Sollte es in einer gerechten Gesellschaft nicht möglich sein, dass jeder die (Aus)Bildung bekommt, die seinen Fähigkeiten und Interessen entspricht, ohne dass dies vom Geldbeutel abhängig ist?
Steuern werden doch sowieso gezahlt - wieso dann nicht auch so wie es die Verfassung vorsieht in Bildung für alle investieren, damit eben NICHT nur die Kinder von Akademikern ihre Fähigkeiten entfalten können, sondern jede und jeder, egal wer die Eltern sind und was sie verdienen?
Das kann doch nur gut für eine Gesellschaft sein!
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Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung.
Das ist aber das Schlimme an unserem Land. Man muss studieren, wenn man in bestimmte Jobs will. Ich rede jetzt nicht von Arzt oder Anwalt o.ä.. Sondern von "normalen" Berufen in der Wirtschaft z.B..
In anderen Ländern, z.B. Neuseeland, ist es regelrecht Zeitverschwendung zu studieren. Da arbeitet man sich hoch und bekommt durch seine Leistung gute Jobs.
Dauert nicht mehr lange, da muss man ein Studium vorweisen wenn man an einer Rezeption Kunden empfangen möchte
Ich finde das nicht schlimm, man muss eben eine gewisse Vorleistung erbringen, Arzt kann man sich beispielsweise nicht abgucken oder anlernen . Aber diese Vorleistungen sollten unabhängig davon sein, ob ich mir die Kosten leisten kann. Das einzige was zählen sollte ist die Tatsache, ob ich das Studium erfolgreich abschließe.
Mal davon abgesehen ist ein Studium auch keine Berufsausbildung. Da geht es um weitaus mehr, als Faktenwissen anzuhäufen, das man dann ganz spezifisch anwenden kann.
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Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung.
Eben. Vor allem als ob man primär ans finanzielle denken würde, wenn man sich ein Studium wählt. Für einige Berufe führt einfach kein Weg an einem Studium vorbei. Ohne Studium könnte ich nie meinen Traumberuf - Physiklehrer - ausüben. Genauso mein Bruder. Für ihn war ein Hochschulstudium Vorbedingung um Pfarrer zu werden. Das sind Berufe, die man sich echt nicht nach der Kohle aussucht, sondern nach der eigenen Leidenschaft, denn die Berufe sind richtige Knochenjobs.
Ich stimme Dir da gänzlich zu, Zwoggelinchen!
Ich selbst studiere Psychologie und um in den Gebieten, die ich anstrebe, schlussendlich beruflich Fuß zu fassen MUSS ich studieren.
Und das gilt nun einmal für viele Berufsfelder - da bleibt einem keine andere Wahl wenn man nun einmal etwas aus Überzeugung ausüben möchte (natürlich hätte ich mich auch für eine klassische Ausbildung entscheiden können - nur ob ich damit dann glücklich geworden wäre ist eine andere Frage).
Persönlich beziehe ich auch kein BaföG und finanziere mir mein Studium komplett selbst - ohne große Rücklagen o.Ä.
Viele bekommen auch gar kein BaföG bewilligt bzw. so einen geringen Satz, dass sich der Antrag an sich schon gar nicht lohnt.
Eine Freundin von mir hat ihr Studium z.B. aufgegeben da sie (hat eine eigene kleine Wohnung, da das Zusammenleben mit den Eltern nicht geklappt hat) weder Bafög noch Wohngeld noch sonst irgendetwas bezuschusst bekommen hat und sie schlussendlich mehr nebenher arbeiten musste (um Wohnung etc. zu bezahlen), als Zeit zum Lernen hatte.
Und zum Thema BaföG noch: Es ist auch ein Trugschluss zu denken, dass die, die kein Bafög bewilligt bekommen, Eltern haben die einen finanziell unterstützen können.
Das Eltern z.B. noch Kredite am Laufen haben, die sie monatlich mit festen Raten abbezahlen, wird nicht gesehen - da sieht man nur netto xy, also kann das Kind unterstützt werden.
Ich weiss auch nicht, warum viele Menschen so gegen Studenten querschießen - schließlich haben Auszubildende doch ihrerseits zig Möglichkeiten staatliche Unterstützung zu beantragen (ich kenne viele die ganz normale Ausbildungen absolvieren und auch nicht am Existenzminimum leben und trotzdem Ausbildungsförderung/Beihilfe, Wohngeld u.Ä. bekommen)..
Wie gesagt- man sollte nicht zu vorschnell urteilen.
*LG*
Die Bina
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* Credendo Vides - Wer glaubt wird sehen! *
Und zum Thema BaföG noch: Es ist auch ein Trugschluss zu denken, dass die, die kein Bafög bewilligt bekommen, Eltern haben die einen finanziell unterstützen können.
Das Eltern z.B. noch Kredite am Laufen haben, die sie monatlich mit festen Raten abbezahlen, wird nicht gesehen - da sieht man nur netto xy, also kann das Kind unterstützt werden.
Jap, das ist auch ein gutes Aspekt. Die Grenze für den Höchstsatz liegt bei 1550Euro für BEIDE Eltern zusammen. Alles Einkommen darüber wird angerechnet.
Wenn ein Kind noch zu Hause wohnt, kann man das Kind ja mit durchziehen, aber oft muss man nunmal wegziehen und wie soll man dann ne Wohnung etc. bezahlen?
