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Und hier mal die Stimme der wissenschaft zu dem Thema:
Was versteht man unter dem Begriff der Kultur? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Es gibt viele verschiedene Kulturdefinitionen. Sehr allgemein formulierte Sathe 1985, dass Kultur „der Satz wichtiger (oft nicht aus-drücklich genannter) Annahmen, die Mitglieder einer Gemeinschaft miteinander teilen“ ist. Geert Hofstede bezeichnete 1997 Kultur als „die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen einer anderen unterscheidet.“
Diese kulturelle Programmierung bestimmt
„was und wie Menschen denken und fühlen, was sie für schön oder häßlich, gut oder böse, anständig und unanständig, nützlich oder schädlich, wahr oder falsch halten, wie sie erklä-ren, warum etwas so ist wie es ist, wie sie Wissen erzeugen und organisieren, speichern und vermitteln und schließlich was sie tun und wie sie es tun.“
Einer Kultur anzugehören bedeutet auch zu wissen wie man sich gesellschaftskonform verhält. So formulierte Goodenough 1957:
„Die Kultur einer Gesellschaft besteht aus all dem, was man wissen oder glauben muss, da-mit man auf eine Art und Weise handeln kann, die für ihre Mitglieder akzeptabel ist. Kultur ist kein materielles Phänomen; sie besteht nicht aus Dingen, Menschen, verhalten oder Emoti-onen. Sie ist vielmehr eine Organisation dieser Dinge. Es ist die Form der Singe, die die Menschen im Kopf haben, ihre Modelle, mit denen sie wahrnehmen, in Beziehung setzen oder anderweitig interpretieren.“
Diese kulturspezifischen Modelle sind somit der Unterschied zwischen den Kulturen. Diese werden bei der Enkulturation in der Kindheit beigebracht und so lange nicht reflektiert bis es Kontakt zu einer anderen Kultur gibt, der die Unterschiede deutlich macht. Diese Kulturkontrasterfahrungen sind heutzutage alltäglicher als früher.
Die Grenzen einer Kultur sind nicht auszumachen. Der Versuch Menschen einem Kulturkreis zuzuordnen wird ständig unternommen, dabei werden Landesgrenzen, Religion, Parteizugehörigkeit, Alter, Geschlecht, u.a. Kategorien verwendet. Die Kultur eines Menschen lässt sich aber nicht mit einer einzigen Kategorie hinreichend beschreiben. Ein „Deutscher“ kann zudem Katholik, Europäer, Grüner, etc. sein. Dabei werden ihm einige dieser Kulturzugehörigkeiten von außen zugeschrieben, denen er sich selber möglicherweise gar nicht zugehörig fühlt.
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