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  #1 (permalink)  
Alt 12.04.2008, 14:21
Ist öfters hier...
 
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...mich meine Lebensfreude immer mehr verlässt

Heute Morgen bin ich wieder aufgewacht und sollte eigentlich froh sein, dass Wochenende ist. Aber ich weiß überhaupt nichts mit mir anzufangen, weil ich weiß, dass ich dann wieder nur traurig und deprimiert durch die Stadt laufe und gar nicht weiß, was ich da eigentlich will.

Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich in einem 50 000-Einwohner-Kaff wohne und man hier nichts machen kann. Wenn ich manchmal (was eher selten vorkommt) im Urlaub in einer Großstadt bin, bin ich viel selbstzufriedener mit mir selbst. Wenn einem langweilig ist, kann man einfach rausgehen und das Großstadtgetümmel beobachten. Aber hier sehe ich einfach immer weniger Gründe, das Haus zu verlassen. Ich fahre zwar fast jedes Wochenende in die nächst größten Städte (Mannheim oder Heidelberg), aber kaum bin ich dann dort, frag ich mich, was ich hier machen soll. In Geschäfte gehen ? Kaffee trinken ?

Leider geben mir menschliche Kontakte auch nicht mehr das, was sie mir früher gegeben haben. Zu 2. finde ich es auch nicht immer lustiger als alleine. Für manche klingt es vielleicht komisch, aber ich finde es manchmal anstrengend mich mit anderen zu treffen. Weil ich oft meine miese Stimmung und Traurigkeit überspiele, um andere nicht zu nerven. Wofür lebe ich eigentlich ? Für die Schule, um die sich mein ganzes Leben dreht ? Ich weiß es nicht...

Ich weiß nur, dass ich oft weine und mir wünsche, dass ich wenigstens mal einen Morgen aufwache, an dem ich mich freue, aufgewacht zu sein. Und dass ich einmal wieder etwas Lebensfreude spüre.

Und ich weiß nicht, ob da wieder eine Depression im Anmarsch ist, aber ich drücke mich schon seit Jahren, mir Hilfe zu holen. Wenn ich Filme schaue, träume ich mich immer da hinhein und wünsche mir, dass mein Leben so wäre.

Also, was soll ich heute machen ? Ich hab einfach keine Lust auf nichts.
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  #2 (permalink)  
Alt 12.04.2008, 14:31
Ist öfters hier...
 
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Hey Du ,

das tut mir schon ein bißchen weh, wenn jemand so etwas schreibt. Vielleicht solltest Du doch mal mit jemand "Professionellen" sprechen, wenn das nicht besser wird.

Jeder hat mal eine schlechte Phase, aber sie sollte auch von alleine wieder gehen.

Bei mir scheint die Sonne und ich war vorhin draussen und habe den Frühling genossen, die Blumen angeschaut, mich über die Vögel gefreut und einen Kaffee mit einer Bekannten auf ihrer Terasse getrunken. Sonne hilft oft, wenn man deprimiert ist. Also, wenn sie sich bei Dir zeigt: Raus mit Dir.

Ansonsten bauen mich immer Wohlfühlnachmittage auf: schön duschen/baden, Haar- und Gesichtsmaske, schön eincremen und mal ne neue Frisur ausprobieren.

Ich drücke Dich ganz doll und wünsche Dir ein noch schönes Wochenende!!!
Liebe Grüße
Tatum
__________________

Geändert von Tatum (12.04.2008 um 14:32 Uhr). Grund: ...jaja, die Rechtsschreibung...
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  #3 (permalink)  
Alt 12.04.2008, 14:36
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Naschkatzen Goldi
 
