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01.08.2006, 15:08
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Medikamente und Hilfsmittel
Liebe Naschkatzen !
Bereits vor einiger Zeit hatte ich hier im Forum einen ähnlichen Beitrag verfasst, in dem ich mich mit jenen angeblichen Wundermittelchen beschäftigt habe, welche uns immer wieder in den gängigen Gazetten, sowie auch im Internet angepriesen werden und die uns die ultimativ schnelle Gewichtsreduktion ohne jede Mühe und natürlich ohne körperliche Inanspruchnahme verheißen. Schon damals habe ich recht deutlich darauf hingewiesen, dass es solche Wundermittel schlicht und ergreifend nicht gibt und das Werbebotschaften dieser Art sicherlich und wahrhaft nur unser aller Bestes im Visier haben - unser Geld. Das einzige, was beim Kauf solcher Produkte nämlich schmäler wird, ist unser Bankkonto...
...dennoch sind die Diskussionen zu diesem Thema offenbar nicht tot zu bekommen und auch in der vergangenen Woche wurde hier im Forum und nicht allein unter der Rubrik der Medikamente heiß darüber debattiert, welche Mittel man wie dosieren muss, um jenen lästigen Pfunden endlich den Gar auszumachen. Auch dort habe ich mich bereits zu dieser Thematik geäußert und möchte an dieser Stelle nun abermals auf einige Dinge gesondert eingehen.
Vorab und in diesem Zusammenhang vorweg eine persönliche Anmerkung : Alle, die eine anderweitige Meinung vertreten, brauchen sich meine hier gemachten Äußerungen ja nicht zu Herzen zu nehmen und ich werde Niemanden davon abhalten, auch weiterhin sein Heil in jenen Segnungen der Pharmaindustrie zu suchen. Nur hege ich halt die Hoffnung, dass man den Einen, bzw. die Andere dann doch erreicht und vielleicht auf diese Weise zum Nachdenken bringt und davon abhalten kann, in dem verständlichen Bestreben des Erreichens der erwünschten Traumfigur seine körperliche, wie seelische Gesundheit zu ruinieren. Vor diesem Hintergrund werde ich mich ergo auch in Zukunft weiterhin der Bemühung unterziehen, bestimmte Dinge zu erläutern, Zusammenhänge darzustellen und mich hierbei an den derzeit wissenschaftlichen anerkannten Fakten ernährungstechnischer Art orientieren.
Gerade in der Medizin kann man nicht in jeder Hinsicht ein ausgewiesener Experte und Universalgelehrter sein und so muss auch ich manches Mal zunächst eine gründliche Recherche betreiben - kann dabei aber eine seriöse Quelle von einer Unseriösen unterscheiden und weiß, wo man was nachlesen kann. Alle meine Zweifler können also davon ausgehen, dass das, was ich zu einer bestimmten Sache schreibe, einem durchaus aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft und der Medizin entspricht. Zwar schützt das nicht unbedingt zwangläufig vor einem hin und wieder fachlichem Danebengreifen und auch wissenschaftliche Erkenntnisstände befinden sich im Fluss - können sich durchaus verändern. Was Heute noch wahr und richtig ist, kann Morgen u.U. als überholt gelten.
Dementsprechend bin ich stets auch gerne dazu bereit, auf eine nette Art fachlich zu diskutieren und wenn sich hierbei mal herausstellt, dass ich im Eifer des Gefechtes Mumpitz getickert, oder mich auf Dinge festgelegt habe, die wissenschaftlich betrachtet nicht mehr ganz so aktuell erscheinen, so werde ich das auch in der Zukunft einräumen und nach Einholen von entsprechender Information berichtigen...
Eine Kleinigkeit vorweg : Ich habe nachfolgende Abhandlung ganz bewusst in mehrere kleinere Beiträge unterteilt, was die Übersichtlichkeit unterstreichen soll und im Grunde gehört auch nicht alles in den Bereich der Medikamente; ich denke jedoch, dass die Thematik als Solches hier dennoch am Besten aufgehoben ist...
lg Thommy... 
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01.08.2006, 15:11
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Vorwort...
Offenbar leben wir in einer Welt, in der das Schlanksein zum Ideal hochstilisiert wird und wo man sich umschaut, grinsen einen die abgemagerten Models von Plakatwänden herab und aus zahlreich einschlägigen Gazetten heraus an. Gewiss gut gemeinte Warnungen der Weltgesundheitsorganisation vor einer "Epidemie der Übergewichtigen" tun ihr Übriges. Natürlich darf bei aller Kritikwürdigkeit nicht übersehen werden, dass Übergewicht die Gesundheit schädigt und das es sehr sinnvoll ist, für die Thematik einer guten und gesunden Ernährung ein Bewusstsein zu schaffen. Dennoch aber kann man auch den allgemeinen Schlankheitswahn übertreiben und jene Botschaft, die man den Leuten allenthalben um die Ohren haut und nach der ein fülliger Mensch nicht nur vollkommen out, sondern obendrein auch noch weniger leistungsfähig und somit minderwertig ist, verleitet einige weniger wohlmeinende Zeitgenossen dazu, mit dem mehr oder weniger eingebildeten Leid dieser Menschen massig Kohle scheffeln zu wollen. So konnte mir bisher noch Niemand den Sinngehalt dessen erklären, nach dem ein erwachsener Mensch nun unbedingt in eine Kleidergröße passen muss, die man im Normalfall eher bei einem Kind für angemessen halten würde und wenn Euer Thommy sich so die magersüchtigen Hippen auf den Laufstegen unserer Modezaren betrachtet, dann möge man ihm bitte nachsehen, dass er Selbige nun in keiner Art und Weise als besonders anziehend empfindet. Jene Barbiepüppchenähnlichen Kleiderständer, denen man sämtliche weiblichen Rundungen weggezüchtet hat und bei denen man Knochen zu sehen bekommt, die man im wirklichen Bedarfsfall überhaupt nicht sehen möchte, entsprechen kaum meinen persönlichen Vorstellungen von Erotik, wobei ich in meinem männlichen Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis auch Niemanden kenne, der hier eine andere Sicht der Dinge aufweist. Allerdings lässt sich ebenso feststellen, dass sich dieses Phänomen auch zunehmend bei jungen Männern zeigt - wenn gleich auch nicht in dieser Verbreitung und die eigentlichen Motive mögen hierbei durchaus unterschiedlich sein, sofern es die Geschlechter betrifft.
Glaubt man jenen vollmundigen Werbeversprechen in den einschlägigen Inseraten populärer Zeitschriften, so ist kaum etwas so einfach, wie lästiges Übergewicht zu verlieren und die breite Palette der angepriesenen Mittelchen, die jenen Weg zur Idealfigur ebnen sollen, kann nur als außerordentlich vielfältig betrachtet werden. Da wird von angeblich wissenschaftlich geprüften Arzneimitteln über Medizinprodukte bis hin zu Schlankheitsmitteln und sogenannten Nahrungsergänzungsprodukten, welche dann wiederum in ihrer Zusammensetzung dem Lebensmittelrecht unterliegen, alles Mögliche beworben. Viele recht exotisch anmutende Elixiere erobern kurzzeitig den Markt, um bald wieder zu verschwinden und es gibt nicht allein Mittel zum Schlucken. Auch finden sich Cremes und Kosmetika zur äußeren Anwendung, Folien - in die man sich einwickeln muss, diverse "Schlankheitspflaster", welche man sich lediglich auf die Haut kleben muss und die dann angeblich dazu beitragen, dass unser Hungergefühl abnimmt und Ähnliches sollen auch psychobeeinflussende CD's mit merkwürdig musikalischen Sphären bewirken, in denen angeblich irgendwelche Botschaften eingestreut werden, welche dann, so die Vermarkter, zu dem berühmten "Klick" beitragen. Von Letzterem kann man halten, was man mag und sicherlich spielt die Psychologie beim Abnehmen auch eine entscheidende Rolle; allein der Glaube versetzt bekanntlich Berge und wer heilt hat recht - wie auch immer...
Doch so ist es halt eben mit den meisten jener zahllosen Wundermittel, welche angeblich die Pfunde zum Wegschmelzen bringen sollen - man muss nur fest genug daran glauben und nimmt man die einzelnen Dinge mal genauer unter die Lupe, so halten sie vielfach nur sehr schwerlich einer tiefergehenden Überprüfung stand. Mit schöner Regelmäßigkeit tauchen auch zahlreiche als definitiv unwirksam erkannten Mittelchen unter neuer Verpackung und neuem Namen wieder auf und veröffentlicht werden sie mit den gleichen wohlklingenden Versprechungen und unter alleiniger Telefonnummer einer angeblichen Vertriebszentrale (Scheinfirma etc. p.p.). Neuerdings auch vielfach mit der Aufforderung, unter einer Referenznummer in den Apotheken nach dem Mittel zu fragen, was der Sache wohl einen seriösen Anstrich verleihen soll. Bei jener Nummer handelt es sich dann meist jedoch lediglich um eine Bestellnummer; im Grunde recht clever - das Ganze...

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01.08.2006, 15:15
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Woran erkennt man nun Angebote fragwürdiger Art und wann sollten alle Alarmglocken läuten ?
1. Das Mittel wird bereits als "Wundermedikament" beschrieben und es verspricht eine Gewichtsreduktion auf natürliche Art und Weise und ohne jede Nebenwirkung !
Solche Medikamente gibt es nicht. Jeder Stoff, der dem Organismus von Außen zugeführt wird, kann u.U. Nebenwirkungen entfachen und keiner dieser Stoffe wirkt auf "natürliche Art und Weise" - auch dann nicht, wenn er pflanzlichen Ursprungs ist !
