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Alt 01.03.2008, 11:16
Benutzerbild von Kekskuchen
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Zitat von Dori Beitrag anzeigen
Aber, ich muss dem vorherigen Beitrag widersprechen: Ich hab Tourette, das ist eine recht seltene Krankheit. Und hab zwei jahre eine Selbsthilfegruppe gehabt die ich mitbegründet hatte. Viele leute die da waren, haben die Diagnose zunächst selbst gestellt, weil ärzte eben auch keine Ahnung haben.
Es ist ja bei so was in der Regel nicht, das man sein leben lang normal war und sich krank fühlt.
Man weiß das man anders ist und sucht danach, was nicht stimmt. Rennt von Arzt zu Arzt, die keinee Ahnung haben, die phantasievollsten Diagnosen haben, und irgend wann stolpert man über so einen Artikel, liest sich in das Thema mehr rein und sagt, es passt.
Und in der Regle kann man seinem Gefühl da durchaus trauen, und dann beim Facharzt die bestätigende Diagnose ist dann nur noch Formsache

Viele Autistne haben auch Tics und Tourette, deswegen kenne ich mich mit dem Thema auch recht gut aus und kann sagen, da ist es durchaus dasselbe. Auch bei mir wurde vor einigen Jahren Asperger als Diagnose gestellt.

prob bei Aspergerautismus ist halt, wenn du Leuten das zu erklären versuchst, haben die nur den kanner-Autismus im Kopf. Aber Aspergerautisten würde man in der Regel zunächst nie für Autisten halten. Sie reden, sind oft sogar sehr redegewandt und sprachbegabt. Der Spracherwerb ist bei den kriterien auch eines der wichtigstens Unterscheidungen zwischen Kanner und Asperger. Sie wirken auf andere Leute eher dann als etwas kauzig als das man sie für Autisten halten würde.
Vor allem weil viele Asperger sich durchaus auch soziale Fertigkeiten (z.B. durch Therapie) aneignen können. Aber es ist eben dann eher angelernt als das es wie bei "normalen" Menschen aus Instinkt kommt. Praktisch wie man eine Sprache lernt. Man kann irgend wann vielleicht sehr gut franzözisch und kann sich verständigen, aber ein Akzent bleibt zurück woran man merkt das es eben kein echter Franzose ist. So bleibt auch bei Aspergerautisten auch Therapie öfter ein Rest zurück, wo man einfach merkt, viele als normal angesehene Verhaltesweisen sind eben einfach nur angelernt. Die Mimik passt dann z.B. nicht einwandfrei. Oder man hat immer noch probleme, Leute anzugucken, was Leute dann gerne mit nicht zuhören oder gar Unehrlichkeit verbinden, wo aber keines von beiden zutrifft. Im Gegenteil ist da oft das GTegenteil der Fall. In die Augen gucken braucht da dann soviel konzentration, das man eben dadurch das man leute anguckt nur nen Bruchteil mitkriegt was die erzählen.

Und nicht therapierbar ist auch nicht ganz richtig. Asperger iom Gegensatz zu Kanner sind normal intelligent und können sich durchaus in Therapie Fähigkeiten aneignen und so ein normales Leben führen. Vielleicht ist die Denkweise noch anders und so (es ist ja letztlich eben keine psychische Erkrankung wie immer gemeint wird, sondern hat seine Ursache im Gehirn). Man kann grade bei Asperger und grade wenn fürh angefangen wird sehr viele Fortschritte erzielen so was es kaum noch auffällt.

Axel Brauns hat eher den sogenannten High-Functioning-Autismus und nicht den Asperger im klassischen Sinne, daher passt es nicht vollkommen.
Unterschied: Normal sind die meisten Autisten nach Kanner geistig behindert und haben einen sehr niedrigen IQ. Dann gibt es eben auch selten welche die eine hohe Intelligenzt haben innerhalb der Störung, das nennt sich dann so.
Das ist aber nicht zu verwechseln mit dem Bild, das auch viele mit Autisten verwechseln, das sie besondere Fähigkeiten haben wie das sie in Sekundenschnelle Zahlen zusammenrechne. Das nennt sich "Idiots Savants", hab auch mal den begriff Fähigkeiteninseln oder so gelesen. Diese Leute haben eben dann auch nur diese "Insel" aber sind dann z.B. allgemein in allen anderen Bereichen zurück geblieben. Sie können dann z.B. siebenstellige Zahlen multiplizieren, aber siond dadurch nicht automatisch mathematisch begabt und können dann vielleicht außer dieser einen keine anderen Rechenaufgaben lösen.
Kommt auch nicht so häufig vor wie es dargestellt wird. Diese Savants sind statistisch gesehen 2% aller Autisten. Was, wohlgemerkt durchaus hoch ist, denn bei anderen Krankheiten sind es nur 0,6%. Aber es ist keineswegs so das alle Autisten irgend welch tollen Kunststücke hinkriegen.
Wen mehr intressiert, empfehle ich das Buch "Rätselhafte Begabungen". Das hab ich zuhause und ist sehr interessant und da geht es eben um diese Inselbegabungen.

