naja, so unverstaendlich find ich das nicht. Unter dem Begriff Depression findet man relativ verschiedene Krankheitsbilder - deshalb gibt es auch verschiedene Antidepressiva.
Zum Beispiel beschrieb ich ja oben schon den bei mir auftretenden depressiven Zustand der Apathie und Teilnamslosigkeit. Hier braucht man dann ein aktivierendes Antidepressivum, damit man aus der völligen Untätigkeit herausfindet.
Meine Mutter hingegen neigte in ihren Schüben zu einer inneren Unruhe und Hyperaktivitaet, lief immer auf und ab, konnte nicht still sitzen. Bei diesen Symptomen ist dann eher ein sedierendes (beruhigendes) Antidepressivum angebracht. Ich denke mal, in der Schmerztherapie werden auch eher sedierende ADs eingesetzt.
Gibt man nun ein sedierendes Medikament einem gesunden Menschen, so wird dieser lethargischer, im Extremfall wie bei Kirschkätzchen scheinbar geschehen, gerät er dadurch in eine Depression der ersten Art. Umgekehrt passiert das sicher auch, wobei aktivierende ADs meines Wissens seltener für Krankheiten abseits des psychischen "missbraucht" werden.
Ich find es irgendwie erschreckend, dass scheinbar so viele Leute ADs zur Schmerztherapie bekommen. Man sollte doch denken, dass es dafür Schmerzmittel gäb. Die Ärzte werden schon wissen was sie tun, aber mir als psychisch Kranken wird mulmig bei dem Gedanken, einem psychisch gesunden Menschen Mittel zu verabreichen, die die Psyche verändern können.
Hi Oneira, die Dosis der AD in der Schmerztherapie sind extrem niedrig. So niedrig, dass die antidepressive Wirkung noch nicht eintritt - theoretisch. Die AD sollen die Wirkung der Schmerzmittel verstärken, sodass insgesamt weniger Schmerzmittel gegeben werden müssen.
Ausserdem geht es nicht um den normalen Kopfschmerz oder andere kurzzeitige Schmerzen, sondern um langanhaltende oder gar chronische Schmerzen. Dazu gehören Fibromyalgie, Neuropathien, Amputationsschmerzen, Chemotherapie u.ä. Kein Arzt wird (hoffentlich) auf die doofe Idee kommen, bei normalen Schmerzen AD einzusetzen.
Grundsätzlich also ein guter Ansatz. Leider funktioniert er meistens nicht. Der Körper gewöhnt sich nämlich schnell an das AD und so bleibt die erwünschte Reaktion (Verstärkung des Schmerzmittels) schnell wieder aus. Bei Amitryptilin sind das zwischen zwei und vier Wochen. Dann muss die Dosis erhöht werden, um den gleichen Effekt weiterhin zu erzielen.
Ich habe, um dem zu entgehen, eine sogenannte Schaukeltherapie gemacht. Eine Woche hab ich Amitryptilin genommen, dann eine Woche ausgesetzt, eine Woche genommen, eine Woche ausgesetzt usw. So kann man den Körper eine Zeitlang überlisten. Aber nach spätestens drei Monaten ist Schluss.
Dazu kommt, dass es nicht bei allen Schmerzmitteln funktioniert (bei Opioiden und Opiaten klappt das nämlich leider überhaupt nicht) und schon gar nicth bei allen Patienten. Da wird dann mit dem nächsten AD (bei mir Doxepin) experimentiert.
Es geht aber auch anders. Es gibt nämlich ein Mittel, welches bei vielen Patienten und bei vielen Schmerzmitteln (ausser Opioiden und Opiaten) wirkt - Johanniskraut. Schmerzpatienten, die es vertragen und nicht die Pille nehmen, sollten darauf umsteigen. Die Nebenwirkungen sind deutlich geringer als bei anderen AD, die schmerzmittelverstärkende Wirkung aber dafür wesentlich höher.
Blöd ist nur, dass es seit zwei Jahren für diesen Zweck nicht mehr verschrieben werden darf. Da aber Schmerzpatienten oftmals auch zu Depression neigen, kann es dafür verordnet werden. Mir geht es damit wesentlich besser als mit anderen AD.
Im Moment setze ich mit Hilfe von Johanniskraut mein Opioide ab. Auch Opioide können das Gewicht (aus mehreren Gründen) negativ beeinflussen. Sie sedieren (auch den Stoffwechsel!), verursachen Ödeme (weil auch das Lymphsystem schlapp wird) und sorgen für Verstopfung. Und da sie (in meinem Fall!) trotz extrem hoher Dosierung nicht den gewünschten Effekt hatten (dafür aber für ein paar Kilos verantwortlich sind), müssen sie weg.
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Hallo Lilia,
ich habe ähnlich Erfahrungen mit den ADs zur Schmerztherapie gemacht wie Du. Der einzige Vorteil war, dass ich nachts durchgeschlafen hab - dafür aber auch nen ordentlichen Überhang in den Tag hinein.
