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Einleitung
Vorwort
Kapitel 1
    Brautstudio des Horrors
    Raclette und der Mangel an Pfännchen
    Ungerechtigkeiten
    Hoffnungslos und Hoffnungsvoll
    Blockade - Lösung
    Schokoholikerin auf Entzug
    Ewig lockt... der KÜHLSCHRANK!
    Und listig kocht das Weib!
    liebes Kind iss den Teller leer geschwind
    The show must go on Schutzpanzer ade
    Die Verführung zum Essen
    Mens sana in corpore sano!
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4 (Essstörungen)

The show must go on - Schutzpanzer ade

Hallo,

ich bin Melanie, 24 und Mutter eines ganz lieben kleinen Sohnes mit 21 Monaten. Meine Fress-Geschichte fängt da an, wo für viele das eigentlich Leben beginnt, nämlich mit meiner Volljährigkeit.

Ich werde hier offen und ehrlich über alles schreiben was mir widerfahren ist, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen allerdings nur in Kurzfassung, da es sonst den Rahmen sprengen würde. All zu sensible Menschen sollten vielleicht zwei mal überlegen, ob sie es wirklich lesen wollen.

Kleine Vorgeschichte: Meine Eltern haben sich getrennt als ich in die Schule kam und das Verhältnis der beiden war, gelinde ausgedrückt beschissen. Zu meinem Vater hatte ich, je älter ich wurde immer weniger Kontakt. Meine Mutter heiratete wieder als ich 16 war. Mit meinem Stiefvater kam ich nie wirklich gut aus, bis heute ist es unverändert. Alles begann an einem kalten Abend, an dem ich, wie jeden Tag von der Stadt nach Hause radelte.

Es war der 18.02.1999 an dem ich ziemlich brutal von 5 Männern vergewaltigt wurde. Ich habe mich so dafür geschämt dass ich bis heute nicht mit meiner Mutter drüber reden konnte. Leider verlief auch die Anzeige im Sand, so dass ich bis heute mit dem Wissen rumlaufe das irgendwo diese Männer noch frei durch die Gegend ziehen.

Wie in trance erlebt ich die nächsten Monate in denen ich 3 mal erfolglos versuchte mich umzubringen. Durch die Tat wurde scheinbar mein Unterbewusstsein freigelegt. Anfangs habe ich all die Bilder und Filme die in meinem Kopf abliefen als Einbildung abgetan. Dem war nicht so. Ich begann nachzuforschen und stellte fest, dass dies alles Realität war. Ich war eine Überlebende, wie man so treffend in den Kreisen sagt. Ich habe den missbrauch meines Vaters und meines Opas überlebt, körperlich und bis dato auch recht gut seelisch, da ich scheinbar alles verdrängt hatte. Zum Glück, denn vorher wäre es einfach zu früh gewesen.

Aufgrund meiner plötzlichen Veränderung kam es zum Bruch zwischen meiner Mutter und mir und ich zog zuhause aus. In meiner neuen Wohnung habe ich dann begonnen mir meinen Schutzpanzer aufzubauen. Ich bin fast schon systematisch vorgegangen um möglichst schnell wirklich fett zu werden. 1,5 Jahre später war ich schwerst depressiv und war von meiner fresssucht in die „mager“-sucht reingerutscht. Ich aß und schlief tagelang nichts, bis mich eine gute Freundin zu einem Krankenhaus brachte mit den Worten „Es stimmt was nicht, es geht mich auch nichs an was es ist aber lass Dir helfen!“

In dieser Klinik war ich ein halbes Jahr. Trotz Essstörungen wurde da nie wirklich drauf eingegangen. Man hat einfach meine Kost auf 1000 kcal reduziert und ich musste Therapien mitmachen, die mir aber nicht wirklich was brachten, weil nur das Unkraut geschnitten, nie aber die Wurzel rausgerissen wurde. Meine damalige Thera fand es viel zu spannend mir zu zu hören wenn ich über Träume etc. berichtet habe. Außerdem war sie einfach zu Jung für die Thematik.

Fehltherapiert wurde ich im Jan. 2001 auf mein drängen hin entlassen, lernte meinen Noch-Mann kennen und bei der Suche nach Halt in meinem Leben war er grad zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir heirateten viel zu schnell und durch die ganzen Umbrüche kam meine Krankheit wieder zutage. Ich kam von der Arbeit nach Hause mit riesigen Tüten voll Süßigkeiten, lag auf der Couch und habe gefressen, gefressen, gefressen. Dann habe ich wieder nichts mehr gegessen. Doch ich liebe einfach gutes Essen und bin dadurch in die Bulimie rein gerutscht. Noch heute reicht eine Kleinigkeit um mich dazu zu bringen, mich zu übergeben.

Kurz nach der Hochzeit im Jahr 02 machte ich wieder eine Therapie, in der ich endlich aufgefangen wurde. Auch die Diagnosen die man mir „gab“ brachten mich weiter, weil ich so Informationen darüber sammeln konnte wie ich damit am besten umgehen kann. Ich begann endlich das leidige Thema „Missbrauch“ zu bearbeiten, wobei mir auch eine ganz tolle Seite im I-Net geholfen hat. Dadurch hat sich mein Verhalten annähernd normalisiert. Ich ließ das ritzen, das kotzen und auch sonst ging es mir besser, aber noch nicht gut.

