normalerweise nehme ich ja an solchen forum-diskussionen nicht teil. bin per zufall beim recherchieren für eine dissertation über einen der inhaltsstoffe des trimgel hier gelandet.
und nach dem durchlesen aller kommentare kann ich mich nicht zurückhalten. nach all dem LGs, schönreden und wunschdenken muss mal einer klartext reden.
seid ihr alle ein bischen weich in der birne (nach dem durchlesen nehme ich jetzt mal an auf eine sympathische art und weise

) oder einfach so verzweifelt, dass realität und logik komplett ausgeklammert werden?
nachdem ich in 1 1/2 jahren über 40kg abgenommen habe und ziemlich alles an meinem lifestyle änderte, entwickelte ich eine affinität für das thema ernährung und bewegung. ich konnte auch gleich alle meine praktischen werte mit theorie untermauern nachdem ich einem freund, der medizin studiert hatte bei der dissertation zum thema sportmedizin, ernährung und bewegungsapparat geholfen hatte.
die sache ist ganz simple. das gel funktioniert nicht. nicht in dem sinn, in dem ihr euch resultate erhofft. schliesslich wollt ihr ja nicht nur kurzfristige resulte, die nach absetzen gleich wieder aufgehoben werden, oder?
selbst wenn ihr jetzt denkt, dann benutz ich das gel halt für den rest meines lebens, funktioniert auch nicht. eine unserer faszinierenden eigenschaften ist, der körper hat eine schnelle adaptationsphase und wird relativ schnell gegen den einzigen halbwegs funktionieren wirkstoff im trimgel resistent: hoodia gordonii. dieser ist für ein leichtes sättigungsgefühl zuständig und bewirkt somit, dass ihr automatisch weniger esst (auch wenn euch das nicht so vorkommt und ihr das gegenteil schwören könntet).
die andere eigenschaft des trimgels, welche ihr als straffend und umfangvermindernd empfindet (und die meisten mit abnehmen oder fettverbrennen verwechseln) ist entwässerung, verlust von körperwasser. diese ist sowohl dämlich als auch schädlich, denn unser körper bestimmt genau, wieviel wasser er für die aufrecherhaltung zum funktionieren braucht. das ist sowohl genetisch abhängig, wie auch status-quo bedingt (je mehr körperfett, desto weniger wasser - um die 55% h20 anteil ist gut, frauen ein bischen mehr als männer). hier anzusetzen um "abzunehmen" ist fahrlässig und ein nullsummenspiel. sobald die aktivität (ob nun sport, diät, trimgel, was auch immer) ab- oder ausgesetzt wird, wird der körper seinen wasserhaushalt wieder regulieren, sprich alle verluste ausgleichen. die einzigen, die sowas praktizieren sind bodybuilder vor wettkämpfen, modells und professionelle sportler vor fotoshootings (um definierter oder schlanker zu wirken). aber auch die nehmen den wasserverlust gleich nach dem wettkampf oder dem shooting wieder zu.
die ganze sache ist keine hexerei. und wundermittel gibts sowieso keine. naja, zumindest nicht legal, ohne rezept. alles was otc (over the counter) verkauft wird, stimmuliert höchstens eure psyche (placebo) und dezimiert den geldbeutel.
langfristiges abnehmen und halten geht nur durch umstellung des status quos (wenn ihr das nicht müsstet, würden wir diese diskussion gar nicht führen und ihr wärt zufrieden mit dem gewicht, aussehen).
die medien (gesponsort durch die pillen/gel/salbenverdreher, supplement industrie usw.) versuchen das alles zu verkomplizieren und ihr produkt als die wunderlösung anzubieten. die wahrheit ist viel einfacher. weniger kalorien rein als verbraucht werden, und schon ist abnehmen angesagt.
okay, ganz so einfach ist es nicht, denn wir wollen ja fett loswerden und nicht lbm (lean body mass = muskeln, wasser in den muskel/gewebemassen usw.).
okay, nehmen wir an, ihr habt einen bmr (basal metabolic rate = grundumsatz, was der körper an kalorien verbraucht, ohne aktivität, wenn ihr nur herumliegen würdet, für denken, atmen, um die muskeln am leben zu erhalten....) von 1800 kalorien, je nach eurem lebensstil (aktivität) während der wachzeit kommen da nochmals ca. 200 kalorien dazu. dies ist euer tagesumsatz.
wenn ihr nun abnehmen wollt, müsst ihr diesen unterschreiten. weniger rein als raus = abnehmen. so einfach.
jetzt wird's aber doch noch ein wenig komplizierter. die theorie oben stimmt, die praxis muss das ganze jedoch ein wenig umschreiben.
damit abnehmen langfristig funktioniert (und jetzt kommt der punkt, wieso alle diäten nicht funktionieren und 80% aller, die je eine diät gemacht haben, ihr anfangsgewicht plus 10%+ am schluss wieder drauf haben), darf der körper nie in den starvation mode fallen (ich denke, das heisst soviel wie hungernmodus auf deutsch). sobald der körper merkt, dass wir diäten, setzt dieser modus als selbsterhaltungsschutz ein. die konsequenz ist, dass der metabolismus runtergefahren wird und der körper mit weniger energiezufuhr auskommen kann. das gefühl kennen die meisten, man fühlt sich schlapp, ausgepowert und lustlos während oder kurz nach der diät. jetzt wird's richtig mühsam, denn der körper - anstelle die zugeführten kalorien zum energieumsatz zu verwenden - speichert nun soviel wie möglich als fett um für die nächste diät gewappnet zu sein. et voilà, der jo-jo effekt.
