antwort auf eine falsche these im internet
Veröffentlicht: 13.07.2008 um 22:59 von freddy
Dies ist ein Beitrag, den ich als Antwort auf die These von folgender seite geschrieben habe: Definiert in den Sommer
die these ist nonsense, das konnte ich zeimlich gut nachweisen. vielleicht kann noch jemand hier einen kommentar dazu abgeben...?
"Es ist meist sinnlos einen kleineren Sprung [in der Kalorieneinsparung] zu machen, weil der Körper mit wenigen Anpassungsmechanismen (Stoffwechselverlangsamung, Temperatur-absenkung) einen Ausgleich schafft, ohne abnehmen zu müssen." #
These: Der Körper reagiert bei einem geringen Kaloriendefizit mit einer Modifikation von kurzfristig nicht lebensnotwendigen (SW, Temperatur) Funktionen, und nimmt daher nicht ab.
Kalorienverbrauch (V) > Kalorienzufuhr (Z) = Abnahme (A) funktioniert nur bei
V - Z = Defizit D > ca.500kcal.
Warum ist diese These falsch?
1. Die Drosselung des Stoffwechsels:
V = Gesamtumsatz = Grundumsatz GU + Leistungsumsatz LU.
GU = die Energie, die der gesunde Körper im Ruhezustand braucht, um alle Körperfunktionen konstant ordnungsgemäß aufrecht zu erhalten. Wichtige Begriffe in dieser Definition sind 1) ordnungsgemäß und 2) gesund.
Ad1) Der Körper hat einen Standard, den er aufrecht erhalten möchte. Dazu gehören auch eine konstante Körpertemperatur und ein geregelter Stoffwechsel. Wenn also der Körper seine Körpertemperatur und/oder seinen SW drosselt (drosseln muss), dann ist das nicht konstant und ordnungsgemäß, ergo nicht àgesund.
Ad2) Eine niedrigere Körpertemperatur und ein langsamer SW sind nicht gesund. Zu dieser Situation kommt es, wenn ein Mensch mangelernährt ist, d.h. seinen GU unterschreitet. Hier muss der Körper massiv eingreifen, um wenigstens die basalen, lebenswichtigen Funktionen aufrecht erhalten zu können (Funktion des Gehirns, des Herzens der Organe, etc.). Die kurzfristig nicht lebensnotwendigen sekundären Funktionen (Temperatur, SW) werden als Ausgleich gedrosselt. Das kann man mit dem Phänomen vergleichen, dass bei Kälte zuerst bei den äußeren Gliedmaßen die Blutzufuhr gedrosselt wird, damit der Torso und der Kopf genügend Wärme haben.
Ein verlangsamter SW/niedrige Temperatur treten also als Anpassung auf eine bedrohliche Situation, nämlich zu wenig Energiezufuhr, auf.
2. Der Zustand der Abnahme.
Das Gegenteil von der obigen These ist der Fall: Je weniger der Körper eine konstante Energiezufuhr gefährdet sieht, desto eher ist er in der Lage, seine Körperreserven anzugreifen, ohne jedoch Notmaßnahmen ergreifen zu müssen.#
Das heißt, für eine erfolgreiche Abnahme muss der Körper in einen Zustand versetzt werden, in dem er auf seine Reserven zurückgreifen muss, aber ohne notsituative Regulationen vornehmen zu müssen. Das passiert, wenn der Körper sowohl kalorisch, als auch mit allen notwendigen Nährstoffen ausreichend versorgt wird, die Zufuhr jedoch immer etwas unter dem aktuellen Verbrauch liegt. Die Faustregel hierfür lautet: Gesamtumsatz (V) - 500kcal. Dabei darf jedoch nie der Grundumsatz unterschritten werden, denn das führt, wie schon gesagt, zu einer ’scheinbar’ bedrohlichen Situation. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt diesen Effekt, da der Körper umso weniger Modifikationen an seinen Körperfunktionen vornehmen muss, je mehr ihm von außen zugeführt wird.
Beispiel: Werden nicht ausreichend Proteine qua Nahrung zugeführt, so werden die benötigten Proteine für die Proteinsynthese aus körpereigenen Eiweißen bereitgestellt, etwa aus der Muskelmasse. Das führt zu einem nicht erwünschten Muskelabbau, dem mit einer proteinhaltigen Ernährung entgegengewirkt werden kann.
