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Alt 21.06.2006, 18:51
Gast10457
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Abspecken im Handumdrehen?!?!?!?

Dr. med. Johannes Pichler


Suppen zum Anrühren, Drinks zum Schlürfen, Fertigriegel zum Reinbeißen - kulinarisch verlockend klingt das nicht. Welchen Abnehmerfolg bringt die Kunstnahrung?


Formula-Diät: Im Handumdrehen zur Badeanzugfigur?


Nie mehr Moppel sein am Strand? Es gibt verschiedene Wege, um die angefutterten Speckröllchen loszuwerden. Einer davon ist das Abspecken mit Fertigdrinks oder Pulvern (Formula-Diäten). Mit fettarmer Milch oder Wasser wird das Pulver zu einem Getränk oder einer Suppe angerührt. Erdbeere, Vanille, Schoko - die Drinks gibt es mittlerweile in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Während der Diätphase sollen diese Mixturen eine oder mehrere Mahlzeiten am Tag ersetzen. Wenige Kalorien, aber eine ausreichende Menge der wichtigsten Mineralien und Vitamine verhindern einen Nährstoffmangel - zumindest kurzfristig. Pulverdrinks enthalten außerdem eine Mindestmenge an Protein; deshalb heißt die Methode auch proteinmodifiziertes Fasten.



Der Shakes-Pioneer

Vorreiter in Sachen Schlankheitsdrinks war der Ulmer Ernährungsspezialist Prof. Hans Ditschuneit. Er erfand die erste Pulvermahlzeit, die deshalb auch als Ulmer Trunk bekannt ist. Ditschuneit beschrieb Anfang der 80er Jahre, wie sich die Energiezufuhr durch vier bis fünf Fertig-Shakes oder Suppen auf 800 bis 1.200 Kilokalorien täglich senken lässt. Bekannte Formula-Diäten sind unter anderem "Slim Fast", "BCM-Diät", "Cambridge-Diät", "Optifast", "Modifast", "Herbalife", "Bionorm" oder "Figurafit".

Die meisten "Astronautenkost"-Produkte sind in der Zusammensetzung sehr ähnlich (vielleicht auch deshalb im Geschmack...). Als bilanzierte Nahrungsergänzungsmittel fallen sie unter die Diätverordnung. Auf den Packungen muss stehen, was drin steckt und wie viele Mahlzeiten sich damit ersetzen lassen. Die Tagesrationen dürfen nicht unter 800 Kilokalorien liegen und müssen den "Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr” der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene entsprechen.



Nicht ohne Aufsicht

Geeignet sind Formula-Diäten vor allem für massiv übergewichtige Menschen (Body-Mass-Index über 30), die schnell Gewicht verlieren müssen, beispielsweise vor Operationen. Die Diät sollte allerdings unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Anschließend ist ein Verhaltenstraining wichtig. Hier lernt man sich dauerhaft so zu ernähren, dass das Gewicht auch über längere Zeit zu halten ist.

Empfehlenswert sind Formula-Diäten, wenn sie mit ärztlich begleiteten, interdisziplinären Programmen wie "FormMed" oder "Optifast" kombiniert werden. Hier kommen die Teilnehmer um regelmäßige Bewegung und Sport nicht herum. Beim "Body-Cell-Mass (BCM)"-Programm wird in Kleingruppen unter ärztlicher Aufsicht abgespeckt. Am Anfang steht eine Formula-Diät mit ernährungswissenschaftlicher Beratung, gefolgt von einem praxistauglichen Verhaltenstraining.



Keine Lösung auf Dauer

Pulverdiäten eignen sich auch als Einstieg für Menschen, die ihre Ernährung komplett umstellen wollen. Für eine bis vier Wochen werden Mahlzeiten durch die Drinks ersetzt. Langfristig sind jedoch normale Lebensmittel unerlässlich, da die Nährstoffe nur in einem natürlichen Nahrungsmittel optimal wirken. Die Vitamine in einem Apfel zeigen beispielsweise eine andere Wirkung als jene aus Vitaminpillen. Ohnehin regen die immer gleichen, künstlichen Geschmacksstoffe nicht gerade den Appetit auf diese Schlankheitspulver an.



Schnell, aber ohne Lerneffekt

Die Formula-Diät hat bestimmte Vor- und Nachteile - hier kommt der Überblick:

- Schneller Erfolg

- Wer sich ausschließlich mit Astronauten-Kost ernährt, verliert anfangs schnell Gewicht - bis zu zehn Kilogramm pro Monat sind möglich.

- Die schnelle Gewichtsreduktion bringt die Motivation auf Trab; deshalb ist diese Diät etwas für Menschen, die den schnellen Abnehmerfolg brauchen.

- Auch um das lästige Zählen von Kalorien und Fetten kommen Sie herum.

- Die Mahlzeiten sind leicht und ohne großen Zeitaufwand zuzubereiten.

-Durch ein Minimum von 50 Gramm Protein pro Tag schonen die Formula-Diäten das Körperprotein, das bei vielen Diäten im Körper abgebaut wird.