2. Es wird eine vollkommen problemlose Abnahme suggeriert - ohne jede körperliche Aktivität.
Dies ist in jeder Hinsicht absolut unphysiologisch, denn eine Gewichtsreduktion kann ausschließlich nur durch eine "negative Energiebilanz" hervorgerufen werden. Schon um den berüchtigten Jojo-Effekt zu vermeiden, muss wenigstens soviel gegessen werden, dass der körperliche Grundumsatz gedeckt ist. Die "negative Energiebilanz" erzielt man dann durch Leistung - sprich durch körperliche Aktivität...
3. Man kann angeblich weiterhin alles zu sich nehmen - was immer man will und egal in welchen Mengen...
Das dies nicht funktionieren kann, sollte und muss im Grunde Jedem einleuchten. Der Organismus lässt sich nicht durch Wirkstoffe von Außen in seinen Vorgängen beeinflussen und es gilt, was ich zu Punkt 1 und 2 bereits beschrieben habe. Wenn an den Ernährungs- sowie an den Lebensgewohnheiten nichts geändert wird, so kann sich auch an der körperlichen Gesamtsituation nichts Wesentliches verändern !
4. Anzeigen und Storys mit "Vorher-Nachher-Bildern"...
Hierbei ist grundsätzlich ein ausgesprochen kritischer Blick gefragt, denn oftmals sind die Fotos ganz extrem unscharf, oder sie zeigen selbst beim nicht so genauen Hinsehen zwei völlig unterschiedliche Personen.
Zwar muss ich zugeben, dass man sich beim Abnehmen - besonders wenn tatsächlich viel an Gewicht verloren wurde - Äußerlich doch sehr verändert und wenn ich Bilder von mir betrachte, die mich vor meiner Gewichtsreduktion zeigen und diese dann mit heutigen Fotos von mir vergleiche, so habe auch ich das Gefühl, als wären dort zwei unterschiedliche Personen abgebildet. Dennoch aber ist Vorsicht anzuraten, denn es handelt sich bei diesen Werbeaussagen um ein ganz beliebtes Instrument zum tarnen und täuschen.
5. Anzeigen mit angeblichen "Dankschreiben" zuvor völlig verzweifelter und jetzt endlich zufriedener Kunden und "Geld-Zurück-Garantien" !
Hier gilt das Gleiche, was ich bereits unter Punkt 4 geschrieben habe; solche Beschreibungen und angeblich noch so überschwänglich vorgetragene Danksagungen sind nur ausgesprochen kritisch zu bewerten. Ihr Wahrheitsgehalt ist ohnedies nicht überprüfbar und was jene Aussage bezogen auf die "Geld-Zurück-Garantie" anbelangt, so kann ich nur Jedem raten, dass mal zu versuchen...
...oftmals macht man bei diesen Unterfangen die böse Feststellung, dass man an eine Schein- und Briefkastenfirma geraten ist und das sich der wirkliche Sitz des Unternehmens kaum bis gar nicht ermitteln lässt. Sogar die Telefonnummern - falls überhaupt angegeben - gehen oftmals ins Leere und es bedarf eines ausgesprochen langen Atems und großer Motivation, sich durch dieses kriminelle Dickicht aus Neppern, Schleppern und Bauerfängern hindurch zu kämpfen. Briefkästen lassen sich nun einmal schlecht verklagen und man kann im Grunde hier nur sagen, dass man seine Energie von vornherein sinnvoller anwenden sollte...
6. Anzeigen mit ausdrücklichen Empfehlungen von angeblich renommierten Ärzten und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland...
Hierzu muss man wissen, dass sowohl das ärztliche Standesrecht, als auch das Arzneimittelrecht es allen Ärzten grundsätzlich und ausdrücklich untersagt, Medikamente zu bewerben ! Anzeigen dieser Art sind also unter Garantie frei erfunden !
Hin und wieder ist jedoch auch in den Arztpraxen eine Unsitte zu entdecken, die sich in einer juristischen Grauzone bewegt und wobei Mittel beworben werden, die zu den Nahrungsergänzungsprodukten gehören. Auf diese Weise umgehen jene Mediziner das Arzneimittelrecht und getarnt wird jene fragwürdige Sache als "Ernährungsberatung". Hierzu kann nur festgestellt werden, dass eine solche "Ernährungsberatung", welche lediglich zum Ziel hat, ein bestimmtes Produkt zu vermarkten, keine Ernährungsberatung ist. Eine wirklich medizinisch relevante Ernährungsberatung hat zunächst mal individuell - also auf den jeweiligen Patienten ausgerichtet - zu erfolgen. So muss dieser eine eingehende körperliche Untersuchung vorausgegangen sein, bei der eine klare Feststellung der persönlichen Problemlage vorgenommen worden ist. Es muss ein individueller Ernährungsplan erstellt worden sein, der genau auf die festgestellte Lage des Patienten eingeht und um es an dieser Stelle kurz zu machen; genau das geschieht im Grunde viel zu selten und eigentlich nur im klinischen Bereich eines Kuraufenthalts, wobei dies auch hier oftmals mit "0815-Plänen" durchgeführt wird. Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass diese Pläne grundsätzlich schlecht sind, doch Gesundheit kostet nun mal Geld und in den Zeiten klammer Kassen stellen sich Letztere bei diesen Kurmaßnahmen oftmals quer und es muss kräftig zugezahlt werden.
In niedergelassenen Arztpraxen übernimmt auch vielfach eine Sprechstundenhilfe den Vertrieb des vom Arzt zuvor angepriesenen Produkts - auch das ist unzulässig und dient lediglich der Umgehung gesetzlicher, sowie standesrechtlicher Vorschriften.
7. Aussagen, in denen die Behauptung in die Landschaft gestellt wird, Fett könne in Muskelmasse umgebildet werden...
Hierzu kann ich eigentlich nur sagen, dass es selbst einem medizinisch völlig unbedarften Laien in jeder Hinsicht absolut klar erscheinen müsste, dass eine derartige Aussage vollkommener Unsinn sein muss. Schon aufgrund ihrer physiologischen Struktur kann eine Fettzelle niemals dazu in der Lage sein, sich zu einer Muskelzelle umzubilden - mal ganz und gar davon abgesehen, dass sich Muskulatur nur durch gezieltes Training aufbauen lässt, wozu darüber hinaus eine sogenannte "anabole Stoffwechsellage" erforderlich ist. Man versteht darunter den Aufbau von körpereigenen Bestandteilen unter dem gleichzeitigen Verbrauch von Energie und hinzu kommen sogenannte Wachstumshormone; vor allem wichtig ist jedoch der Eiweißstoffwechsel, wobei ich an dieser Stelle mal so fair sein möchte, eine Art von Fehldeutung, bzw. Fehlinterpretation im Zusammenspiel zwischen Eiweiß- und Fettstoffwechsel zu vermuten, die dann zu einer derart fehlerhaften Aussage geführt hat. So stellt das Cholesterin im menschlichen Organismus das im Grunde wichtigste der Steroide dar und Cholesterin zählt als Solches zu den Lipiden (den Fetten). Aus dem Cholesterin werden Lipoproteine und Hormone aufgebaut. Jenes hochkomplexe Zusammenspiel zwischen Cholesterin, Protein, der Hormonbildung und einer anabolen Stoffwechsellage hier nun bis ins Detail zu erläutern, würde jeden Rahmen dieses Forums sprengen. Der Eiweißstoffwechsel innerhalb der Muskulatur unseres Körpers kann nur durch eine gezielte Forderung Derselben angeregt werden und so kann sich nur ein Muskel, der adäquat gefordert wird, auch entsprechend aufbauen. Sämtliche Aussagen anderer Art - besonders Solche, mit denen ein Muskelaufbau durch ein entsprechendes Präparat versprochen wird - gepaart mit der Behauptung, dies sei ohne jede körperliche Betätigung erreichbar, kann man nur als blanken Betrug am Verbraucher bezeichnen !
8. Auf den Verpackungen finden sich keine konkreten Angaben über die Wirkungsweise und ebenso kein Hinweis auf Nebenwirkungen. Ebenso fehlen vollständige Angaben des Anbieters, des Herstellers usw. usf.
Angaben, die nicht gemacht worden sind und die u.a. eventuell nur auf "Mundpropaganda" basieren, können schlecht eingeklagt werden und wie ich unter Punkt 5 bereits geschrieben habe, so lassen sich Briefkästen nur schlecht verklagen.
Darüber hinaus gilt für alle und besonders die über den Internetversandhandel vertriebenen Produkte dieser Art, dass ihr Versandt in Originalverpackungen zu geschehen hat. Pillen, welche in losen Beutelchen zugeschickt worden sind - ohne jede Erklärung und ohne nachvollziehbare Herkunft gehören in die Mülltonne. Günstigstenfalls enthalten sie lediglich Milchzucker und sind daher ungefährlich, solange beim Patienten keine Laktoseintoleranz besteht; entsprechende Lutschbonbons wären jedoch eindeutig preiswerter. Hin und wieder werden hier aber auch auf diese Weise Stoffe vertrieben - selbstverständlich aus höchst dubioser Quelle stammend - deren stoffliche Zusammensetzung in keiner Hinsicht nachvollziehbar und die höchst gefährliche Wirkungen entfachen können. Dies geht von allergischen Reaktionen bis hin zu manifesten Herz-Kreislaufstörungen, sowie schwerwiegenden Eingriffen in den Hormonhaushalt des Körpers. Bereits kleinste Dosierungen können gefährliche Vergiftungen auslösen, die sogar zum Tode führen !