Den Tipp mit dem Johanniskraut werde ich mal testen. Es wäre ja ein Traum wenn das funktionieren würde. Danke.
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Dass es nicht um kurzfristige Schmerzen geht, ist mir schon klar. Und ich weiss auch um die Suchtproblematik vieler Schmerzpräparate und die Notwendigkeit Alternativen zu suchen.
Dass die AD so niedrig genommen werden, dass sie nicht auf die Seele niederschlagen sollen, glaub ich. Dass das in der Praxis so funktioniert, wage ich zu bezweifeln - und in dein nachgeschobenes theoretisch interpretier ich auch Zweifel deinerseits. A) duerfte es schwer sein zu sagen, ab welcher Dosis eine psychische Wirkung einsetzt, zumal das ja sicher kein Schwellwert sondern ein schleichender Prozess ist, der dazu auch noch bei jedem Menschen anders funktioniert. B) ist die Verlockung gross, die Dosis zu erhöhen, eben wenn die schmerztherapierende Wirkung nach einer Weile nachlässt, oder generell spürbar aber zu schwach ist.
Aufgrund meiner eigenen langen Krankheitsgeschichte in Punkto Depressionen, bin ich aber sicher zu hellhörig in dem Bereich.
Die meisten Menschen haben gar keine Ahnung, wie gut sie es haben, psychisch gesund zu sein.
Und ich bin mir hier mal wieder bewusst geworden, wie gut ich es hab, im wesentlichen schmerzfrei zu leben, den Horror von Dauerschmerzen kann man genauso wenig nachempfinden, wie andere sich schwere Depressionen vorstellen können.
Zurück zum Thema Abnehmen:
Gibt es moeglicherweise einen zusammenhang ala sedierend - gewichtszunahme, aktivierend - gewichtsabnahme?
(also tendentiell, dass gerade bei psychopharmaka nichts so hundertprozent zuverlaessig und proportional ist, ist mir schon klar).
Das wuerde erklaeren warum ich mit meinen aktivierenden AD damals eine merkbare Gewichtsabnahme hatte, waehrend die meisten hier eine Gewichtszunahme beschreiben, aber ihre AD meist als Schmerztherapie oder gegen akute Trauer bekommen, wozu man sicher eher sedierende AD benützt.
Zurück zum Thema Abnehmen:
Gibt es moeglicherweise einen zusammenhang ala sedierend - gewichtszunahme, aktivierend - gewichtsabnahme?
(also tendentiell, dass gerade bei psychopharmaka nichts so hundertprozent zuverlaessig und proportional ist, ist mir schon klar).
Das wuerde erklaeren warum ich mit meinen aktivierenden AD damals eine merkbare Gewichtsabnahme hatte, waehrend die meisten hier eine Gewichtszunahme beschreiben, aber ihre AD meist als Schmerztherapie oder gegen akute Trauer bekommen, wozu man sicher eher sedierende AD benützt.
Klar, der Zusammenhang ist sogar medizinisch gesichert. Die Medis sind ja nicht so schlau und suchen sich aus, was sie sedieren - leider. Da passiert es dann, dass der Stoffwechsel und das Lymphsystem mit sediert werden. Mit dem Resultat, dass der Körper nicht mehr so gut verbrennt udn dazu noch Wasser einlagert. Da kommen ruckzuck ein paar Kilo zusammen. Die Verstärken Depression oder Schmerzen und die Dosis wird gesteigert. Und so beginnt der Teufelskreis.
Viele Pillen zum Abnehmen wirken ja vom Prinzip wie Aufputschmittel (z.b. die mit Ephedrin) - also genau entgegengesetzt wie die sedierenden AD.
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Bei mir, ich hatte damals Cipralex genommen, war es eher umgekehrt!
Grad die ersten vier bis sechs Wochen musste ich essen, essen, essen weil mir sonst total übel wurde.
Ich kenne auch andere die AD's nehmen oder genommen haben und fast alle haben mehr gegessen, viele davon haben auch richtig viel zugenommen.....was aber oft an der Zusammensetzung des AD's liegt und nicht unbedingt am Essen.
LG Patricia
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Ich darf 2000 Kcal täglich zu mir nehmen, unterteilt in:
64,5 g Fett
56 - 70 g Eiweiß
280 - 294 g KH
Ich bin gefrustet. Bevor meine depressive Episode festgestellt wurde, hatte ich bewusst 5 kg abgenommen. Ohne viel Gedöns.
Dann wurde es festgestellt dass ich eine schwere Depression habe und ich wurde medikamentös eingestellt- erst mit Equilibrin, welches ich 2 oder 3 Wochen nahm. Ich habe in der Zeit wieder 2kg zugenommen, auch durch erhöhten Schokoladenkonsum usw... Nicht verwunderlich.
Dann wurde ich in der Klinik umgestellt auf Sertralin 50mg 1-0-0, welches ich bis heute nehme.