3. Die 7000kcal-Regel
Werden über Nahrung Kalorien eingespart, ist der Körper auf die Energiegewinnung aus körpereigenen Reserven angewiesen. 1g Fett hat einen Brennwert von ca. 9,3kcal. Um also 1kg Körperfett abzunehmen (zu ‘verbrennen‘), müssen ca. 7000kcal über die Nahrung eingespart werden. (Da Fettgewebe noch aus anderen Stoffen als nur reinem Fett besteht, müssen nicht 9.300kcal eingespart werden, sondern etwas weniger.)
Wenn pro tag 500kcal einspart werden, nimmt man (idealiter) 1kg in 2 Wochen ab. Je nachdem, ob mehr oder weniger einspart wird, nimmt man mehr oder weniger ab.
Bsp: Person P hat einen GU von 1400kcal und einen V von 2300kcal. 2300-500=1800. Bei 1800kcal am Tag isst P ausreichend über dem GU (400 mehr), so dass keine Notsituation eintritt und spart pro Tag 500kcal.
4. Fazit
Die These, der Körper reagiere bei einem geringen Kaloriendefizit mit einer Modifikation von kurzfristig nicht lebensnotwendigen (SW, Temperatur) Funktionen, ist falsch!
Es könnte spekuliert werden, warum die Autorin diese These für sinnvoll hält: Sie scheint primär an einer erfolgreichen Abnahme interessiert zu sein. Daher könnte man sie so verstehen, dass sie meint, bei “großen Sprüngen” sieht man schneller Erfolge. Im Übrigen ist ein größeres Defizit ’sicherer’. Denn wenn 500kcal eingespart werden, aber ein ’Ausrutscher’ von +300kcal passiert, dann werden immer noch 200kcal eingespart. Wenn hingegen nur 200kcal eingespart werden und der selbe Ausrutscher passiert, dann werden +100kcal gegessen. Das ist natürlich sehr wenig. Aber auf die Dauer ist genau das der Grund, warum man überhaupt zunimmt.
Sie könnte das Richtige meinen, allerdings aus falschen Gründen.
ã Frederike Ott, Berlin 2008
die these ist nonsense, das konnte ich zeimlich gut nachweisen. vielleicht kann noch jemand hier einen kommentar dazu abgeben...?
"Es ist meist sinnlos einen kleineren Sprung [in der Kalorieneinsparung] zu machen, weil der Körper mit wenigen Anpassungsmechanismen (Stoffwechselverlangsamung, Temperatur-absenkung) einen Ausgleich schafft, ohne abnehmen zu müssen." #
These: Der Körper reagiert bei einem geringen Kaloriendefizit mit einer Modifikation von kurzfristig nicht lebensnotwendigen (SW, Temperatur) Funktionen, und nimmt daher nicht ab.
Kalorienverbrauch (V) > Kalorienzufuhr (Z) = Abnahme (A) funktioniert nur bei
V - Z = Defizit D > ca.500kcal.
Warum ist diese These falsch?
1. Die Drosselung des Stoffwechsels:
V = Gesamtumsatz = Grundumsatz GU + Leistungsumsatz LU.
GU = die Energie, die der gesunde Körper im Ruhezustand braucht, um alle Körperfunktionen konstant ordnungsgemäß aufrecht zu erhalten. Wichtige Begriffe in dieser Definition sind 1) ordnungsgemäß und 2) gesund.
Ad1) Der Körper hat einen Standard, den er aufrecht erhalten möchte. Dazu gehören auch eine konstante Körpertemperatur und ein geregelter Stoffwechsel. Wenn also der Körper seine Körpertemperatur und/oder seinen SW drosselt (drosseln muss), dann ist das nicht konstant und ordnungsgemäß, ergo nicht àgesund.
