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  #61 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 19:27
Ate
Gast
 
Beiträge: n/a
das soll jetzt nicht als persönlicher angriff auf dich gelten marzipancroissant, aber wie bitte willst du wissen, wie sich ein eßgestörter fühlt, bzw ob dieser mensch merkt das er eßgestört ist, wenn du selber noch nie in der situation warst????
Ein alkoholiker streitet auch seinen sucht ab..

zum thema

Zitat:
Und, ich glaube, dass nezu das auch in etwa so sieht! Sie ist vielleicht etwas konsequenter, als ich es bin, und bestraft sich auch(nicht in Form von Hungern, sondern in Form von Sport, was auch sehr lobenswert ist, meiner Meinung nach), aber, deshalb ist sie doch noch lange nicht magersüchtig!!!
Sie betreiben übermäßig Sport, um Gewicht zu verlieren oder es zu halten, selbst wenn sie erschöpft, krank oder verletzt sind.

http://www.magersucht-online.de/anzeiche.htm

einfach mal lesen.


Keiner hat hier vor Netzumi eine Eßstörung anzudichten, nur ist es für den außenstehenden ( die leser ihrer posts bzw. ihres Tagebuches) manchmal sehr schwer zu erkennen ist, ob Netzu nur irgendeine laune hat, die in 5 minuten wieder weg ist, oder ob es langsam zu nem wahn wird

meine two cents
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  #62 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 19:44
SusanneH
Gast
 
Beiträge: n/a
Da hab ich ja was losgetreten......

Ich erzähl mal kurz wie das bei mir beim letzten Mal war.

Auslöser war ein eklig fieser Liebeskummer. Meine große Liebe, für die ich mich vom Ehemann getrennt hatte, hatte mich nach 5 jährigen miteinander-leben auf ziemlich schofelige Art verlassen.

Ich war richtiggehend depressiv, hab nur noch geheult, wirklich durchgehend und das einige Wochen!

Psychopharmaka sind mir ein Greuel.

Da kam mir die Studie, dass leichtere Depressionen auf Ausdauersport gut ansprechen, gerade recht.

Und Susanne machte Sport...

Nach wenigen Wochen sah da so aus:
gegen 4:30 Aufstehen, mindestens 15 Minuten Ergometer, danach 1/2 Stunde bauch/Beine/Po
Arbeiten gehen
in der Mittagspause 30 minuten walken
abends 1-2 h walken
An den Wochenenden war ich mindestens 8h walken, oft noch fahrradfahren

Natürlich macht sich sowas auch an der Figur bemerkbar.
Ich nahm ab.
Das tat meinem Ego gut.
Und fortan achtete ich auch noch aufs Essen.

Ich fühlte mich wahnsinnig gut, vom Liebeskummer abgelenkt.

Dass meine Umgebung mich ansprach, ob ich ernsthaft krank sei.. (von Krebs wurde gemunkelt) das tat ich als Neid ab.

Dann wurde ich von Freunden, die es gut mit mir meinten, nach Paris eingeladen. Mein einziges Problem (das mich nachts nicht schliefen liess!!!) war, wie ich wohl mein Laufpensum erreichen könnte....
Kurzum, ich hab die ganze bande zu Fuß durch Paris gehetzt - nix Metro!

53kg bei 172 cm....

Der Punkt, an dem es MIR klar wurde, war dann in einer Pariser Boutique erreicht...
Ich stad vor dem Spiegel, in einem Kleid Gr 36 und sagte aus tiefster Überzeugung "Mann, bin ich fett!"

Da wurde es mir selber klar, dass da was entsetzlich schiefläuft...

Und in mühsamster Kleinstarbeit, mit viel schlechtem Gewissen hab ich mich wieder hochgeschafft. Auf knapp 76 kg.
Und ich hab Jahre gebraucht mich wieder an eine Reduktion ranzutrauen - immer wieder mit der Angst in alte Muster zu verfallen.

Deshalb war ich jetzt alles andere als begeistert, als die Ärzte von mir Idealgewicht verlangten.
63kg kann ich für mich vertreten, geht das Gewicht tiefer - ich könnte keine Garantie übernehmen.

Einmal ne Ess-Störung - sie bleibt lebenslang.

Susanne

PS:
Jeder, der nicht mehr "einfach nur essen" kann, sondern STÄNDIG kcal, Fettpunkte, Points oder sonst was im Kopf hat...
Jeder, der nicht mit Maßen genießen kann, sondern die häufig/oft/immer die Kontrolle verliert...
sollte mal drüber nachdenken
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  #63 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 20:03
Benutzerbild von kishka
Kennt sich schon aus...
 
