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Und listig kocht das Weib!
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Eines schönen Tages stand ich in meiner geliebten Küche hinter dem Herd und kochte für unsere damals noch 4-köpfige Familie ein Mittagsmenü. Die Kinder waren noch sehr klein und wir führten eine harmonische Ehe. Natürlich hatten die beiden Schwangerschaften ihre Spuren an meinen Hüften hinterlassen, jedoch störte mich das bis zu diesem Zeitpunkt noch herzlich wenig.
Mein Gemahl betrat die Küche, stellte sich hinter mich, fasste mir zärtlich an besagte Hüfte und meinte nur ganz trocken: „Nun meine liebe Frau, langsam kann man dich auch durch die Küche rollen!“ Dies zwar in einem scherzhaften Tonfall, aber die Worte saßen. Mir fiel fast der Kochlöffel aus der Hand. Zwar brach ich nicht gleich in Tränen aus, aber als er die Küche verlassen hatte, ging ich ins Schlafzimmer vor unseren Spiegel und drehte mich nach allen Seiten. Sehr kritisch betrachtetet ich mich. Hatten sich die Hüftröllchen tatsächlich „über Nacht“ verdreifacht? Nun, ich hatte schon bemerkt, dass sich der Zeiger auf der Waage immer mal wieder ein Stückchen weiter nach rechts bewegt hatte. Aber die Waage musste noch ganz andere „Anstrengungen“ tätigen, stellte sich mein Göttergatte auf dieses Teil. Somit durfte sie doch mit meinem „zarten“ Gewicht von damals 78 kg nicht überlastet sein und hätte mir ruhig noch ein wenig mehr „schmeicheln“ können, das empfand ich damals zumindest und dann diese harten Worte – wenn auch scherzhaft, aber ein Fünkchen Wahrheit war wohl doch hinter seiner Bemerkung versteckt.
Augenblicklich beschloss ich mit einer neuen Diät anzufangen. Das Mittagessen lies ich ausfallen. War mir doch der Appetit gänzlich vergangen. Meine drei schauten nur verwundert und ließen sich das Mittagessen schmecken. Abends, als die Kinder im Bett waren, teilte ich meinem über alles geliebten Mann mit, dass ich wieder einmal mit einer Diät angefangen hätte und ob er evtl. mitmachen wollte. Woraufhin ich als Antwort bekam: „Erst wenn du die ersten 5 kg abgenommen hast, werde ich mitmachen.“ Das war doch eine klare männliche Aussage! In den folgenden Tagen entwickelte ich Strategien, um nichts essen zu müssen. Den Kindern teilte ich mit, dass ich mit Pappi essen würde und meinem Gatten erzählte ich, ich hätte schon mit den Kindern gegessen. Nur am Wochenende blieb mir keine Wahl, da musste ich etwas essen. Aber auch hier gab es Möglichkeiten weniger essen zu müssen. Nach ca. 14 Tagen hatte ich die ersten 5 kg geschafft. Stolz teilte ich dies meinem Mann mit und wollte ihn jetzt zur Diät „motivieren“. Dieser hatte jedoch noch keine Lust und „vertagte“ seinen Einstieg auf die nächsten 5 kg Gewichtsreduzierung bei mir. In mir fing es das Grummeln an... Na warte, ich schaff das schon. Es dauerte weitere drei Wochen und die nächsten 5 kg waren weg. Der Herr der Schöpfung gab sich geschlagen und musste – erinnert an sein Versprechen – sich dem Diätenwahn seiner Frau unterwerfen.
Vereinbart wurde ganz klar, dass er nur das essen darf, was ich im mitgab oder kochte. Kein Gang zum Metzger in der Mittagspause oder noch einmal schnell beim Bäcker einkehren, bevor er in die Arbeit fuhr. Er versprach es hoch und heilig. Ich als seine ihn über alles liebende Frau verdeutlichte es ihm dadurch, dass ja jedes Gericht abgemessen und abgewogen werden musste und es natürlich dann durch zusätzliche Nahrungsaufnahme seinerseits für mich unmöglich machte den Kalorienbedarf auszurechnen und dem Tagesbedarf gerecht zu werden. Selbstverständlich beruhigte ich ihn, dass er ja wesentlich mehr essen durfte, da er ja ein Mann ist. Am nächsten Tag begann auch er mit seiner Diät. Ich gab ihm seinen „Pausensnack“ in die Arbeit mit, der aus Vollkornbrot mit Putenbrust, Joghurt und Obst bestand. Natürlich auch ein kleines Stückchen Schokolade, kannte ich doch seine Vorliebe dafür. Da die Kinder ja noch relativ klein waren, „musste“ ich mit verschiedenen Töpfen kochen, die etwas milderen Speisen für meine Kinder und die etwas schärfer gewürzten für meinen Mann! Zum Glück kannte er sich nicht mit Kcal und dergleichen aus und vom Kochen verstand er zum damaligen Zeitpunkt auch rein gar nichts. Einen kleinen „Denkzettel“ hatte er wohl verdient, dachte ich mir so. Schließlich brachte er ja bei seiner stattlichen Größe von 186 cm stolze 119 kg auf die Waage – kein Wunder, dass diese das Ächzen anfing, kaum dass er das Badezimmer betrat. Ich kochte für ihn: Putenschnitzel mit Champignons, leider musste ich die Soße mit Sahne aufgießen, da ich ja sonst keinen „Geschmack“ in das Gericht gebracht hätte oder die Flüssigkeit für die 2 Beutel Reis nie gereicht hätte. Dazu gab es dann Mineralwasser – Bier hatte ja zu viele Kalorien! Alternativ kochte ich Gulasch, selbstverständlich wurde auch in dieses ein ganzer Becher Sahne gekippt. Die helle Soße erklärte ich durch Magerjoghurt. Nach einer Woche war „Gewichtskontrolle“ – natürlich durch mich! Aber was war geschehen? Wie war das möglich? Er hatte ZUGENOMMEN! Strafende Blicke meinerseits waren die Folge. „Wo hast du noch gegessen? Warum machte ich mir die Mühe und wog alles ab?“ Er beteuerte, nur das gegessen zu haben, was ich ihm vorgesetzt oder mitgegeben hatte. Ich konnte es mir und ihm nicht erklären und stellte mich als „Beweis“ auf die Waage. Natürlich hatte ich abgenommen, wenn auch nicht mehr soviel wie zu Beginn, aber immerhin.
Nach einer weiteren Woche dieser „Mast-Diät“ hatte er stolze 123 kg auf der Waage – ich war zufrieden, hatte ich ihm doch einen kleinen „Denkzettel“ verpasst und kochte dann auch für ihn diätgerecht. Er weiß bis heute nicht, weshalb er anfangs so zugenommen hatte – ich schob es auf die „Ernährungsumstellung“, denn anschließend nahm er ja auch kurzfristig wieder ab.
Als ich dann endlich mein Traumgewicht hatte, trennte ich mich von ihm...
by Shelly3004
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