Jedes Mittel, was unserem Körper von Außen zugeführt wird, kann unerwünschte Nebenwirkungen haben und es ist ebenso denkbar, dass bei gleichzeitiger Einnahme mit anderweitigen Stoffen sich gegenseitig beeinträchtigende Wechselwirkungen auftreten. Entweder kann die Wirkung eines Stoffes verstärkt, oder aber auch eine wichtige Medikation unzulässig abgeschwächt werden. Ein Patient, der sich aufgrund einer bestimmten Erkrankung in ärztlicher Behandlung befindet und der diesbezüglich Medikamente einzunehmen hat, sollte grundsätzlich auch bei der Aufnahme angeblich harmlos erscheinender Nahrungsergänzungsmittel seinen Arzt hierüber informieren, bzw. befragen.
Darüber hinaus sind Auswirkungen denkbar, die unsere Konzentrations- und Merkfähigkeit beeinflussen, so das z.B. ein Kraftfahrzeug nicht mehr ordnungsgemäß bedient werden kann und so die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr eingeschränkt wird. Ein seriöser Anbieter weist in seinem Medikamentenbegleitzettel auf diese Tatsache, sowie auf alle denkbaren Neben- und Wechselwirkungen hin.
Der Hinweis : "Ohne jede Nebenwirkung !" ist unsinnig, denn einen solchen Stoff gibt es nicht; es sei denn, es handelt sich in Wahrheit um ein Lutschbonbon...
9. In den Anzeigen werden Ängste geschürt, wie z.B. "60% aller Erkrankungen sind ernährungsbedingt !" Es finden sich Angaben, nach denen das Produkt ganz speziell vor bestimmten Erkrankungen schützt - als alleiniger Problemlöser fungieren kann, usw. usf.
Hier sind abermals Betrüger am Werk und es wird der Versuch unternommen, sich die Ängste der Menschen zu Nutze zu machen. Sicherlich sind zahlreiche Erkrankungen u.a. auch vor einem ernährungsbedingten Hintergrund zu betrachten, doch jede Krankheit bedeutet auch ein individuelles Geschehen und solche Pauschalaussagen sind bereits von daher vollkommen unzulässig.
Des weiteren kann kein Medikament ein "Problemlöser" sein und schon gar nicht schützt die prophylaktische Einnahme eines noch so guten Wirkstoffes vor der Ausbildung einer bestimmten Krankheit (...vor Herzinfarkt, Schlaganfall, und sogar vor Krebs usw.)
Einem möglichen Krankheitsprozess gehen im menschlichen Organismus eine solche Reihe von Abläufen voraus, die ein einziger Wirkstoff überhaupt nicht abdecken kann und bei entsprechenden Risikopatienten für z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, bei Patienten mit bekanntem Hypertonus (Bluthochdruck), bei Patienten mit stoffwechselbedingten Erkrankungen, usw. usw. kann nur eine radikale Behandlung der Ursachen zum gesundheitlichen Erfolg beitragen.
Man könnte sich natürlich zurücklehnen und sagen : "Der Glaube versetzt Berge !" nur greift dies nach meinem Dafürhalten zu kurz, wenn durch solche unreflektierten Selbstmedikationen ein falsches Sicherheitsdenken entsteht und u.U. gefährliche Vorgänge verschleppt werden.

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01.08.2006, 15:20
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Medikamente und Übergewicht
Betrachtet man nun das Dicksein als ein Symptom für eine tieferliegende Erkrankung - sei sie nun körperlich, oder auch psychosomatischer Art, dann gibt es sie sehr wohl - jenen kleinen Helfer der Pharmakologie, die einen möglichen Einstieg in eine entsprechende Therapie erleichtern können. Die medizinische, bzw. pharmakologische Forschung hat im Laufe der Zeit zahlreiche Präparate entwickelt, die eine bestimmte und durchaus erhoffte Wirkung auf den Körperstoffwechsel haben und die Menschen mit entsprechenden Krankheitserscheinungen in dem Bemühen unterstützen, die eventuelle Ursache ihrer Erkrankung, bzw. die Folgen annähernd in den Griff zu bekommen. Menschen mit Erkrankungen der Schilddrüse und Menschen mit Hormonbildungsstörungen der unterschiedlichsten Art, Menschen die an einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden, Menschen mit adipös verursachten Herz-Kreislaufstörungen, Menschen, die unter einem Diabetes und anderen Stoffwechseldefekten leiden und Menschen mit seelisch bedingten Ernährungsstörungen; all' diese Menschen haben gemeinsam, dass ihre Gewichtsproblematik vor dem Hintergrund eines Krankheitsereignisses verstanden werden muss. Entweder ist das Gewicht der auslösende Faktor, oder aber die Folge ihrer Erkrankung und hierbei muss von Seiten der Medizin in einer verantwortungsvollen Art und Weise und auch unter dem Einsatz einer eventuell medikamentös unterstützenden Therapie die Ursache, bzw. die Folge der Krankheit angegangen werden.
So gibt es Stoffe, welche direkt auf das Zentralnervensystem des menschlichen Organismus wirken; man bezeichnet sie daher auch als "zentralwirkende Substanzen" und diese wiederum beeinflussen Mechanismen, welche Appetit und Sättigung steuern. Jene Gruppe der Sympathomimetika führen im menschlichen Gehirn zur Freisetzung von Neuronen, dem Noradrenalin und dem Dopamin. Diese auch als Katecholamine bezeichneten Stoffe unterdrücken aufgrund ihrer Wirkung den Hunger im Hypothalamus und sollen so zu einem frühzeitigen Gefühl der Sättigung führen. Andere Stoffe dieser Art entfachen ihre Wirkung als Hormonantagonisten, indem sie z.B. die Serotoninkonzentration im Hypothalamus erhöhen und so zu jenem gewünschten Sättigungseffekt beitragen.
Ihr Lieben - was hier so harmlos klingen mag, ist ein hochgradig komplexer und nicht zu unterschätzend gefährlicher Vorgang. Ganz abgesehen von den möglichen Nebenwirkungen jener Substanzen gehören alle zentralwirkenden Substanzen nur in die Hand eines erfahrenen Mediziners und sind unbedingt verordnungspflichtig ! Ich vermeide an dieser Stelle ganz bewusst die Nennung der entsprechenden Wirkstoffe und auch die Präparatnamen, denn leider gibt es im Netz der Netze nichts, was man sich nicht auf dem dort betriebenen schwarzen Markt beschaffen kann. So enthalten einige dieser dort angebotenen Mittel nach wie vor den inzwischen an sich weltweit verbotenen Stoff "Ephedrin", bzw. "Pseudoephedrin". Auch werden sogenannte "Ephedrinersatzstoffe" angeboten, welche angeblich ungefährlich sein sollen; diese Aussage ist Mumpitz - sie ist sogar kriminell, denn sie soll die von ihrem Gewicht geplagten Menschen in Sicherheit wiegen, damit jene Schwarzhändler weiterhin für teuer Geld ihren Dreck an den Mann, bzw. die Frau bringen können. Auch jene angeblich ungefährlichen Ersatzstoffe sind in ihrer Grundstruktur dem Ephedrin derart ähnlich, dass sie die gleichen Negativwirkungen erwarten lassen; sie machen abhängig, erhöhen den Blutdruck, begünstigen Schlaganfälle und belasten in gefährdender Art und Weise die Nieren !
Besondere Vorsicht ist bei allen Kombinationspräparaten geboten, denn selbst bei denen unter Verordnungspflichtigkeit freigegebenen Medikamenten sprechen neuere Studien von Herzklappenveränderungen, so das bei einer ärztlichen Applikation eine strikte, u.U. kardiologische Überwachung dringend erforderlich ist.
Auch der Hunger gehört zu den Emotionen und alle Appetitzügler sollen gerade auf diese Emotion ihren Einfluss nehmen. Nur wirken sie aber eben nicht nur im Gehirn, sondern auch innerhalb des Körpers und erhöhen dort z.B. den Druck im Gefäßsystem. Die Folgen hiervon können regelrecht desaströse Formen annehmen; Hochdruck im Herz-Lungen-Kreislauf - im schlimmsten Falle Herzinfarkte und besonders für die erwähnten Amphetamine gilt, dass die Nutzen-Risiko-Abwägung eindeutig auf Seiten des Risikos zu liegen hat.
In der letzten Zeit boomen vermehrt sogenannte "Chinesische Schlankmacherpräparate" unter z.T. sehr exotisch klingenden Namen. Hier gilt das Gleiche, was ich bereits zu den Pseudoephedrinen geschrieben habe, denn auch bei diesen angeblichen Wundermischungen handelt es sich zumeist um "Ephedrin-Alkaloide", die wiederum unter der Bezeichnung "Ephedra", "Ma Huang", "Mormonentee", oder "Meerträubel" vermarktet werden. Auch hier sind eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen wie
Nervosität, Schlaflosigkeit, Rastlosigkeit, erhöhter Körpertemperatur, beschleunigter Atmung,
Blutdruckanstieg und Herzrasen zu erwarten und auch die angeblichen Ephedrin-Alternativen aus Bitterorangenextrakten sind so zu bewerten. Diese enthalten wiederum "Synephrin" - eine ebenfalls dem Ephedrin stark ähnliche Substanz und ganz besonders riskant sind hier die Kombinationen mit Koffein und Aspirin (Adrenalin). "Xian Zi Su Jian Fei Jiao", "Xin Xue Kang Jiao Naing", "Yuzhitang Jian Fei Jiao Nang" - um hier nur Einige zu nennen, wobei die Namen auch Schall und Rauch sind, da sie sich ständig ändern... - ...bringen tun diese Substanzen nichts, außer gesundheitliche Gefahren und Abhängigkeiten !