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hei du

hm,ich versteh dich,mir gets genau so,seit etwa 8 jahren oder so was!!!
ich wohne in einem kaff,das nicht mal ein dorf ist weils so wenig einwohner hat!
ich stehe morgensauf und weis das es ein stink langweiliger tag wird der mich ned glücklich machen wird! genau am wochenende!! ich hab eja ned mal ein wochenende,sondern nur der sonntag! ich lebe im prinzip nur um zu arbeiten!!! oder anders gesagt ich mache nix auser arbeiten,essen und schlafen!!
ich geh auch ned gerne weg weils mir aufen sender geht immer gute miene machen zu müssen obwohl ich lieber daheim im dunkeln sitzen und weinen würde!!
ich weine im prinzip jede nacht,ich bin nie richtig glücklich! undw en mich mal was glücklich ist geht das nur kurz und die scheiss stimmung ist wieder da!!
ich weis das ich derbe depris hab.aber ich weis ned wie ich das endern soll!
also du merkst,ich versteh dich,du bist ned alleine!!
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  #4 (permalink)  
Alt 12.04.2008, 14:43
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Frischling
 
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Ab zum Hausarzt!
Lass Dir erstmal Johanniskraut verschreiben (wenn Du das noch nicht hast), und dann beantrage bitte einen Besuch beim Psychater. Das klingt jetzt so krass, aber nur der darf Dir richtige Medikamente verschreiben.
Auch um eine Verhaltenstherapie solltest Du Dich kümmern - schließlich machst Du schon seit Jahren mit diesen Problemen rum. D.h., Du musst grundsätzlich etwas ändern.

Ich weiß, Medikamente und Therapie, das klingt jetzt so furchteinflössend. Mit dem Psychodoc verbindet man auch eher Menschen, die einen an der Waffel haben. Und wahrscheinlich glaubst Du immernoch daran, dass Du da selbst rauskommen kannst und Dich nur anstellst.
Aber eine Depression ist eine richtige, eine anerkannte Krankheit - wie chronische Bronchitis etwa. Nur dass eine Depression von außen nicht sichtbar ist, meist schleichend kommt. Viele geben sich selbst die Schuld an ihrem Zustand und werden wegen ihrem "Rumgejammer" und ihrer Antriebslosigkeit auch von anderen verurteilt.
Aber alleine kommt man da nicht raus. Dieses Rumjammern, diese Antriebslosigkeit, dafür kann man nichts.

Die Medikamente, die helfen Dir, dass es Dir erstmal besser geht. Und dann kannst Du mit Hilfe der Therapie das anpacken lernen, was Dich in Deinem Leben so belastet, dass Du schon seit Jahren immer wieder unter depressiven Stimmungen leidest.
Bitte hol Dir diese Hilfe! Du hast sie Dir verdient! Ich leide selbst seit drei Jahren unter einer Depression, und hätte ein Jahr sparen können, wenn ich mir gleich Hilfe geholt hätte. Bei mir wurde es auch durch die Schule ausgelöst (Abistress).
Stell Dir einfach mal vor, diese depressiven Phasen wären irgendwann vorbei. Oder viel kürzer, in viel größeren Abständen und viel leichter. Und ansonsten würde es Dir gut gehen! Ist das nicht eine tolle Vorstellung? Mich motiviert das. Heute ist es schon viel besser, und ich will mich nie wieder so schrecklich fühlen wie noch vor einem Jahr.

Also, das bist Du Dir doch schuldig! Geh, hol Dir Hilfe!
Viel Erfolg dabei!
alles alles Liebe, a. Moppel
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Eure Meinung zu mir und meinem Tagebuch!


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  #5 (permalink)  
Alt 13.04.2008, 20:38
Ist öfters hier...
 
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Hallo,

Ich danke euch für eure Antworten.

