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Alt 26.04.2006, 10:55
Benutzerbild von Sonni
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Tschernobyl

Vor genau 20 Jahren geschah die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl in der Ukraine. Hier in Deutschland wurde das erst Tage später bekannt, und von da an gab es große Verunsicherung, wenn nicht Panik. Man hatte Angst vor Regen, vor Wolken. Bin ich verseucht, wenn es regnet? Was darf ich noch essen? usw.

Wie habt ihr diese Zeit erlebt? Was habt ihr gemacht, bzw. erinnert ihr euch noch daran, oder wart ihr zu klein?
Ich war erst 5, und ich weiß gar nichts mehr davon. ich glaube, wir durften nicht in den Sandkasten...

Erzählt mal!

Und was mich noch interessiert: Seid ihr Atomkraftbefürworter oder -gegner? Warum?

Bin gespannt auf eure Antworten..
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  #2 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 11:13
Benutzerbild von cherie-Ramen-chan
Naschkatzen Goldi
 
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ich kann mich noch sehr genau erinnern

ich war zu diesem zeitpunkt gerade schwanger :shock:

sollte /durfte tagelang nicht hinaus nach bekannt werden

davor hat es auf meinem heimweg mal Asche geregnet - die leute blieben stehen und schauten in den himmel (wir dachten an ein unglück in der nahen papierfabrik)

für mich als gravide - war es verboten salat zu essen war fast das einzige was ich vertragen hab - damals - in dem zustand

und ich hab ihn trotzdem gegessen und hab überlebt

Pilzesammeln - oder besser essen war nicht empfohlen

und auch holunder stand auf der schwarzen liste

wir die wir kinder erwarteten zu dieser zeit hatten schreckliche angst - meines ist gesund ......und in meiner umgebung kenn ich eigentlich keine kranken kinder von damals

ATOMKRAFT - NEIN DANKE

wir hier in österreich haben keine atomkraftwerke - aber an den staatsgrenzen werden welche betrieben

bin heute noch sehr betroffen über diese zeit und die spätfolgen. auch meine tochter fühlt das mit mir und ist auch ein gegener von atomkraftwerken - aus dem bewußtsein mit dem sie aufgewachsen ist
__________________


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  #3 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 11:18
Gast8284
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Hallo !

Ich war damals 2 Jahre alt, kann mich nicht daran erinnern.
Meine beste Freundin hat an diesem Tag Geburtstag deshalb war es oft gesprächsthema....genauso wie eines der Massaker an deutschen Schulen vor einigen Jahren, das war auch am 26.April.

Vor einigen Jahren habe ich einmal eine Foto-Seite im Internet dazu gefunden - die war sehr bewegend. Jemand ist mit dem Motorrad in die Dead Zone gefahren ....
In den Städten waren Fenster und Türen noch offen, Wäsche hing auf den Leinen und Fahrräder und Kinderspielsachen waren überall zu sehen.
Alles wurde plötzlich verlassen und seitdem ist wohl nie jemand zurückgekehrt...

Schade dass ich die Seite nicht mehr finde....
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Alt 26.04.2006, 11:19
Benutzerbild von Shinigami
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hm, vor 20 jahren also genau...da war ich quasi 4...also zu klein. und im osten hat mans sowieso erst später erfahren( laut meinen eltern).
schon kraß, krasser aber, daß der unglücksreaktor bis heute noch nicht richtig gesichert is bzw gerade erst nochmal neu einbetoniert werden soll.

zur atomkraft. bin kein gegner davon. bin ich dafür? hm, weiß nicht. ich sehe daß so, woher sonst die energie beziehen? aus sonnenkraft? nicht genug rentabel hier. wind auch nicht, wasser naja. ist nicht wirklich alles sooo effektiv. und kohle? das is ja schlecht für die umwelt, also mal gar nicht.
ich sag mal so, der strom aus der heimischen steckdose kommt meines wissens eh aus der atomkraft im ostblock. und eh hier in deutschland alle schreine, akw`s zuzumachen, daß, wo sie ziemlich sicher sind, und die im ostblock stattdessen offen zu lassen, obwohl die 100mal unsicherer sind, dann lieber deutsche akw`s am netz lassen.
meine meinung.
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Also sprach Zarathustra: Gott ist tot .

-Nietzsche-
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Alt 26.04.2006, 11:28
Ist öfters hier...
 
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Ort: zur Zeit die grüne Insel (Irland)
Beiträge: 201
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Ich kann mich an einige Dinge vage erinnern... Wir durften nicht raus spielen eine zeitlang und an die Empfehlung diverses Obst, Salat und Pilze nicht zu essen kann ich mich auch erinnern...

Was mir aber am meisten im Kopf geblieben ist, war dieses beaengstigende, ungute Gefuehl, weil dass alles so "unsichtbar" war. Ich war damals ja erst 6, dh. ich habe es natuerlich noch nicht wirklich begriffen, aber trotzdem...

Ich bin auch absoluter Atomgegner und als geborene Oesterreicherin sehr froh, dass die Inbetriebnahme unseres einzigen AKWs vom Volk abgelehnt wurde. Obwohl es rundum leider genug von den Dingern gibt .

Nachdenkliche Gruesse...
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  #6 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 11:48
Knoetchen
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An Tschernobyl kann ihc mich auch nich erinnern, war da ja auch noch ziemlich klein
aber ich gehörte zu dem Teil der deutschen Kinder, die im Sandkasten spielen durften... ich glaub auch nicht, dass es mir geschadet hat- bislang zumindest nicht.