Ebenso in die Gruppe der "zentralwirkenden Substanzen" gehört das "Sibutramin", welches hier in Deutschland u.a. unter der Bezeichnung "Reductil" vertrieben wird. Ursprünglich mal als Antidepressivum entwickelt, bedarf es hingegen einer besonderen Erwähnung, da im Unterschied zu den klassischen Appetitzüglern aus der Gruppe der Amphetamine das Sibutramin im Rahmen seiner vorgegebenen Dosierung weder zur psychosomatischen Stimulation, noch zur Abhängigkeit führen soll. Gemäß diverser Studien soll auch eine pulmonale Hypertonie (Druckerhöhung im Lungenkreislauf) nicht zu erwarten sein.
Sicherlich bemerkt man meine zurückhaltende Ausdrucksweise, denn es sind auch anderweitige Studien im Umlauf, die sehr wohl von möglichen Risiken und Nebenwirkungen unter Sibutraminapplikation berichten; stellenweise wird in medizinischen Fachkreisen auch die Marktrücknahme von Reductil gefordert, da es bei einigen Patienten zu gefährlichen Herzklappenveränderungen gekommen sein soll. Darüber hinaus ist der Wirkstoff auch noch nicht so sehr lange auf dem Markt und aus diesem Grund stehen Langzeitbeobachtungen derzeit noch aus.
Während der Aufnahme von Nahrung dehnt sich der Magen und kann so etwa 2 Liter Nahrung und Flüssigkeit in sich aufnehmen. Über die körpereigenen und hormonellen Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin werden nun Informationen an das Gehirn gesendet, die das Sättigungsgefühl hervorrufen und jene hohe Konzentration von Serotonin an den entsprechenden Rezeptoren sorgt dann mit dafür, dass dieses Gefühl der Sättigung länger anhält, als dies für Gewöhnlich der Fall wäre. Darüber hinaus führt der Anstieg des Noradrenalin zu einer Steigerung der sympathoadrenergen Aktivität, was wiederum zu einer Anregung des Stoffwechsels im Fettgewebe führt und so insgesamt betrachtet den Energieumsatz erhöht.
Bei diesem letzten Satz höre ich nicht allein die Katzengemeinde jubeln, zumal hier doch jener Stein der Weisen verborgen scheint und so ist es dem "bösen Thommy" ein persönliches Bedürfnis, dem Jubel einen winzigen Dämpfer zu versetzen und auf ein Häkchen hinzuweisen, den diese Geschichte dann letztendlich hat. So weist der Hersteller recht deutlich darauf hin, dass Sibutramin nur über einen gewissen Zeitraum und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden soll. Darüber hinaus soll der Wirkstoff nur bei Patienten angewendet werden, bei denen eine deutliche Adipositas vorliegt und es wird ein BMI-Wert von mindestens 30 zugrunde gelegt. Und grundsätzlich wird darauf hingewiesen, dass mit der Gabe von Sibutramin auch eine Ernährungsumstellung zu erfolgen hat !
Jenes "Häkchen", von dem ich sprach, liegt nämlich in der Tatsache begründet, dass Mama Natur sich nicht auf alle ewigen Zeiten von uns hinters Licht führen lässt; Sibutramin macht zwar nicht abhängig, doch der Körper tariert jenen überhöhten Hormonspiegel aus und die Wirkung im Rahmen der angedachten Dosierung lässt nach einer Weile signifikant nach. Diesen Vorgang nennt man "Gewöhnungseffekt" und Jener kann beim einen Menschen frührer, beim anderen Menschen später zu Tage treten; dass er kommt, ist allerdings sicher. Man ist dann gezwungen, entweder die Dosierung stark zu erhöhen, was angesichts der Nebenwirkungen als ausgesprochen wenig ratsam erscheint, zumal man auf diese Weise quasi seinem eigenen Körper den Krieg erklärt und ich gebe Brief und Siegel darauf, dass dieser Krieg garantiert verloren geht ! Wenn nicht zeitgleich jene Ernährungsumstellung stattfindet, dann ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert und weiter empfiehlt der Hersteller, jene Stoffwechselerhöhung durch eine gleichzeitiges Bewegungsprogramm zu unterstützen - wie wahr, wie wahr...
Als Nebenwirkung von Reductil sind inzwischen Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Schweißausbrüche und Verstopfung bekannt. Die Daueranwendung zeigte bei einigen Patienten entgegen vorheriger Studien eine deutliche Neigung zur Blutdrucksteigerung und wenn gleich auch ein Suchtpotential als nicht gegeben erscheint, so möchte ich an dieser Stelle noch einfügen, dass man Früher von den Amphetaminen Ähnliches behauptet hat. In jedem Fall muss der Blutdruckanstieg und die Steigerung der Herzfrequenz eine ärztliche Überwachung und Kontrolle erfahren und von einer Langzeitanwendung muss ausdrücklich abgeraten werden.
Medikamente, die in der Hand des Arztes als Heilmittel zu betrachten sind, sind auch die "peripher wirkenden Substanzen", welche entweder eine Art von künstlichem Völlegefühl erzeugen, oder aber direkt im Verdauungstrakt eine nährstoffaufnahmehemmende Wirkung hervorrufen. In diesem Sinne werden aber aus medizinischer Sicht nur Letztere verstanden; Präparate, wie z.B. Methyl-Zellulose, die durch Aufquellen eine Völlegefühl hervorrufen sollen, gelten nach deutschem Recht nicht als Arzneimittel. Darum liegt für sie auch keine wissenschaftlich haltbare Studie bezüglich der Wirksamkeit im Sinne einer Gewichtsreduktion vor.
Einzig "Orlistat" gilt hier als Vertreter einer neuen Klasse von Medikamenten zur Behandlung schwerer Adipositas. Orlistat fungiert unter der Medikamentenbezeichnung "Xenical" als sogenannter "Lipasehemmer" und entfacht seine Wirkung direkt im menschlichen Darm, indem es die Aufspaltung der Nahrungsfette hemmt - nicht etwa generell verhindert, denn das wäre sicherlich ausgesprochen kontraproduktiv. Knapp ein Drittel (ca. 30%) der mit der Nahrung aufgenommenen Fette werden unter der Gabe von Orlistat nicht resorbiert und somit fäkal wieder ausgeschieden und die Wirksamkeit von Orlistat hängt darum stark von Vorhandensein von Nahrungsfetten ab. Es handelt sich also keineswegs um eine wundertätige Substanz, unter deren Gabe man weiterhin hemmungslos fettreiche Nahrung konsumieren kann und die dann das Zunehmen verhindert, bzw. das Abnehmen fördert. Wirksam ist Orlistat nur in Verbindung mit einer insgesamt fettreduzierten Ernährungsweise und das Nahrungsfett sollte unter der Applikation von Orlistat nicht über 30% liegen, da es ansonsten zu höchst unangenehmen Nebenwirkungen des Medikamentes kommen kann. Fettige, sehr übel riechende und weiche Durchfälle (sogenannte Fettstühle), Bauchschmerzen und extreme Blähungen können die Folge sein. Sie aber sind auch ein guter Indikator zur Selbstkontrolle des Patienten, den treten diese unerwünschten Nebenwirkungen nicht auf, so weiß der Patient, dass er hinsichtlich seiner Ernährung alles richtig gemacht hat. Kommt dann auch noch hinzu, dass der Patient für eine ausreichende Vitaminsubstitution sorgt - zahlreiche adipöse Patienten leiden unter einem grundlegenden Vitaminmangel - so erlernt er quasi zwangsläufig die Grundzüge einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise. So bietet diese Medikamentengruppe einen durchaus positiv zu bewertenden Einstieg in eine erfolgreiche Gewichtsreduktion, wenn eben zeitgleich eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erfolgt. Wegen seines recht tief eingreifenden Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel und zur Überwachung der damit verbundenen eventuellen Neben- bzw. Wechselwirkungen ist Orlistat selbstverständlich verordnungspflichtig und sollte nur bei Patienten mit schwerer Adipositas Anwendung finden. Als generelle Richtgröße gilt auch hier ein BMI-Wert von über 30...

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01.08.2006, 15:23
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Rundreise durch die Welt der Schlankmacher
Neben den hier bereits beschriebenen Produkten gibt es noch eine ganze Reihe Weiterer, die mit den abenteuerlichsten Werbeaussagen angepriesen werden. Jener "Zauberkasten der Schlankprodukte scheint wahrhaft unerschöpflich zu sein und man gewinnt zwangsläufig den Eindruck, dass man bisher als Mensch, der sich mit dem Thema der gesunden Ernährung herumgeschlagen hat, nun doch vollkommen falsch gelegen haben muss, wenn es doch einen so viel einfacheren Weg zu geben scheint. Da gibt es nicht allein nur Dinge, die man schlucken muss; Gewürzpulver, Fruchtextrakte und Magnetchips, im Magen aufgehende Schwämme, die durch ihre füllende Wirkung zu weniger Hungergefühlen beitragen sollen und was nicht alles versprochen wird. Einige Mittel sollen in der Lage sein, den Speck gerade an Bauch und Po gezielt auflösen zu können - andere wollen den Hunger verschwinden lassen (...welch' furchtbarer Gedanke - eigentlich...).