Einer der Gründe, der mich daran hindert, zum Arzt zu gehen, ist u.a., dass wir hier in einer kleiner Stadt wohnen und mein Vater selbst Arzt ist (Orthopäde). Sein Name ist hier relativ bekannt und ich werde auch öfter gefragt, ob ich seine Tochter bin. Es ist mir unangenehm zu einem Psychologen zu gehen, der vielleicht weiß, dass ich seine Tochter bin und so viele Details zu verraten.
Wenn ich nicht wüsste, dass mein Vater sowieso von vornehinein dagegen wäre, dass ich Medikamente, beispielsweise Antidepressiva nehme, dann wäre ich vielleicht auch schon früher zum Arzt gegangen. Da ich leider Minderjährig bin, müssen die Eltern immer bei sowas informiert werden.
Und er würde mir einen Vogel zeigen, wenn erhört, dass ich sowas nehmen möchte.
Das Tolle ist ja, dass meine Eltern gar nicht richtig wissen, WIE schlecht es mir wirklich geht. Sie sehen zwar immer, dass ich bei Streitereien z.B. sehr schnell anfange zu heulen und auch sehr oft, aber denkt ihr, die kommen mal hoch, um mich zu trösten ? Die machen dann gerade weiter. Und sie sehen auch, dass ich oft unglücklich schaue und öfter schweigend am Tisch sitze ohne mich an den Gesprächen zu beteiligen.
Aber wenn meine ältere Schwester heult, was sehr selten vorkommt, heißt es, "du kannst dich mal entschuldigen, ich glaub, sie weint". Und was ist mit mir ? Interessiert es da keinen ?
Ich kann mit ihnen über sowas nicht richtig reden und ich wüsste auch nicht, wie ich da anfangen soll.
Ich mache ihnen auch immer noch oft Vorwürfe, dass sie selber Schuld an diesem Mist sind, weil wir vor 7 Jahren umgezogen sind. Ich wurde mit 10 aus meiner Heimat gezogen, dort war einfach alles perfekt. Und jetzt sitze ich in diesem Kaff. Ich war um die 5 Jahre ganz alleine, hatte keinerlei Kontakte, NIE jemanden, mit dem ich reden konnte, verabredet hab ich mich so gut wie nie. Und ich bin fett geworden. Damals fing das alles an, dass ich immer unglücklicher wurde. Als ich vor 2 Jahren die Schule gewechselt habe, wurde alles etwas besser, ich hab seitdem viele Kontakte geknüpft, aber die richtigen Freunde waren nie dabei.
Wenn es mir mal wieder scheiße geht, schiebe ich alles auf den Umzug, denn sonst wäre es vielleicht nie so weit gekommen. Und auf mich, weil ich mir die Kilos selber angefressen habe, die auch einen Großteil dazu beitragen.

Ich merke jedes Jahr, dass ich immer unglücklicher werde. Bei bestimmten Anlässen, also Ostern, Weihnachten, Geburtstage usw. denke ich, dass die letztes Jahr noch viel schöner waren.

Im Übrigen war ich gestern nicht mehr draußen. Nur heute einmal kurz...

@ Tatum

Ich bade auch sehr gerne, wenn es mir schlecht geht und verwöhne mich etwas mit Masken usw. Hab ich heute auch wieder. Trotzdem kann ich den Frühling nicht genießen, weil ich weiß, dass bald wieder der Sommer kommt, indem ich aufgrund meiner Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen) kaum noch das Haus verlassen werde.

@ blackrose

Mir geht es genauso. Ich hasse es, morgens aufzuwachen und nicht zu wissen, was man machen soll und dass man in diesem Kaff gefangen ist. Machst du das auch alles mit dir alleine aus, ohne professionelle Hilfe und ohne Psychologen ?

@ anonymesMoppel

Bei mir wurde ein Großteil auch durch den ganzen abartigen Stress in der Schule verursacht, schon von der 5. Klasse an jetzt bis zur 10., in der ich gerade bin. Ich habe dazu auch mal einen Thread geschrieben, weil ich einfach so verzweifelt war. Dieser hier (http://diaet.abnehmen-forum.com/priv...4-burnout.html). Ich denke, du verstehst das, was ich dort beschrieben habe, oder ?
Hilft dir das Johanneskraut ? Was für Nebenwirkungen gibt es ?

