Fische sind Freunde - kein Futter!
Aus dem Chaosleben einer abnehmenden Studentin 

Dein Geist
Morgens, wenn ich noch schlafe, sitzt du auf dem Fensterbrett und schaust mich an. Siehst, wie sich meine Augen unter den Lidern wehren, schon wach zu werden. Bis ich die Augen dann doch aufschlage und sofort an dich denke. Ich sehe aus dem Fenster durch dich durch, schaue den blauen Himmel an, setze meine Füße aufs Laminat, mitten in einen Sonnstrahl, der dich durchfällt.
Du folgst mir ins Bad. Ich schließe die Tür vor dir. Du kommst trotzdem rein, setzt dich auf den Wannenrand und schaust mir auf den Hintern. Er wackelt beim Zähneputzen. Du magst das. Ich frühstücke allein, der Duft von Tee steigt mir in die Nase – du riechst ihn nicht. Du siehst nur, wie ich Salz ins Wasser streue, welches aus meinem Gesicht fällt. Brot, Käse und Tomaten. Du schüttelst den Kopf. Wie kann ich nur jeden Morgen das gleiche essen? Ich esse nicht auf. Du willst den letzten Bissen nicht, du könntest ihn sowieso nicht haben. Ich werfe ihn weg. Mache mich auf den Weg aus dem Haus.
Das Rad tritt sich schwer. Du sitzt auf dem Gepäckträger und flüsterst mir deinen Namen ins Ohr. Ich will ihn nicht hören, setze Kopfhörer auf. Du bist vor mir am Uni-Gebäude, wartest schon auf mich im Foyer. Folgst mir die Treppen rauf und setzt dich wie jeden Tag hinter mich. Du weißt, dass ich jetzt nicht gestört werden darf und bist still. Beobachtest meine Hände, wie sie schnell mitschreiben, was wichtig ist. Und siehst genau, wann sie Inne halten, weil mich ein achtlos gefallener Satz wieder an dich erinnert. In der Mensa spielst du gern ein Spiel: Du willst erraten, was ich mir wohl zu essen aussuche. Du ärgerst dich, wenn es Fisch ist. Bildest dir ein, ich würde ihn wählen, um dich zu ärgern. Du mochtest nie Fisch. Heute wähle ich nur Dessert. Und du summst mir ins Ohr, dass ich keine Schokolade will – lieber einen Mann.
Zuhause am Schreibtisch, setzt du dich wieder aufs Fensterbrett. Beim ersten Mal dachtest du, du würdest mir dort zuviel Licht nehmen. Schnell hast du gelernt, dass es nicht so ist. Dass du unbemerkt bleibst und nur Erinnerungen an dich noch da sind.
Ich stehe nach dem Duschen vorm Spiegel, du hinter mir. Ich sehe in meine Augen – du auch! Und einen kleinen Moment fühlt es sich an, als würden wir uns wirklich ansehen. Aber es sind nur meine grünen Augen, die mir deine ins Gedächtnis rufen. Ich lege mich zu Bett, du dich neben mich. Du traust dich nicht, den Arm um mich zu legen. Du weißt, dass du nur noch wenig Zeit hast – Tage oder Wochen – bis ich deine geflüsterten Worte nicht mehr hören kann, bis deine Handlungen keinen Einfluss mehr auf die echte Welt haben. Du bist ein Geist und wirst aufhören mich traurig zu machen, ich werde irgendwann lächelnd an dich denken.
Du folgst mir ins Bad. Ich schließe die Tür vor dir. Du kommst trotzdem rein, setzt dich auf den Wannenrand und schaust mir auf den Hintern. Er wackelt beim Zähneputzen. Du magst das. Ich frühstücke allein, der Duft von Tee steigt mir in die Nase – du riechst ihn nicht. Du siehst nur, wie ich Salz ins Wasser streue, welches aus meinem Gesicht fällt. Brot, Käse und Tomaten. Du schüttelst den Kopf. Wie kann ich nur jeden Morgen das gleiche essen? Ich esse nicht auf. Du willst den letzten Bissen nicht, du könntest ihn sowieso nicht haben. Ich werfe ihn weg. Mache mich auf den Weg aus dem Haus.
Das Rad tritt sich schwer. Du sitzt auf dem Gepäckträger und flüsterst mir deinen Namen ins Ohr. Ich will ihn nicht hören, setze Kopfhörer auf. Du bist vor mir am Uni-Gebäude, wartest schon auf mich im Foyer. Folgst mir die Treppen rauf und setzt dich wie jeden Tag hinter mich. Du weißt, dass ich jetzt nicht gestört werden darf und bist still. Beobachtest meine Hände, wie sie schnell mitschreiben, was wichtig ist. Und siehst genau, wann sie Inne halten, weil mich ein achtlos gefallener Satz wieder an dich erinnert. In der Mensa spielst du gern ein Spiel: Du willst erraten, was ich mir wohl zu essen aussuche. Du ärgerst dich, wenn es Fisch ist. Bildest dir ein, ich würde ihn wählen, um dich zu ärgern. Du mochtest nie Fisch. Heute wähle ich nur Dessert. Und du summst mir ins Ohr, dass ich keine Schokolade will – lieber einen Mann.
Zuhause am Schreibtisch, setzt du dich wieder aufs Fensterbrett. Beim ersten Mal dachtest du, du würdest mir dort zuviel Licht nehmen. Schnell hast du gelernt, dass es nicht so ist. Dass du unbemerkt bleibst und nur Erinnerungen an dich noch da sind.
Ich stehe nach dem Duschen vorm Spiegel, du hinter mir. Ich sehe in meine Augen – du auch! Und einen kleinen Moment fühlt es sich an, als würden wir uns wirklich ansehen. Aber es sind nur meine grünen Augen, die mir deine ins Gedächtnis rufen. Ich lege mich zu Bett, du dich neben mich. Du traust dich nicht, den Arm um mich zu legen. Du weißt, dass du nur noch wenig Zeit hast – Tage oder Wochen – bis ich deine geflüsterten Worte nicht mehr hören kann, bis deine Handlungen keinen Einfluss mehr auf die echte Welt haben. Du bist ein Geist und wirst aufhören mich traurig zu machen, ich werde irgendwann lächelnd an dich denken.
Kommentare 9
Kommentare
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Veröffentlicht: 03.06.2009 um 12:53 von latina_rubia
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Veröffentlicht: 03.06.2009 um 15:54 von Peleia
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Veröffentlicht: 03.06.2009 um 16:21 von Katzenlady
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Veröffentlicht: 03.06.2009 um 19:52 von lady-dive
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Veröffentlicht: 03.06.2009 um 22:48 von latina_rubia
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Veröffentlicht: 04.06.2009 um 00:11 von Peleia
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wow das hast du unglaublich schön geschrieben...und mich damit zumindest kurz von langweiligem lernstoff in eine andere welt gezaubert!
Echt toll!!!Veröffentlicht: 20.02.2010 um 13:36 von Dinibini
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Wow das ist einfach wow!
Mir fehlen die Worte!
Es wirkt so fesselnd, man muss unbedingt weiterlesen!
Schreib doch öfter mal!
Du hast Talent!Veröffentlicht: 20.10.2010 um 15:29 von -
Veröffentlicht: 10.01.2012 um 13:08 von sestra