Was Atomkraft angeht, ist es schwierig:

Wir brauchen Energie.
wir haben nicht viele Möglichkeiten...

..fossile Brennstoffe sind unter Berrücksichtigung der klimatischen Veränderungen an sich untragbar - die politsche Situation und die Explosion beim weltweiten Bedarf/Preis tun ein übriges um diese Art der Energiegewinnung gänzlich überflüssig zu machen. Ich habe zwar von Kraftwerken gehört, die nahezu keine Schadstoffe mehr an die Luft abgeben - leider löst das die Sekundärprobleme nicht.

.. AKWs haben die negative Eigenart, dass sie keiner mag, weil sie halt strahlen. Das ist allerdings, glaube ich, durch stärkere Forschung in Bezug auf die Abschirmung durchaus kontrollierbar. Das sehr viel schwerwiegendere Problem ist halt die Entsorgung der Brennelemente, die keiner mehr braucht. Die Halbwertszeit von dem Zeuch is einfach zu lang... zur Fortsetzung der Atomenergienutzung muss eine sichere und gute Möglichkeit gefunden werden, die Reste loszuwerden (und das heißt nicht, den Dreck irgendwo hinzukippen und bisl Erde drüber zu werfen und zu sagen 'da is doch nix')

.. die alternativen Ernergiegewinnungsmethoden besteht leider nach wie vor die Grundproblematik, dass sie teuer sind und vergleichsweise wenig Energie produzieren. Erschwerend kommt hinzu, dass sie nicht überall in hinreichender Menge/Größe gebaut werden können. Achja, und ich find Windparks häßlich anzusehen, die machen unser schöne norddeutsche Landschaft total kaputt.
Trotzdem hat sich dank der Forschung insbesondere im Sektor der Solarenergie einfach unglaublich viel getan und ich bin stolz, dass wir in Deutschland zu den Vorreitern gehören. Ich hoffe, dass sich das fortsetzt so dass wir in Zukunft irgendwann völlig von anderen Energiequellen unabhängig sind.

Bis dahin führt mittelfristig einfach kein Weg am Atomstrom vorbei und wenn ich nicht an meinem Lebenstil drastisch einsparen will, muss ich das wohl so hinnehmen.
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  #7 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 11:49
Spitzen Naschkatze
 
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auch ich war noch klein, 5 jahre - und ich erinnere mich, dass ich nicht auf den spielplatz durfte und auch ein weilchen später nicht im sand spielen.
im nachhinein bin ich meinen eltern sehr dankbar, dass sie mich ihre angst nicht so sehr haben spüren lassen und mir ganz einfach erklärt haben, dass eine art fabrik kaputt gegangen ist und es sein kann dass kleine giftige teilchen mit dem regen in den sand geraten sind. und weil man ja sand nicht wie eine strasse oder so abwaschen kann, ists möglich dass diese teilchen noch immer drin sind - deswegen eben sandkastenverbot. nahrungsmittel die stark belastet sein sollten, wurden ohne grosse kommentare nimmer gegessen... für mich wars keine stark angstbelastete zeit. für meine eltern mit sicherheit schon..... meine mama war grad im 5. monat mit meiner kleinen schwester schwanger.

dafür, dagegen... schwierig. ich tu mich schwer, strikt gegen etzwas zu sein ohne eine brauchbare alternative aufzeigen zu können. aber sie sind mir unheimlich, diese reaktoren.

kassi
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  #8 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 11:52
Gast14206
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Wir haben es damals im Kindergarten erzählt bekommen. Ich hab es aber einfach noch nicht kapiert. Ich war einfach noch zu klein.

Ich kann mich aber erinnern, dass meine Tante am 1. Mai beim Mai-Aufmarsch mitgegangen ist und da hat es begonnen zu regnen und sie hat im Mund alles Bläschen bekommen. Man hätte ja damals schon längst Jodtablette nehmen sollen, aber die wurden erst ein Tage später verteilt. Meine Tante war dann total fertig und hat gedacht, sie wird sicher Krebs bekommen. Es geht ihr aber bis heute zum Glück gut.

Ich bin (wie die meisten ÖsterreicherInnen) eine klare Gegnerin von AKWs. Von wegen "saubere Energie". Der Abfall stellte in riesiges Problem dar. Und ihn weiterhin in benachteiliget Regionen/Kontinente zu schicken und dort zu lagern, wo die Leute eh schon nichts als Probleme haben, finde ich echt das Allerletzte.
Ich bin für den kompletten Atom-Ausstieg. Europaweit.
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  #9 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 13:01
Gast9522
Gast
 
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Kann mich auch nur noch daran erinnern, dass wir nicht draussen spielen durften. Wohne ja am Land und unser liebster Spielplatz war der Kartoffelacker des nachbarn :shock:
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  #10 (permalink)  
Alt 26.04.2006, 13:12
Spitzen Naschkatze
 
Registriert seit: 11.10.2005
Ort: Salzburg Umgebung
Beiträge: 698
hallo

ich war 14 und wir hatten einen geigerzähler in der schule - mit dem haben wir dann alles gemessen was zu messen war. wir haben ihn sogar eingegraben - dann war er kaputt! und wir haben einen stärkeren bekommen und weiter gemessen. so hat man uns die gefahr veranschaulicht - als kind kann man ja nix damit anfangen. es ist ja nichts greifbar! es war damals so unwirklich!

auch wenn wir in österreich keine akw´s haben ist die gefahr durch die in grenznähe stehenden akw´s doch immer präsent - man kann halt nix machen!
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