Ihr Lieben, ich könnte jetzt stundenlang weiterschreiben, aber es ist schon wieder viel zu lange geworden. Danke für's Zuhören.
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  #6 (permalink)  
Alt 13.04.2008, 20:55
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Naschkatzen Goldi
 
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ja,ich versuch es zumindest!!!
ich bin schon besser "dran" als noch vor jahren! da hatte ich tägllich selbstmordgedanken..2 mal hab ichs wirklich veruscht! das war vor wie gesagt etwa 5-8 jahren.fieng bei mir also ca mit 10 an!!!
heute ist das anders,mein schatz hift mir da sehr!! ok,zwischendurch denk ich das es doch alles keien sinn hat!!! dan kommt mein schatz und ich weis das ich wenigstens für ihn wichtig bin und für ihn lebe!!!!
aber gut geht es mir immer noch ned,und das wird sich woh auch nie ändern
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  #7 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 00:17
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Bei mir wurde ein Großteil auch durch den ganzen abartigen Stress in der Schule verursacht, schon von der 5. Klasse an jetzt bis zur 10., in der ich gerade bin. Ich habe dazu auch mal einen Thread geschrieben, weil ich einfach so verzweifelt war. Dieser hier (http://diaet.abnehmen-forum.com/priv...4-burnout.html). Ich denke, du verstehst das, was ich dort beschrieben habe, oder ?
Hilft dir das Johanneskraut ? Was für Nebenwirkungen gibt es ?
Es hat mir geholfen. Nebenwirkungen hat es so gut wie keine - so weit ich weiß. Lediglich die Wirksamkeit der Pille soll herabgesetzt bzw beeinflusst werden - so geht das Gerücht, bewiesen ist nichts.
Aber google lieber mal, da erfährst Du sicher mehr und Genaueres.
Ich habs letzen Endes für ein richtiges Antidepressiva abgesetzt, weil es eben nur für leichte Stimmungstiefs geeignet ist und mir nicht ausreichend geholfen hat. Aber es hat geholfen - ich konnte zum ersten Mal wieder lachen, wieder auf Menschen zugehen.

Ja Du, ich verstehe das, was Du da beschreibst.
Nur dass das bei mir "bloß" zwei Jahre so ging und meine Eltern Bescheid wussten.
Du schreibst, dass Deine Eltern es gar nicht kümmert, wenn Du weinst oder still bist. Aber schließlich bist Du das schon seit 5 Jahren, oder?
Ist ihnen überhaupt bewusst, das etwas nicht mit Dir stimmt, dass es Dir so schlecht geht? Ich habe beim Lesen Deiner beiden Themen den Eindruck, als würden sie versuchen, mit Dir zu reden ("Du hättest doch mehr lernen können/sollen"), Du aber gar nicht richtig darauf eingehst bzw dazu schweigst....weil Du Dich unverstanden fühlst, und denkst, sie müssten allein drauf kommen.
Aber Eltern sind nunmal keine Hellseher. Auch die brauchen es, dass man mit ihnen redet und ihnen sagt, was los ist. Gedankenlesen kann leider niemand, wie ich auch schon lernen musste.

Willst Du nicht auf Deine Eltern zugehen, Dich mit ihnen hinsetzen und ihnen sagen, wie und warum Du Dich so fühlst?
Dass Du Dich seit 5 Jahren quälst, alles nur noch Verpflichtungen sind, Du täglich Angst hast und nicht ordentlich schlafen kannst usw usf?
Ihnen muss einfach bewusst werden, wie schlecht es Dir wirklich geht! Und das kann es nicht, wenn sie Dich den ganzen Tag nicht sehen (weil Du in Deinem Zimmer bist) und nur so wenig von Dir wissen (dass Du sitzen bleibst aber nicht warum).

Dann können sie Dir besser helfen, mehr auf Dich eingehen. Und wenn sie am Anfang mit Unverständnis reagieren - lass Dich nicht davon entmutigen! Sag und zeig ihnen immer und immer wieder, wie schlimm das Leben für Dich ist. Sie werden Dir helfen wollen, wenn sie erst begreifen.
Jemand, der nicht depressiv war/sich damit nicht auskennt, tut sich anfangs etwas schwer damit....aber schließlich sind sie Deine Eltern.


Ich halte übrigens auch nichts davon, dass Du die Schule schmeisst und auf eine Realschule gehst. Mir gehts genauso wie Dir: wozu tut man sich den ganzen Scheiß an? um dann doch aufzugeben?
Genau aus dem Grund bewerbe ich mich für mein Studienfach ausschließlich bei Universitäten, nicht bei FH's - obwohls davon mehr in meiner Nähe gäbe. Aber DAFÜR hab ich mich nun wirklich nicht durch dieses schreckliche Abi gequält.