Die Nächsten kurbeln den Stoffwechsel an und wieder Andere können das alles zugleich ! Die Teile machen selbstverständlich obendrein noch schöne Haut und feste Haare und sie wirken der Alterung entgegen. Man kann sich in Folie wickeln, in zu enge Hosen pressen und mittels gezielten Stromstößen sollen ebenso die Fettpolster zum Verschwinden gebracht werden, wie mit Cremes und Salben, welche angeblich die Durchblutung anregen und so zum Abtransport der Fettreserven beitragen sollen. Selbstverständlich fehlen in den meisten dieser Anzeigen nicht jene Vorher-Nachher-Fotos und ein seriös bebrillter Wissenschaftler - gerne ein angeblicher Arzt - erläutert in pseudowissenschaftlicher Manier die garantierte Wirksamkeit der hier gerade angepriesenen Methode...

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01.08.2006, 15:25
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Rezeptfreie Arzneimittel
Abführmittel / Laxantien
Die meisten Abführmittel gelten als frei verkäuflich, was ich persönlich unter medizinischem Gesichtspunkt bereits für sich betrachtet außerordentlich fragwürdig finde, denn es gibt im Grunde keinen nachvollziehbare Erkrankung - kein Symptom, was man mit dieser Art von Präparat in Selbstmedikation therapieren kann. Eher das Gegenteil muss konstatiert werden, denn zahlreiche gastrointestinale Erkrankungen werden u.a. erst durch unsachgemäßen Gebrauch solcher Medikamente hervorgerufen und so mancher Patient, der schließlich mit den diffusesten Verdauungs- und Stoffwechselstörungen in der Klinik, oder gar auf dem OP-Tisch landet, hat eine langwierige Abführmittelkarriere hinter sich. Extreme Verdauungsstörungen, Leber- und Gallenproblematiken, Magen-Darm-Probleme, die Bauchspeicheldrüse - dass gesamte Verdauungssystem des menschlichen Organismus kann in Unordnung geraten und der ständige Flüssigkeitsverlust in den Körperzellen hat sein Übriges hinzugetan, so das der Stoffwechsel völlig aus dem notwendigen Gleichgewicht geraten ist. Die meisten dieser Medikamente funktionieren nämlich nach dem gleich Prinzip und zwischen pflanzlichen und chemischen Präparaten ergibt sich hier kein Unterschied - sie entziehen dem Körper die an andere Stelle dann dringendlich fehlende Flüssigkeit und führen sie dem Darm zu, um auf diese Art und Weise eine stärkere Durchfeuchtung des Darminhaltes zu erreichen und diesen somit geschmeidiger zu machen und entsprechend aufzulockern. Die Ausscheidung soll so forciert werden und diese Überlegung machen sich auch zahlreiche Abnehmwillige zueigen. Durch jene schnellere Passage soll die Verweildauer der Nahrungsbestandteile im Körper verkürzt und somit die Nährstoffaufnahme analog "unterbrochen" werden. Nur ist dieser Gedanke, bzw. fußt jene Vorstellung auf einer grundlegend falschen Annahme, denn alle Laxantien entfachen ihre Wirkung erst im Dickdarm, wo die Nährstoffaufnahme längst abgeschlossen ist ! Darüber hinaus tritt eher genau das Gegenteil von dem ein, was eigentlich bewirkt werden soll. Durch den Flüssigkeitsentzug aus den Körperzellen lahmt der Stoffwechsel und Gewichtsstagnation ist daher weitaus eher zu erwarten, als Gewichtsreduktion. In weiterer Folge kommt es zu Mineralstoffverlusten und auf diese Weise zu Mangelerscheinungen der unterschiedlichsten Art; so z.B. können durch fortgesetzten Kaliummangel Herzrhythmusstörungen auftreten und - man weiß an dieser Stelle kaum, was jetzt eigentlich Schlimmer ist - es kommt zu tatsächlichen Verstopfungserscheinungen, denn die Darmperistaltik nimmt mehr und mehr ab. Die Darmflora und für die Verdauung wichtige Bakterienstämme werden massiv geschädigt; schließlich ist ein normaler Stuhlgang ohne Abführmittel überhaupt nicht mehr möglich. Es kann zu wirklichen Darmverschlüssen kommen und das Darmkrebsrisiko steigt immens.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal auf die Tatsache verweisen, dass man erst bei einem Stuhlverhalt von länger als 4 bis 5 Tagen von einer klinisch relevanten Obstipation (Verstopfung) spricht. Der tägliche Gang ist zwar durchaus wünschenswert - aber keineswegs notwendig, denn man muss nicht jeden Tag müssen. Darmverhalte sind wie alle Veränderungen im Stuhl immer ärztlich abzuklären, um tatsächlich krankhafte Prozesse frühzeitig erkennen und gegensteuern zu können. Zahlreiche langzeitliche Therapien, sowie chronische Krankheitserscheinungen und sogar operative Eingriffe wären vermeidbar, wenn die Patienten bei Problemen mit der Verdauung rechtzeitig einen Arzt aufsuchen würden und nur in der Hand des Arztes und unter dessen Kontrolle, sowie kurzzeitiger Anwendung haben auch Laxantien ihren therapeutischen Platz.
Die meisten Stuhlverhalte haben einen sehr natürlichen Hintergrund und können schon von daher auf ganz natürliche Weise behoben werden - einfach durch eine entsprechende Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Eine ausgewogene, gut mit Flüssigkeit durchmischte, mäßig fett- und eiweißhaltige, dafür vitamin- und ballaststoffreiche Nahrungsaufnahme, gepaart mit körperlicher Bewegung kann hierbei wahre Wunder wirken !
Entwässernde Medikamente (Diuretika)
Jede Werbeaussage, welche bei dieser Medikamentengruppe eine gewichtsreduzierende Wirkung verheißt, kann nur als absoluter und z.T. gefährlicher Unsinn bezeichnet werden. Tatsächlich als Diuretika zugelassene Medikamente (Furosemit, Lasix, etc. p.p.) werden auch in dieser Hinsicht kaum beworben werden und meist finden sich Aussagen jener Art auch mehr bei den Pseudomedikationen, welche eigentlich eher zu den Nahrungsergänzungsmitteln zu zählen haben und schon von daher nicht dem Arznei-, sondern dem Lebensmittelrecht unterliegen.
Spargel, Birkenblätter, Brennnesselkraut, Wachholderbeeren und Zinn, bzw. deren Extrakte werden als Naturheilmittel angeboten und können als Solche für eine kurze Weile auch bedenkenlos eingenommen werden. Die Dosierung dieser Präparate ist eher im homöopathischen Bereich anzusiedeln und bei sachgemäßer Anwendung auch kaum als gefährdend zu betrachten. Das Gleiche gilt für entwässernde Teesorten aus der Apotheke und dem Reformhaus.
Grundsätzlich aber sollten alle massiven Wassereinlagerungen des Organismus ärztlich abgeklärt werden, denn es kann sich hinter Denselben ein durchaus gesundheitlich bedenklicher Vorgang verbergen. So können Klappenveränderungen im venösen System der Beine für schwere Ödembildungen verantwortlich sein und auch organische Hintergründe sind denkbar und so hat auch hierbei zu gelten : Je frühzeitiger zum Arzt, desto eher auf der sicheren Seite...
Alle als Diuretika zugelassenen Medikamente sind grundsätzlich verschreibungspflichtig und dürfen niemals ohne ärztliche Abklärung - auch nicht kurzzeitig - eingenommen werden ! Hinsichtlich des Abnehmens haben sie keinerlei Wirkung, denn sie entziehen dem Körper lediglich Flüssigkeit, was in der Dauerapplikation zu gefährlichen Nierenproblematiken beitragen kann. Auch der Stoffwechsel kann gefährlichen Schaden nehmen und durch den Verlust wichtiger Mineralstoffe kann es zu weiteren und nicht minder schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen.
Homöopathische Arzneimittel
Hier werden sehr verschiedene Präparate angeboten, deren Inhaltsstoffe zumindest in ihrer Beschreibung wahre Wundertätigkeiten nachgesagt werden. So soll "Blasentang" den Kalorienverbrauch ankurbeln und "Graphit" soll die Verdauung anregen. Der sogenannte "Indianerhanf" soll entschlackend wirken und die "Mariendistel" soll angeblich entgiften und daher eine leberschützende Wirkung entfachen. Weiter hätten wir da noch die getrocknete Wurzelrinde des asiatischen "Madarstrauches", welche angeblich stimulierend auf das Sättigungszentrum des Zwischenhirns wirkt und so das Gefühl der Sättigung unterstützt...
...was die Wirkung und die Effizienz dieser Stoffe in homöopathischer Dosierung anbelangt, so streiten sich die Geister und es gibt nur ausgesprochen wenige wissenschaftlich haltbare Studien und zu guter Letzt versetzt der Glaube bekanntlich die notwendigen Berge. Wenn die Einnahme dieser Substanzen mit einer vernünftigen Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten einhergeht, so hat Derjenige der heilt am Ende recht und angesichts der außerordentlich maßvollen Dosierung ist zumindest keine körperliche Schädigung zu erwarten.

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01.08.2006, 15:29
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Die Medizinprodukte
Hierbei handelt es sich um Stoffe, welche rein mechanisch wirken und daher nicht zu den Arzneimitteln zählen. Dennoch werden sie über die Apotheken vertrieben, da Medizinprodukte einer Registrierungspflicht unterliegen und für diese Registrierung eine Lizenz notwendig ist. Sie greifen nicht in den menschlichen Stoffwechsel ein und entfachen ihre Wirkung dennoch im menschlichen Magen-Darm-Trakt und werden anschließend sozusagen unverdaut wieder auf natürlichem Weg ausgeschieden.
Medizinprodukte mit Quellstoffen
Sogenannte Kollagene, Alginate und Cellulosen werden schon seit Langem als "Schlankmacher" verkauft; so enthält das aus der Werbung bekannte "Matricur" eben Kollagen, dass "CM3" Alginat und Cellulose wiederum findet sich im "BMI23" und auch in anderen Präparaten dieser Stoffgruppe. Diese
"Methylhydroxyethylcellulose" - so die korrekte Stoffbezeichnung - quillt im Magen um ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe auf und soll so über die auf diese Art entfachte Dehnung das Sättigungsgefühl auslösen und über mehrere Stunden hinweg halten.