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Ort: Bensheim
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Geschlecht:
@ katomi:
Ich glaube dir, dass du mit 19 keine Karrierefrau mit Machtgefühl warst. Aber i.d.R sagt man, dass Magersucht oft jüngere Frauen bekommen und bei "älteren" Frauen dann Magersucht oder Sport-Bulimie (s. Susanne) vorherrschen. Lässt sich ja (gerade Bulimie) einfacher verheimlichen, v.a. weil viel bulimische Frauen entweder Normalgewicht haben oder ihr evtl. auch geringes Gewicht halten.

Sonst gebe ich den meisten anderen hier Recht. Eine Essstörung kommt schleichend und viele von uns sind in gewisser Weise essgestört. Ich nehme mich da auch gar nicht aus. Zur Zeit läuft alles gut, aber ich war schon an der Schwelle zur Bulimie und kenne genauso Fressanfälle ohne Kotzen.

Als ganz schlimmes Beispiel kann ich nur meine Schwester nennen: Vor 9 Jahren (mit noch nicht ganz 16) fand sie sich zu dick und hat angefagen, viel Sport zu machen und wenig zu essen - ihr Gewicht war damals zu Beginn knapp 55 kg bei 1,63 kg!
Sie hatte einige Rückfälle. Heute hat sie vom Kopf her keine Probleme mehr mit dem Essen - aber mit dem Körper: Sie musste so viel zunehmen (2x war sie auf unter 30 kg), dass der Körper heute nicht mehr zunimmt. Sie ist immer noch in therapeutischer Behandlung - um ZUzunehmen - und muss große Mengen essen, um ihr Gewicht zu HALTEN. Sie wirgt keine 40 kg und ich frage mich manchmal, wie sie das "Gefresse" auf Dauer durchhalten will. Wenn ich daran denke, macht es mir Angst, denn sie ist der wichtigste Mensch auf der Welt für mich.

Natürlich weiß ich, dass nicht jeder, der evtl. auch etwas mehr abnehmen will, magersüchtig wird. Aber wenn man sieht, was für langwierige Folgen das haben kann, sollte man zumindest aufpassen, wenn man merkt, dass man "zwänglich" wird, was das Essen angeht. Meine Schwester hat zu Beginn ihrer 1. Therapie übrigens ca. 48 kg gewogen. Was würden wir heute darum geben...
__________________
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  #64 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 20:03
notion
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Sehr guter Beitrag, Susanne!
Und Respekt - die wenigsten haben den Mut, hier so offen über den Verlauf ihrer Sucht zu sprechen.

was ich nicht verstehe - warum schreibt man die LEute, um die man sich Sorgen macht eigentlich nicht direkt an, anstatt so einen Thread zu eröffnen, wo es dann am Schluss alle gegen Nezu (mit ein, zwei Ausnahmen) heißt.
Das ist doch irgendwie nicht Sinn der Sache, wenn überhaupt contraproduktiv. Und diejenigen, um die man sich Sorgen machen sollte, lesen glaube ich eh nicht mit.
Oder was sagen die (ehemals) Süchtigen - liest man Warnworte oder überspringt/ignoriert man sie gleich?
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  #65 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 20:15
SusanneH
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Also ich denke mir, man erkennt die "Gefährdeten" an ihrer Reaktion.

Wie heißt es doch so schön? Getroffener Hund bellt.

Auch ich hab mich damals tierisch aufgeregt wenn mich jemand auf meine Esserei, meinen Sport angesprochen hat.

Aber, ehrlich gesagt, ist das ein Grund zu dem Thema zu schweigen?

Das Problem bei den Ess-Störungen ist meiner Meinung nach vor allem folgendes:
niemand braucht Nikotin, Alkohol, Marihuana etc. zum Leben.
man macht nen entzug, bleibt hart und okay.

Aber...

essen müssen wir, jeden tag, mehrmals.

Bei mir hat sich noch zusätzlich ergeben, dass ich mich viel mit Ernährung beschäftigen muss.

Ich habe Zöliakie, muss lebenslange (wirklich echte) Diät leben. Mein Sohn hat insulinpflichtigen Diabetes - auch da muss ich mich mit Ernährung beschäftigen.

Und beruflich mache ich in einer Klinik Diät- und Ernährungsberatungen bei Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, Diabetes usw.

Vielleicht "befriedige" ich jetzt so meine Sucht????

Wer weiß....

Susanne
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  #66 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 20:16
Benutzerbild von kishka
Kennt sich schon aus...
 
