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Einleitung
Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
    Meine Geschichte
    Ewiges Thema Abnehmen
    annemirl story
    Die Reise zurück zu mir
    Ich schaff das allein
    Ich und meine Lästereinen
    Einmal Abnehmen und zurück
    Der immer wiederkehrende Anfang
    Catecea Story
    Resümee
Kapitel 4 (Essstörungen)

Catecea Story

Meine erste große Diät machte ich sehr erfolgreich mit Ende 20.
Nach zwei Schwangerschaften und einer recht beachtlichen Gewichtszunahme von über 30 kg Etliche Versuche mein ursprüngliches Gewicht von 50 kg wieder zu erreichen schlugen immer wieder fehl. Es gab zwar kleine Teilerfolge von 2 – 3 kg, aber die hatte ich immer wieder schnell auf den Rippen.
Endlich – die Diät – ein Angebot meiner Krankenkasse versprach genau das was ich mir erhoffte. Also nichts wie hin – anmelden – und starten. Aber so leicht wie sich das im Prospekt anhörte war es dann doch nicht. Es war doch mehr als nur abnehmen, es war eine völlige Ernährungsumstellung.

Ich komme zum ersten Gruppentreff. Oh Gott, dachte ich, wo bin ich hier, lauter alte Frauen!?
Na ja, damals war alles jenseits der 40 einfach alt für mich. Heute sehe ich das anders, heute bin ich ja auch in diesem Alter. Doch kommen wir zur Sache: Die Ernährungsberaterin machte uns zuerst mal klar (besonders mir), dass es nicht in 4 Wochen zu schaffen ist, was schließlich doch einige Monate/Jahre drauf gefuttert wurde. Ach, du Schreck, soll ich etwa Monate lang hungern? Als erstes gab es eine Einführung über die diversen Lebensmittel, ihre Kohlenhydrate, Kalorien, Fette, Eiweiß und so weiter. Nun war es an uns, unser Essverhalten zu beobachten. WANN esse ich – WAS esse ich – Wo esse ich – WARUM esse ich - WIE esse ich – WAS tue ich während des Essens? Wir führten eine Woche eine Art Tagebuch und dann wurde es ausgewertet. Dabei kamen Dinge zu tage, bei denen man sich eigentlich keine Gedanken macht, dass sie falsch sein könnten. Man empfindet es als völlig normal. Es sind einfach Dinge die schon Gewohnheit sind. Ich aß zum Beispiel immer alles auf, auch die Reste der Kinder, schließlich war ich so erzogen, dass man Essen nicht einfach verschwendet. Man denke an die armen Kinder in Afrika. Auch aß ich immer zu festen Zeiten, ob ich nun Hunger hatte oder nicht. Es war Essenszeit – also hast du Hunger und musst was essen. Ich aß wenn andere aßen, wenn ich Hunger hatte, abends beim fernsehen, während ich ein Buch las. Morgens gab es meistens Frühstück im Stehen, ich hatte ja keine Zeit zum Sitzen (so ein Quatsch, warum eigentlich). Dieses Protokoll wurde ca. vier Wochen geführt, danach nur noch von denen die dazu Lust hatten und/oder es als Unterstützung/Eigenkontrolle brauchten.
Wöchentlich wurden wir gewogen, aber ohne Ansage. Wer sein Gewicht nicht sagen wollte (so wie ich zu Anfang), der behielt es eben für sich. Wir haben über drei Monate Kalorien gezählt. Jede hatte das Gefühl Ernst genommen zu werden, jede hatte von den anderen Unterstützung wenn es harte Tage gab, Frust kam eigentlich gar nicht richtig auf , da man nie allein war mit seinen Problemen. Mir half es sehr gut, ich war das Küken, das Nesthäkchen. Von allen stets seelisch und moralisch tausendfach unterstützt. Wir haben Rezepte ausgetauscht, mal zusammen gekocht, gebacken und auch zusammen mal genascht. Nach jedem Treffen gab es zu Abschluss noch etwas Gymnastik, damit uns auch bewusst wurde, dass es nicht ganz ohne Bewegung geht. Und doch – die wenigsten von uns machten Sport oder Gymnastik – außer an unserem Montagstreffen.
Nach diesen drei Monaten hatte ich zwar nicht meine 50 kg aber immerhin 12 kg weniger als zu Beginn und viele neue liebe Freundinnen, wenn auch wesentlich älter, aber dafür an Erfahrung reicher. Sie halfen mir in den nächsten Monaten weiter durchzuhalten. Schließlich hatte ich nach 4 weiteren Monaten 25 kg weniger. Mein Traumgewicht von 50 kg ???? Nein, aber ich hatte ein neues Traumgewicht – 63 kg - !!! Egal, dachte ich, das ist nicht alles. Schließlich bin ich 2-fache Mutter und kein Teenager mehr, der mit 50 kg und einer Größe von 1,70 m aussehen muss wie Twiggi. Es war einfach das Gewicht zu halten und ich dachte schon so bleibt es bis in alle Tage. Ich bekam viel Lob, besonders von meinem Mann, meinen Kindern und meinen Freunden (das witzigste von unserem damals 5-jährigen Nachbarssohn: „Habt ihr eine neue Mami? Und wo habt ihr die alte dicke Mama hingeschickt?“). Nur einer sagte mal zu mir (wir hatten uns bestimmt 2 Jahre nicht gesehen und er kannte mich mit meinen Höchstgewicht): „Oh, wie siehst du denn aus, du bist aber fett geworden.“ In diesem Moment hätte ich am liebsten einen Mord begangen. Ich kam zur Arbeit mit einer Wut im Bauch, dass ich am liebsten aus lauter Frust alles in mich reingefressen hätte was die Küche hergab (Ich arbeite damals in einem Restaurant). Mein Chef hat mir sofort angesehen, dass etwas vorgefallen war, nahm mich bei Seite , sprach mit mir darüber und hat mir wieder Mut gemacht, so dass wir beide über diesen blöden Spruch doch noch lachen mussten.

Da ist jetzt etwas über 20 Jahre her. Mittlerweile habe ich ein Gewicht von, oh Schande, das kann ich nicht schreiben, ach ja, es ist viel, viel mehr als damals (Manchmal schäme ich mich sehr dafür.). Warum? Krankheit, Hormonbehandlung, wieder Frustfressen, unkontrolliertes essen, auf nichts verzichten wollen, aufgehört mit dem Rauchen und wahrscheinlich noch vieles mehr , was ich eigentlich gar nicht mehr weiss, nicht wissen will. Und doch will ich wieder abnehmen. Ich habe es wieder versucht mit LLID. Zuerst 8 kg abgenommen, dann wieder 3 kg zugenommen - aber gehalten, will auf jeden Fall weiter machen. Spiele mit dem Gedanken doch noch zu WW zu gehen. Die Unterstützung ist doch nicht ganz das was mir so vorschwebt.

by cetacea




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