Was mich auch wundert: wieso hast Du Angst, dass Deine Hausärztin/ein Psychologe Deine persönlichen Probleme herumposaunt?
Selbst in einem kleinen Ort darf das nicht sein - Deine Ärztin hat, wie jeder andere Arzt auch, ihre Schweigepflicht! Selbst Deine Eltern dürfen eigentlich nicht benachrichtigt werden, obwohl Du minderjährig bist. Sonst könnten sich Mädchen unter 18 ja nie die Pille verschreiben lassen, wenn ihre Eltern das nicht wollen!
Und dass Du Deinen Lehrern nur so wenig vertrauen schenkst, ist auch schade. Ich habe das lange Zeit auch getan, erst kurz vor dem Abi habe ich mit einem Lehrer darüber geredet, dass ich depressiv bin. Und plötzlich haben sie mir alle geholfen, alle wollten, dass ich mein Abi schaffe.
Es war zwar schrecklich für mich, meine Hilflosigkeit zugeben zu müssen - aber es hat mir nur Vorteile gebracht.
Glaubst Du nicht, dass das bei Dir auch so klappen könnte?
Ich will Deine Befürchtungen nicht runterspielen, ich kann sie gut verstehen - obwohl ich in einer größeren Stadt lebe. Aber ich habe mich und meine "Meinung" oft selbst in Frage gestellt - und das hat mir gut getan, denn so konnte ich wieder objektiver sehen.
Alles, worum ich Dich bitte, ist, dass Du Dich fragst: wie berechtigt sind meine Ängste? Was kann im schlimmsten Fall passieren? wie kann ich das Risiko auf ein kleinstmögliches Maß reduzieren?

Denn wenn Du weiterhin nur sagst: das geht nicht, weil... dies geht auch nicht, weil...
wirst Du nie etwas tun. Und fest steht: Du musst etwas tun. Da wirst Du mir sicher Recht geben.
Ich schick Dir einen lieben Drücker!
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  #8 (permalink)  
Alt 30.04.2008, 19:43
Ist öfters hier...
 
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Hallo Du,

Entschuldige, dass ich so lange nicht geantwortet habe. Ich war sehr im Stress.

Darf jeder Arzt Johanniskraut verschreiben oder muss ich zu einem Nervenarzt ? Dort betragen die Wartezeiten meistens 4-6 Wochen. Ein Versuch ist es bestimmt wert, schließlich kann es mir damit nur besser gehen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob meine Eltern wissen, dass es mir oft schlecht geht. Das Schlimme ist, dass ich glaube, dass sie oft nur zu 2. über die ganzen Situationen reden, aber offen auf mich zuzugehen und zu fragen, was mit mir los ist, tun sie nicht.
Wenn ich mal wieder heule und total aggressiv bin, muss ich mir von meiner Schwester anhören, dass ich mal "zum Psychiater" gehen soll, mein Bruder sagt mir, dass ich spinne und meine Mutter meinte letztens zu mir, ich sollte vielleicht mal eine Psychotherapie machen, weil mir das helfen könnte. OHNE dass sie überhaupt weiß, was mit mir los ist. Wenn ich ihnen im Streit mal wieder an den Kopf werfe, dass sie keine Ahnung haben, wie es ist, morgens wie tot aufzuwachen, in die Schule zu gehen, zu essen, zu lernen und wieder zu schlafen und auf nichts Lust zu haben (ist Milde ausgedrückt) gehen die gar nicht darauf ein. Meistens verschwinde ich dann in mein Zimmer und wir reden nicht mehr darüber.

Doch, ich habe meinen Eltern oft genug erklärt, dass ich dieses erste Halbjahr und letztes Schuljahr gelernt hab wie eine Blöde und mir sonst was aufgerissen habe. Aber für sie steht alles fest, ich war ja so faul, hätte ich was getan, wären bessere Noten rausgekommen.
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht dazu aufraffen, mit ihnen zu reden oder mir von woanders Hilfe zu suchen. Meistens, so blöd es klingt, bin ich viel zu fertig (physisch) und müde, um das zu tun. Andererseits weiß ich auch, dass es so nicht weitergehen kann.

