Ich finde die Kalorienzählerei auch extrem mühsam und fehlerbehaftet. Ob man nun Tabellen am PC hat oder im Buch nachschlägt: es sind ungefähre Durchschnittsmesswerte und damit lässt sich das, was man grade isst und dessen Kaloriengehalt man genau wissen will, immer nur grob bestimmen. Der eine Schinken hat weniger Fettadern, der andere mehr, der Schuss Milch in den Kaffee oder Öl über den Salat fällt auch nicht immer grammgenau aus, und Gasthausessen ist sowieso völlig unkalkulierbar.
Ich habe es aus dem Grund aufgegeben, ständig Kalorien zu zählen, sondern schreibe mir, wenn's mal wieder soweit ist, dass Disziplin beim Essen einkehren muss

ein paar Tage lang ALLES, was ich esse und trinke auf. Da messe ich auch die Milch für den Kaffee einmal ab und das Öl für den Salat usw., wiege jedes Stück Brot und suche (meist vergeblich) nach der genauen Kalorienzahl DIESER Brotsorte...
Nach ein paar Tagen habe ich die UNGEFÄHREN Zahlen wieder im Kopf und schreibe meinen Tageskonsum dann nur noch in grober Schätzung auf (wegen der Disziplin

) - und dann hat es sich eigentlich eingependelt. Bei Salat und rohem Gemüse achte ich überhaupt nicht auf die Mengen, da esse ich soviel ich Lust habe, bei Fleisch und Wurst gebe ich sehr acht, eher weniger als mehr zu erwischen, beim Olivenöl spare ich nicht sehr usw.
Ich habe mir neulich (in einem ziemlich aufwendigen Verfahren) anhand eines angenommenen GU von 1500 Kal, meiner absolvierten Sporteinheiten in Kalorien und der abgenommenen Fettkilos in Kalorien ausgerechnet, wieviel ich in 3 verschiedenen langen Abehmperioden tatsächlich durchschnittlich gegessen haben muss und kam auf Ergebnisse, die ziemlich gut mit den gefühlten Tatsachen übereinstimmten. Einmal hatte ich mir vorgenommen, nur 1000 Kal am Tag zu essen - mein Schnitt lag nur um 100irgendwas darüber (was daran liegt, dass in diesem Schnitt auch Urlaubstage und wochenenden mit mehr Konsum mit drin sind), einmal plante ich, mich nicht allzu sehr einzuschränken sondern bloß Naschereien, Alkohol, Gasthausexzesse und leckere, aber kalorienreiche Kochereien auszulassen und kam annähernd auf 1500 Kalorien - und derzeit bin ich mit einer Mischform unterwegs - die 1000 Kalorien im Hinterkopf aber mit Olivenöl, verdünntem Apfelsaft, Joghurt usw. wissentlich so unterwegs, dass 1000 Kal am Tag in erträglichem Rahmen überschritten werden. Die "Nachkalkulation" warf dafür einen Durchschnittswert von ca 1300 Kal aus.
Ich fahre mit dieser anfänglichen Selbstdisziplinierung und nachherigem "Kalorien nach Gefühl" eigentlich sehr gut, weil Essen dadurch kein Thema ist.
Als ich Diäten nach Plan probiert habe oder wirklich längere Zeit versucht habe, Kalorien genau aufzuschreiben, habe ich mich gedanklich viel zu sehr mit Essen beschäftigt und dementsprechend dauernd irgendwelche Gelüste bekommen oder Überlegungen angestellt, was man sich unter welchen Voraussetzungen zugestehen könnte usw.
Außerdem mache ich regelmäßig viel Ausdauersport, und der hat angenehme Auswirkungen auf meine Hungergefühle - nämlich so, dass ich eher viel Durst und wenig Hunger habe. (Und auch keinen Gusto

)
Wenn man allerdings "nur" mit Diät abnehmen will, wird diese Art des Kaloriennichtzählens wahrscheinlich nicht zuverlässig genug sein.
