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  #1 (permalink)  
Alt 03.08.2004, 17:51
Benutzerbild von Lorian
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@Tommys Brotthread

Hallo Tommy!

Ich weiß nicht, ob das hier evtl. nicht falsch ist, aber ich stell meine Frage mal ganz forsch. Evtl. verschiebt ja einer meinen Beitrag, wenn´s nicht passt.

Also, ich hatte vor einiger Zeit gelesen, daß Brot (verarbeitete Getreideprodukte) gar nicht soooo unbedingt "gesund" bzw. lebenswichtig sind, weil der Körper dafür gar nicht ausgelegt ist. Sprich, man könnte auch gut und gesund über die Runden kommen, wenn man so was weg läßt, und von Obst/Gemüse und Fleisch lebt (von wegen der Evolution, die gebackene Sachen gar nicht einplant)

So rein Interesse halber frage ich mal nach, ob da jemand etwas drüber weiß. Ich will auf keinen Fall auf so was verzichten!!! Oder jemandem nahe legen, auf Brot etc. zu verzichten, nein!!! Das nur am Rande, aber ich finds ernährungstechnisch einfach interessant, ist das wirklich so?

Lorian
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Alt 03.08.2004, 19:12
Gast30
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Hallo Lorian !

Also - was Deine Frage anbelangt, müßte ich mich zunächst selbst ein wenig kundig machen und ich kann Dir so aus dem Bauch heraus hier auch keine Auskunft geben.

Allerdings frage ich mich, warum man ausgerechnet auf diese Vielfalt an leckeren Backerzeugnissen verzichten sollte. Es ist natürlich reine Geschmacksache und wer kein Brot essen möchte, der kann es sicherlich lassen, ohne irgendwelche Beeinträchtigungen befürchten zu müssen - denk ich zumindest...

Ich habe mir diese Infos halt aus diversen Büchern angelesen und werde bezüglich Deiner Frage selbstverständlich mal recherchieren. Nur fand ich es halt interessant, die diversen Sorten und ihre Herstellung hier mal einem interessierten Publikum vorzustellen - eventuell kann ja der Eine oder Andere was damit anfangen !?
Ich habe aber in dieser und anderer Hinsicht noch einiges Weitere auf Lager und werde jene Ernährungsserie noch fortsetzen, wobei ich immer sehen muß, wie ich halt zum Schreiben komme...

Aber Du hörst / liest noch von mir...

Frank
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  #3 (permalink)  
Alt 03.08.2004, 23:29
Benutzerbild von Lorian
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Ganz lieben Dank Tommy,

ist auch nicht so dringend, war halt nur neugierig, und verzichten werd ich mit Sicherheit nicht drauf, schmeckt viel zu lecker, egal, was sich die Natur so dabei gedacht hat :loll:
Hätt ja nur sein können, daß Dir zufällig die Info unter gekommen ist.

Liebe Grüße

Lorian
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  #4 (permalink)  
Alt 27.10.2004, 01:57
Gast30
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Neue Erkenntnisse zu Brot und Getreideprodukten

Einige Nachfragen zu meinem entsprechenden Thread zu obigem Themenkomplex haben mich dazu getrieben, hier noch etwas genauer zu recherchieren und dabei stieß ich auf einen Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für gesunde Ernährung, den ich Euch nicht vorenthalten möchte, da er ziemlich interessant ist. Brot und Getreideprodukte waren zwar nicht unbedingt ein Schwerpunktthema in dieser Abhandlung, denn es ging dort mehr um die Gesamternährungssituation in Deutschland im Allgemeinen, aber dennoch wurden die wesentlichen Ergebnisse zur Nährstoffversorgung mit Brot und Getreideprodukten, sowie der Krankheitsprophylaxe mit Ballaststoffen dort zusammengefasst.