Dadurch, dass die Beziehung in der ich lebte immer unter Strom stand und ich den mit Essen kompensierte war es kein Wunder dass ich wieder ganz schnell auf 155kg hoch schnellte. Im Januar (jaaaa, dem Monat der guten Vorsätze) habe ich dann mit WW angefangen. Erst habe ich mich nur rein gelesen. Im Februar fing ich richtig an und nahm relativ fix 25 kg ab. Das wurde dann im Mai mit dem Beginn der Schwangerschaft belohnt. Da sie aber alles andere als leicht war für mich, bin ich wieder zu einer Frustfresserin geworden. Das Verhalten habe ich bis heute noch nicht abgelegt.

Im Juni diesen Jahres habe ich es endlich geschafft (im nachhinein endlich) mich von meinem Mann zu trennen. Seither führe ich regelmäßig Tagebuch und das hilft mir mit allem gut klar zu kommen. Meine beste Freundin hat mich wunderbar aufgefangen, so dass ich nicht wieder in ein Loch gefallen bin. Seit der Trennung brauche ich auch keine Antidepressiva mehr, was mir das Abnehmen natürlich leichter macht.

Leider gehöre ich zu den seeeehr undisziplinierten Menschen. Daher habe ich erst darauf geachtet, zumindest nicht mehr an Gewicht zu zulegen. Die Zeit habe ich auch genutzt mich ein wenig in andere Bereiche rein zu lesen. Ich versuchte es dann mit dem Teilfasten., das heißt soviel wie 12 Stunden am Tag „essverbot“ – 12 Stunden am Tag „esserlaubnis“. Wenn ich also abends um 20 Uhr das letzte gegessen habe, darf ich ab 8 Uhr früh wieder essen. Wenn ich später was esse, dann fällt das frühstück aus. In der Esszeit achte ich drauf was ich esse, aber wenn ich mal Frust habe, dann genehmige ich mir auch meine Schoki. Durch diese Methode habe ich bereits 16 kg abgenommen und fühle mich wie neu geboren. Ich versuche zudem mich tgl. irgendwie zu einem langen Spaziergang auf zu raffen.

Anfang nächsten Jahres werde ich noch mit Heilfasten versuchen meinen Körper zu reinigen um ihn wieder auf Vordermann zu bringen.

Show must go on!

Alles in allem kann ich sagen: Egal was einem passiert ist, egal was man tut, man hat sein Leben selbst in der Hand. Ich habe keinen Grund darum zu trauern was mir genommen wurde sonder ich freue mich darüber, dass ich leben darf! Vergangenes ist vergangen, die Gegenwart ist das hier und jetzt. Jeder hat sein Leben in seiner Hand. Man kann alles machen, wenn man wirklich will und die Konsequenzen dafür tragen kann/will.

Ich habe endlich meinen Weg gefunden und bin mehr denn je bei mir selbst angekommen. Es ist wichtig eine Sache abzuschließen bevor man mit einer anderen beginnt. Wenn man dafür fremde Hilfe braucht ist es nicht schlimm, sondern eher im wahrsten Sinne des Wortes heilsam. Nur wenn man wirklich sicher ist das man den Schutzpanzer nicht mehr braucht, kann man ihn ablegen, Strickmuster durchbrechen, Mechanismen stoppen. Überlegen was löst ein bestimmtes verhalten auf und versuchen von hinten aufzufädeln, also immer einen Schritt weniger weit zu gehen. In meinem Fall war es ein Auslöser, ritzen, übergeben, noch mal Selbstverletzendes Verhalten (SVV), einsperren. (Natürlich mit vielen Zwischenschritten) Ich habe dann versucht den letzten Schritt (das einsperren) zu lassen. Es hat lange gedauert und es hat irgendwann klick gemacht. Statt einsperren habe ich versucht mich kreativ zu beschäftigen (ein Ausgleich ist sehr wichtig!). Statt SVV habe ich versucht jemanden zum reden zu finden etc.

Jetzt brauche ich den Schutzpanzer nicht mehr und werde ihn Stück für Stück ablegen. Es ist ein langer harter Weg aber er ist nicht zu hart.

Ich habe außerdem das Glück tolle Menschen zu kennen, die mich immer wieder aufgerichtet haben und mir neue Wege gezeigt haben.

An dieser Stelle ein Danke an alle die an meiner „Erfolgsgeschichte“ beteiligt sind.



„DANKE“

Auch Abnehmtechnisch habe ich allerhand ausprobiert und kann sagen, dass es „DIE“ perfekte Diät etc. nicht geht. Das wichtigste ist, erstmal innerlich ins Gleichgewicht kommt. Probiert ruhig verschiedene Dinge aus solange sie im Rahmen sind und sucht euch aus, was für euch passt. Egal ob die Diät/Ernährungsumstellung WW/Brigitte/LF oder sonst wie heißt. Nicht was trendy ist hilft.

Aktuell mache ich eine Mischung aus Teilfasten und WW und das ist genau mein Weg. Ich frühstücke auch nicht, weil ich sonst den ganzen Tag über Gelüste nach allem möglichen habe, dafür genehmige ich mir abends vor dem PC oft noch nen Schokoriegel. Oft heißt es dann immer „Aber frühstücken ist soooo wichtig!“ und „So spät noch süßes, dass kann nicht gut gehen!“ Für mich ist aber meine tgl. Schoki – ration wichtig und Frühstücken ein graus, sobald es aus mehr als einer Tasse Kaffee besteht und unter Zeitdruck eingenommen werden muss. Und seitdem ich nicht mehr frühstücke, geht es mir viel viel besser! This is my way!!!

Hier noch ein Link, falls sich jemand durch meine Geschichte angesprochen gefühlt hat:
www.schotterblume.de

Ich wünsche euch, dass jeder den Weg findet, der für ihn der richtige ist!

Viel Erfolg wünscht euch

das (noch) dicke mällüh, von dem es von Monat zu Monat weniger gibt J

by mällüh




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