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Seite neu laden "Lizenz zum Essen" und "Eßt endlich normal"

Dieser Blog dient dazu mich selbst zu motivierien. Vielleicht verirrt sich ja noch jemand anderes hierher der was mit meinem Geschreibsel anfangen kann
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"Lizenz zum Essen" und "Eßt endlich normal"

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Veröffentlicht: 30.04.2009 um 01:07 von unkraut666

So, da ich mich inzwischen wieder ein wenig in Form von Literatur schlau mache, schreib ich mal was zu den oben genannten Büchern von Gunter Frank bzw Udo Pollmer.

Das erste Buch hab ich bereits vor ein paar Wochen gelesen, beim zweiten bin ich inzwischen fast durch.

Besonders Udo Pollmer wirkt für manche Leute sehr "provokant", und ich geb zu, dass ich nicht alles, was er schreibt, 100%ig für bare Münze nehme, auch wenn ich ihm in manchen Punkten schon recht gebe.
(vor allem da ich zu gewissen Schlüssen, die er zieht, ebenfalls schon gekommen bin, und das unabhängig von diesem Forum hier bzw von den genannten Büchern)

Letztenendes ist er ja nicht der erste, der Stress als einen großen Faktor fürs Übergewicht mancher Personen ansieht.

Der Weg den die Autoren gehen zu sagen, dass vieles auch einfach individuell ist (sei es Körpergewicht, Statur, Ernährung, kcal-Verbrauch usw) klingt auf jeden Fall ebenso nicht mal so schlecht.

Leben folgt keiner Mathematik und keinen Schubladen, auch wenn ich nach Darwin gehe ist die Ausnahme eher "die Regel" (ohne Ausnahmen in der Welt, die nicht funktionieren wie das Vorherige, würde es keinen Fortschritt, keine Artenvielfalt geben, und Menschen würden vielleicht ihr leben lang auf 4 Beinen krabbeln und brabbeln )

Dass so sachen wie Frustfuttern, falscher Schlafrythmus und sonstiger Stress dick machen hab ich am eigenen Leib erfahren.
Dass ich, wenn es mir besonders gut geht, auch futtern kann was ich will ohne zuzunehmen, kenn ich ebenfalls.

Möchte jetzt nicht alle Themen der Bücher hier aufzählen, denen ich zustimme.
Aber vielleicht mal nen Tipp geben wie man die Bücher vielleicht angehen sollte, denn wenn man sich Kritiken dazu durchliest findet man immer wieder Punkte, bei denen ich mir denke, dass diejenigen es falsch angegangen sind.

Erstmal achte ich z.B. beim Lesen besonders drauf, was als "bewiesen" und was als "persönliche Beobachtung" gekennzeichnet wird.
Besonders beim Buch von Gunter Frank kann man das gut beachten.
(Beim anderen Buch wird, meiner Meinung nach, sprachlich ein wenig zu "extrem" Formuliert (so als wollte man entscheidend einen Gegenpol zu den bisherigen Ernährungsweisheiten bringen... vielleicht ist das auch genau das seine Absicht. Die Interviews die ich von ihm gelesen habe klangen, meiner Meinung nach, allerdings nicht so "extrem in eine Richtung tendierend").

Das fiese ist, dass manch einer, der die Bücher gelesen hat, den Eindruck bekommt sich zu sagen: "okai, die sagen Übergewicht ist nicht schädlich, man kann eh kaum abnehmen, "gesunde" Ernährung ist auch ein Hoax also bleib ich wie ich bin und futter weiter wie bisher"

Ich glaube irgendwie das das nicht die Message ist (zumindestens hab ich ne andere Message vernommen (niemand kann sagen ob ich recht hab, ausser den Autoren selbst ))

Erstmal ist "Übergewicht" sehr schwammig. Vor allem wenn man immer "dick" war.
Momentan hab ich nen BMI von ca 39. Ich kenn mich nicht in Schlank. Rein vom Gefühl her würd ich mich "übergewichtig" nennen, auch wenn ich eigentlich "fettsüchtig" bin nach den allgemeinen Definitionen (ja, grenzt an Adipositas II).
Übergewichtig ist, laut der BMI-Tabelle, jemand der einen BMI von 25-30 hat.

