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28.03.2007, 11:06
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wissenschaft Kalorie
Huhu,
in einem philosophisch nachdenklichen Moment habe ich mir die ernsthafte frage gestellt, wie man zu den Energieangaben (Klorien) in all den Kalorientabellen eigentlich kommt? Ich meine,man könnte ja rein theoretisch die Kohlenhydratkalorien und Eiweißkalorien und Fettkalorien des Lebensmittels zusammen rechnen..aber woher weiß man eigentlich dass 1g Kohlenhydrat so und so viel Kalorien hat?
Mit welchen wissenschaftlichen Vorgängen, welchen Untersuchungen genau, ist denn der Energiegehalt überhaupt feststellbar? Oder sind es alles geschätzte Richtwerte? Vielleicht kann mir hier ein Lebensmittelchemiker weiterhelfen? Ich finde die Frage so spannend, dass ich sie gleich hier stellen musste...
Also...wie und wodurch ist man sich sicher über die Kalorien eines Lebensmittels bzw. seiner Inhalte wie Eiweiß,Fett,Kohlenhydrate?
Würde mich ja mal brennend interessieren welche wissenschaftlichen methoden da zum einsatz kommen!
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28.03.2007, 11:13
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Naja, es gibt schon Geräte die die Kalorien selbst messen, stehen einige an meiner Fakultät (Chemie) allerdings weiß ich nicht ob man damit Lebensmittel misst. Unsere werden ehrer für richtige Chemikalien genutzt.
Was mich eher interessiert:
Sind die auf Nahrungsmitteln angegeben Kalorien die physiologischen Brennwerte oder nur die phsyikalischen, weil da gibt es immerhin einen Unterschied. Cellulose, also Papier hat ja keinen physiologischen Brennwert für den Menschen, da wir das nicht verdauen können. Physikalisch hat es allerdings nen Brennwert, Papier brennt ja.....
Hmm, also wie man die physiologischen Brennwerte rausbekommt würde ich auch gern wissen, wird ja wohl kaum dasselbe Gerät sein wie zur Ermittlung der physikalischen Brennwerte?
(ja, ich weiß, bisschen fachsimplerisches Kauderwelsch, aber anders konnte ich das jetzt ausdrücken...  )
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28.03.2007, 19:49
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Frischling
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Verbrennen beschreibt wirklich den Oxidationsprozess also Zucker + Sauerstoff = Kohlendioxid + Wasser
C6H12O6 + 6 O2 → 6 CO2 + 6 H2O
Es ist also wirklich eine Verbrennung. Die Energie lässt sich für Biologen/Chemiker/Okötrophologen, der aufgepasst hat, dann auch problemlos berechnen.
Papier könnten wir auch verbrennen, wenn wir den Stoff verdauern könnten und in die Blutbahn bekämen.
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28.03.2007, 21:47
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Kennt sich schon aus...
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Man machts wirklich wie bei Papier:
zuerst trocknet man das Essen, der Massedifferenz ist der Wassergehalt
dann wird "verascht", also bei 550°C für 4h kommen die Mineralstoffe raus und die Differenz wieder ist die sogenannte organische Substanz
die organische Substanz besteht wiederum aus:
Eiweiß+Fett+x=organische Substanz
wobei x die Kohlehydrate sind, die sind teilweise verwertbar und teilweise nicht verwertbar
ob verwertbar oder nicht, sagt dir ein Mix aus Enzymen, die im Magen-Darmtrakt vorkommen
oder du kochst das ganze in Säure oder Base und dann lösen sich die Kohlehydrate, der Rest sind dann jeweils die Ballaststoffe.
Zu finden unter Weender-Analyse, das ist der Auftrennungsgang, den ich oben beschrieben hab
http://www.kynologe.de/alt/weender.htm
ich selber habs auf der Uni in der Einführung in die Ernährungswissenschaften gelernt
Hoffe es hat geholfen!
LG, klein-G
aja: Brennwert vom Rest bestimmt man dann wirklich wie eine Chemikalie im Kalorimeter!
