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22.04.2008, 18:21
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Kennt sich schon aus...
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Registriert seit: 31.12.2007
Ort: nähe Dresden
Beiträge: 471
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eigentlich mehr traurig
Meine Eltern sticheln ständig, weil ich kein Fleisch mehr essen möchte. Früher hab ich zumindest Hähnchen gegessen, aber das schmeckt mir inzwischen auch nicht mehr.
Gestern stand ich grad in der Küche und hab mir Abendbrot gemacht (Reispfanne mit Gemüse) und hab aus Witz zu meiner Mutti gesagt: "Ich glaub, im Studium gibts bei mir jeden Tag Reispfanne."
Sie: "Ich hätte bloß die Sorge, dass du da keine Mangelerscheinungen bekommst."
Ich: "Nö, für Eiweiß gibts ja Quark, Milch und so und für Fett esse ich Nüsse, Öl...."
Sie: "Und was isst du für Fleisch?"
Danach war erstmal funkstille.
Dasselbe grad eben wieder, gestern haben meine Eltern Bratwürste und Steaks mitgebracht. Ich hab also heute gefragt, ob wir bald wieder grillen wollen.
Mutti: "Wir würden ja gerne, aber wenn wir bloß zwei sind, die essen."
Ich: "Ich hab kein Problem damit, ich kann ja Käseschnitte und so essen.
Mutti: "Ja klar..." (in ziemlich genervtem Tonfall)
Hab dann noch vorgeschlagen, man könnte ja Folienkartoffeln auf den Grill legen, sie hat mich immernoch komisch angeschaut bis ich erwähnt hab, dass da noch bisschen Kräuterbutter mit rein kommen würde. Von gegrillten Bananen wollte sie überhaupt nichts wissen.
Sowas hab ich so oft, Papa hat mir vor kurzem erzählt, zuviel Gemüse und Obst wäre ungesund, da hab ich gefragt, was man denn dann noch essen darf. Darauf er: "Wie wär's mit 'nem schönen Schnitzel?"
Oder er fragt mich abends, ob er mir zum Abendbrot ein schönes Steak machen soll.
Ich muss leider auch zur Verteidigung meiner Eltern anmerken, dass ich wohl haarscharf an einer Essstörung vorbeigeschramt bin und ihnen was das Essen anging manchmal sehr Sorgen bereitet habe. Ich esse jetzt seit Neujahr gesund, hab zu Ostern ganz normal Kuchen und auch Klöße mit Soße gegessen, hab mir beim Einkaufen 'ne Stange Toblerone mitgenommen, benutze zum Kochen täglich Öl und nehm mir zu Nudeln auch mal Käse oder ess vom überbackenen (in Semmelmehl gewälzt und in Öl angebraten) Blumenkohl mehr als nur ein Röschen.
Ich kann ja verstehen, dass sie sich immernoch Sorgen machen, ich könnte rückfällig werden, aber wie soll ich ihnen denn noch beweisen, dass ich über'n Berg bin?
Mein einziger Trost ist, dass ein guter Freund von mir ebenfalls damit zu kämpfen, dass er Vegie hat und ich nicht allein solche Probleme habe.
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The world's a stage and all the men and women merely player.
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22.04.2008, 18:56
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Der Geist ist willig...
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Registriert seit: 27.08.2006
Beiträge: 18
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Hallo Vogu,
warum isst du denn kein Fleisch mehr? Aus Überzeugung oder weil es Dir einfach nicht schmeckt?
Ich bin inzwischen seit 14 Jahren Vegetarier aus Überzeugung und meine Werte beim Arzt sind immer top-da müssen Deine Eltern also keine Angst haben. Meine Mama hat am Anfang aber auch ständig gestichelt und hat auch nicht geglaubt, dass meine neue Ernährung von Dauer sein wird. War sie aber und inzwischen haben sich alle an meinen "Tick" gewöhnt. "Tick" deswegen, weil es bei mir eigentlich auch niemand so richtig versteht bzw. nachvollziehen kann, das ist mir aber egal...
Natürlich musst Du trotzdem aufpassen, dass Du Dich vollwertig ernährst und da ich selber einen Sohn habe, kann ich mir vorstellen, dass Deine Eltern sich Sorgen machen. Aber Du kannst Ihnen auf Dauer ja zeigen, dass eine ausgewogene vegetarische Ernährung sehr gesund ist und zu keinerlei Mangelerscheinungen führt.
Außerdem gibt es super leckere vegetarische Rezepte, mit denen man auch eingesessene "Fleischfresser" von gesunder pflanzlicher Nahrung überzeugen kann. Mein Mann, der überzeugter Fleischesser ist, liebt z.B. Nudeln mit vegetarischer Bolognese oder vegetarische Aufläufe. Koch Deinen Eltern doch mal was Leckeres...
