Ich hatte heute mein erstes Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz für nächstes Jahr - als Kinderkrankenschwester.
Ich war für 13.30 Uhr bestellt.
Kurz vor 13 Uhr saß ich schon vor dem genannten Zimmer und hab gewartet. Insgesamt waren immer 4 Leute bestellt für einen Termin - einmal Kinderkrankenschwestern, einmal Krankenschwestern, und so weiter. Ich sah drei Schwünge Kranken- und Kinderkrankenschwestern kommen und gehn - und ich blieb sitzen. Ich machte zwei Raumwechsel mit, doch auf meine Nachfrage bekam ich die Antwort "Nein, wir haben Sie nicht vergessen, das hat schon seine Richtigkeit".
Um 14:45 Uhr kam ich endlich dran.
Ich durfte über meine Schulbildung erzählen, über meine Erfahrung mit Kindern als Aupair, etc.
Danach schaut mir die Schulleiterin ins Gesicht:
"Aber im Krankenhaus haben Sie noch nicht gearbeitet? Nun, dann tuts mir leid. Wir nehmen nur Leute, die schon Erfahrung im Krankenhaus haben."
DAFÜR bin ich 4 Stunden gefahren?! Sie hatten meine Unterlagen, meinen Lebenslauf!
Natürlich ist ein Praktikum im Krankenhaus hilfreich und gut, und Leute damit werden bevorzugt - aber warum sagt man mir nicht einfach ab, wenn im Lebenslauf steht, dass ich noch nicht im KH gearbeitet habe?
SIE WUSSTEN DAS VORHER, verdammt nochmal!
WARUM zum Teufel lässt man mich VIER Stunden sinnlos Autofahren, wenn man mich SOWIESO nicht nehmen will?
Warum muss ich erst zum Vorstellungsgespräch kommen, damit man mir ins Gesicht sagt, dass ich nicht aufgenommen werde?
Und warum war diese verdammte Kuh von Schulleiterin so bescheuert und patzig zu mir?!
- Ich hab ihr so erklärt, dass ich mein Aupairjahr vorzeitig beendet habe, weils "mit der Familie nicht so gepasst hat". Auf ihre Nachfrage hin meinte ich einfach, dass die Mutter damit nicht klargekommen ist, dass ich mehr Zeit mit ihrem Sohn verbracht habe als sie und sie sich damit zurückgestellt gefühlt hat. Dass der Junge zuerst zu MIR "Mama" gesagt hat und sie darauf scheinbar geglaubt hat, ich würde ihr ihren Jungen streitigmachen und damit nicht klarkam.
Daraufhin schaut sie mich an und meint "Sie wissen schon, dass die Kinder hier in der Klinik krank sind?" - ähm ja, war mir eigentlich klar...
"Nun, sie sollen die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken, schließlich ist das eine harte Zeit - und nicht zerstören, so wie dort"
- Ich meinte, ich bin ein sehr sozialer Mensch, ich habe gern mit Leuten und mit Kindern zu tun. Vor allem mit Kindern komme ich sehr gut klar, und das beruht auf Gegenseitigkeit.
"Das ist in diesem Beruf eigentlich egal. Sie sollten wohl eher Erzieherin werden."
Darauf meinte ich, dass man doch mit Kindern arbeitet, und da wäre es doch von Vorteil, wenn man Kinder nicht verabscheut. (Nicht wortwörtlich)
- "Nein, das ist eigentlich egal. Sie arbeiten ja nicht nur mit Kindern, sondern auf allen Stationen"
Ähm, ja. Deswegen darf ich auch gern Misanthrop sein, oder was? Sind ja nicht nur Kinder.
Es wurde alles was ich sagte, was ich gemacht hab, als nichtig niedergemacht.
Das Mädchen, das mit mir gewartet hat, war 17 und hat grad ihre Friseur-Ausbildung abgebrochen. Keine Praktika, keine Erfahrung, kein gar nichts. Sie wurde übern Klee gelobt und wurde mit den Worten "Bis April" verabschiedet.
Ich bin so wuterfüllt, empört und .. ach, ich kanns gar nicht widergeben, was ich denke. Ich fühle mich verdammt wertlos, weil alles, was ich mache und gemacht habe, niedergemäht wurde bis zum geht nicht mehr.
Vor allem die Absage gleich nach der Begrüßung... argh
