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Alt 25.07.2007, 23:08
Finchen
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...von meiner abgehobenen Schwester

Meine "nette" kleine Schwester (15 Jahre) hat mir eben im Wortgefecht mal wieder an den Kopf geworfen, dass ich mir meine Depressionen (von versch. psychiatr. Einrichtungen und Therap. diagnostiziert) doch nur einbilde Ich leide seit JAHREN darunter, hab mich aber immer bemüht, dass niemand etwas mitbekommt... Und meine Schwester weiß, womit sie mich treffen kann Dann durfte ich mir noch so einige Frechheiten anhören, unter Anderem, dass ich eine Fo*** wäre!! Muss man sich so was gefallen lassen?! Ich bin dann einfach weg gegangen. Dieses Kind hat so ein übersteigertes Ego und ist zudem oberflächlich und naiv. Die hat doch keine Ahnung, was ich all die letzten Jahre mitgemacht habe *grml* Wenn man von etwas keine Ahnung hat (in diesem Fall Depressionen) sollte man lieber den Mund halten. Oder? Mich hat sie damit jedenfalls sehr getroffen Und dann noch dieses unschöne Wort hinterher Das Mädchen ist nun wirklich nicht mehr in einem Alter, von dem man sagen könnte:"Lass sie reden, sie weiß nicht, was sie sagt."- Sie weiß ziemlich genau, was sie sagt. Umso mehr macht es mich fassungslos, dass sie es sagt. Hat denn diese Jugend von heute gar keinen Respekt mehr ( Jetzt klinge ich schon wie meine Oma)??! Man, man, man...
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  #2 (permalink)  
Alt 25.07.2007, 23:31
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Hehe ab einem gewissen Alter merkt man wie peinlich und dumm man sich früher aufgeführt hat Bin ja auch erst 21, aber ich denke auch oft schon so, wenn ich so Pupertierende sehe, die sich daneben benehmen und meinen alles zu wissen Kann mir vorstellen, dass ältere Leute das über mich auch immer noch denken

Mir hat man schon mal gesagt, ich würde ja nur sagen ich sei depressiv, ich möchte ja nur Aufmerksamkeit Ich gehe halt mit diesem Thema recht offen um und wenn man dann immer nur so eine Ablehnung bekommt und alle Leute immer meinen man hat nen Schaden, weil man von sich selber behauptet, man habe Depressionen, dann kann das sehr verletzend sein. Auch bei mir ist das seit ein paar Jahren der Fall und keine Phase, was viele auch als Erklärung bereit halten Teilweise ist es echt so, dass mir sogar ein Ex-Freund gesagt hat, ich nerve ihn und soll einfach ruhig sein. Ist natürlich sehr hilfreich oder viele meinten auch, es sei gar keine Depression, ich bilde mir das ein. Klar

Es ist eine Tatsache, Leute die noch nie eine Depression hatten, können nicht nachvollziehen was es bedeutet. Auch ich habe früher immer gedacht: Hmm, warum nehmen sich die Leute nicht einfach zusammen? Aber das ist echt ein ganz falsches Denken und wenn man so denkt, dann hat man absolut keine Ahnung von dieser Krankheit (zum Glück). Es ist ein Teufelkreis.

Bei Leuten die einem als Simulant abtun und einem dann auch noch schlecht behandeln, wünsch ich mir oft, dass sie mal selber miterleben wie das ist, wie es sich anfühlt.

Viele meinen ja auch immer wieder: Denk einfach daran, dass es Leute gibt, die vieeel schlimmer dran sind als du. Die Kinder in Afrika, die kein Essen haben und kein Dach überm Kopf etc........... Genau Leute, welche solche Aussagen machen, habe absolut keine Ahnung. Sagt besser nichts, als sowas

