Portionsgröße entscheidet über Abnehm-Erfolg
vom 14. Okt 09:38 aus www.netzeitung.de
Wer Gewicht verlieren will muss weniger essen, sich mehr bewegen oder beides. Eine Studie zeigt den erfolgversprechenden Weg.
Wer sich bemüht, sportliche Aktivitäten einzuplanen und beim Essen die Portionsgröße zu reduzieren, hat gute Chancen Gewicht zu verlieren. Wer auf beide Maßnahmen verzichtet, nimmt zu, sagt eine Untersuchung in den USA.
«Keine Abkürzungen»
«Die Botschaft dieser Studie ist, dass man weniger Kalorien aufnehmen und oder mehr verbrennen muss, wenn man abnehmen will», sagt Everett Logue. Es gebe keine Abkürzungen, aber verschiedene Wege diese Ziele zu erreichen. «Der Trick ist, das Maß an Essen und Bewegen zu finden, das man ein Leben lang aufrecht erhalten kann», sagt der Forscher vom Summa Health System in Akron, im US-Bundesstaat Ohio.
Die Wissenschaftler haben über vier Jahre 329 übergewichtige oder fettleibige Patienten im Alter zwischen 40 und 69 Jahren untersucht. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins «Obesity Research» berichten sie, das es – über 24 Monate angewendet – die beste Abnehm-Strategie ist, die Portionsgröße zu reduzieren. 38 Prozent der Probanden schaffte es auf diese Weise, fünf Prozent ihres Gewichts oder mehr zu verlieren. Jeder dritte Proband, der die Portionsgröße nicht beachtete legte dagegen fünf Prozent seines Ausgangsgewichtes zu – oder mehr.
Mehr als «FDH»
Versuche, mehr Zeit für Bewegung einzuplanen, brachten den geringsten Abnehm-Erfolg. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass es Übergewichtigen oft leichter falle, die Essensmengen zu kontrollieren als sportlich aktiv zu werden. Andere Studien haben jedoch gezeigt, dass Sport eine wichtige Maßnahme sei, das Gewicht langfristig zu halten.
«Obwohl wir ähnliche Abnehmmuster bei Fettreduzierter Ernährung, erhöhter Obst- und Gemüse-Aufnahme, erhöhter körperlicher Aktivität und mehr eingeplantem Sport beobachteten, erwies sich die Portionskontrolle als effektivste Abnehm-Strategie», fasst Logue zusammen.
Wir lebten in einer Fettleibigkeitsfördernden Umwelt, aber man dürfte nicht auf die ständig vorhandenen Signale reagieren, die zum Überessen anregten, schreiben die Forscher. Neben dieser geistigen Umstellung sollten Abnehmwillige ihr persönliches Umfeld verändern. Dazu gehörte, wo man Lebensmittel einkauft, wo man isst und wie man seine Freizeit verbringt. «Man kann nicht mit der Masse gehen, denn die Masse wird jedes Jahr übergewichtiger», sagt Logue.