Meine Knochenmarkspende
Veröffentlicht: 20.03.2008 um 19:02 von Letty86
Also ich habe einen kleinen Bruder er ist jetzt 11. im Dezember 2004 wurde eine Typisierungsaktion für seine Klassenkammeradin Viktoria bei mir im Ort gestartet. Da habe ich mich natürlich auch typisieren lassen.
Es kam dann einige post von der DKMS...das ich evtl. in frage komme als Spender für eine Person...
Genau 1 Jahr später am 3.dez.2005 kam wieder post, bei mir würde alles übereinstimmen...ich sollte mich schnellstens melden .... hab ich natürlich.... und habe mich bereit erklärt zu spenden.
Dann nach ein paar Hausarztbesuchen bei denen Blut abgenommen wurde, habe ich ein Termin zu Voruntersuchung in Dresden bekommen. Ich wohne in Rheinland-Pfalz. Ich bin dann am 10.1.2006 mit meiner Mama für einen Tag nach Dresden zu Untersuchung geflogen. ( Dresden ist meine Heimatstadt habe früher mit meiner Ma da gelebt). Da musste ich sehr oft wiederholen das ich nicht schwanger bin. Naja am selben Tag sind wir zurück geflogen.
Dann war bei mir alles in Ordnung und mein Spendetermin sollte der 24.1.2006 sein.
bin also mit meiner Ma am 23.1.06 wieder nach Dresden geflogen. die Spritzen haben mir ziemliche Nebenwirkungen bereitet ….. naja...ich musste eine sehr große Menge nehmen da die Frau der ich spenden sollte das 3fache von mir war.
Und dann am 24.1.2006 saß ich auf dem Stuhl an den Geräten angeschlossen. leider gab es mit meinen Venen ziemliche Probleme....die Ärztin sagte mir das es in seltenen fällen vorkommt, das Venen auf Fremdkörper sich verengen....so hat dann das gerät alle (nicht übertrieben) 2-6 Minuten gepiept und musste wieder in gang gebracht werden...während der spende wurden ein paar mal die nadeln versetzt aber hat alles nichts gebracht... 2 Männer die mit mir gespendet haben waren nach circa 3 stunden fertig.......ich saß an diesem tag 5 1/2 stunden. der Chefarzt sagte dann es würde noch nicht reichen .....da musste ich am 25.1. also am nächsten tag wieder zu Cellex. Mit mir saß ein Mann der nach circa 2 stunden fertig war….ich saß bisschen mehr als 4 stunden an diesem tag mit demselben Problemen wie am Vortag…es war dann auch alles Hektik weil mein Flug nach hause an diesem Tag war. Es wurde also ein Taxi bestellt. Es war dann richtig stressig…schnell vom Stuhl aufgesprungen…Pflaster drauf, Tabletten für den Kreislauf in die Hand gedrückt bekommen und ab ins Erdgeschoss zum Taxi. Am Flughafen angekommen schnell zum Eincheck und ab ins Flugzeug. Ich war voll Unten mit meinem Kreislauf.
Mir wurde während der Stammzellentnahme gesagt, dass ich einer 47jährigen Frau aus den USA spenden würde. Aber die ganze Hektik, Stress und Schmerzen haben sich soooooo sehr gelohnt.
Am 25.April habe ich dann bei der DKMS angerufen. Das war das abgemachte Datum an dem ich mehr darüber erfahren konnte wie es der Frau nun ginge.
Ich bin in Tränen ausgebrochen als mir gesagt wurde, dass es der Frau besser gehen würde und sie sogar bald nach Hause kommen würde. Das war eine der tollsten Nachrichten die ich je bekommen habe!!!
Einen Monat danach im Mai 2006 habe ich dann Post von ihr bekommen. Mein Opa der super gut Englisch kann hat mir den Brief übersetzt. Wir waren alle so gerührt über die Worte dieser Frau.
In diesem Brief hat sie mir ihre Geschichte erzählt, wie alles begonnen hat. Das sie 2 liebevolle Kinder hat und einen traumhaften Mann.
Ein Zitat was sie über mich geschrieben hat:
Ich kann ihnen nicht genug danken für ihre unglaubliche Freundlichkeit, dass sie zugestimmt haben meine Spenderin zu sein. Es gibt nicht genug Worte in meinen Gefühlen auszudrücken, was sie für eine Wunderbare Persönlichkeit sind. Ich betrachte sie als meinen Engel. Ich muss sagen, sie sind die großzügigste und mitleidigste 19- Jährige , die ich jemals kennen gelernt/oder auch nicht kennen gelernt habe.
Komisch zu lesen und zu wissen das diese Worte mir gelten. Ich sehe es als selbstverständlich an einem Menschen zu helfen.
Leider sehen das nicht alle so. Ich wurde sogar gefragt ob ich dafür Geld bekommen habe. UNVERSCHÄMT!!!!!
Im Februar 2006 kam ich noch bei uns in die Zeitung mit Großem Bild weil ich die erste aus unserem Umkreis bin die eine Stammzellenspende gemacht hat.
Daraufhin kamen einige anonyme Briefe zu mir mit sehr netten Worten und 20- Euroscheinen. Leider konnte ich mich dafür niemals bedanken da es anonyme Briefe waren. Ich schätze es waren Verwandte von Victoria.
Viktoria ist leider im Juni 2006 im Alter von 9 Jahren verstorben. Sie hat nur noch gelitten.
......hiermit endet meine Geschichte.....ich
habe am 23.3. erfahren das mein "Zwilling"
(nach fast einem Jahr länger leben durch die
Knochenmarksspende), verstorben ist. Irgendwie
wenn ich darüber nachdenke ist da ein großes
schwarzen Loch, sie ist nicht mehr da,
irgendwie fehlt jetzt ein Teil von mir, ich
weiss nicht ob ihr das versteht, aber
irgendwie hab ich mich ihr sehr nahe gefühlt.
für mich kam ihr tot so plötzlich, ich dachte
die ganze zeit es würde ihr gut gehen. das
leben ist so unfair.... warum sterben die
Leute die leben wollen.....???ich denke das
war das wertvollste Jahr für sie, ihren Mann
ihre Kinder und den Rest der Familie und
Freunden.....Ich wünschte ich hätte noch mehr
für sie tun können. Sie geht mir nicht mehr
aus dem Kopf. Wie gerne hätte ich sie
kennen gelernt.......ich bin traurig....
Jetzt ist es 2 Jahre her, seit die Spende war.
Seit Dezember 2007 habe ich Kontakt zu dem Mann und den beiden Kindern meines verstorbenen „Zwillings“ Dort in Californien bin ich herzlich willkommen
Kommentare
Neue Blog-Einträge von Letty86
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 23:48 Uhr.