Hallo Turtle,
erstmal: gute Besserung, du hast mein innigst empfundenes Mitgefühl - und glaub mir, das ist nicht nur so dahingesagt!!!
Ich hatte vor zwei Jahren einen ähnlich schlimmen Bruch, auch Sprunggelenk zertrümmert etc. und ganz viel Schraubenzeugs drin...
erstmal als praktischer Tipp:
AUCH KRANKENGYMNASTEN MACHEN HAUSBESUCHE!
Das muss allerdings vom Arzt verordnet werden, das würde ich an deiner Stelle unbedingt anleiern.
Die Kraft in den Armen fehlte mir damals auch völlig, um mich hin und her zu schleppen - ich hab dann aber etwas später festgestellt, dass sehr sehr viel dabei auch an der Technik liegt, WIE man mit Krücken geht. Auch das sind Sachen, die dir ein guter Krankengymnast zeigen kann. Auch Treppen sind dann gar nicht mehr sooo ein Problem, und du musst sie definitiv nicht auf dem Hinter rutschend bewältigen.
Ich hab damals auch versucht, meine Armmuskulatur auch unabhängig von den Krücken zu kräftigen - allein schon, um eben auch mal wieder ein paar Meter laufen zu können! Dazu hatte ich ein Dinaband und hab jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde lang Übungen gemacht. Auch für die Bauch- und Rückenmuskulatur (das geht auch, ohne dass man das Bein dabei belastet). Damals war ich noch nicht auf "Diät", hab 116 kg gewogen (nach dem Unfall nur noch 111, die 3 Wochen Krankenhauskost haben mich schrumpfen lassen...) - aber ich wollte zumindest verhindern, noch mehr zuzunehmen.
Ich bin damals insgesamt 4 Monate auf Krücken gelaufen und hatte danach echt Muckis in den Oberarmen...
Bei mir war das damals im tiefsten Winter und ich hatte echt Angst, mich draußen zu bewegen, weil die Gehwege ja auch noch so vereist waren... und diese Angst hat mich auch danach noch lange begleitet. Aber ich konnte diese MOnate zu Hause insgesamt für mich trotzdem sehr gewinnbringend verwerten - ich hab mich mental erholt, mir Zeit für Dinge genommen, die ich sonst nicht hatte, viel nachgedacht, Wertigkeiten richtiggestellt, die persönlichen Kontakte intensiv gepflegt...
wichtig ist, sich in so einer Situation nicht dem Jammer zu überlassen (der hat mich aber zugegebenermaßen auch immer mal wieder ereilt). Der gedanke daran, was man jetzt alles LIEBER machen würde als mit Schmerzen rumzuliegen lähmt nur noch mehr.
Du siehst - ich fühle mich als Leidensgenossin

Wenn du noch Fragen hast - jederzeit gerne!
Liebe Grüße, gute Besserung -
die Nelly