Denke so Leuten wie deiner Schwester kann man das oft nicht klar machen, denn sie wollen es gar nicht verstehen. Wer weiss, vielleicht wenn sie älter ist, wird sie vielleicht auch ein bisschen verständnisvoller.
__________________
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  #3 (permalink)  
Alt 25.07.2007, 23:52
Finchen
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Danke für deine Antwort *puh* Dann geht es also auch anderen "Depressiven" (ich mag den Ausdruck nicht sonderlich) so?! Immer dieses, man rede sich da nur ein, wolle nur Aufmerksamkeit, das sei alles nur eine Phase und ginge vorüber...
Wahrscheinlich hast du Recht und andere können es einfach nicht verstehen, wenn sie es noch nicht durchgemacht haben. Aber etwas mehr Verständnis könnte man schon aufbringen, was? *seufz*
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  #4 (permalink)  
Alt 25.07.2007, 23:53
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ich will deine schwester garnicht in schutz nehmen, schließlich sollte sie solche wirklich dämlichen Sachen nicht loslassen...von mir aus passiert sowas im streit mal, aber in ordnung ist es einfach nicht. Punkt. Ich glaub auch dass sie durchaus weiss, was sie sagt.
Aber vielleicht hilft dir eine kleine Erklärung...klar, ich weiss nicht, ob das auf deine schwester zutrifft. Aber sehr sehr oft ist es so, dass Familienmitglieder, vor allem auch geschwister, auch unter depressionen von angehörigen "leiden". Versteh mich bitte nicht falsch, das ist ÜBERHAUPT kein vorwurf, nur eine Erklärung. Depressionen beeinflussen ja nicht nur dein Leben, sondern auch das deiner Angehörigen. Sie machen sich natürlich sorgen (auch deine schwester, auch wenn sie dich angiftet), sie sehen wie schlecht es dem depressiven geht, sie sind hilflos, sie sind wütend über die hilflosigkeit...
Besonders geschwister haben auch zu kämpfen, weil sie das gefühl haben, "weniger wichtig" zu sein, auch wenn sich eltern alle mühe gehen, alle fair zu behandeln. Es ist doch so...man sorgt sich immer am meisten um das kind, das grade probleme hat. Depressionen sind einfach im Leben allgegenwärtig. Und ich kann mir vorstellen, deine schwester will einfach, dass du dir alles einbildest...auch wenn sie eigentlich weiß, dass das nicht wahr ist. Alles, was in ihrem Leben, vor allem Familiär gesehen, schief läuft, schieben Geschwister von Depressiven gerne auf die Kranken. Ohne die Depressionen würden sie mehr aufmerksamkeit bekommen, ohne die depressionen würde das familienleben ganz anders aussehen, Eltern würden sich anders verhalten...undundund. Du weißt ja am allerbesten, wie das leben von der Krankheit beeinflusst wird.
Noch einmal: Das soll kein vorwurf sein, denn diese Gedanken von deiner schwester, die sind schließlich nicht deine schuld. Eine Entschuldigung soll es auch nicht sein. Nur ist das wirklich ein häufiges Phänomen von Geschwistern, in deren Familie jemand ein Problem hat, welches auch immer. Es ist eine art Eifersucht.
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  #5 (permalink)  
Alt 26.07.2007, 00:30
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asieslavida, ich stimme dir da vollkommen zu, für Familienangehörige ist es auch nicht einfach. Mein Vater war oder ist selber auch depressiv, und ich musste das damals als ich knapp 14 war auch "ertragen". Es ist schon sehr hart, wenn man jemanden den man liebt so zu Grunde gehen sieht und auch Angst hat, dass er sich mal hart gesagt, bald die Kugel gibt :'( Kann sein, dass das bei mir auch ein bisschen zu meiner jetzigen Depression beigetragen hat, da es schon eine grosse Belastung ist und man darüber eigentlich auch nicht wirklich redet. Ich habe diese Zeit wohl auch verdrängt, denn die Bilder sind mir jetzt erst wieder in den Sinn gekommen. Um ehrlich zu sein, in so schlechten Phasen ist mir das oft gar nicht so bewusst, dass dabei nicht nur ICH leide, sondern auch mein Umfeld. Man denkt da schon recht egoistisch.

Die Erklärung wegen der Schwester trifft bestimmt auch zu, wenn sie natürlich mehr Aufmerksamkeit dadruch bekommt. Ich hab keine Geschwister, darum bleiben mir wenigstens die Vorwürfe von der familiären Seite erspart.


@Finchen Mag den Ausdruck auch nicht unbedingt, hört sich oft so nach Selbstmitleid an, aber leider hab ich bis jetzt keinen besseren Ausdruck gefunden Muss leider in der Schule (wo ich meine "Krankheit" so gut wie möglich zu verbergen versuche) auch immer wieder miterleben, dass viele Leute sich immer noch darüber lustig machen. Wenn zb. mal ein Info Blatt aufhängt, auf welchem psychiatrische Hilfe angeboten wird, dann wird darüber gespotet. In der alten Klasse teilweise wirklich unter der Gürtellinie, so nachm Motto: Die Leute die das brauchen sind so doof und alle nicht richtig im Kopf und doch selber Schuld. Gut, die waren alle zwischen 15-19, aber soviele niveaulose Leute auf einem Haufen wie dort habe ich noch nie erlebt. Zum Glück ist die neue Klasse etwas besser, aber sie sind halt immer noch sehr jung und ahnungslos. Die letzte Klasse war so ne Klasse, dort hätte man ausm Fenster springen können, sie hätten sich darüber lustig gemacht, kein Gewissen nichts, nur ihr Ego vor den Augen, alles andere zählt nicht, aber das ist weider n anderes Thema, nur irgendwo gehört es auch hier dazu, da es es als Depressiver nicht wirklich einfacher macht, wenn man so ein dämliches Umfeld hat. Erst dachte ich auch, das ich dazu stehen werde können und mich auch wehren könnte, immerhin bin ich einiges Älter als die andren in der Klasse, aber so einfach wars halt dann doch nicht. Wenn man einer unter 25 ist, da verschwindet das Selbstbewusstsein sehr schnell. Von dem her offen umgehen mit meiner Depression jein. Es wissen eigentlich alle in meinem näheren Umfeld, die Familie und Freunde und auch ein paar flüchtige Bekannte, aber sonst, wenn ichs mir so überlegen, in der Schule sprech ich nicht darüber und auf der Arbeit erst recht nicht Na ja, man lernt halt auch dazu
__________________
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  #6 (permalink)  
Alt 26.07.2007, 07:03
Benutzerbild von itmotte
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Beiträge: 240
Ich kann verstehen, dass Du Dich geärgert hast und auch traurig warst. Geschwister können gerade in der Pubertät furchtbar sein.

