Startseite
Einleitung
Vorwort
Kapitel 1
    Brautstudio des Horrors
    Raclette und der Mangel an Pfännchen
    Ungerechtigkeiten
    Hoffnungslos und Hoffnungsvoll
    Blockade - Lösung
    Schokoholikerin auf Entzug
    Ewig lockt... der KÜHLSCHRANK!
    Und listig kocht das Weib!
    liebes Kind iss den Teller leer geschwind
    The show must go on Schutzpanzer ade
    Die Verführung zum Essen
    Mens sana in corpore sano!
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4 (Essstörungen)

Die Verführung zum Essen

Komme ich doch am späten Abend nach Hause und habe den festen Willen „kein Abendessen mehr“ und was erwartet mich da schon mit ganz hinreisenden Arrangements? Ein wunderschön angerichtetes Abendessen. Die Teller scheinen unter der leckeren Last zu zerbrechen. Und mein lieber Mann steht freudestrahlend davor und wünscht mir einen guten Appetit!!! Und da soll ich noch standhaft bleiben? Das wird schwer! Sehr schwer sogar! Auf dem Teller liegen nicht nur ganz lieb zurecht geschnipselte Schnittchen (zwei Scheiben Brot mit einem Hauch von Butter) sondern auch leckere Wurststückchen aus der „Heimat“ (gaaanz wenige) und Blauschimmelkäse der Leipziger Käserei Lehmann (schon etwas zerlaufen), hmm. Da wird der Mund ganz schnell „Lecker, lecker“ schmatzen und kann sich nicht beherrschen schon vorab die Lippen zu lecken.

Auf dem zweiten Teller liegen alle Gemüsestückchen die ich so gerne esse. Tomaten, Gurken, Rettich oder Radieschen und dazwischen versteckt leuchtet der weiße Feta-Käse hervor. Darüber glänzt das Olivenöl auf einer fasst schon spiegelähnlichen Art und Weise, da kann ich nicht widerstehen.

So, nun wird mein fester Wille wieder einmal gebrochen!!! Und durch was für Tücken? Es ist ja auch eine Unmenschlichkeit all die leckeren Sachen stehen zu lassen und dann auch noch den ganz lieb schauenden Ehemann hartherzig vor den Kopf zu stoßen. Wer kann das schon? Ich nicht!!!

Und da nehme ich mir ganz fest vor, na ja heute isst du noch einmal (dem lieben Mann zu liebe) aber Morgen wird nichts mehr gegessen!!!

Dann kommt der nächste Abend! Der Wille ist noch genau so ungebrochen, wie am Abend vorher!!! Der gute Abendbrotvorbereiter ist nicht zu Hause, was für ein Glück! Er hat Schicht und ist nicht verantwortlich, wenn ich jetzt Abendesse. Da hab ich ja noch eine Gnadenfrist bis der große Hunger kommt. Appetit habe ich jetzt schon! Aber nein, ich bleibe standhaft und umgehe die Küche, wie die Katze den heißen Brei.

Nun wird es noch später und ich muss meinem Guten das Abendessen bereiten. Wenn er von der Arbeit kommt, sollte es schon auf dem Tisch stehen. Spät am Abend! Er kann ja da essen, denn Männer haben da keine Probleme. Das ist ungerecht!!! Ich werde nun eine halbe Scheibe Brot mit gaaaanz dünn Butter und Tomatenscheiben (Meersalz und Indischen Pfeffer nicht vergessen) belegen, für mich! und mit ganz viel Genuss verspeisen. Wieder verloren! Der Heißhunger ist erst einmal weg und ich kann das Essen für meinen Guten fertig machen. Nun sieht alles nicht mehr so schlimm aus und ich schäme mich nicht für meine „Schwäche“. Tomaten sind gesund und Brot ist auch wichtig. Das bisschen Butter ist gar nicht zu sehen gewesen und wird auch nicht ins Gewicht fallen. (Denkste!!!) Am Morgen sagt die Waage wieder „Ätsch“ und ich bin sauer auf mich selber.

Ach ja, ich hab noch vergessen zu sagen, dass ich so gerne ein Glas Bier (1 Glas) zum Abendessen trinke. Aber das ist ja schon eine ungeheuere Sünde von mir. Alle sagen „wie kann man Bier trinken, es macht doch dick!“, natürlich weiß ich das ganz genau aber es schmeckt mir so gut. Deshalb verkneife ich mir den Genuss und trinke Wasser. Was für ein „Ersatz“. Doch deshalb wird mein Gewicht auch nicht geringer.


Nun hoffe ich auf die Erfindung von einem Gemisch aus Abendessen und Bier ohne Kalorien. Diese Hoffnung ist mein Trost in den Augenblicken, wo ich bei Wasser und großem Appetit tapfer bleibe (wenn mein Mann nicht zu Hause ist, denn er ist mein Verführer).

So kämpfe ich jeden Tag mit mir selbst und denke dabei „Kampf mach Stark“!
Hoffentlich sieht das auch mal meine Waage!
by Goldkäfer




Nach oben