Von den Patienten wird die versprochene Sättigung jedoch sehr unterschiedlich wahrgenommen und eines gilt bei diesen Mitteln unbedingt zu beachten : Man isst bekanntlich nicht allein der Aufnahme von Nahrung willen, sondern eben auch aus purer Lust am Essen und die wird von diesen Quellstoffen keineswegs beeinflusst. Darüber hinaus können ausgesprochen kalorienreiche Nahrungs- bzw. Genussmittel, die jedoch nur ein geringes Volumen beanspruchen, wie sehr fette, oder süße Nährstoffe ungleich mehr aufgenommen werden, als solche Nahrungsmittel, die zwar ein ungleich größeres Volumen, dafür jedoch weniger an Kalorien aufweisen, wie z.B. Salate, oder Vollkornprodukte.
Trinken ist im Rahmen einer jeden Ernährungsumstellung wichtig - hierbei ist sie aber dringendlich geboten, denn jene Quellstoffe sollen sich zwar durch u.a. die Magensäure vollkommen auflösen, nur klappt das nicht immer und es bleiben Rückstände, die sich bei einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr im Darm festsetzen und dort zu einem Darmverschluss führen können; auch können Bauchschmerzen und starke Blähungen auftreten...
Als Unterstützung bei gleichzeitiger Ernährungsumstellung können solche Quellstoffe am Beginn einer solchen Kur durchaus hilfreich sein, wobei wie schon gesagt das Empfinden hierfür von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfällt.
Nebenbei sind diese Präparate ausgesprochen teuer und man könnte die finanziellen Mittel hierfür im Grunde auch sinnvoller für einen ausgewogenen Mix aus Obst und Gemüse, sowie Salate - also volumengebende, ballaststoff- sowie vitaminreiche Kost einsetzen...
Chitosan
Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Glucosamin und N-Acetylglucosamin - zwei Stoffen, die im menschlichen Darm eine Art von Gel bilden sollen, welches dann die aufgenommenen Fette bindet, so das sie angeblich nicht mehr vom Körper resorbiert werden können.
Also - das mit der Gelbildung stimmt, aber nur bis zu einem gewissen Punkt und die Wirkung wird daher ausgesprochen häufig überschätzt. Darüber hinaus wird Chitosan aus Chitin gewonnen, welches man auch aus dem Reich der Insekten, der Krusten- und Schalentiere her kennt und bei Menschen, die gegen solcherlei Meeresfrüchte allergisch reagieren, kann Chitosan allergieauslösend wirken. Es ist nicht so, als wolle der Thommy nun überall akribisch das berüchtigte Haar in der Suppe suchen, doch so ganz überzeugend ist das eben nicht, denn ohne eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten macht auch Chitosan keineswegs schlanker und angesichts der Preise für derartige in ihrer Wirkungsweise eher umstrittene Präparate muss doch die Frage erhoben werden, wozu man sie dann überhaupt benötigt !?
Darüber hinaus kann eine verringerte Ausnutzung fettlöslicher Vitamine und wichtiger Fettsäuren eher zu einem Nährstoffmangel führen, was sich für das Abnehmen dann wiederum sehr hinderlich auswirkt...

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01.08.2006, 15:33
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Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel
Die "Wunderwelt" der Nahrungsergänzungsmittel unterliegt kaum einer Prüfung, ob ihre Mittelchen auch das halten, was sie so versprechen und mit den dort feilgebotenen Aminosäuren, den Enzymen und den Mineralcocktails, sowie den exotischen Mixturen soll man angeblich spielend abnehmen können. Natürlich auch hier ohne Hungern und ohne jede sportliche Betätigung... - ...alles Mumpitz - kann man da nur sagen...
Zwar harmlos - aber viel zu teuer !
Tee - und Teekapseln; "Mate-Tee" soll den Hunger dämpfen - "Grüner Chongqing-Tee" die Aufnahme von Fett im Körper bremsen - der "Pu-Erh-Tee" soll sich gar als purer Fettkiller betätigen. "Kombucha" soll stoffwechselanregend wirken und "Lapacho-Tee" nicht nur den Appetit bremsen, sondern auch noch gute Laune machen; für die ganz Eiligen gibt es diesen gesammelten Unsinn dann auch noch in Pillenform...
...na ja - zumindest wird beim Teetrinken Flüssigkeit aufgenommen und das ist ja auch schon mal was, wobei einige Teesorten dann auch wieder Entwässernd wirken, was diesen Positiveffekt dann auch wieder negiert. Dafür sind die ungezuckerten Früchte- und Kräutertees nicht nur passender, sondern darüber hinaus auch noch billiger. Nebenbei entfachen diese auch keine aufputschende, oder gar appetitanregende Wirkung.
Als "Fettkiller" taugen diese Tees jedoch nicht im Geringsten und in Pillenform schon mal gar nicht !
Apfelessig und Apfelessig-Kapseln; der Apfelessig ist an sich nichts Schlechtes und eine gewisse gesundheitsförderliche Wirkung soll ihm auch nicht abgesprochen werden. Lediglich die angeblichen Versprechungen, nach denen Apfelessig dazu in der Lage ist, "Fett auszuschwemmen" und jene Kapseln sogar über Nacht das "Fett wegschmelzen lassen" sind natürlich purer Blödsinn...
Apfelessig ist sehr wohlschmeckend und er besitzt eine antibakterielle Wirkung ! Auf eine sehr sanfte Art und Weise regelt er die Verdauung und kann diesbezüglich ankurbelnd wirken und wer ihn mag, der kann ihn sogar in verdünnter Form pur zu sich nehmen. Nur schmilzt dadurch keine einzige Fettzelle dahin; die Kapseln sind nun jedoch vollkommener Dummfug und nur dazu angetan, den Leuten die teuer malochten Euronen aus den eh zu klammen Taschen zu ziehen. Diese haben weder eine antibakterielle Wirkung, noch fördern sie die Verdauung; es handelt sich in jeder Hinsicht um absolut nutzlose Placebos...
Kohlsuppe-Kapseln; Kohlsuppe - na ja...; aber Kohlsuppe-Kapseln sind ähnlicher Mumpitz, wie die Apfelessig-Kapseln. Ein Pulver aus Weißkohl, Paprika, Karotten, Zwiebel und Tomaten soll quasi von Geisterhand und selbstverständlich in wahrhaft berauschender Schnelligkeit und ohne Hunger und ohne Sport die Speckrollen an Hüften und Po zum verschwinden bringen; wer daran nur fest genug glaubt, der glaubt auch an das Sandmännchen, den Weihnachtsmann, sowie den Osterhasen.
Nichts als freche Werbung und wenn nur jene Kohlsuppen-Diät nur dann etwas bringt, wenn nichts weiter, außer nur noch Kohlsuppe gegessen wird, dann bringen die Kapseln nicht einmal mehr die Sattheit der Suppe und sind daher auch nichts weiter, als ein völlig überteuertes Vitaminkonzentrat; der Speck bleibt wo er schon immer gewesen ist - auf Hüfte und auf Po...
Enzyme, aus den exotischen Früchten, wie z.B. Ananas, Papaya und Kiwi in Kapselform, oder als Dragee - vielfach in Kombination mit Gewürzölen, wie z.B. dem Kümmelöl sollen das Fett in den Körperzellen spalten und abtransportieren...
...schöner Gedanke und propere Vorstellung - klappt nur nicht, denn Enzyme sind Eiweiße (Proteine), die für Gewöhnlich bereits im Magen gespalten werden und somit gar nicht mehr völlig intakt in den eigentlichen Verdauungstrakt gelangen. Schon aus diesem Grund können sie in der beschriebenen Form gar nicht mehr wirken. Dahinter sind in der Zwischenzeit auch die Hersteller gekommen und sie bieten ihre Enzympräparate darum in säureresistent verkapselter Form an, was sie dann zwar jenes säureaggressive Magenbad heil überstehen lässt - nur landen sie stattdessen dann im Enddarm, bzw. im Stuhl und nicht mehr in den Körperzellen, wo doch die bösen Fette einsam darauf warten, gespalten und abtransportiert zu werden - aber zumindest hilft das Kümmelöl ein bisschen gegen eventuelle Verstopfungen...
Ich habe übrigens nichts gegen Ananas, Papaya und Kiwi - nur um das klarzustellen...
Milchsäurebakterien; - schöne bunte Welt der Stars und Sternchen... - ...so posaunte die Schauspielerin Jenny Elvers vor einigen Jahren heraus, wie toll sie mit Milchsäurebakterien abgenommen habe und seither dümpeln mit mehr oder weniger schöner Regelmäßigkeit Bakterienstämme durch die Welt der Abnehmwilligen - gelten dort als ultimativ heißer Abnehmtipp und treiben die merkwürdigsten Blüten. Lactobazillen, Bifidobakterien u.a. treiben ihr Unwesen nicht allein in probiotischen Joghurts, sondern wegen ihrer angeblich turbomüßigen "Fettburner-Eigenschaften" auch in zahlreichen Schlankheitspillen.
Milchsäurebakterien mögen aber gar kein Fett - sie verwerten ausschließlich Zucker und für Gewöhnlich am liebsten eben Milchzucker. Eigentlich sind sie dazu gedacht, die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen und so die Darmtätigkeit im Fluss zu halten. Der gesunde Darm aber braucht jene Schützenhilfe von Außen gar nicht und zu viele Milchsäurebakterien führen dann eher zu Durchfallerscheinungen. Auf diese Weise züchtet man sich im wahrsten Sinne des Wortes eine Laktoseintoleranz...