Mir ging es im letzten Jahr so mit meinem gesamten Umfeld. Niemand wollte/konnte wahrhaben, dass ich aus psychischen Gründen nicht weiterarbeiten konnte. :'(

Es tat mir dann weh, dass Freunde und Bekannte meinten, ich würde krank spielen um es meinem Chef heimzuzahlen. Tatsächlich war ich durch das furchtbare Betriebsklima auch körperlich krank geworden und die Psychologen kamen überein, dass ich aus gesundheitlichen Gründen kündigen sollte. Natürlich meinten dann alle, dass ich das vorschiebe um trotz Kündigung Arbeitslosengeld zu bekommen

Gerade diese Behandlung von meinem Umfeld hat mich runtergezogen und so manche Träne fließen lassen, aber bemerkt hat das niemand, schließlich habe ich immer im stillen Kämmerlein geweint.

Erst im I-Net habe ich Leute kennengelernt, die mich verstehen konnten und habe mich dort verstanden gefühlt. Jetzt arbeite ich wieder, mit weniger Stress, aber ich weiß auch, wer meine Freunde sind und wer nicht.
__________________
Aus jedem Unglück entsteht die Chance auf etwas Besseres.



Alle Macht den Blubberys!
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Alt 26.07.2007, 08:24
Benutzerbild von tzvenja
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Ich kenne das problem auch...

Ein Großteil meiner Familie meint psychische Krankheiten seien alle nur eingebildet und man muss sich nur zusammenreißen.

Bei meiner Angst und Panikstörung hat mich kau jemand ernst genommen. In akuten Panikanfällen meinte sie immer ich soll mich nicht so anstellen und mir das einreden, anstatt mich zu beruhigen...

Meine Depression hat niemand ernst genommen, ich war für alle einfach nur faul und habe mich gefreut zu Hause rum zu sitzen. Als ich sie dann angerufen hab und erzhlte, das ich mit einem Nevernzusammenbruch eingeliefert wurde, guckten sie alle blöd. Erstrecht als ich sagte, dass ich jetzt ADs nehme.

Ich kann schon verstehen, dass Außenstehende nicht alles nachvollziehen können, aber ein bisschen mehr Verständnis habe ich mir schon gewünscht.
__________________

SatC-Duell : 000/500 Hampelfrauen, 00/10 Obst-Gemüsesorten, Körper betonen TA : 140l trinken
Sternenduell : 0/7 15min spazieren gehen, Pediküre, 000Minuten Sport
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  #8 (permalink)  
Alt 26.07.2007, 12:56
Finchen
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Danke, ihr Lieben für eure Antworten und Erklärungen!! Klar, für Angehörige ist es auch nicht leicht, das stimmt schon.

Zitat:
Zitat von tzvenja
Bei meiner Angst und Panikstörung hat mich kau jemand ernst genommen. In akuten Panikanfällen meinte sie immer ich soll mich nicht so anstellen und mir das einreden, anstatt mich zu beruhigen...

Meine Depression hat niemand ernst genommen, ich war für alle einfach nur faul und habe mich gefreut zu Hause rum zu sitzen. Als ich sie dann angerufen hab und erzhlte, das ich mit einem Nevernzusammenbruch eingeliefert wurde, guckten sie alle blöd.
Oh man, genau das haben sie bei mir auch alle gesagt Und das tut schon verdammt weh, hm?! Als ich dann in der Klinik war (nicht nur wegen der Depressionen), haben sie mir gesagt, ich würde dort doch nur Urlaub machen und mich vor der Schule drücken

Ich wünsch euch allen ganz vieeeel Kraft- wie man sieht, wir sind nicht alleine mit den negativen Erfahrungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Drück euch *knuddel*
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