Registriert seit: 27.04.2005
Ort: Bensheim
Beiträge: 354
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Würde sagen, dass man die Texte liest und dann beschließt, dass sie nicht auf einen selbst zutreffen. Wenn man schon soweit ist, dass man sich erkennen KÖNNTE, dann liest man nicht weiter...

Aber alle gegen Nezumi? Das hört sich hart an. Ich denke nicht, dass es so schlimm ist. Gilt zumindest nicht für mich. Ich denke lieber an die Dampfnudeln und wünsche mir auch eine hierher.
__________________
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  #67 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 20:20
Daisy
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also, ich war und bin auch nicht magersüchtig würde ich sagen. Und ich habe auch schon eineiges von Nezu gelesen und finde auch nicht, dass sie magersüchtiggefährdet ist. eine freundin von mir war mal magersüchtig und das war echt sehr schlimm. Jetzt ist sie eher das gegenteil.
Aber selbst wenn nezu magersüchtig wäre oder auf dem besten weg dahin, denkt ihr echt ihr könntet sie umstimmen, wenn ihr so auf ihr rumhackt. ich sagt vielleicht ihr hackt nicht auf ihr rum, aber wenn ich an ihrer stelle wäre würde ich mich sehr angegriffenen fühlen. nazu hat auch ungefähr dieselbe größe und zielvorstellung wie ich und ich finde das ist durchaus normal für ein mädchen in dem alter. ich kenne so viele mädchen die unter 60 kg wiegen und sind so groß wie ich. sie wiegen nur knapp unter 60 kg, aber es sieht immernoch normal aus. ich glaube auch nicht, dass nezu sich unter 55 kg runterhungern würde, dafür liebt sie ihre dampfnudeln viel zu sehr. Ach, was labber ich hier rum. Ich kenn sie ja auch nicht, kanns ja auch nur von weitem einschätzen. Jedenfalls finde ich es blöd irgendwelche leute hier öffentlich zu nennen und anzugreifen sie seien auf dem besten weg zur magersucht. Dann wär ich es auch. dieses angreifen bringt auch nichts, es ist eher kontraproduktiv.
Ciao Daisy
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  #68 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 21:09
Jule
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Liebe Katomi,
die meisten Frauen/Mädchen die ich kennen gelernt habe und die Bulimikerinnen sind/waren, sind Frauen/Mädchen wie ich selbst.
Ehrgeizig und willenstark, eine Art Karrieretyp der von sich selbst und von anderen viel abverlangt. Ich fordere immer noch viel von mir aber nicht mehr ALLES, zum Beispiel fordere ich nicht mehr von mir die schlankeste und schönste zu sein, sonder vielleicht nur noch die beste *G* na ja, zumindest bin ich nicht gern der Verlierer, egal in welcher Hinsicht und es gab eine Zeit da war ich wirklich ein bisschen zu krass, mal abgesehen von dem Hungern und brechen hab ich mir 2 mal im Monat die Haare gefärbt und wer weiss wie viel Geld im Sonnenstudio gelassen und mir jeden Morgen mit Rundbürsten 1 Stunde lang eine Frisur gemacht und mich dann geschminkt als wär ich auf ner Gala eingeladen.
Es ist gut das das vorbei ist.
Also ich sage nur Bulimie ist keine einfache Essstörung sondern ein Kontrollsystem, eine Art Lebenseinstellung. Man fühlt sich schlecht weil man "zu viel" isst und gleicht das dann mit brechen wieder aus, fühlt sich dann aber auch schlecht weil man sich nicht kontrollieren kann. Sowas endet dann in Magersucht.
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  #69 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 21:22
Ate
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editiert von mir....das ist mir hier echt zu
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  #70 (permalink)  
Alt 04.05.2005, 21:27
Ate
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Zitat:
Zitat von Jule
Also ich sage nur Bulimie ist keine einfache Essstörung sondern ein Kontrollsystem, eine Art Lebenseinstellung. Man fühlt sich schlecht weil man "zu viel" isst und gleicht das dann mit brechen wieder aus, fühlt sich dann aber auch schlecht weil man sich nicht kontrollieren kann. Sowas endet dann in Magersucht.
in magersuch ist es nicht geendet, eher im gegenteil ,aber ich weiß was du mit lebenseinstellung meinst. ich hab dieses gefühl nach dem übergeben richtig genossen...der körper war auf 180 von der kotzerei, adrenalin wurde freigesetzt, ich hätte bäume ausreißen können. dieses machtgefühl den körper kontrollieren zu können war tierisch geil.
und da ist auch bei mir teilweise noch das prob, das ich angst hab, wieder ins alte schema zu fallen
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