Ad2) Eine niedrigere Körpertemperatur und ein langsamer SW sind nicht gesund. Zu dieser Situation kommt es, wenn ein Mensch mangelernährt ist, d.h. seinen GU unterschreitet. Hier muss der Körper massiv eingreifen, um wenigstens die basalen, lebenswichtigen Funktionen aufrecht erhalten zu können (Funktion des Gehirns, des Herzens der Organe, etc.). Die kurzfristig nicht lebensnotwendigen sekundären Funktionen (Temperatur, SW) werden als Ausgleich gedrosselt. Das kann man mit dem Phänomen vergleichen, dass bei Kälte zuerst bei den äußeren Gliedmaßen die Blutzufuhr gedrosselt wird, damit der Torso und der Kopf genügend Wärme haben.
Ein verlangsamter SW/niedrige Temperatur treten also als Anpassung auf eine bedrohliche Situation, nämlich zu wenig Energiezufuhr, auf.
2. Der Zustand der Abnahme.
Das Gegenteil von der obigen These ist der Fall: Je weniger der Körper eine konstante Energiezufuhr gefährdet sieht, desto eher ist er in der Lage, seine Körperreserven anzugreifen, ohne jedoch Notmaßnahmen ergreifen zu müssen.#
Das heißt, für eine erfolgreiche Abnahme muss der Körper in einen Zustand versetzt werden, in dem er auf seine Reserven zurückgreifen muss, aber ohne notsituative Regulationen vornehmen zu müssen. Das passiert, wenn der Körper sowohl kalorisch, als auch mit allen notwendigen Nährstoffen ausreichend versorgt wird, die Zufuhr jedoch immer etwas unter dem aktuellen Verbrauch liegt. Die Faustregel hierfür lautet: Gesamtumsatz (V) - 500kcal. Dabei darf jedoch nie der Grundumsatz unterschritten werden, denn das führt, wie schon gesagt, zu einer ’scheinbar’ bedrohlichen Situation. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt diesen Effekt, da der Körper umso weniger Modifikationen an seinen Körperfunktionen vornehmen muss, je mehr ihm von außen zugeführt wird.
Beispiel: Werden nicht ausreichend Proteine qua Nahrung zugeführt, so werden die benötigten Proteine für die Proteinsynthese aus körpereigenen Eiweißen bereitgestellt, etwa aus der Muskelmasse. Das führt zu einem nicht erwünschten Muskelabbau, dem mit einer proteinhaltigen Ernährung entgegengewirkt werden kann.
3. Die 7000kcal-Regel
Werden über Nahrung Kalorien eingespart, ist der Körper auf die Energiegewinnung aus körpereigenen Reserven angewiesen. 1g Fett hat einen Brennwert von ca. 9,3kcal. Um also 1kg Körperfett abzunehmen (zu ‘verbrennen‘), müssen ca. 7000kcal über die Nahrung eingespart werden. (Da Fettgewebe noch aus anderen Stoffen als nur reinem Fett besteht, müssen nicht 9.300kcal eingespart werden, sondern etwas weniger.)
Wenn pro tag 500kcal einspart werden, nimmt man (idealiter) 1kg in 2 Wochen ab. Je nachdem, ob mehr oder weniger einspart wird, nimmt man mehr oder weniger ab.
Bsp: Person P hat einen GU von 1400kcal und einen V von 2300kcal. 2300-500=1800. Bei 1800kcal am Tag isst P ausreichend über dem GU (400 mehr), so dass keine Notsituation eintritt und spart pro Tag 500kcal.
4. Fazit
Die These, der Körper reagiere bei einem geringen Kaloriendefizit mit einer Modifikation von kurzfristig nicht lebensnotwendigen (SW, Temperatur) Funktionen, ist falsch!
Es könnte spekuliert werden, warum die Autorin diese These für sinnvoll hält: Sie scheint primär an einer erfolgreichen Abnahme interessiert zu sein. Daher könnte man sie so verstehen, dass sie meint, bei “großen Sprüngen” sieht man schneller Erfolge. Im Übrigen ist ein größeres Defizit ’sicherer’. Denn wenn 500kcal eingespart werden, aber ein ’Ausrutscher’ von +300kcal passiert, dann werden immer noch 200kcal eingespart. Wenn hingegen nur 200kcal eingespart werden und der selbe Ausrutscher passiert, dann werden +100kcal gegessen. Das ist natürlich sehr wenig. Aber auf die Dauer ist genau das der Grund, warum man überhaupt zunimmt.
Sie könnte das Richtige meinen, allerdings aus falschen Gründen.
ã Frederike Ott, Berlin 2008
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