Übrigens habe ich leider doch auf eine Realschule gewechselt, schon vor 3 Monaten, kurz vor dem 2. Halbjahr. Sonst hätte ich vermutlich die 10. wieder nicht geschafft. Ich wurde immer gewarnt, dass ich, wenn ich erstmal Weg vom Gymnasium bin, nicht mehr so leicht hochkomme. Meine Noten sind zwar deutlich besser geworden und ich hab mich gut eingelebt, aber der Schnitt wird nicht reichen, um wieder hochzugehen. Dumm gelaufen...
Mir bleibt wohl nur noch das Fachabi und selbst da ist es nicht sicher, ob das klappt, weil bestimmte Noten gefordert werden, die ich in Mathe leider nicht hab. Auf allen staatlichen Berufsschulen sind die Anmeldungen gelaufen, mir bleibt nur noch eine Private, wo ich evtl. noch kurzfristig genommen werden.
All der Stress, die Sorgen seit der 5. Klasse waren also fast "umsonst". Ich führe das am besten nicht weiter aus sonst fange ich wieder an zu heulen.

Wie ist es eigentlich bei dir im Moment ? Haben die Ängste nach dem Abi nachgelassen, oder sind sie immer noch da ?
Ich hab wahnsinnige Angst davor, dass sie mich mein ganzes Leben begleiten werden.

Ich glaube nicht, dass meine Hausärztin meine Probleme herumposaunen wird, aber ich habe nicht genug Vertrauen zu ihr, um ihr so etwas zu erzählen. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie mich eh für eine Hypochonderin hält und sich denkt "jetzt kommt die schon wieder mit etwas Neuem an". Ich werde wahrscheinlich eher zu meinem Neurologen gehen.
Aber ich finde nicht den Mut dazu, weil ich überhaupt nicht wüsste, wo ich anfangen soll...

Im Übrigen war ich, seit ich diesen Thread eröffnet hab, an den Wochenenden kaum draußen. Jetzt habn ich 4 Tage frei und sollte mich eigentlich darüber freuen, aber ich weiß überhaupt nicht, ob ich mich zu irgendwas aufraffen kann

Huch, ich schreibe hier echt Romane. Jedenfalls danke ich dir sehr für deine aufbauenden Worte, die haben mir etwas weitergeholfen. Und es tut gut zu sehen, dass es anderen auch so geht

Liebe Grüße
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  #9 (permalink)  
Alt 01.05.2008, 15:52
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Ort: niedersachsen
Beiträge: 169
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klingt komisch...

aber auch hier mal wieder , auch wenns langweilig klingt...schon mal mit sport versuch...
bitte erst lesen...Ausdauertraining

wenn ich mich schlecht fühle ,unzufrieden mit mir, der welt bin, mach ich sport. ich setzte mir ziele(nicht zu hoch),aber am ende, wenn ich fertig bin,ist mein selbstbewusstsein wieder oben...

lg
__________________
„Nur wer selbst leidet, ändert etwas am Lebensstil!“
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  #10 (permalink)  
Alt 01.05.2008, 17:11
Benutzerbild von Fete Sau
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Beiträge: 66
Mir ist es auch den ganzen Tag langweilig. Das einzige was mir hilft sind Inlineskaten und mit dem Fahrrad durch die Gärten ziehen. Ich bin ganz neu in der Stadt und kenne kein Schwein. Ausserdem wohne ich in einer billigen umgebauten Waschküchenwohnung weil ich mir noch nichts anderes leisten kann. Ich hoffe dass ich in spätestens einem Jahr endlich in eine WG ziehen kann. Dann wäre ich das Problem mit der Wohnung weg und hätte endlich Menschen um mich. Ürigens wohne im UG. Komm mir manchmal vor wie ein Affe im Zoo. alle schauen hinein und die Vorhänge will ich auch nicht immer zu haben. Da vereinsamt man dermassen dass man im Geschäft in der Pause kein Wort redet. Jetzt gehe ich 3 mal am Tag einkaufen damit ich wenigstens ab und zu was unternehme.
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