Im Kapitel "Ernährungssituation in Deutschland" wurde ganz allgemein die Entwicklung der Verzehrmengen für einzelne Lebensmittel beschrieben und hieraus die Durchschnittliche Nährstoffversorgung einzelner Bevölkerungsgruppen errechnet. Danach erreichten Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts nicht die Referenzwerte für die Aufnahme an Magnesium. Aus diesem Grund wurde von der DGE empfohlen, den Verzehr von Getreideprodukten als gute Magnesiumquelle in jenen Altersgruppen zu fördern. Ebenfalls als sehr unzureichend wurde die Versorgung mit Folsäure bei Erwachsenen und Jugendlichen bezeichnet und zur Verbesserung dieses Folatstatus wurden neben Gemüse verschiedene Brot- und Backwaren empfohlen. Backwaren tragen u.a. überdurchschnittlich zur Versorgung der Bevölkerung mit Jod bei; so stammt ungefähr ein Viertel der aufgenommenen Jodmenge aus eben Backwaren, die mit jodiertem Speisesalz hergestellt wurden.
Somit kann man hier gleich drei gute Argumente für einen höheren Verzehr von Brot und Brötchen entnehmen !

Die Auswertung aller wissenschaftlichen Studien resultiert im Kapitel "Krankheitsprophylaxe mit vollwertiger Ernährung" und aufgrund sich teilweise wiedersprechender Ergebnisse sind die Aussagen bezüglich zu Ernährungsfaktoren im Zusammenhang der Aufnahme von Ballaststoffen eher vage.
Eine ballaststoffreiche Ernährung senkt hiernach die Wahrscheinlichkeit einer Fettstoffwechselstörung und sogar die Risiken von Herz- und Kreislauferkrankungen und es wird auf eine möglicherweise Verbesserung einer gestörten Glukosetoleranz bei Diabetikern hingewiesen. Vor allem aber weisen die Studienergebnisse auf eine positive Wirkung der Ballaststoffe bei Dickdarm-, Magen- und Brustkrebs hin.
Hierbei ist natürlich zu bedenken, dass sich für die Vorbeugung bei Krebserkrankungen jene schützende Wirkung nicht allein auf die Bestandteile einzelner Nahrungsmittel zurückführen lässt, sondern auf ein Zusammenspiel der Ernährungsfaktoren insgesamt gesehen werden muss. Bleibt jedoch, dass durch einen vermehrten Verzehr an ballaststoffreichen und pflanzlichen Lebensmitteln nicht nur die darin enthaltenen Inhaltsstoffe, wie komplexe Kohlehydratketten, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen werden, sondern zugleich wird meist auch weniger Fett verzehrt.
Schon aus diesem Grund ist hinsichtlich einer höheren Lebenserwartung mit einer entsprechenden Lebensqualität eine vollwertige Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Produkten zu empfehlen.

Ein gutes Drittel der Bundesbürger klagt nach einer weiteren Studie über chronische Verstopfung, die man medizinisch als "Obstipation" bezeichnet und unter der eine Zivilisationskrankheit verstanden wird, die u.a. durch einen Mangel an Ballaststoffen in unserer Ernährung zustande kommt.
Mit einem "Mehr" dieser verdauungsfördernden Inhaltsstoffe von pflanzlichen Lebensmitteln kann somit das Wohlbefinden leicht wiederhergestellt werden. So tritt nach jener Ärztestudie bei einer täglichen Ballaststoffportion von bereits 30 Gramm schnell eine deutliche Besserung der Beschwerden ein. Hier sind Brot, Brötchen und Getreideprodukte mit 42% Anteil an der täglichen Zufuhr die wichtigsten Lieferanten, wie entsprechende Analysen ergeben haben. So wurden von "A" (wie Ananas) bis "Z" (wie Zwiebelkuchen) rund 150 Lebensmittel unter die Lupe genommen und hierbei zeigte sich, dass Brot und Brötchen wesentlich höhere Ballaststoffgehalte aufwiesen, als die meisten anderen Lebensmittel. Vollkornprodukte brachten es gar auf bis zu 7 - 9% ! Aber selbst die Produkte aus hellen Mehlen lagen mit 3 bis 4% noch deutlich über den meisten Obst- und Gemüsesorten.
Somit kann man konstatieren, dass die Hälfte der in den Studien empfohlenen 30 Gramm aus Brot und Getreide stammen sollten. Somit kann man bereits mit 5 Scheiben Roggenmischbrot jene Empfehlungen leicht und vor allem auch lecker erreichen !