Oliver Sacks ist auch zu empfehlen, der hat in seienN Büchern ja verschiedene neurologische Störungen vorgestellt und in "Anthropologin auf dem Mars" steht auch etwas über eine Aspergerbetroffene drin.
Welches Buch ich NICHT empfehle, ist "Ich bin Autistin, zeige es aber nicht". Das Buch war weder besonders informativ noch spannend zu lesen.
Toller Beitrag! Vielen Dank. Ich habe beschlossen, erstmal abzuwarten ob ich einen Termin in der Autismus Ambulanz bekomme, bevor ich mich weiter in dieses Thema einlese.
Ich will mich naemlich nicht auf dieses Sympthom versteifen damit ich endlich eine Antwort bekomme was los ist. Wenn ich nun zuviel Hintergrundwissen habe, bilde ich mir vllt mehr ein, als ich wirklich "habe". Und auch vllt unterbewusst bringe ich in einem Diagnosegespraech was rueber, ueber das ich nur gelesen habe, nur um eine Diagnose zu bekommen....
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Alt 01.03.2008, 11:18
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Vielen Dank fuer all eure Beitraege bisher, ich werde mir auch die Buchtipps notieren fuer spaeter! Heute muss ich auf ein Familienfest meines Freundes und seit ein paar Tagen graust mir sooo davor....
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Alt 01.03.2008, 11:21
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Zitat von Bertella Beitrag anzeigen
Ich muss einfach weiter fragen...
Wie wäre es denn, wenn du mal was anderes zum mittag isst, denn dass das so nahrhaft nicht ist, weißt du sicherlich. WARUM wäre das nicht möglich?
Es ist mein Abendessen. Mittags muss ich in die Kantine. Da nehme ich mir eine Schuessel Salat und esse sie hinterm PC....

Ich sage nicht, dass es nicht moeglich ist, ich sage nur, dass ich es eben so lieber mag. Es passt mir. Warum sollte ich es aendern? Es geht uebrigens auch anderes, ich kann z.B. auch einmal mit meinem Freund abends japanisch essen gehen oder auch ne Pizza in den Ofen hauen. Ich koennte durchaus abwechslungsreicher essen auf Dauer, glaube ich, aber wenn ich es eben so bevorzuge? Ich hab ja mittags gesundes Essen. Und auch ausser der Reihe esse ich mal nen Apfel oder eine Mandarine...

Was waere denn hier die Top-Antwort eines Menschen mit Asperger?
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Alt 01.03.2008, 12:15
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Ah, das mit den Zwängen kenne ich

Ich arbeite da schon ewig dran, die abzulegen. Bei manchen klappt es recht gut, andere sind kniffliger
Grade essen ist sehr besetzt, da hab ich aber noch keine ideale Lösung außer eben im kleineren Rahmen.
Esse z.B. morgens nen Nüsli und Nachmittags zwei Brötchen, die sind fix. Bei anderen Sachen kann ich dann eher variieren

Will nur nochmal betonen: Es ist kein zeichen das man ein hypochonder ist weil man was sieht und denkt es passt auf einen. Es wird hier klar unterschätzt wie gut ein mensch sich selbst kennt. Sicher gibt es auch Leute, die sich jede Krankheit einbilden, aber ich kenne viel mehr Fälle von Leuten bei denen ihr Gespür richtig war und sie hinterher erleichtert waren, weil das Kind einen namen hatte das sie schon ihr ganzes Leben mit sich schleppen und sich fragen lässt, was mit ihnen nicht stimmt!
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Wer immer zu sich selbst steht, kann nicht jedermann liegen
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