um den hungernmodus gar nicht erst eintreten zu lassen muss man den körper austrixen. das funktioniert auf 2 arten, die eine ist extrem effizient, die andere eher für die fauleren unter uns, die einen durchhaltewillen über einen längeren zeitraum besitzen.
die letztere variante ist einfach: nie mehr als 400-500 kalorien unter dem tagesumsatz als minusbilanz führen, so dass der körper gar nicht erst auf die idee kommt, das sei eine diät. das problem dabei ist, ein kilogramm fett hat ca. 7000 speicherkalorien. jetzt könnt ihr rechnen gehen, wie lange diese methode dauert, um sichtbare erfolge (damit auch niemand unterwegs schlapp macht, psychisch) zu erzielen.
die effizientere methode ist auch nicht viel schwieriger, erfordert aber ein bischen mehr einsatz unsererseits. alles, was ihr über dem bmr an energie verbraucht, ist freiwild. d.h., wenn ihr z.b. 1h cardio training (wie running - besser jedoch 2 x 1/2h, hat mit dem aufrechterhalten eines schnelleren metabolismus zu tun und ist vorteilhaft) einbaut und der energieverbrauch dabei 700kal ist, könnt ihr diese zusätzlich als minuskalorie im ernährungsplan verbuchen. damit meine ich, 1800 + 200 + 700 = 2700 - (400 + 700) = 1600 kalorien. mit dieser methode könnt ihr pro tag 1100 kalorien und nicht nur die 400 (-500) der ersten methode einsparen und kommt viel schneller zum ziel. sprich ca. 1kg fett weniger pro woche.
in der theorie ist das ganze nach oben skalierbar, aber eben nur in der theorie. die neuesten erkenntnisse gehen davon aus, dass alles über 1500 kalorien pro tag minusbilanz ungesund und kontraproduktiv ist. auch mit der mehr-sport-methode.
mehr sport (bewegung) lässt sich übrigens aus keiner funktionierenden ernährungsumstellung ausschliessen. schon alleine, weil der metabolismus dadurch erhöht wird und die endorphin ausschüttung gut ist, um durchzuhalten.
so, kommen wir zum wichtigsten - und für die meisten unangenehmsten - teil des neuen selbst. ernährung. in der theorie (schon wieder, ich weiss, sorry) ist dem körper egal, wie ihr die energie zuführt. theoretisch könntet ihr euch auch von bigmacs ernähren, solange die kalorienbilanz ausgeglichen (nicht zu- und nicht abnehmen, halten) oder unter dem umsatz liegt (= abnehmen). in der praxis macht euch da meistens die psyche einen strich durch die rechnung. und die verteilung der macronutritions. seit ich denken kann, war ich es gewohnt, 3 mal pro tag zu essen. meistens (durch die umstände, stress, schule, arbeit usw) schnell und wenig am morgen, was schnelles ungesundes über mittag und dann reichlich am abend. gehört habt ihr bestimmt auch schon davon, machen tuns die wenigsten; richtig ist, 5 -6 mal täglich zu essen. und zwar alle 3 stunden. solange braucht der körper zur verwertung der vorgehenden mahlzeit.
nehmen wir einen normalen, durchschnittlich tag und ihr seht, wieso das 3x pro tag essen absolut unpraktisch für unseren körper ist und schlussendlich jede anstrengung sein wunschgewicht zu erreichen und noch viel wichtiger, zu halten, zunichte macht. wenn ihr euch noch an meine ausführungen zum thema starvation mode (hungernmodus) erinnern könnt, das selbe prinzip kommt hier zum tragen. wenn der körper zu lange auch neue energie warten muss, fällt er wieder in den starvation mode. das wirkt sich dann - die meisten sagen dazu, mein blutzucker ist zu tief, deshalb bin ich ein wenig stinkig - in weniger produktivität, einem verlangsamten metabolismus und weniger energieverbrauch aus. der grund dafür; zu lange nichts gegessen. zurück zum durchschnittlichen tag. 8 uhr morgens frühstück, 12 uhr mittag lunch, 18 uhr abend dinner. seht ihr die zeit, die zwischen den mahlzeiten vergeht? 6h zwischen lunch und dinner! das ist der absolute tot für euren körper. da ist er bis zum dinner schon seit 3h im starvation mode und das meiste, das zum dinner zugeführt wird, wird gleich in die fettdepots zur reserve angelegt (welche er übrigens nicht angreift um die zeit am nächsten tag zu überbrücken, das wäre nett, funktioniert aber nicht so, denn das ist noch keine existentielle kriese für den körper).
wenn ihr für den rest eures lebens gesund und fit sein wollt und euer idealgewicht halten wollt, führt keinen weg um die 6x pro tag essen strategie.
ich habe nie daran geglaubt, was für einen unterschied dies machen kann, aber nachdem ich es nun seit jahren am eigen leib erlebe, probiert es aus, ihr habt nichts zu verlieren, im gegenteil.