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Die Reise zurück zu mir
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Die Reise zurück zu mir
Leider war ich vom lieben Gott nie mit dem „Schlankheits- Gen“ gesegnet, was heißen soll, dass ich schon seid frühester Kindheit immer zu den Molligen gehörte und im Alter von 16 Jahren schon eine beachtliche Diät Karriere hinter mit hatte. Irgendwie schaffte ich es allerdings immer „Dank“ diverser Hungerkuren, Shakes und Pülverchen meinen Körper in einer halbwegs passablen Form zu halten.
Als ich dann im Alter von 19 meinen heutigen Mann kennen lernte wog ich bei einer Größe von 1,72m circa 72kg. Zugegeben, auch das ist nicht rank und schlank, aber für meine und sicher auch anderer Leute Verhältnisse, durchaus normalgewichtig. Aber ab diesem Zeitpunkt nahm mein persönliches Gewichts- Unheil seinen Lauf.
In „ Rekordzeit“ nahm ich von 72kg auf cirka 115kg zu, sprich über 40kg in ziemlich genau 4,5 Jahren. Rein rechnerisch mehr als 10kg pro Jahr und somit fast 1kg jeden Monat, konkret gesagt war es eigentlich so, dass ich viereinhalb Jahre konstant zunahm.
Die Gründe sind vielfältig, aber auch durchaus einfach. Ich denke jeder von uns, der nicht durch Krankheit ein Gewichtsproblem bekommen hat, kennt die Gründe und auch das Phänomen „ Partnerschaft macht dick!“ Zudem freute sich bei mir zusätzlich noch ein gestörter Stoffwechsel, ausgemergelt und verwirrt durch zahlreiche Diäten, über regelmäßige Ausflüge in Fastfood Tempel und mangelnde Bewegung.
Jahrelang trug ich so, im wahrsten Sinne des Wortes, ein schwerwiegendes Problem mit mir rum. Schleichend kamen die körperlichen und bei mir auch die seelischen Veränderungen. Am Ende hatte ich ein noch nie dagewesenens Höchstgewicht erreicht und ich hatte mich von einer mobilen und aktiven jungen Frau zu einem, sich selber klein machenden und dicken Trauerkloß entwickelt. Sonstige Probleme beruflicher, finanzieller und partnerschaftlicher Art taten ihr Übriges dazu. Ende 2003 häuften sich dann die Unannehmlichkeiten, die allesamt auf mein fülliges Körpervolumen zurückzuführen waren. Nicht nur, dass ich rein gar nichts mehr fand, dass mich auch nur annähernd so gekleidet hätte wie ich es mir vorstellte, dass ich so gar nichts mehr aus mir zu machen wusste und die Tochter einer Freundin schon liebevoll über meinen Bauch strich, mit der Frage „ Ist da ein Baby drin?“ NEIN… zum ersten Mal bekam ich auch in geballter Ladung die körperlichen Nachteile meines Übergewichts zu spüren: Kurzatmigkeit bei Anstrengung, zu hoher Blutdruck, Wassereinlagerung in Händen und Füßen und nicht zu vergessen der Blick in den Spiegel, der für mich selber eine persönliche Beleidigung darstellte. Vieles in meinem Leben musste dringend verändert werden, aber mir wurde diesmal endlich klar, dass ich damit als erstes bei mir selber anfangen musste. Und so nahm ich mir zum ersten Mal in meinem Leben einen Neujahrsvorsatz und beschloss im neuen Jahr 2004 eine Menge seelischen und körperlichen Ballast von mir zu werfen. Zur Methode meiner Abnahme möchte ich an dieser Stelle eigentlich gar nicht so viel schreiben, da ich denke, dass jeder bei dem der große und berühmte Klick im Kopf einmal stattgefunden hat, diese für sich selber finde muss und auch wird. Für mich war es allerdings am wichtigsten meine alten Gewohnheiten abzulegen und meiner Ernährung und meinem Körper so eine neue Chance zu geben. So begann ich mich gesünder, regelmäßiger und ausgewogener zu ernähren, mich mehr zu bewegen und auch den Rest meines Lebens neu zu ordnen.
Schon zur Mitte des Jahrs hatte ich einen Großteil meiner schlechten Angewohnheiten abgelegt und viele positive Änderungen zu verbuchen und das Beste war, die Pfunde schmolzen nur so dahin. Aber der positivste Aspekt war, dass mit jedem verlorenen Pfund mehr Selbstbewusstsein, Lebensfreude und Mobilität zu mir zurückkehrte. Sicher war das Durchhalten nicht immer einfach, aber diesmal spornten mich die auch noch so kleinsten Erfolge immer wieder an, die Zeiten in denen ich zu viel von mir selber und meinem Körper erwartet hatte waren endgültig vorbei. Ich belohnte mich mit neuer Kleidung, die mir auch wirklich gefiel und meinen Charakter widerspiegelte und nicht nur aus dem Grund gekauft wurde, weil sie gut kaschierte oder es eben nichts anderes in meiner Größe gab. Ich färbte mir die Haare, investierte Geld für neues Make Up und Schuhe und trat als veränderte und gestärkte Person meinen Mitmenschen entgegen.
Zum ersten Mal hatte ich wieder das Gefühl, dass mich Leute ansahen und lächelten, weil ich etwas positives ausstrahlte, ja vielleicht sogar deswegen, weil der eine oder andere mich vielleicht attraktiv fand und nicht weil sie mich auf Grund meiner Fülle anstarrten oder sogar bemitleideten, so wie es mir immer eingeredet hatte. Auch die Menschen in meinem direkten Umfeld nahmen diese Veränderungen, körperliche wie seelische, selbstverständlich wahr. Ich erntete viele Komplimente, war auf einmal wieder, auf Grund meiner zurückgekehrten Offenheit und Schlagfertigkeit, eine beliebte Gesprächspartnerin und wurde von allen Seiten tatkräftig ermuntert meinen Weg weiterhin so zielstrebig fortzusetzen.
Am 31.12.2004 hatte ich eine, ziemlich genaue Abnahme von 25,6kg zu verbuchen. Auch, wenn ich den Weg zu meinem Wohlfühlgewicht noch nicht restlos gemeistert hatte, so hatte ich aber eine Abnahme erzielt, welche ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht mehr erhofft hatte, aber das Wichtigste war, dass ich mich in den letzten 12 Monaten endlich selber wieder gefunden hatte und so gestärkt wie ich nun war wusste, dass ich mein Ziel diesmal ganz sicher erreichen würde, denn ich konnte endlich wieder an mich selber glauben.
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