Um aber wiederum nicht missverstanden zu werden : Probiotische Joghurts sind nicht schlecht; nur entfachen sich nicht jenes Feuer, was die Fettzellen zum Schmelzen bringt. Die Begriffsbezeichnung "Fettburner" ist also Unsinn...
Capsaicin; nennt sich der Scharfstoff in Paprika und Chili und diesem sagt man nach, dass er den Fettabbau fördert, indem er die Fettreserven mobilisiert, was immer man sich darunter auch vorzustellen hat.
Nun - Capsaicin wirkt u.a. auf die Synapsen; dass sind die Enden zwischen den Nervenzellen, die für die Wärmeempfindung zuständig sind und durch die Reizung derselben wird im Körper Wärme produziert. Hierdurch steigt die Körpertemperatur leicht an und der Organismus versucht dies durch eine vermehrte Schweißproduktion wieder auszugleichen. Dabei werden sicherlich einige Kalorien zusätzlich verbraucht, doch ein Fettabbau findet darum noch nicht statt - der Körper verliert eher Wasser...
Garcinia; hierbei handelt es sich um ein Gewürz aus der Schale einer asiatischen Frucht - der "Garcinia cambogia", die den Wirkstoff "HCA" (Hydroxy-Zitronensäure) enthält. Dieser soll sehr sättigend wirken und verhindern, dass der Körper überschüssige Kohlenhydrate in Fett umwandelt.
Zum einen stehen eindeutig wissenschaftlich haltbare Studien bezogen auf die hier verkündete Wirkungsweise der Hydroxy-Zitronensäure noch immer aus und zum Anderen möchte ich abermals darauf hinweisen, dass Kohlenhydrate nicht gleich Kohlenhydrate sind und das es sich bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett um einen hochgradig komplexen Vorgang handelt, bzw. dass es hierbei auch auf die Kombination in der Aufnahme der Nahrungsmittel hinsichtlich dem Verhältnis von Fett und einfachen Kohlenhydraten (den Monosachariden) ankommt !
Koffein; leider bringt auch eine Extradosis von diesem Stoff in Tablettenform nicht die Pfunde zum purzeln und Werbeaussagen diverser Schlankheitspräparate dieser Stoffgruppe sind nichts als Schall und Rauch ! Dies vor allem dann, wenn sie mit der Aussage beworben werden, man könne weiter Essen wie bisher...
Freies Koffein und Extrakte, wie z.B. Mate und Guarana sollen angeblich den Stoffwechsel ankurbeln und so die Fettverbrennung fördern...
Mal abgesehen davon, dass schon das Wort "Fettverbrennung" eine völlig unphysiologischen Vorstellung der Zellveränderung assoziiert, erhöht Koffein zwar durchaus den Grundumsatz - jedoch nicht so nennenswerter Art und Weise, dass hierbei der Abbau von Körperfetten signifikant gesteigert würde. Viel mehr überwiegen bei zu hoher Dosierung von Koffein die recht unangenehmen und negativen Nebenwirkungen, wie z.B. Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche usw. usw. Darum sollten auch gerade Menschen mit bekannter Herzschwäche und Solche, die generell schon bei einer zu stark aufgebrühten Tasse Kaffee entsprechende Schwierigkeiten haben, auch die Finger von solchen Koffeinpräparaten lassen.
Carnitin und Cholin; sie spielen tatsächlich eine Rolle beim Abbau von Körperfett - so schleust Carnitin die Fettsäuren zur Verstoffwechselung in die Muskulatur und Cholin ist Bestandteil eines für den Fettabbau wichtigen Cofaktors. Die Werbeaussage lautet nun, dass durch gezielte Gaben dieser Wirkstoffe der Fettabbau beschleunigt werden kann...
Tatsache ist, dass es sich hierbei um körpereigene Stoffe handelt, die sich der Organismus selber herstellt. Hiervon hat man nicht zu Wenige und das gilt auch für beleibtere Mitmenschen. Ein Mehr davon bringt auch nicht mehr und die mühevoll verdienten Euronen dafür aus dem Fenster zu werfen, ist somit leider auch in diesem Fall vergebens.
Mehr Fett "verbrennen", kann man nur mit einem Mehr an Mitochondrien und die kann man nicht einwerfen, sondern man erhält sie ausschließlich durch körperliches Ausdauertraining und den entsprechenden Aufbau von Muskulatur.
Lecithin; wird in der Hauptsache in Kombination mit anderen Wirkstoffen angeboten - soll ebenfalls in den Fettstoffwechsel eingreifen und den Fettabbau beschleunigen, wobei hier der Wirkstoff Cholin eine Rolle spielt, den ich gerade erst erläutert habe. Die Werbebotschaft baut auf die Cholinwirkung auf; ergo brauche ich das, was ich gerade erst über das Cholin geschrieben habe, hier nicht zu wiederholen...
Konjugierte Linolsäuren, sogenannte CLA's - ausgerechnet sie, eben Fettsäuren nämlich sollen dazu beitragen, die Körperfettmasse zu reduzieren und die reine Muskelmasse zu erhöhen, indem eben der Fettabbau gesteigert wird. Darüber hinaus sollen die Befüllung der Fettzellen und deren Vermehrung eingedämmt und nebenbei der Fettabbau beschleunigt werden.
Nun - bei einigen Versuchen mit jungen Mäusen konnten in der Tat ähnliche Effekte beobachtet werden, indem tatsächlich Muskeln auf- und Fett abgebaut wurde. Auch am Menschen wurden in kleineren Studienprogrammen ähnliche Effekte erzielt, aber insgesamt betrachtet scheint es derzeit noch zu früh zu sein, in allzu lautes Jubelgeheul auszubrechen.
Die Welt der Fette bietet durchaus ihre Überraschungen und in ihr ist bei Weitem nicht alles schlecht und falsch. Für das richtige Funktionieren benötigt unser Organismus die Fette und die guten Fettsäuren ebenso, wie wir ansonsten die Luft zum Atmen und das ist alles andere, als eine übertriebene Darstellung. Wer die Fette in dem Bestreben, seine überschüssigen Pfunde abzubauen, völlig aus seinem täglichen Ernährungsplan verbannt, der wird mit größerer Wahrscheinlichkeit genau das Gegenteil erfahren; viele Stoffwechselvorgänge sind ohne Beteiligung der Fette überhaupt nicht denkbar...
Allerdings gibt es verschiedenartige Linolsäuren und gerade für die CLA's hat dabei zu gelten, dass bei einer zusätzlichen Substitution eventuelle Negativfolgen noch nicht abzuschätzen sind. Dies räumen derzeit auch die an der Forschung Beteiligten ein und man sollte die weitere Entwicklung der Studienreihen streng im Auge behalten. Darüber hinaus bleibt zudem anzumerken, dass der menschliche Organismus nicht so ohne Weiteres mit dem der Mäuse zu vergleichen ist und nebenbei - der Organismus in der Tierwelt, der dem des Menschen am Nächsten kommt, gehört übrigens den Schweinen - zugegeben; dass macht jetzt nicht unbedingt glücklicher...
Die CLA's kommen im Rahmen der täglichen Ernährung auf ganz natürliche Art und Weise in Fleisch, Milch- und Milchprodukten, sowie in einigen Pflanzenölen vor; bei einer ausgewogenen Ernährungsweise nehmen wir also prinzipiell betrachtet ausreichend davon auf.
Ballaststoffe; gegen jene pflanzlichen Füll- und Quellstoffe ist prinzipiell betrachten natürlich überhaupt nichts einzuwenden. Ich halte es zwar für relativ betrachtet unsinnig, aber man kann Selbige natürlich auch in Form von Kapseln und Tabletten zu sich nehmen. Nur gibt es durchaus schmackhaftere Varianten der Ballaststoffaufnahme, welche obendrein dann auch noch preiswerter wäre...
...eine generell betrachtet schlankmachende Wirkung aber sollte man sich nicht erwarten und es bedarf für eine wirklich sinnvolle Anwendung auch einer gewissen Hintergrundinformation...
Es gibt sie wie gesagt in Tabletten und in Kapselform, in Beuteln mit Pflanzenfasern, als Weizenkleie und Pektin und man verkauft sie schon recht lange unter der fälschlichen Bezeichnung "Schlankmacher". Sie quellen im Magen auf und sollen so das Abnehmen erleichtern; man erhält sie unter der Bezeichnung "Tobinambur Kautabletten", "Weizenkleie Kautabs", "BioNorm-Sättigungskapseln" und auch als "Fruchtfaserkapseln...
Ich weiß - ich weiß; der Thommy ist ein oller Ziegenbock, der scheinbar immer was zum Bemeckern findet...
Ja ! Es stimmt - Ballaststoffe können wegen ihrer Quelleigenschaften und somit längeren Verweildauer im Magen ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl hervorrufen; die Ballaststoffe erfüllen wichtige Funktionen innerhalb unser täglichen Verdauung - sie sind gesund und im Grunde kann man auch kaum zuviel davon zu sich nehmen. Sie regen auf ganz und gar natürliche Art und Weise die Darmtätigkeit an und man genießt einen regelmäßigen Stuhlgang - wenn man parallel ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, denn das ist wichtig ! Ansonsten kann es Bauchschmerzen geben und man riskiert Verstopfungen !
