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Alt 09.09.2006, 11:12
Keth
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"Das Lehrer-Hasser-Buch" von Lotte Kühn

Kennt das jemand? Ich war gestern in einer Buchhandlung und da fiel es mir ins Auge, natürlich habe ich es gleich mitgenommen und angefangen zu lesen. Also ich muss sagen, das grenzt an Unverschämtheit....ich werde mal ein paar Zitate bringen und dazu Stellung nehmen:

Es geht um ein Diktat mit dem Notendurchschnitt 5,4: "Genüsslich zählt er die schrecklichsten Fehler aus dem letzten Diktat auf, natürlich ohne Namen zu nennen"..
Also, erstens ist es an meiner Schule so, dass man Tests mit einem Notendurchschnitt von schlechter als 4,5 beim Direktor vorlegen muss und diese dann oft gar nicht "genehmigt" werden, zweitens, was ist falsch daran die schrecklichsten Fehler aufzuzählen? Wenn man sowieso keine namen nennt? Also, ich mach das auch....

"der gemeine Gymnasiallehrer von heute versteht sich als Ausleser!" Ähm, nein. Natürlich hat man bestimmte Quoten zu erfüllen, aber Ausleser, so ein Quatsch, stimmt einfach nicht!

Lehrermund tut Wahrheit kund...
-Das interessiert mich nicht, du störst!
-Mach so weiter, dann wirst du schon sehen, wo du landest!
-Komm zu potte, ich will hier nicht ewig sitzen!
-Bei euch ist Hopfen und Malz verloren!
-Ich kann dir auch gleich ne 6 geben...
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich sowas auch schon mal losgelassen. Muss ich mir jetzt Vorwürfe machen, habe ich meine Schüler damit "verstört"?
Also, irgendwie ist diese Frau ziemlich eingebildet.
Mit welchem Recht schreibt sie solche kritiken? Was haltet ihr davon, mich würde mal interessieren, wie so die "normalen Meschen" darüber denken. Also ich war entsetzt, als ich das Buch durchgeblättert habe. kritik, Kritik, Kritik, das haben sie falsch gemacht, Lehrer sind unverschämt, was andere liest man nicht raus.
Ich finde das buch total einseitig geschrieben.
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  #2 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 11:19
Gast18388
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also.
wenn mir ein lehrer gesagt hat: bei euch ist es eh schon zu spät... was hast du da für ne scheisse gemacht...etc dann war ich darüber natürlich nicht glücklich. andererseits... diese lehrer sind fast ausnahmslos in der psychiatrie gelandet (irgendwann im laufe ihrer Karriere) oder verfrüht aus dem beruf geschieden.
rückblickend habe ich also eher mitleid und glaub auch nicht, dass die das im brustton der überzeugung als wirkungsvolle pädagogik einsetzen wollten sondern eher ein ausdruck von verzweiflung war.


ich glaube, es gibt aber auch noch das elternhasser-buch ^^
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  #3 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 11:24
Keth
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Also solche Sachen rutschen einem eben mal raus, ich glaube es kann kein Lehrer sagen, dass er das noch niemals von sich gegeben hat. ist ja oft gar nicht so ernst gemeint. Aber wenn jemand an einem Satz 15 Minuten lang rumübersetzt, oft nicht mal richtig lesen kann in der 10. Klasse, da verliert man einfach mal die Nerven. Können Eltern das nicht verstehen??? Und man möchte dem Schüler ja auch eine Chance geben, wenn ich den Satz in 30 sek. möchte, dann rufe ich einen guten Schüler auf, und so würden nur die drankommen. kann ja auch nicht sein. Also, das hat nichts mit Quälen-Wollen zu tun, ist nicht leicht so eine Situation.
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  #4 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 11:26
Gast18388
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du hast aber auch mit latein grad kein leichtes (meine besonders beliebtes ) fach, nicht?
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  #5 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 11:32
Keth
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Ja, das ist eben sowas. Manchmal ist man wirklich verzweifelt, wenn man jemanden die letzte Hausaufgabe wiederholen lassen möchte, für eine mündliche Note, derjenige dann rumstottert und irgendein "Märchen" erfindet, bloß nicht das sagt, was er soll, dann sagt man eben "Mach mal schneller..." oder wenn der Schüler gleich sagt, "tragen sie mir ne 6 ein!", dann sag ich so etwas ironisch "Ok, bei dir ist sowieso schon alles verloren!". Aber Latein ist den meisten sowieso egal, da merken sies selber, dass bei vielen "Hopfen und Malz" verloren ist. schlimmer ist es in französisch, wenn jemand einen Text vorlesen soll udn jedes Wort falsch ausspricht, aber nicht in der 7., sondern in der 11. Klasse. Es ist für beide Seiten unangenehm, ich muss ihm ständig ins Wort fallen, wenn er dann noch frech ist, dann rutscht sowas schnell mal raus. Zur normalen Ausdrucksweise gehören diese Sprüche sicher nicht, aber manchmal geht es nicht anders. Aber ich bin mir sicher, dass jeder Lehrer sowas schon mal gesagt hat.
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  #6 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 11:37
Gast18388
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ja, meinte auch nicht dass die alle durchgeknallt sind eher dass der job wirklich hart sein kann und man da bestimmt ab und zu mal am verzweifeln ist.
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  #7 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 12:03
Der Geist ist willig...
 
Registriert seit: 30.05.2006
Ort: VS, Ba-Wü
Beiträge: 37
Lehrerhasser-Buch

Ich glaube, diese Frau ist einfach nur frustriert ...