Eine Freundin von mir hat ihr Studium z.B. aufgegeben da sie (hat eine eigene kleine Wohnung, da das Zusammenleben mit den Eltern nicht geklappt hat) weder Bafög noch Wohngeld noch sonst irgendetwas bezuschusst bekommen hat und sie schlussendlich mehr nebenher arbeiten musste (um Wohnung etc. zu bezahlen), als Zeit zum Lernen hatte.
Ein WG-Zimmer haette es nicht getan?
Zitat:
Zitat von DieBina
Und zum Thema BaföG noch: Es ist auch ein Trugschluss zu denken, dass die, die kein Bafög bewilligt bekommen, Eltern haben die einen finanziell unterstützen können. Das Eltern z.B. noch Kredite am Laufen haben, die sie monatlich mit festen Raten abbezahlen, wird nicht gesehen - da sieht man nur netto xy, also kann das Kind unterstützt werden.
Sicher, der Zweitwagen und das Eigenheim sind unverzichtbar; fuer die Ausbildung der Kinder soll aber die Allgemeinheit aufkommen. Jammern auf hohem Niveau nenne ich das.
Sicher, der Zweitwagen und das Eigenheim sind unverzichtbar; fuer die Ausbildung der Kinder soll aber die Allgemeinheit aufkommen. Jammern auf hohem Niveau nenne ich das.
Du bist echt extrem unterwegs.
Du hast doch keine Ahnung wie hoch die Miete für die Wohnung war. Oder was ein WG Zimmer oder ein Zimmer in einem Wohnheim kostet. Als ich angefangen habe zu studieren, hat eine eigene Wohnung unwesentlich mehr gekostet als ein Wohnheimplatz. Da zahl ich lieber 50 Euro mehr und muss mir das Klo nicht mit 15 anderen Leuten teilen.
Zum Eigenheim äußere ich mich jetzt mal nicht.
Woher kommt deine extreme Einstellung? Womit genau hast du ein Problem?
Du hast doch keine Ahnung wie hoch die Miete für die Wohnung war. Oder was ein WG Zimmer oder ein Zimmer in einem Wohnheim kostet. Als ich angefangen habe zu studieren, hat eine eigene Wohnung unwesentlich mehr gekostet als ein Wohnheimplatz. Da zahl ich lieber 50 Euro mehr und muss mir das Klo nicht mit 15 anderen Leuten teilen.
Zum Eigenheim äußere ich mich jetzt mal nicht.
Woher kommt deine extreme Einstellung? Womit genau hast du ein Problem?
das hab ich mich nach obigem post auch gefragt...
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man lebt wofür man sterben würde...
Als ob ein WG-Zimmer großartiger billiger wäre als eine anständige 1-Zimmer-Wohnung. Wenn ich meine beste Freundin sehe, zeigt sich mich eher das Gegenteil. Sie hat in der WG mehr bezahlt als in ihrer ersten 1-Zimmer-Wohnung bzw. ist es jetzt so, dass mein Freund in unserer gemeinsamen 45qm-Wohnung weniger bezahlt als in seiner Winz-WG (die übrigens Teil eines Studentenwohnkomplexes war) zuvor.
Und egal was: nicht zu Hause wohnen kostet einfach. Und das ist bei den meisten Studis unvermeidbar.
Als ob ein WG-Zimmer großartiger billiger wäre als eine anständige 1-Zimmer-Wohnung. Wenn ich meine beste Freundin sehe, zeigt sich mich eher das Gegenteil. Sie hat in der WG mehr bezahlt als in ihrer ersten 1-Zimmer-Wohnung bzw. ist es jetzt so, dass mein Freund in unserer gemeinsamen 45qm-Wohnung weniger bezahlt als in seiner Winz-WG (die übrigens Teil eines Studentenwohnkomplexes war) zuvor.
Und egal was: nicht zu Hause wohnen kostet einfach. Und das ist bei den meisten Studis unvermeidbar.
Ach was... warum ziehen wir nicht mit nem Pappkarton unter die Brücke. Muss doch kein richtiges Zuhause sein.
Oder, wir schlafen direkt mit nem Schlafsack im Hörsaal, damit wir auch nach 6 Monaten fertig studiert haben und niemandem auf der Tasche liegen.
Und meine Eltern ernähren sich nur noch von Wasser und Brot damit sie meine Studiengebühren zahlen können.
Merkst du eigentlich, dass du dir selbst widersprichst? Du hetzt (woher kommt dieser Hass?) gegen Mittelschichtskinder, die das Glück hatten in einem bildungsnahen Umfeld aufzuwachsen und befürwortest "Gegenleistungen" und Studiengebühren, die es allen die es NICHT so gut haben NOCH schwerer macht, ein Studium überhaupt aufzunehmen.
Was denn nun?
Chancengerechtigkeit für alle oder nicht?
Seit PISA 2001 ist es amtlich, dass unser Schulsystem soziale Strukturen verfestigt, statt Chancengleichheit zu schaffen und diese soziale Auslese setzt sich an den Hochschulen fort. Es sind ueberwiegend Akademikerkinder, die studieren; die vielbeschworenen Arme-Leute-Kinder, denen durch Studiengebuehren die Chancen genommen werden, sind eine verschwindend kleine Minderheit.
Chancengleichheit, ja gerne. Die erreicht man jedoch nicht damit, dass Arbeiter und kleine Angestellte die hoehere Bildung einer ohnehin schon privilegierten Schicht finanzieren, sondern indem man die fruehzeitige Auslese, die in erster Linie eine soziale Auslese ist, abstellt. Aber da weigert sich das Buergertum. Hast Du mitbekommen, mit welcher Vehemenz diese Schicht in Berlin und Hamburg die Verlaengerung der Grundschulzeit auf sechs Jahre unterminiert?