Meine Kritik nur wäre, aus welchem für mich unerfindlichen Grund es ausgerechnet jene überteuerten Pillen zu sein haben, wo es doch finanziell betrachtet um ein Vielfaches günstiger wäre, beim Obst und Gemüse, sowie bei den Vollkornprodukten entsprechend zuzulangen. Obendrein handelt es sich hierbei auch um die eindeutig schmackhaftere Variante, um sich die notwendigen und ebenso sättigenden Ballaststoffe zuzuführen und man erreicht den absolut gleichen Effekt !
Was jene geldgeilen Pillendreher sich hierbei zueigen machen, ist die panische Angst einiger Abnehmwilligen vor den Nahrungsmitteln als Solchen, denn so eine schmackhafte Scheibe Vollkornbrot hat ja um Himmelswillen Kalorien (!!!) und wenn es dann noch schmeckt, kann es nur Verboten (!), Verboten (!), Verboten (!) sein !!! (Bretter-Bretter-Bretter) Und dann das viele Obst - Obst hat doch Fruchtzucker !!! Monosacharid = VERBOTEN ! Dann doch wohl lieber ein Pillchen...
(...nur für den Fall, dass es der Eine, bzw. die Andere nicht bemerkt : Dieser Absatz enthält eine gewaltige Dosis "Ironie" - für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Ihren Ernährungsfachberater...)
Das weitere und zugleich eigentliche Problem bei diesen Pillen ist vor allem, dass man bei deren Einnahme nichts zum Thema "gesunde Ernährung" lernt und man wohlmöglich trotz jener sicherlich gesunden und gut gemeinten Ballaststoffe aber dennoch um ein Vielfaches zu fett und zu süß isst, wobei es sich objektiv betrachtet schlecht abnehmen lässt. Gut gemeint ist halt nicht immer auch gut gemacht...

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01.08.2006, 15:36
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Nahrungsergänzungsmittel, bei denen es gefährlich werden kann...
Jodhaltige Algenpräparate; hier handelt es sich um Pillen und Tropfen mit Extrakten aus Blasentang, bzw. aus Meeresalgen, wie "Spirulina", "Fucus" und "Ascophyllum nodosum" und Diese enthalten jede Menge Jod ! Den Menschen wird zwar allenthalben klargemacht, dass sie insgesamt zu wenig Jod aufnehmen und das in dieser Tatsache die Ursache zahlreicher Mangelerkrankungen zu suchen ist. Auch ist nichts dagegen einzuwenden, dass man seine Speisen vorzugsweise mit jodhaltigen Gewürzen, bzw., Salzen würzt - nur kann man des Guten auch und gerade in dieser Hinsicht auch zuviel tun.
Jene Zusatzsubstitution mittels dieser Präparate ist hingegen nicht nur ausgesprochen überflüssig, sondern darüber hinaus u.U. nicht ungefährlich.
Jod führt zwar zu einer Erhöhung des Stoffwechsels, wird aber ebenso vom menschlichen Körper aus Schilddrüsenhormonen gebildet. Eine zusätzliche Jodgabe in dieser Menge kann daher recht fatale Folgen für die menschliche Schilddrüse haben und es kann zu Überfunktionserscheinungen kommen, die u.U. sogar chronisch entarten können und die Folgen einer solchen Erkrankung sind als absolut schwerwiegend zu betrachten. Darüber hinaus kommt es nebenher zu Hautausschlägen und Unruhezuständen, zu Zittern, Herzklopfen und starkem Schwitzen - Überempfindlichkeitsreaktionen können auftreten...
...im günstigeren Fall ist das Zeug einfach nur wirkungslos...
Algen-Kräuter-Mischungen, wie "Algoxyll" und "EPH"...
..."Fucus", "Chlorella" und vor allem die wundertätige "Wakame" sollen die Auswirkungen der bösartig und gemeinen Kalorie ins Gegenteil verkehren können und satte 11 Zusatzkräuter lassen die restlichen und hartnäckig verbliebenen Fette regelrecht dahinschmelzen... - ...die Aufnahme von Negativkalorien mit Zusatznutzen - sozusagen...
Da muss man im Grunde nicht sehr viel zu sagen : "Iste absolute Quatsch !!!" - Negativkalorien gibt es nicht und es gibt auch keine Mittel, die Fett dahinschmelzen lassen. Würde ein Nahrungsergänzungsmittel derart in den Stoffwechsel eingreifen, so bräuchte es eine Zulassung als Arzneimittel und wäre darüber hinaus verordnungspflichtig.
Nebenbei sind hier jodhaltige und darum auch als gefährlich zu betrachtende Algenextrakte enthalten... (...siehe meinen vorherigen Beitrag...)
Produkte mit Chrom; Chrompikolinat soll angeblich appetithemmend wirken und wird in einigen Präparaten daher als Schlankheitsmittel feilgeboten...
Achtung !!! Finger weg !!! Es gibt nicht eine einzige Studie, die dieser Substanz eine auch nur annähernd appetithemmende Wirkung einräumt, aber das allein ist nicht das Schlimmste...
...sehr eingehende Studien haben in der Zwischenzeit beweisen können, dass Chrompikolinat u.U. Krebs auslösen kann ! Brust- und Kopfschmerzen, Hautrötungen, Unruhe, Dehydrierung (schwerwiegende Entwässerung), daher auch Nierenschädigungen und Schwindelanfälle können die Folge sein.
Chrom ist ein sogenanntes Spurenelement und bildet als Solches einen wichtigen Bestandteil in unserer täglichen Nahrungsaufnahme. Es hat einen günstigen Einfluss auf den Kohlenhydratstoffwechsel, sowie den Blutzuckerspiegel. Die Bezeichnung "Spurenelement" zeigt jedoch recht deutlich, dass es maximal "in Spuren" vorzukommen hat; eine tägliche Aufnahme über die normale Ernährung (max. 250 Mikrogramm (!)) aus Kaffee, Kakao, Pilzen, Nüssen und Käse ist mehr als ausreichend !
Für alle Spurenelemente hat zu gelten, dass sie sich in größeren Mengen aufgenommen im Körper anreichern und zu Giften aufbauen können - mit allen gesundheitlich Folgen !
Gymnema Sylvestre; ist auch so ein Stoff, der den Leuten als angeblicher Schlankmacher verkauft werden soll und der somit in zahlreichen Produkten dieser Art als Extrakt einer südostasiatischen Pflanze sein Unwesen treibt. Als sogenannter "Zuckertöter" angeboten soll er die Zuckeraufnahme im Blut bremsen und auf diese abenteuerliche Weise soll der Heißhunger auf Süßes gebremst werden - quasi verschwinden...
Achtung ! Die Substanz greift tief in den menschlichen Stoffwechsel ein und kann auf diese Weise mehr Schaden anrichten, als Nutzen bringen. Wenn überhaupt, so dürfte Gymnema ausschließlich als registriertes und vorordnungspflichtiges Arzneimittel auf den Markt kommen, wobei der therapeutische Nutzen in keiner Weise abschließend geklärt ist...
Aminosäurepillen; als Abnehmmittel ein ziemlich alter Hut, der von Zeit zu Zeit immer mal wieder aus den Fluten erwiesener Unsinnigkeit an die Oberfläche emporsteigt, um in meist neuerem Design dort massiv beworben umherzudümpeln. Dabei sind die Argumente der Werbestrategen ebenso falsch und unphysiologisch, wie sie alt sind...
...Schlanksein über Nacht und ohne jede Mühe; Fett baut sich von ganz allein in Muskelmasse um und auch von den Aminosäuren wird berichtet, sie würden "Negativkalorien" enthalten...
Wie ich hier bereits gesagt habe : Es gibt keine Negativkalorien (!) und Fett kann niemals nicht in Muskelmasse umgewandelt werden - erst recht nicht von allein...
Zwar sind die Aminosäuren als wichtige Bausteine des Eiweiß für den Muskelaufbau notwendig, doch ohne jede Art von Training baut sich da gar nichts auf und eine zu hohe Extraportion von Aminosäuren ist vollkommen sinnlos, da sie über den Harn wieder ausgeschieden werden muss - eine vollkommen unnötige Mehrarbeit, über die unsere Nieren alles andere, als begeistert sind. Auf Dauer ist also schon von deren Seite her im Körper mit entsprechendem Ärger zu rechnen...

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01.08.2006, 15:39
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Formula-Diätprodukte
Bei diesen handelt es sich um Suppen und Drinks aus einem Nährstoffpulver, welches man in Wasser einrührt - manchmal auch in Milch, oder in Saft und so sollen mehrere Mahlzeiten am Tag ersetzt werden. Auf diese Weise werden Kalorien eingespart und dennoch erhält der Organismus all' die Nährstoffe, die für sein Überleben wichtig sind und die er braucht. Die einzelnen Produkte nennen sich u.a. "ForteSlim", "Slim Fast", "Almased", oder "Herbalife" und allesamt zählen sie zur Gruppe der diätischen Lebensmittel, wobei deren Zusammensetzung gesetzlich klar geregelt ist und sie einer genauen Kennzeichnungspflicht unterliegen.
Nun - man kann mit diesen Produkten tatsächlich und auch rasch einige Kilo verlieren, denn man verzichtet schließlich auf eine, bzw. sogar mehrere Mahlzeiten am Tag. Allerdings verleitet der recht eintönige und (...man möge es mir nachsehen - ich bin halt auch ein passionierter Hobbykoch...) ausgesprochen fragwürdige Geschmack nicht sonderlich zum Durchhalten, was mich nicht besonders verwundert. Die kaum sättigende Wirkung tut ihr Übriges und nach dem Absetzen der Produkte geht das Gewicht ausgesprochen schnell wieder in die Höhe, wenn man sich nicht sehr umsichtig und vor allem kalorienarm ernährt.
Genau das a | |