Natürlich hat JEDER von uns schon mal Erfahrungen mit schlechten Lehrern gemacht (davon gibt es leider mehr als genug, auch jede Menge, die in diesem Beruf nichts zu suchen haben!), aber man hatte doch auch gute; der Knackpunkt ist doch, dass man sich gute Dinge lange nicht SO einprägt wie schlechte und deshalb immer der fade Nachgeschmack länger bleibt. Das Bild, das nach außen transportiert wird, ist leider zu 60% das schlechte; wer seinen Job gut macht, wird als "Normalfall" akzeptiert und hingenommen.

Ich erinnere mich sehr gern an meine guten Lehrer (und davon hatte ich echt viele!), die mit ein Grund waren, warum ich heute Lehrerin bin und es liebe zu unterrichten! Ich hab' meine "Kinners" total gern und würde keinen von denen (auch die, die mich manchmal nerven) tauschen wollen, denn nur so entstehen doch jeden Tag wieder Herausforderungen ans eigene Leben!

Die "Autorin" (sie ist in meinem Augen keine richtige, weil sie nur polemisch in eine Kerbe haut und auf einen sowieso schon fahrenden Zug aufspringt) hat - meiner Meinung nach - auch ein großes Kommunikationsdefizit. Ich hab' sie neulich in einer Fernsehsendung gesehen und kann dazu nur sagen, wenn sie genauso aggressiv mit den Lehrern ihrer Kindern geredet hat wie sie da aufgetreten ist (völlig unsachlich, total unter jeglichem Niveau, einfach nur blöd), ist es kein Wunder, dass da einiges schief gelaufen ist!
__________________
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  #8 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 12:13
Kennt sich schon aus...
 
Registriert seit: 10.05.2005
Ort: irgendwo in NRW
Beiträge: 410
Ich find dieses Buch nicht korrekt, da wird mal wieder zu sehr auf die Lehrer herum gehackt.

Sicher wie im jedem Beruf gibt es schwarze Schafe (könnte auch einige aufzählen), aber dann gleich mit einem Buch mit den Titel "Lehrer-Hasser-Buch" den Beruf zu verunglimpfen.

Ich kann es mal aus einer anderen Perspektive erzählen. Ich bin so froh, dass ich wirklich überwiegend gute Lehrer hatte, die mich motiviert haben. Einen tollen Unterricht geliefert haben. (Gut unsere Klassen waren auch kleiner max.10-12 Schüler). Auch nach der regulären Schulzeit gab viele Angebote von den Lehrern, wie die Tanz AG oder Musik AG. Bei der Benotung gab es weniger Probleme.

Ein Lehrer hatte wirklich übersichtlich die Notenverteilung aufgestellt, damit keiner vernachlässig bzw. unberechtigt fühlt. Er hatte die Lösungblätter verteilt und wie die Punkte zusammengestellt worden sind, sehr übersichtlich dargestellt.

Wie sollen die Kinder Respekt zu den Lehrern aufbauen, wenn die Eltern über die Lehrer herziehen? Wie soll es denn mal im späteren Berufsleben klappen?

LG gl-apollonia
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  #9 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 12:18
Keth
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Hallo Andschana!
Noch eine Lehrerin! Wie schön! Also, ich persönlich hatte auch gute und schlechte Lehrer, wobei das glaube ich zur damaligen zeit anders definiert wurde. Da war es normal, dass man Strafarbeiten scheiben musste wegen Kleinigkeien, dass man mal "angeschrien" wurde, aber deswegen waren es keine schlechten Lehrer. Ich glaube, das hängt von vielen Faktoren ab.
Ich hatte bis vor einigen jahren einen Kollegen, mit dem ich auch gut befreundet war (seine Frau war auch Lehrerin und hatte die selbe Fächerkombination wie ich, wir haben uns privat gerne mal getroffen...), da kamen Eltern teilweise zu mir und wollten, dass ich mit ihm rede. Angeblich hat er im Lateinunterricht, wenn jemand den Akkusativ nur mit "Wen?" anstatt "Wen oder was?" abgefragt hat, denjenigen mit seinem Schlüsselbund und mit Kreiden beworfen, hat gesagt er gehöre auf die Sonderschule, die Schüler musste bei ihm 100 mal alle mögl. Konjugationen/Deklinationen scnhreiben, wenn sie nur einmal gezögert haben, bei Händen in den Hosentasche wurde das Elternhaus der Schüler beschimpft, andersgläubige Schüler wurden vehement dazu gezwungen das "Pater noster" am Stundenanfang mitzubeten...Also, was ich damit sagen möchte: Es gibt Lehrmethoden, die Schülern wirklich schaden können, da ist es durchaus gerechtfertigt, wenn man diese kritisiert, aber bei solchen menschlichen Lapalien, wie sie im Buch beschrieben werden, ist es lächerlich ein Buch darüber zu verfassen...
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  #10 (permalink)  
Alt 09.09.2006, 12:26
Kennt sich schon aus...
 
Registriert seit: 21.06.2006
Beiträge: 408
Sollen jetzt die Lehrer die schlechte Erziehung der Kinder wettmachen? Das regt mich total auf. Ich möchte wirklich kein Lehrer sein, grad nicht in einer Haupt- oder Realschule (Rütlischule Berlin oder so) und dann so einen Haufen unerzogener Saufratzen, bei denen ich die Jahre ohne Erziehung wettmachen soll. Und wenn dann Konflikte auftreten, hat man die lieben Eltern am Hals, weil man "so ungerecht" mit dem Sprößling umspringt. Wie der sich aber teilweise in der Schule aufführt, kriegen die doch gar nicht mit.

Klar gibt´s auch schlechte Lehrer, wie es schlechte Schaffner, Bäcker usw. gibt, ist normal, aber ich glaube, als Lehrer hat man´s wirklich nicht leicht!!
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