Soweit die Erkenntnisse der DGE...

In einer weiteren Abhandlung fand ich schließlich Folgendes :

Brot und Getreideprodukte aus vollem Korn und Reis, können im Rahmen einer ausgewogenen und bewussten Ernährungsweise als unentbehrlich bezeichnet werden. Sie enthalten zahlreiche Vitamine, speziell im Bereich des "B-Faktors", sowie zahlreiche Mineral- und Pflanzenstoffe, wobei schädliche Cholesterinverbindungen im Getreide faktisch überhaupt nicht und Fette nur in geringen Spuren vorkommen.

Auch hier wurde weiter darauf hingewiesen, dass Vollkornprodukte als einer der wichtigsten Ballaststofflieferanten zu gelten haben und wie oben bereits ausgeführt als wichtig für eine reibungslose Verdauung angesehen werden müssen. Vor allem wird auf die Unterstützung des Sättigungsgefühls hingewiesen. Das Gleiche gilt für ungeschälten, braunen Reis, sowie für alle Vollkornnudelsorten, sofern sie ohne Ei hergestellt sind.

Als weniger empfehlenswert werden hier wiederum alle hellen Mehl- und Brotsorten bezeichnet und auch geschälte Reissorten, sowie Zwieback sollten eher seltener auf dem Speiseplan erscheinen. Hinzu kommen alle sehr fetthaltigen Backwaren, wie z.B. Croissants, Blätter- und Plunderteigwaren...

Als eine Art Fazit aller dieser im Grunde recht stark in eine Richtung weisenden Ergebnisse jener Studien zum Thema "Brot und Getreideprodukte" und deren Nährwertigkeit kann gezogen werden, was ich bereits an vielen unterschiedlichen Stellen hier im Forum ausgesagt habe, nämlich das erst die Kombination vieler verschiedener Lebensmittel zu einer gesunden Mischkost eine ebenso unspektakuläre, wie ernährungswissenschaftlich einleuchtende Devise für alle gesundheits- und fitnessbewusste Zeitgenossen zu gelten hat. Besonders alle körperlich aktiven Menschen, nicht alleine nur Leistungs- sondern auch alle Freizeitsportler, sollten aus umfangreichen Gründen danach streben, Getreide, Mehl und Brot als Kohlehydratquelle Nummer 1 zu betrachten, denn besonders für Ausdauersportarten spielen selbige eine besondere Rolle und der immer wieder aufkommende Hang, kohlehydratreiche Nahrung als "Dickmacher" abzustempeln, muss unbedingt als falsch erkannt werden.
Gerade die Erkenntnisse der modernen Ernährungswissenschaft, sowie der Sportmedizin haben gezeigt, dass nämlich gerade jene Getreideprodukte auf die Liste der Empfehlungen gehören, denn bei einer Dauerleistung verwertet der Körper die eigenen Glykogenreserven in seinen Muskeln und vor allem auch in der Leber. Darum kommt es hierbei vorwiegend darauf an, mit einer kohlehydratreichen Ernährung jene Speicher wieder aufzufüllen. Dies kann mit Brot und Brötchen als Getreideprodukte, aber auch mit Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten auf eine gesunde Art und Weise geschehen.

