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Einleitung
Vorwort
Kapitel 1
    Brautstudio des Horrors
    Raclette und der Mangel an Pfännchen
    Ungerechtigkeiten
    Hoffnungslos und Hoffnungsvoll
    Blockade - Lösung
    Schokoholikerin auf Entzug
    Ewig lockt... der KÜHLSCHRANK!
    Und listig kocht das Weib!
    liebes Kind iss den Teller leer geschwind
    The show must go on Schutzpanzer ade
    Die Verführung zum Essen
    Mens sana in corpore sano!
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4 (Essstörungen)

Hoffnungslos und Hoffnungsvoll

Hoffnungslos und Hoffnungsvoll – Meine Pfündchenkampfansage


So, da wären wir wieder! Mit diesem Gedankengang schaue ich in die frechen „Augen“ der Pfündchen, die mich über das Display der Waage angrinsen. Ich kann es nicht fassen! Warum werde ich sie nicht los? Gestern himmelhochjauchzend und heute jammerndes Elend. Wie ist es möglich, dass die „lieben Kleinen“ so anhänglich sind und sich nicht von mir trennen wollen? Ich will ja die Trennung!!! Also, werde ich erst einmal eine Analyse machen und dann sehen wo der „Rückweg“ der Pfündchen abgeschnitten werden kann. Das muss doch zu machen sein. Sollen sie doch erst einmal grinsen und sich ins Fäustchen lachen, ich werde sie schon packen.

Aber vielleicht mache ich es mir nur schwer und es gibt Mittel und Wege auf natürlicher Weise die Pfündchen loszuwerden. Ich habe gehört, die Psyche soll eine ganz große Rolle spielen, also gucke ich erst einmal in mein Innerstes um zu sehen, wo liegt der „Hase im Pfeffer“. Was ich da zu sehen bekomme ist nicht gerade aufbauend.

Es muss wohl an den Genen liegen, dass ich so sensibel auf Essen reagiere. Man sagt ja, die Gene beeinflussen das ganze Leben! Stimmt! In meiner Ahnengalerie sind alle Verwandten etwas rundlicher. Sie standen auch dazu und fanden es eher gemütlich. So viel Selbsbewußtsein ist mir nicht gegeben.

Ich hörte schon in der Kindheit so manche Bemerkung der „Erwachsenen“, wie gut ich doch aussehen würde, so „gesund“ und es fehlte bloß noch der Hinweis „rund“. Und das prägt!!! Ach, wie ich das gehasst habe, immer als „Große“ hingestellt zu werden und das beinhaltete ja auch die „Breite“. Damals hatte ich mir vor dem Einschlafen vorgestellt wie es ist, einen „Reißverschluß“ von oben nach unten zu öffnen und wie aus einer zweiten Hülle zu steigen. Dabei sehen alle zu, die mich mit ihren Bemerkungen gekränkt hatten. Und dann bin ich das „schlanke, schöne und bewundernswerte“ Mädchen. So habe ich mich in den Schlaf geträumt, in der Hoffnung am Morgen wird alles besser sein.

Das ist die eine Seite meiner inneren Betrachtung. Anscheinend hatte mein Kopf die Träumerei als Vorlage genommen, denn ich wurde in der Jugend wirklich schlank.
Das war ja dann auch der Dämpfer für die „guten Freunde“! Ha, wie ich das doch genossen hatte. Aber leider hatten meine Fettzellen ein sehr gutes Gedächtnis und warteten nur auf die Gelegenheit mir zu zeigen, wer das „Sagen“ hatte.

Bis zur Umstellung auf die „reifere Frau“, hatte ich keine Probleme die Oberhand zu behalten. Aber dann ging es los! Und das war schon nicht mehr lustig. Die Pfündchen vermehrten sich rasant und schrieen wahrscheinlich zweimal hier, wenn es an das Horten von Kalorien ging. Ich konnte zusehen, wie sie sich vermehrten und mich frech angrinsten sobald ich in einen Spiegel sah. Das war zuviel für meine „Psyche“, sie wollte sich nicht kampflos ergeben. Es heißt ja „Rache folgt auf dem Fuß“ und ich wollt mich an den Pfündchen rächen. Und da machte ich eine feine Entschlackungskur.



Zwölf Wochen ließ ich meine Pfündchen hungern und blieb auch bei den lautesten Hilferufen standhaft. Ich schrieb genau auf, was und wieviel ich gegessen hatte. Gleichzeitig machte ich Basische Salzbäder und ließ mich einmal pro Woche in Algenwickel einbalsamieren. Das sah nicht nur lustig aus, es brachte auch meine Pfündchen zum schmelzen. So verlor ich vierzehn Kilogramm!!! Super, ich war glücklich wie noch nie vorher. Ich hatte den Kampf gewonnen. Hatte!!! Wie gesagt, die Pfündchen scheinen mich sehr zu lieben.

Nach einem notwendigen Wohnortwechsel mit Mann und Möbel, schien der zweite Teil meiner Psyche aktiv zu werden. Sie wollte sich nicht an die neue Umgebung gewöhnen und versuchte mit ganz viel Raffinesse bei den Pfündchen Unterstützung zu bekommen. Die neue Heimat wurde nur als ungeliebt betrachtet. Trost fand ich bei den Leckereien die ich nun entdeckte. Und Eis spielte dabei eine große Rolle (na ja und vielleicht auch das gute Bier hier, wohlgemerkt zum Abendessen). Dabei kam die Ahnengalerie wieder ins Spiel und es wurde fleißig nach Entschuldigungen gesucht. Dabei vermehrten sich die Pfündchen wieder, sie gediehen und gediehen, grinsten wieder in die Spiegelflächen und über das Display der Waage. Oh, diese frechen Biester. Meine Kampfansagen wurden einfach ignoriert! Keine Maßnahme brachte irgendeinen Erfolg und ich war einfach schwach.

So waren innerhalb von vier Jahren alle vierzehn Kilogramm wieder da. Als ganz kleine Entschuldigung kann ich nur noch angeben, dass ich beruflich bedingt, erst sehr spät Abendessen kann. Das nutzen die Pfündchen natürlich schamlos aus. Also ließ ich einige Zeit das Abendessen ausfallen, mit dem Erfolg, mir wurde bewusst wie wenig ich eigentlich esse. Und bestimmt auch falsch. Mit nur Gemüse und Obst komme ich nicht zurecht, es fehlt mir die etwas „handfestere Nahrung“.

Und nun bin ich auf dieses Forum gestoßen. Meine Pfündchen werden schon ganz blass! Ich will meine Psyche überlisten und die Pfündchen loswerden. Bis jetzt schwankt mein Gewicht hoch und runter. So, wie mein seelisches Gleichgewicht. Das muss ich ausbalancieren und meinen inneren Frieden finden, dann geht es auch den Pfündchen wieder an den „Kragen“. Mit eurer Hilfe will ich es schaffen.

Hoffnungsvoll

by Goldkäfer




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