Auf jeden Fall viel Spass beim gesunden Essen!
LG, Silvester
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22.04.2008, 19:09
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Spitzen Naschkatze
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Registriert seit: 31.05.2005
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Beiträge: 743
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Ich denke, deine Eltern haben wirklich Angst, dass du rückfällig wirst, da hast du schon völlig Recht mit deiner Einschätzung.
Da hilft nur: Reden, reden, reden. Setz dich mit ihnen in Ruhe zusammen. Sag ihnen als Erstes, dass du verstehst, dass sie sich um dich sorgen und du das in gewisser Weise auch schön findest.
Erklär ihnen, dass du daraus gelernt hast, aus dem, was passiert ist und dass du es nicht mehr so weit kommen lassen wirst. Zeige ihnen vor allem, worauf es dir bei deiner neuen Ernährungsweise ankommt und vor allem: Worauf nicht!(möglichst wenige Kalorien zu dir zunehmen oder was sie auch immer denken mögen) Bitte sie um Verständnis für deine Entscheidung und bitte sie auch darum - ganz wichtig! - dir zu vertrauen.
Auf jeden Fall: Zieh deinen fleischlosen Ernährungsplan einfach weiter durch, wie du denkst. Vielleicht etwas demonstrativer, indem du dir eben ab und zu auch mal was Fettiges oder Süßes gönnst (nur ab und zu!), um ihnen zu zeigen: Ich bin nicht essgestört!
Liebe Grüße,
Romy
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Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker.
Es ist nicht schlimm, zu fallen. Viel schlimmer ist es, nicht mehr aufzustehen.
:kiss: *vale* HDGDL
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24.04.2008, 16:46
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Kennt sich schon aus...
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Registriert seit: 31.12.2007
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Beiträge: 471
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Danke euch beiden.
@Silvester
Ich mag Fleisch einfach nicht, habs schon früher nie besonders gern gegessen und inzwischen sogar ekel davor, was "sehniges" zu essen.
Ich hab Mutti schon vorgeschlagen, mal für uns zwei Reis-Gemüsepfanne zu kochen, wenn wir Urlaub haben, Papa mag Reis nicht so gern. Mal schauen, was draus wird.
Mit vegetarische Bolognese brauch ich nicht kommen, da wäre die ersten Frage, was da statt Hack drinne ist und sobald ich Tofu sage, sitz ich allein am Tisch bzw. darfs alleine essen.
@AngelofDarkness
Zumindest das Demonstrative ist schon geplant: Bei mir ist bald wieder Erdbeerwoche, da nehm ich mir vom Einkaufen 'ne Tüte Colorados mit. Ich ess den ganzen Monat nichts an Süßigkeiten, da wird so ein "Zuckerschock" klar gehen. Blöd bloß, dass meine Eltern Gummibärchen nicht als Süßigkeiten sehen und mich an Schokolade überhaupt nichts reizt. Zitat: "Davon [Haribo] kannst du essen, bis es dir zu den Ohren rauskommt".
Gleich noch was anderes, was mich ziemlich beschäftigt:
Ich hab gestern erfahren, dass meine Nichte im Krankenhaus liegt mit Verdacht auf Gehirnerschütterung. Meine Schwester meinte, sie wäre ständig nur am Brechen und würde überhaupt nichts mehr essen. Ich mache mir so Sorgen um sie. Die kleine Maus hat so schon Untergewicht. (20 Monate alt, 7kg und normal wären wohl ca. 10-12kg) Wenn die jetzt auch noch paar Tage nichts isst und alles andere wieder rausbringt ....
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The world's a stage and all the men and women merely player.
Geändert von Vogu (24.04.2008 um 16:50 Uhr).
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24.04.2008, 19:26
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Naschkatzen Goldi
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Hm naja, also ich kann deine Eltern schon verstehen. Immerhin hattest du 1. fast ne ES und 2. bist du offensichtlich beim Essen auch nicht gerade einfach, da ist es klar, dass sie irgendwann genervt darauf reagieren. Klar ernähren sich die meisten "Durchschnittsmenschen" auch nicht so super gesund, aber Eltern machen in Sachen Ernährung grad bei solchen Fällen einiges mit "Ich esse das nicht, das hat zu viel Kalorien, ich mag dies nicht, das hat zu viel Fett, ich will kein Fleisch" usw. Anscheinend ist bei deinen Eltern jetzt ne Grenze erreicht, wo sie auch keinen Bock mehr haben und dich deshalb eben nicht weiter unterstützen. Vielleicht ändert sich das ja wieder, wenn erstmal weng Zeit vergangen ist und du nicht mit weiteren Extra-Essenswünschen kommst  .
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