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29.03.2007, 11:11
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@ knuddelbär
Also bitte...  das die Glykolyse ein Verbrennungsvorgang ist weiß ich grad noch, allerdings wollte ich wie schon gesagt wissen wie man unterscheidet ob ein Brennwert auch für den Körperverfügbar ist. Schließlich haben sehr viele Sachen einen Brennwert (ich sag nur endergonisch/exergonisch Spaß) aber für den Menschen ist halt sehr viel nicht verfügbar. Ich meine was würde es bringen wenn man alle Brennwerte hat, die aber nicht stimmen weil es für den Menschen (und das interessiert ja, wieviel Wärme das Zeug freigibt wenn ich es im Ofen verheize ist mir bei ner Diät extremst egal) eben nicht so läuft...(ausserdem: Mal versucht den Energiegehalt von Proteinen mit Stoffwechselzyklen auszurechnen? na viel Spaß)
@ Klein-G
Danke für die Antwort. dann kann ich mich ja mal mit meinem Essen ans Gerät stellen. Hätte nicht gedacht das z.B. Stärke so hitzresistent ist. Bei 550°C hätte ich ehrlich gesagt nicht mit gerechnet das die Stärke nicht selbst abfackelt und somit seine Energie freigibt. Oder ist daran der Knackpunkt das es beim Ausglühen ja keine direkte Zündquelle gibt? Weil brennen würde stärke ja schon, Zucker auch, aber Spontanentzündung ist wohl erst viel höher? (NIe sind die Bücher da wenn ich sie mal brauche...)
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29.03.2007, 11:31
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Hehe, du stellst es ja quasi in einen Backofen, es brennt ja nix direkt daneben.
Zünden tust du dann erst im Kalorimeter, hab das mal mit Diesel probiert - da macht mans dann, indem man Strom durchschickt.
Keine Ahnung, wo der Flammpunkt (oder wie das heißt) von Stärke ist... also die Temperatur, bei der sie von selber anfängt zu brennen, weils rundherum so heiß ist...
mal googeln...
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29.03.2007, 11:38
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Frischling
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@Kaelan: Ich hab "verbrennen" ganz bewusst beton, da es sich halt wirklich um das banale Verbrennen handelt. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Begriffen aus der Welt der Einbindung und Esoterik: Entschlacken, Entgiften etc..
Es gibt auch Stoffe, die viel Energie liefern, die der Körper aber nicht verbrennt, oftmals übernehmen das dann Darmbakterien und anderes Viehzeug. Selbst Zucker ist nicht Zucker.
Die Prozesse sind allerdings hochkomplex, in Biologie in der 12. Klasse hab ich mal Grundlagen geschnuppert.
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29.03.2007, 11:44
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hab jetzt auch noch im Römpp Lexikon nachgeshaut... steht nix.
Aber es ist nicht der Flammpunkt, sondern die Selbstentzündungstemperatur
peinlich, peinlich... 
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29.03.2007, 23:20
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von wegen kleines Viehzeug futtert auch mit: die machen Stoffwechselung so, dass im Dickdarm auch noch resorbiert werden kann => also wieder Energieaufnahme und Umsetzung!
noch Fragen? Ich seh, dass relativ viele zugreifen und mitlesen
kann einmal auch behaupten, mich auszukennen, hab die Stoffwechselwege der Viecherl auswendig lernen müssen plus Menschen-Zuckerabbau dazu
also immer zu mir, wer will 
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30.03.2007, 00:16
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@klein-G
Find ich Klasse das du dich mit solchen physiologischen Dingen
auseinandergesetzt hast. Vielleicht kannst du eine grobe Schaetzung
der Ungenauigkeit geben wenn die Energieinhalte von Nahrungsmitteln
(fuer den menschlichen Organsimus) bestimmt werden.
Also sagen wir mal, z.B. : Roggenvollkornbrot 200 kcal/100g ± ...?
... ist 10%, 20%, 30% oder noch mehr?
Besonders das mit den Mikroorganismen im Darm klingt sehr interessant.
Die schliessen also Nahrungsbestandteile fuer uns auf die wir ohne sie
nicht soweit zerlegen koennten um sie aufzunehmen? Das koennte den
Ballaststoffen eine ganz neue Bedeutung geben. Kennst du irgendwelche
Studien/Links die versucht haben rauszukriegen was diese
Mikroorganismen woraus herstellen und in welchem Umfang?
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