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13.07.2006, 21:14
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Berufsaussichten für Magister Iuris- Hilfe!!
Hallo ihr Lieben,
ich habe vor mein Jura Studium nicht mit dem Staatsexamen abzuschließen sondern mit einem Magister Titel. Nun meine Frage: hat jemand Erfahrung mit den Berufsaussichten mit diesem Abschluss?? ich brauche wirklich Hilfe und Rat!!
LG Sandra
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13.07.2006, 23:24
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Spitzen Naschkatze
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Ich würde sagen, die Aussichten sind nicht sehr rosig.  Der Markt ist total überlaufen, auch junge Juristen, die ihr Staatsexamen abgeschlossen haben, haben nicht sehr gute Aussichten, einen guten Job zu finden. Und wenn sie einen Job bekommen ist es leider oft so, dass Arbeit und Bezahlung in keiner Relation stehen, d.h. Anwälte über 60, 70 Stunden die Woche arbeiten und trotzdem nicht über Hartz4- Niveau hinaus kommen. Man mag das vielleicht nicht glauben (von wegen Jurastudium/ Anwalt= viel Geld), aber leider ist es so. Es gibt viele junge Anwälte, die ihre Lizenz zurück geben, weil es sich einfach nicht lohnt. Wirklich gute Chancen haben wohl nur Studenten/ Referendare, die ein Prädikatsexamen abliefern. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Firmen dann doch eher auf Juristen zurück greifen, die das Staatsexamen abgelegt haben.
Warum willst du denn kein Staatsexamen machen, sondern einen Magisterabschluss?
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14.07.2006, 12:32
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Hi!
ersteinmal vielen Dank für deine Antwort. Also den Master würde ich gerne machen, weil das der sinnvollere Abschluss für mich ist. Da ich eh nicht Anwältin oder Richterin werden möchte, finde ich, wäre es für mich verschwendete Zeit. Ich müsste auch nicht unbedingt im puren juristischem Bereich bleiben. Hatte mir auch überlegt eventuell in den öffentlichen Dienst zu gehen. Dort nehmen die nämlich auch rein theoretisch Master- Absolventen. Tja, leider habe ich keine Ahnung, in welchen Bereichen Master juristen noch so Chancen haben....Hast du eine Idee?!
Grüße Sandra
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14.07.2006, 13:40
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Mit so einem Abschluss kannst in der Rechtsabteilung von großen Unternehmen oder in der Unternehmensberatung arbeiten. Allerdings weiß ich nicht, wie da die Berufsaussichten sind. :-/
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14.07.2006, 14:49
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Nach meiner Erfahrung kann man mit so einem Abschluß nicht in der Rechtsabteilung arbeiten. In der Regel ist es dort Voraussetzung, daß man sich als Rechtsanwalt zulassen läßt und häufig gibt es auch kein Gehalt, sondern die Abrechnung erfolgt auf Honorarbasis. Zumindest in den großen Unternehmen, die ich kenne.
Ich weiß jetzt nicht genau, was den Master-/Magisterabschluß vom Staatsexamen unterscheidet, den gab's zu meiner Zeit noch nicht, aber wenn Du schon Jura studierst, warum machst Du dann nicht den "richtigen" Abschluß? Wäre der Master ohne Referendariat und ohne 2. Examen? Ich fürchte, dann hast Du auch im öffentlichen Dienst (da sind die Chancen ohnehin nicht so dolle ..) auch weniger Chancen als jemand mit 1. und 2. Staatsexamen. Denn Juristen gibt es immer noch wie Sand am Meer. Und das Wissen, das man im Referendariat erwirbt, würde ich persönlich nicht unterschätzen. Ich fand das das Interessanteste am ganzen Studium
Erzähl mal kurz, was der Master genau ist.
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14.07.2006, 14:56
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Zitat von Enchantress
Nach meiner Erfahrung kann man mit so einem Abschluß nicht in der Rechtsabteilung arbeiten. In der Regel ist es dort Voraussetzung, daß man sich als Rechtsanwalt zulassen läßt und häufig gibt es auch kein Gehalt, sondern die Abrechnung erfolgt auf Honorarbasis. Zumindest in den großen Unternehmen, die ich kenne.
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Nur weil man in der Rechtsabteilung arbeitet, muss man ja noch kein vollwertiger Anwalt sein. In meiner FH gibts auch das Fach "Wirtschaftsrecht". Die werden genau für solche Themen ausgebildet. Sind dann natürlich keine Anwälte, aber können z.B. Verträge prüfen bzw. alles was sich im Unternehmen ändert, ob es die rechtlichen Gegebenheite einhält. Dazu muss man kein Staatsexamen haben. (Was die Unternehmen tatsächlich fordern, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.  )
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14.07.2006, 15:02
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Wie gesagt, nimm zum Beispiel die Rechtsabteilung von Siemens, ABB oder sonst irgendwem: Da sitzen NUR Rechtsanwälte in der Rechtsabteilung. Denn auch wie gesagt: Die Abrechnung erfolgt in der Regel auf Honorarbasis (!) und das geht bei nicht als Rechtsanwälten zugelassenen Juristen nicht. Ich persönlich kenne niemanden, der nicht als Anwalt zugelassen ist und in einer Rechtsabteilung arbeitet. Bei mittelständlerischen Unternehmen mag das möglich sein, aber sicher nicht in großen Konzernen. Ich arbeite übrigens selbst in einem, daher weiß ich, wovon ich spreche
Und hier ist ja nach den Berufschancen als "Nicht-Volljurist" gefragt und ich würde ganz ehrlich sagen: Die gehen gen Null. Wozu sollte ein Unternehmen einen "Halb-Juristen"  einstellen, wenn auf die gleiche Stelle 20 Bewerbungen von Volljuristen kommen? Man darf dabei nicht vergessen, daß die Juristen immer noch ein äußerst konservatives Völkchen sind und bis vor ein paar Jahren hatte ein Jurastudent, der nur sein 1. Staatsexamen gemacht hat, noch gar keinen Abschluß. Daß man dem Ganzen jetzt einen Namen gegeben hat, wird aber sicher die Vorbehalte dagegen nicht automatisch ausradieren ...
