Colas wollen Vitaminbomben werden!!
Coca-Cola und Pepsi wollen auf der neuen Gesundheitswelle mitschwimmen.
Was wie ein Widerspruch klingt, soll bald Wirklichkeit werden. Die beiden weltgrößten Soft-Drink-Hersteller Coca-Cola und Pepsi Cola streben nun einen Imagewandel in Richtung Gesundheit an, wie die "International Herald Tribune" ("IHT") schreibt.
In den nächsten Monaten werden beide Konzerne neue kohlensäurehaltige "Gesundheitsgetränke" auf den US-Markt bringen. Als "Functional Food" werden beide Getränke mit Zusätzen wie Vitamine und Mineralien versehen.
Neuer Name, neues Image
©Bild: Coca-Cola GmbH
©Bild: Coca-Cola GmbH
Und das Marketing für die Produkteinführung ist bereits weit fortgeschritten. Coca-Colas neuer Drink soll als "Diet Coke Plus" neue Marktsegmente erobern. Bei Pepsi setzt man gar auf einen neuen Namen: Mit "Tava" geht man in den Konkurrenzkampf zu Coca-Cola.
Vor allem Vitamin B
Die neue Coca-Cola-Variante wird Niacin - ein Vitamin aus dem B-Komplex -, die Vitamine 6 und B12 sowie Magnesium und Zink enthalten. Ähnlich auch die Zusätze bei "Tava": Es wird mit den Vitaminen B3, B6, E und mit Chrom angereichert.
"Prickelnd" statt "soft"
Promotet werden die beiden neuen Drinks als "prickelnde Getränke", wie beide Unternehmen bekannt gaben. Von dem alten Begriff "Soft Drinks" will man sich lösen. "Soft Drinks" werden nicht mit Gesundheit identifiziert, heißt es aus den Konzernzentralen.
Starke Imageeinbußen
Ganz im Gegenteil, die zuckerhaltigen Limonaden mussten in den letzten Jahren kräftige Imageeinbußen hinnehmen: Sie werden in der Öffentlichkeit immer mehr mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht, wie Umfragen belegen.
Lifestyle-Getränke auf dem Vormarsch
Während der Umsatz auf dem nicht alkoholischen Getränkemarkt bei rund 68 Milliarden in den USA in den letzten Jahren fast gleich blieb, gab es eine Marktverschiebung.
Immer mehr Konsumenten griffen zu neuen Lifestyle-Getränken wie angereichertes Wasser, mit Kohlensäure versetzter Fruchtsaft und grüner Tee in Flaschen.
Konzerne wurden aufgeschreckt
Coca-Cola und Pepsi wollen nun in diesem Marktsegment Terrain gewinnen. Im Jahr 2005 ging erstmals der Konsum der "Sodas" zurück.
Aufgeschreckt wurden die beiden Unternehmen durch den Rückgang ihrer bisherigen "gesunden" Diätmarken.
Coca-Cola will bei Fettleibigkeit mitreden
Neville Isdell, Vorstandsvorsitzender von Coca-Cola, ist frustriert, dass die Soft-Drink-Industrie bei der herrschenden Fettleibigkeitsdebatte im Mittelpunkt stand.
Er bestand jüngst bei einer Ernährungskonferenz darauf, dass die Coca-Cola-Diet-Produke in die Gesundheits- und Wellnes-Kategorie aufgenommen werden.
Wenig oder gar keine Kalorien seien die logische Antwort auf sich vergrößernde Taillen, so das Argument von Isdell. Das neue "Diet Coke Plus" sei der richtige Weg, die Kategorie auszuweiten und neue Konsumenten anzusprechen.
Consulter: Marketing-Witz
Tom Birko, Chef von Bevmark, einer Lebensmittel- und Getränke-Consultingfirma, sieht das anders. Es sei ein Marketing-Witz, künstlich gesüßte Soft Drinks als gesund darzustellen, selbst wenn Vitamine und Mineralien zugesetzt werden.
"Der Gegensatz zu gesund"
"Untersuchungen meiner Firma zeigen, dass die Konsumenten Diätgetränke als Gegensatz zu gesund sehen", so Birko weiter.
"Die Konsumenten sehen sehr wohl, dass sie etwas Künstliches und nicht Natürliches zu sich nehmen, wenn sie Diät-Cola trinken." Mitten in einem Gesundheits- und Wellness-Boom sei das nicht gut für die Hersteller.
Experten: Nur für Nischenmarkt
Experten sehen in den beiden neuen Getränken keine Chance der Konzerne auf einen Imagewandel. Laut ihren Prognosen werden die Functional-Food-Drinks auf einen Nischenmarkt beschränkt bleiben.
Lg