Am Anfang hab ich sogar ein bisschen abgenommen, mein Appettit war immer gleich (gut).
Als ich dann nach 3 Wochen aus der Klinik entlassen wurde, habe ich noch 3 Wochen gewartet und dann wieder das gesunde Kalorienzählen angefangen.
Und es hat sich von Anfang an eigentlich gar nichts getan.
Habe inzwischen alles durch, von 2100kcal bis 1800kcal, abends keine KH, mehr trinken, die Kalorien unterschiedlich verteilt, mehr Fett, weniger Fett, mehr EW,...
Es ist meiner Waage total egal.
Das einzige was sich an mir verändert ist die Figur durch den Sport.
Ich werde mich wohl damit abfinden müssen dass ich, solange ich Sertralin nehme, nicht abnehmen werde. Ich kann jetzt nur meinen Stoffi so gut es geht unterstützen, dass er nicht total am Ende ist wenn ich das Medikament absetzen kann. Solange behalte ich die Kalorien im Auge um wenigstens nicht zuzunehmen und sportele fleissig. Wahrscheinlich kann ich froh sein dass ich nicht zunehme.
Also ich hab auch monatelang ein AD genommen, vor allem, um meine Schlafstörungen zu bekämpfen und eben auch aus meinen Depressionen rauszukommen. Bekommen hab ich damals Mirtazapin, anfangs 30mg und am Ende war ich dann teilweise bei 90mg.
Ich hatte einen Schlafbedarf von etwa 14 Stunden, hab dadurch natürlich viel weniger gegessen und trotzdem zugenommen. Liegt wohl einfach daran, dass der Stoffwechsel bei einem solchen Hammer total runterfährt.
Mein Freund nimmt Citalopram, hat eher die entgegengesetzte Wirkung zu meinem, er schläft viel weniger als ohne Mittel, isst weniger, ist aktiver, wirkt im Grunde bei ihm aufputschend. Er hat dadurch Gewicht verloren.
Mich hat es echt teilweise noch depressiver gemacht, noch mehr zuzunehmen (war zu der Zeit ziemlich in einer ES drin und wollte unbedingt abnehmen), bis mir dann mal klar wurde, dass mehr Gewicht auf den Hüften zu haben viel weniger wiegt als psychisch total instabil zu sein und im Grunde teilweise eine Gefahr für sich selbst und/oder andere darzustellen. Denn in den allermeisten Fällen werden ADs ja verschrieben, wenn's einfach nicht mehr weitergeht und man wirklich am Ende ist.
Meine Ärztin wollte mich dann auch mal auf ein AD umstellen, das eher Gewichtsabnahme verursacht. Allerdings wäre ich da wieder Gefahr zu laufen, wochenlang überhaupt nicht wirklich zu schlafen und total aufgewühlt zu sein und hab es deswegen abgelehnt.
Ich denke, man sollte die verschiedenen Möglichkeiten mit seinem Arzt durchsprechen, und wenn man dann immer noch nicht zufrieden ist, eine oder mehrere weitere Meinungen einholen. Denn wenn ich lese, dass hier manche 40kg zugenommen haben und sich jahrelang wie "tot" gefühlt haben, da frage ich mich echt, ob der behandelnde Arzt überhaupt die Medikation richtig überwacht hat. Ich musste bspw. alle paar Wochen zu einem großen Bluttest anrücken um zu checken, ob alles ok ist.
es gibt rundsätzlich verschiedene arten von depressionen.
bei der affektiven depression zum beispiel neigt man eher dazu mehr zu essen und zuzunehmen wobei man bei den meisten anderen depressionen keinen appetit mehr hat und eher abnimmt.
genauso gibt es verschiedene behandlugnsmethoden.da dieaffektiven depressionen aber nicht den hauptanteil der depressionen ausmachen sondern eher umgekehrt, ist es eben meistens so, dass man nach AD einnahme von wenig essen auf normal oder sogar zu viel essen hochfährt, meistens nimmt man zu davon.
ne freundin von mir nimmt seit zwei monaten AD und hat schon ein bisschen zugenommen. allerdings hatte sie in ihrer depression vorher auch 10 kilo abgenommen.
so, das sind meine erfahrungen mit depressionen und antidepressiva.
Alle Depressionen sind affektive Störungen, d.h. die Stimmung ist beeinflusst. Manchmal bezeichnet man es als atypische Depression wenn jemand zunimmt und ein vermehrtes Schlafbedürfnis hat, da typisch Gewichtsabnahme und wenig Schlaf sind.
Auch Antidepressiva haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Gewicht. Aber meiner Meinung nach beeinflusst die Depression das Gewicht mehr als die Antidepressiva.
__________________ Viele Grüße Sophie
Wenn ich die Zeit die ich hier verbringe nutzen würde, um Sport zu machen,
wäre ich meinem Ziel schon viel näher.