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14.07.2006, 21:07
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Spitzen Naschkatze
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Zitat von Enchantress
Und hier ist ja nach den Berufschancen als "Nicht-Volljurist" gefragt und ich würde ganz ehrlich sagen: Die gehen gen Null. Wozu sollte ein Unternehmen einen "Halb-Juristen"  einstellen, wenn auf die gleiche Stelle 20 Bewerbungen von Volljuristen kommen? Man darf dabei nicht vergessen, daß die Juristen immer noch ein äußerst konservatives Völkchen sind und bis vor ein paar Jahren hatte ein Jurastudent, der nur sein 1. Staatsexamen gemacht hat, noch gar keinen Abschluß. Daß man dem Ganzen jetzt einen Namen gegeben hat, wird aber sicher die Vorbehalte dagegen nicht automatisch ausradieren ...
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Genauso sehe ich das auch. Schön und gut, dass man beratend in Firmen tätig sein kann, ich gehe aber auch davon aus, dass in der Regel "richtige Juristen" (ist wirklich nicht abwertend gemeint) bevorzugt eingestellt werden. Warum sollte ich jemanden in einer juristischen Abteilung beschäftigen, wenn derjenige mich im Zweifel nicht gerichtlich vertreten kann und ich deshalb gegebenenfalls noch jemanden beauftragen muss (der sich auch erst wieder in den Fall einarbeiten muss usw.)? Und gerade heutzutage ist es ja so, dass viele Rechtswissenschaftler sich auch auf solche Stellen bewerben, weil der Einstieg in die klassischen Berufsfelder (Anwalt, Richter usw.) so schwer geworden ist.
Also wenn du die Wahl hast, dann würde ich schon das Staatsexamen als Abschluss bevorzugen. Es ist ja danach kein Muss, dass du irgendwo als Anwältin o.ä. anfängst.
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14.07.2006, 21:33
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ich kenn mich damit ja nun nicht wirklich aus, aber ich z. b. arbeite im öffentlichen dienst, mein kollege ist jurist, aber kein anwalt, dazu fehlt ihm irgendwas noch, ihr wisst sicherlich, was ich meine. tja, warum er wohl bei uns arbeitet? na weil er eben ahnung bei verträgen, paragraphen und so kram hat und abgesehen davon gibt es noch einen externen rechtsanwalt, der für fälle, wo man nen rechtsanwalt brauch, da ist. er ist selbstständig, kriegt also nur geld, wenn wir ihn wirklich brauchen. mein kollege hat sicherlich auch noch den vorteil, dass man ihm gehaltstechnisch eben nicht so hoch einstufen muss, als wenn er ein richtiger rechtsanwalt wäre ... warum sollte das in anderen firmen nicht teilweise auch so gehandhabt werden. vor allem große firmen, die ne ganze rechtsabteilung haben, brauchen da drin sicherlich nicht nur qualifizierte rechtsanwälte ...
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15.07.2006, 11:06
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Hey! Vielen Dank nochmal für die rege Beteiligung am Gespräch!
Also, wenn man den Magister in Hamburg erwirbt, hat man all die Scheine, die man auch haben muss wenn man zum Staatsexamen zugelassen werden muss. Das heißt man hat das Hauptstudium komplett abgeschlossen. Ich möchte kein Staatsexamen machen, weil ich mir den Repetitor sparen möchte, der mich viel Geld im Monat kostet, und weil ich kein Bock auf noch ein Jahr mega Streß habe. Des Weiteren sage ich mir: 1. Staatsexamen bringt mich ohne 2. Staatsexamen auch nicht weiter. Also entweder ganz oder gar nicht. Dieses GANZ würde mich aber von dem heutigen Tage an weitere 4 Jahre meines Lebens kosten: 1 Jahr Vorbereitung aufs 1. Examen, 1 Jahr warten aufs Referendariat, 2 Jahre bis zum 2. Staatsexamen. Hallooo ich bin jetzt schon 24! Ich will endlich mal loslegen und nicht immer lernen und lernen und lernen. Daher hätte ich mir das sehr gerne erspart. Wenn ich doch nur BWL studiert hätte, dann wäre ich nun schon durch. Und außerdem sage ich mir: wenn ich nun die beiden Staatsexamen nicht so gut schreibe, dann hat es sich ja voll nicht gelohnt, denn es gibt immer welche die besser sind als ich und mir dann die Stellen vor der Nase wegschnappen. Im Moment is alles ein bißchen hoffnungslos. 
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