Bei den Getreideprodukten, bei denen allen aus sogenanntem Vollkorn der Vorzug eingeräumt werden sollte, ist die Auswahl besonders in deutschen Landen als besonders groß zu betrachten.
Eine Zweite Erkenntnis aus jenen Studien kann lauten, dass wer sehr viel an stärkehaltigen Lebensmitteln zu sich nimmt, wie sie eben im Brot, in Brötchen und in anderen Getreideprodukten enthalten sind, aber auch mit Kartoffeln, Früchten und Gemüse neben jenen wichtigen Kohlehydratketten noch zahlreiche Vitamine und Mineral- sowie Ballaststoffe zu sich nimmt, die sich äußerst positiv auf den Gesamtorganismus und hier vor allem auf den körpereigenen Stoffwechsel und die Verdauung auswirken.
Zum Dritten wird die Stärke im Magen-Darm-Trakt Schritt für Schritt zu Kraft und Ausdauer liefernden Glukosebausteinen abgebaut und sorgt somit kontinuierlich für einen über längeren Zeitraum Bestand habenden Energienachschub.
Darum ist es auch als Vierter Punkt betonenswert, jenen Blutzuckerwert durch diese Art von Energieversorgung ausgeglichen zu halten und es nicht durch ein falsches und sich selbst kasteiendes Ernährungsverhalten zu Unterzuckerungszuständen kommen zu lassen. So ist z.B. für eine ausreichende Glukoseversorgung des Gehirns eine entsprechende Konzentration im Blut unerlässlich und kommt es beispielsweise hier zu einer Minderversorgung, können Kreislaufbeschwerden und Schwindelanfälle, in extremen Situationen sogar Krämpfe auftreten, die bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Ebenso kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Spurenelementen, sowie Ballaststoffen sich positiv auf das körperlich Äußere auswirken, denn nicht umsonst bezeichnet man die Haut als ein Spiegelbild der Seele. Gleichzeitig ist die Haut ein Spiegelbild der Nährstoffversorgung des menschlichen Körpers, denn wenn die Haare stumpf erscheinen, die Haut juckt, bzw. schuppt und die Fingernägel offenbar ohne äußerlichen Grund abbrechen, so kann es sich hierbei durchaus um erste Anzeichen einer bestehenden Mangelversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen handeln. Sicherlich bietet die Kosmetikindustrie hier zahlreiche Möglichkeiten, dem entgegen zu wirken, aber man kann eben auch von Innen her einiges gegen diesen leider nur allzu oft krankheitsbedingten Zustand tun.
Eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung ist nicht zuletzt aus diesem Grund auch die beste Schönheitspflege und Brot, sowie Brötchen bieten hier eine besonders gute Quelle für diese natürlichen Beautystoffe...
So kurbelt das enthaltenen Biotin den Stoffwechsel an und versorgt die Haut mit Aufbaustoffen. Das Niacin gilt als Bestandteil von Enzymen und liefert die Energie für die Zellerneuerung und die ebenfalls in Brot und Getreideprodukten enthaltene Pantothensäure, die nebenbei bemerkt auch in zahlreichen Wund- und Heilcremes verwendet wird, hilft eben bei der Heilung kleinerer Wunden und trägt darüber hinaus zur Feuchtigkeitsregulierung der Haut bei.
Bereits 4 Scheiben Brot decken gut 20% des Tagesbedarfs an Biotin und mehr als ein Viertel der empfohlenen Menge an Pantothensäure, sowie 40% der Niacinzufuhr. Hier sind besonders alle Vollkornprodukte aus Roggen zu nennen, die einen besonders hohen Anteil an Vitamin E enthalten, was auch als sogenannter "Schadensbegrenzer" und Leibwächter der Hautzellen angesehen wird. Hinzu kommt, dass der Brotgenuss zumindest in unseren Landen niemals langweilig werden muss, da es hier bei uns beinahe über 300 unterschiedliche Brotsorten gibt, so das die unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten als durchaus umfangreich betrachtet werden kann.

In Anbetracht dieser Ergebnisse erscheint es zumindest fragwürdig, auf Brot und Getreideprodukte hinsichtlich eines angeblichen kohlehydratbedingten Anstiegs des Blutzucker und somit des Insulinspiegels zu verzichten, doch diese Zusammenhänge habe ich ja bereits in anderen Beiträgen ausgiebig abgehandelt.
So gibt auch dieser Beitrag ausschließlich meine persönliche Meinung und die der von mir zusammengetragenen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse wieder - wie weit dies jeder für sich selbst berücksichtigen möchte, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen.

Liebe Grüße

Euer Thommy...
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