in England und auch in Deutschland scheint, mehr als anderswo, jeder selbst für seine Ernährungsweise verantwortlich. Jeder wurstelt so vor sich hin, isst, wann und wo er gerade Lust hat, häufig auch allein und nebenbei. Ob drei, ob vier, ob fünf, sechs oder gleich neun Mahlzeiten, weiß keiner so genau, sind ja doch nur kleine Zwischensnacks. Es scheint so, als ob Kochen und alles, was sich rund um die Ernährung rankt, aus dem privaten Bereich verdrängt wird. Stattdessen herrscht die Erwartung, dass Experten für eine gesunde und richtige Ernährung sorgen sollen, erklärt der Soziologe Claude Fischler. Gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie gibt es fast gar nicht mehr. Viele britische Kinder wissen nicht einmal, was eine Hauptmahlzeit ist, häufig gibt es keinen Tisch, an dem die ganze Familie Platz hat!

Der Untergang der Esskultur scheint in allen westlichen Ländern, von Amerika über Italien bis Zypern, Einzug zu halten, so Fischler. Und damit verbunden nehmen Übergewicht und ernährungsabhängige Krankheiten zu. Auf der schlanken und gesunden Seite befinden sich tendenziell jene, die der gemeinsamen Mahlzeit in der Familie oder mit Freunden bei entspannter Atmosphäre, der sorgfältigen Auswahl der Lebensmittel sowie Genuss und Tradition einen besonders hohen Stellenwert einräumen.

Fazit: Ausschlaggebend für die Beeinflussung des Körpergewichts ist weniger der Zeitpunkt der Mahlzeit als vielmehr die aufgenommene Kalorienmenge pro Tag. Wenn Ihr Tagesablauf am besten mit der warmen Hauptmahlzeit am Abend vereinbar ist, müssen Sie deshalb noch kein Übergewicht befürchten. Lassen Sie sich also Ihre Abendmahlzeit schmecken. Behalten Sie aber die tägliche Gesamtkalorienzufuhr im Auge. Bei der Auswahl der Lebensmittel können Sie sich an der BCM-Ernährungspyramide orientieren.
  • Wichtig ist,
  • dass Sie tagsüber regelmäßig, ausgewogen und ausreichend essen. So beugen Sie Heißhungerattacken vor und verhindern unkontrolliertes Spätfuttern. Wie schon im Januar-Newsletter zum Thema "Frühstück" erwähnt, fehlt dem Körper auch der notwendige Elan, um energieverbrauchende Tätigkeiten anzusteuern, wenn Sie den größten Kalorienberg auf das Abend- und Nachtessen verschieben.
  • dass Sie einen gleichen Mahlzeiten-Rhythmus mit ähnlichen Essenszeiten einhalten. Mit drei größeren Mahlzeiten am Tag können Sie Ihrem inneren Schweinehund ein Schnippchen schlagen. Denn bei mehreren kleinen Mahlzeiten ist es häufig nicht so einfach, das kulinarische Ende zu finden. Das fehlende Sättigungsgefühl ist hier das Problem.
  • dass Sie Ihren Körper nicht erst eine Stunde vor der Nachtruhe mit einer großen, sehr reichhaltigen Mahlzeit belasten. Dies kann schwer im Magen liegen und Ihren Schlaf stören. Doch eine unruhige Nacht lässt sich nicht mit der Entwicklung von Übergewicht gleichsetzen.
  • dass Sie Ihre innere Einstellung zum Thema Essen und Genießen kritisch überprüfen. Essen sollte wieder häufiger in Ruhe als sinnliches, gemeinsames Erlebnis stattfinden und nicht auf die Schnelle vor dem PC oder während man sich von A nach B bewegt.
__________________
Die Sportlichen: 0/100
letzte Woche:200/90
Abnehm f Fortgesch: ich brauch dringend !!!!!!!!!!
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