Ich glaube die Autoren sprechen, wenn sie von "Übergewicht" sprechen, in erster Linie jene an, die genau da rein fallen, vielleicht auch noch jene mit nem BMI bis zu 35.
Es geht darum den Menschen zu zeigen, dass sie vermutlich mehr "Panik" schieben als notwendig. Dass man mit nem BMI von 27 nicht automatisch Angst haben muss an Übergewicht zu sterben (sondern dass man gerade mit so einem BMI noch ziemlich gut leben kann).
Ich kenne solche Leute zwar nicht persönlich, aber man hört doch immer wieder mal dass sich auch gerade schlanke Menschen übermäßig Gedanken um Meinungen von Aussen zu ihrem Körper machen, die am wenigsten begründet sind.
Das sind dann auch häufig die, die noch an Diäten glauben (und nicht merken, dass genau das schädlich ist)

Ich denke jedenfalls nicht dass die Autoren der Bücher beabsichtigen, dass jemand wie ich sich sagt "ey, scheiß aufs gewicht, scheiß aufs essen, hauptsache mir gehts gut", auch wenn deren Absicht schon ist, über gängige Schönheitsideale die als "selbstverständlich" wahrgenommen werden, mal nachzudenken.

Das kann auch jemandem wie mir ein anderes Bild vom eigenen Körpergewicht vermitteln, auch wenn ich zugeben muss, dass sich mein Bild von "schön" und "nicht schön" im laufe der letzten Jahre, in denen ich hier angemeldet bin, definitiv gewandelt hat.
Ich denke ich würde mich auch mit nem BMI zwischen 27-30 wohl fühlen (das wäre ein Körpergewicht zwischen 80-90 kg! mein Körper ist in mein jetziges Gewicht reingewachsen, im grunde kenn ich mich nicht in "schlank"... wenn ich jetzt abnehme wäre das definitiv was anderes wie als wenn ich immer schlanker gewesen wäre).

Ich denke, das GEwicht muss einfach zur jeweiligen Person passen.
Und wie auch Udo Pollmer schreibt: ein Mops der abgenommen hat ist immernoch was anderes als ein Windhund (bzw ein "abgespeckter Dicker" ist was anderes als jemand der immer schlank war).





Ernährungstechnisch gehöre ich auch zur Fraktion, die mit Vollkorn keine Probleme hat, sich mit Gemüse wohler fühlt usw.
(das beschreibt Gunter Frank ja spezieller, dass es verschiedene Ernährungstypen gibt und nicht jeder mit Vollkorn bestens beraten ist).

Der Bereich klingt nach Lesen des Buches auch etwas einseitig beleuchtet, weil größtenteils darüber berichtet wird wie "schädlich" so eine Ernährung sein kann. (Macht jedenfalls textmengenmäßig mehr aus als der Bereich des "jeder braucht was anderes", deshalb entsteht der Eindruck).


Ansonsten stimme ich auch dem "soziologischen" Aspekt des Buches zu (wie in der Gesellschaft teilweise mit "Dicken" umgegangen wird bzw die Folgen davon).
Mag manch einem "Schlanken" vielleicht zu radikal formuliert sein, aber ich denke das triffts deutlich (werden mir einige ÜHUs oder auch schon "Ü90er" aus diesem Forum vermutlich zustimmen).




Naja, soviel von meinem Senf zu den Büchern. Vielleicht hats jemanden neugierig gemacht.
Auch ohne die Bücher zu kaufen zu wollen findet man schon ein paar interessante Texte
(einmal auf der Homepage zu "lizenz zum essen" ein paar PDFs; andererseits findet man hier und da Interviews mit Udo Pollmer (ich meine ich hatte die Links hier her Das Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Ärzten. Ziel ist die objektive und unabhängige Information zu Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit. Home)


( bin ja auch n geizkragen und hab mir eines der Bücher als günstigeres Mängelexemplar bei ebay bestellt )


Meinungen dazu, egal ob pro oder contra, immer willkommen
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