So, den Termin hab ich hinter mich gebracht.
Zunächst schien er mir irgendwie ziemlich mies gelaunt und sehr streng zu wirken, kein Lächeln zur Begrüßung und eine eher "negative" Tonlage. Ich hab dann ein bisschen versucht das Gespräch in eine positive Stimmung zu leiten, gelang zumindest halbwegs, wenn auch nicht so richtig.
Zunächst kamen Fragen zu Vorerkrankungen, ob ich irgendwelche OPs hatte usw. Quasi nach Checkliste durch. Danach wurds interessant und er kam drauf zu sprechen, wie ich es schaffe mein Gewicht zu halten, da das viele wohl nicht schaffen. Hab ihm mein Vorgehen erläutert (Kalorien, gesunde Ernährung, Sport) und erklärt, dass ich es nun schon über zwei Jahre halte. Hat ihn wohl auf seine Art überzeugt "Hm, ok *notier*".
Nun kamen wir auf die Problematik der Fettschürze an sich zu sprechen und er wollte wissen, warum ich die OP machen möchte ("jetzt mal unabhängig von dem was hier im ärztlichen Bericht steht"). Auf die psychische bzw. optische Komponente bin ich da dann überhaupt nicht eingegangen, da mir seine Frage schon so gestellt schien, dass er nun das hören wollte um die OP unkompliziert ablehnen zu können. Ich hab viel erzählt wegen den Problemen bzgl. Reizungen, Nässe und Juckreiz, gerade wenn es warm ist, im Sitzen usw.
Dann fragte er noch, ob ich puder und was ich sonst noch so mach um dem vorzubeugen. Ich hab ihm erklärt, dass ich zwar puder, dass das aber auch nicht den ganzen Tag hält und Eincremen auch nur die schon entstandenen Probleme lindert, aber nicht beseitigt.
Logischerweise wollte er den Bauch dann auch sehen. Heute kam mir zugute, dass auch wirklich ein Problem in Form von Rötungen und kleinen Pickelchen da war - optimales Timing, wenns natürlich auch nicht so richtig extrem aussah, aber immerhin. Da hat er nichts erzählt, sondern nur geguckt, meinen Bauch abgetastet und ein wenig abgehört. Danach noch kurz gewogen und erledigt.
Im Gespräch danach fing er an, ob ich die Rechtssprechung des BSG zu Kostenübernahmen usw. kenne - bla bla. Wenn man entstellt ist, würde es ja auch übernommen werden, davon kann bei mir aber ja keine Rede sein. Aber das war mir eh bekannt und über die Thematik krieg ich das ohnehin nicht übernommen. Also hab ich dann nochmal versucht zu punkten, indem ich das Thema mit Humor abgehakt hab ("Wenn Sie das schreiben würden, wäre ich aber auch beleidigt"). Da kam dann ein kleiner Lacher bei ihm auf, bei seiner starren Art war das nicht zu erwarten.
Ansonsten meinte er, dass er den Bericht der Krankenkasse so schicken werde (d.h. Rötungen usw.), er aber eher keine Übernahme der Kosten sieht, wobei das dann die Krankenkasse zu entscheiden hat und er nur den medizinischen Bericht fertigt.
Er führte noch aus, dass er meinen Wunsch nach einer OP sehr gut verstehen kann, die Krankenkasse mir aber wohl eher empfiehlt einfach dauernd zu pudern. Dem entgegnete ich, dass ich auch nicht alle zwei Stunden pudern kann, gerade wenn ich in naher Zukunft mein Studium abgeschlossen hab und beruflich tätig bin.
Weiter erklärte er, dass sie Kosten für eine OP auch nicht so hoch sind und man diese durchaus selbst tragen kann. Meine Reaktion darauf war dann, dass ich die in 5 Jahren natürlich auch selbst bezahlen kann, nur was mach ich die nächsten 5 Jahre? Mit Rötungen und Juckreiz leben und alle zwei Stunden pudern? Das wird gerade mit meinem Beruf nur sehr schwer vereinbar sein. Auf die optische Komponente ging ich auch ein, allerdings eher auf die Art, dass ich damit die nächsten 5 Jahre schon irgendwie rumkrieg, auch wenn es nicht einfach ist und man gewisse Einschränkunen hat. Damit wollte ich ihn endgültig von der Meinung abbringen, dass ich die OP einfach nur aus ästhetischen Gründen will. Dann war das Gespräch auch beendet und als ich rausging, war ein leises "Hmmm." zu hören, vllt. konnte ich seinen Bericht mit meinen Ausführungen zum Schluss also noch in eine etwas positivere Richtung lenken.
Nun heißts erstmal abwarten auf eine Reaktion der Krankenkasse. Momentan stell ich mich allerdings auf eine Ablehnung ein und überleg mir schon einen entsprechenden Widerspruch, welchem ich dann etwas mehr Erfolgschancen geb.
@najica
Ich hoffe, bei dir läuft/lief alles glatt.