- Zusätzlich bremst der hohe Eiweißgehalt das Hungergefühl.

- Die Powerdrinks enthalten keine Risikonährstoffe.

- Nichts dazugelernt

- Ein langfristiger Abnehmerfolg ist nur möglich, wenn man lernt, ohne Pulver auszukommen und seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen.

- Formula-Diäten sind nicht als Dauerkost geeignet, sondern nur als kurzfristige Maßnahme zu verstehen. Anschließend gilt es, mit weniger Nahrungsenergie und mehr Bewegung weiter abzunehmen.

- Die Fertigprodukte und Pulver sind meist sehr teuer.

- Das richtige Ernährungsverhalten lernt man nicht, wenn man einfach nur Pulver umrührt. Sie trainieren nicht, was gesunde Lebensmittel sind, sondern wie man mit Fertigpulver umgeht. Kein Kunstprodukt kann eine ausgewogene natürliche Ernährung auf Dauer ersetzen.

- Der Genuss fehlt: Obwohl verschiedene Geschmacksrichtungen für Abwechslung sorgen sollen, ist die Ernährung eher eintönig. Dadurch entwickeln viele Anwender das starke Bedürfnis nach etwas "Gutem", was häufig zu einer erhöhten Kalorienaufnahme nach der Diät führt.

- Der bekannte Jojo-Effekt droht. Der Körper legt nach der Pulverkur schnell wieder an Gewicht zu, weil er immer noch auf Sparflamme arbeitet und weniger Energie verbraucht.

- Der Kunstnahrung fehlen meist Ballaststoffe. Vor allem bei vollständigem Ersatz der Mahlzeiten können Verdauungsprobleme auftreten.

- Die Ursache von Übergewicht wird außer Acht gelassen. Wer beispielsweise Stress, Langeweile oder Einsamkeit mit Essen bekämpft oder ständig außerhalb der Mahlzeiten isst, wird dies auch nach einer Formula-Diät wieder tun.



Ziele festlegen

Um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, muss man vorher genau überlegen, wie lange die Diät dauern soll. Genauso wichtig sind das Zielgewicht und das tägliche Maß an körperlicher Bewegung. Nur mit einem solchen Diätplan können die Abspeckwilligen richtig loslegen.

Eine, zwei oder alle drei Mahlzeiten des Tages werden durch eine Pulvermahlzeit ersetzt, die mit Wasser oder Milch angerührt wird. Zusätzlich werden - je nach Abnehmphase - ein oder zwei reguläre fettarme, aber kohlenhydratreiche Mahlzeiten pro Tag eingenommen. Einige Firmen ergänzen ihre Pulverprodukte auch durch Riegel, damit es hin und wieder auch Futter für die Zähne gibt.



Übergang zur Mischkost

Nach der Hauptphase der Diät werden die Flüssigmahlzeiten schrittweise reduziert und durch eine ballaststoff- und abwechslungsreiche Mischkost ersetzt. Später ist der Ersatz einzelner Mahlzeiten durch Formula-Drinks unnötig, denn es gibt eine große Auswahl von natürlichen und energiearmen Lebensmitteln, die auch noch gut schmecken. Wer dauerhaft schlank bleiben will, sollte bei Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst und Gemüse ruhig zugreifen. Finger weg heißt es eher bei fettreicher Nahrung und Alkohol.



quelle: netdoktor.de
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  #2 (permalink)  
Alt 05.07.2006, 08:46
Der Geist ist willig...
 
Registriert seit: 02.07.2006
Ort: Leipzig
Beiträge: 18
Hallo

Hallo Drachenrose,

ein sehr hilfreicher Beitrag, saß ganz gespannt davor und konnte nicht aufhören zu lesen (obwohl ich nicht gern lese )

Aber vielen Dank war sehr interessant

Liebe Grüße

Mandy
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  #3 (permalink)  
Alt 05.07.2006, 17:00
Gast17756
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo Drachenrose,

deinen Beitrag finde ich so richtig gut und hilfreich
Das Optifast52 Programm ist für Übergewichtige mit einen BMI von über 40 . Für leichter Übergewichtige gibt es andere Optifast Programme, ich glaube Optifast26 oder halt für Kinder und Jugendliche.
Die Gefahren von Formular-Diäten sollte man echt nicht unterschätzen.
Ich habe einmal 38 kg mit PulverZeug in einem Sportstudio ohne ärztliche Begleitung abgenommen, aber ich habe auch kein Ende mehr gekriegt von diesem Zeug, hatte Angst überhaupt wieder normal zu Essen, obwohl dort dann auch eine Abnehmgruppe mit Ernährungsumstellung war. Da meine psych.Probleme aufbrachen, konnte ich Gewichtszunahme nicht verhindern und die anderen Probleme waren erst einmal wichtiger.
Jetzt bin ich froh, dass ich Optifast angefangen habe und bin gespannt wie es läuft. Klar ist der Kostenfaktor nicht zu unterschätzen und oft muss man mit evtl. Kostenträgern kämpfen, das ist nicht leicht.

Danke für deinen Beitrag.
viele Grüße von Lucy69
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