Ich habe im Bekanntenkreis einen Jungen, der nach der Grundschule in die 5. Klasse Montessori wechselte. Da er aber von selbst nicht unbedingt Lust hatte zu lernen, sondern freudig genoss, fast nur Dinge zu tun, die ihm richtig Spaß machen, hat er in diesem Jahr leider so wenig gelernt, dass er nach dem Wechsel zur Hauptschule (nach einem Jahr) die 5. Klasse nochmal machen musste.
Ein Bekannter von mir unterrichtet Schwimmen in einer Montessorischule und erzählt auch, dass es manchmal richtig schwierig ist, da es immer wieder Kinder gibt, die einfach sagen: mir ist heute nicht nach schwimmen und auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht ins Wasser kommen. Wie soll er es ihnen denn dann beibringen?
Mir kommt es so vor, als ob die Montessorikinder bei uns im Umkreis ein klein wenig in eine Traumwelt gebettet werden. Das ist jetzt aber nicht negativ gemeint. Sie verhalten sich aber schon anders. Kann aber sein, dass es nur bei uns so ist.
der Sohn meines Cousins besucht inzwischen die 2. Klasse einer Montessori- Schule. Ich habe ihn vor ein paar Wochen, anlässlich einer Familienfeier, das erste Mal seit dem Windelalter wiedergetroffen und ich muss sagen, er ist ein entzückender kleiner Mann, sehr höflich und intelligent. Er selbst ist begeistert von dem Konzept seiner Schule, aber er ist auch ein sehr kreativer und wissbegieriger Junge, dem das Lernen offensichtlich Spaß macht. Die Themen der Gespräche, die er mit meinem Onkel angefangen hat, haben mich erstaunt, schließlich ist er erst sieben, spricht aber wie ein Großer. ^^
Also ER ist auf keinen Fall irgendwie auf einem geringerem Stand als Kinder einer öffentlichen Schule, das mag aber an seinem Charakter liegen. Man sollte also wirklich abwägen, ob seine Kinder auch wirklich genug eigenen Elan haben, um eigenständig zu lernen.
Ich wäre wahrscheinlich untergegangen an so einer Schule, da es mir bis heut sehr schwer fällt, mich zum eigenständigen Lernen zu motivieren.
Ich glaube, es ist letztlich nicht wichtig, ob die Schule Montessori, Waldorf, christlich oder einfach nur 'Schule' auf ihre Fahnen schreibt. Der schulische Erfolg eines Kindes wird vielmehr davon abhaengen, ob die Schule die Kinder in den Mittelpunkt stellt oder irgendwelche paedagogischen Dogmen, und ob der Lehrer (meistens die Lehrerin) das richtige Haendchen fuer Dein Kind hat.
Ich wuerde mir zusammen mit dem Kind die Schulen in der Umgebung anschauen, mit den Schulleitern sprechen und darauf bestehen, die Klassenlehrerin kennenzulernen, die mein Kind unterrichten wuerde. Es ist sicher auch spannend, mal zur grossen Pause oder mittags an der Schule vorbeizuschlendern und Eindruecke zu sammeln: Wie gehen die Kinder miteinander um, schreien sie einander an oder reden sie miteinander? Sind Aussenseiter erkennbar? Wie gehen die Lehrer mit den Kindern um? Und dann die anderen Eltern: Passen wir dazu oder wuerden wir uns in dieser "Szene" fremd fuehlen? Wie behandeln diese Eltern ihre Kinder, wie kleine Prinzen oder wie Fussabtreter?
Meine Entscheidung wuerde wohl auf einer Mischung aus "Bauchgefuehl" und praktischen Erwaegungen beruhen. Diese praktischen Aspekte waeren zum Beispiel, ob meinem Kind die Schule gefaellt, ob es seine Kindergartenfreundschaften in die Schule mitnehmen kann oder erstmal alleine auf weiter Flur sein wird, waehrend sich die meisten seiner Klassenkameraden schon kennen; ob sich das ausserschulische Betreuungsangebot mit meinen Arbeitszeiten vertraegt und ob ich ggf. das Schulgeld auch aufbringen koennte, wenn ich arbeitslos wuerde.
Ich glaube, es ist letztlich nicht wichtig, ob die Schule Montessori, Waldorf, christlich oder einfach nur 'Schule' auf ihre Fahnen schreibt. Der schulische Erfolg eines Kindes wird vielmehr davon abhaengen, ob die Schule die Kinder in den Mittelpunkt stellt oder irgendwelche paedagogischen Dogmen, und ob der Lehrer (meistens die Lehrerin) das richtige Haendchen fuer Dein Kind hat.
Da möchte ich entschieden widersprechen, auch wenn der von Dir angesprochene Punkt natürlich wichtig ist.
Ich denke, dass die Entscheidung sein Kind mit so einer alternativen Schulform groß werden zu lassen, leider oft egoistisch ist (nicht grundsätzlich).
Ich persönlich würde mich selber eher als alternativ / andersdenkend / freigeistlich / angeditscht bezeichnen, würde mein Kind aber niemals auf so eine Schule schicken.
Der Grund hierfür ist für mich sehr einleuchtend:
Ich glaube zwar, dass ich meinem Kind seine Kindheit und auch das Schuldasein damit erleichtere und es zu einem "offeneren, besseren Menschen" erziehe (n lasse), aber letztlich erschwere ich ihm nur den Rest seines Lebens.
Ich stigmatisiere mein Kind.
Als Walddorf-Schüler / Montessori-Schüler hat man schlicht und ergreifend einen Stempel auf der Stirn.
Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe und wir zusammen sprechen oder ausgehen wird in der Regel immer mal wieder das "Waldorf-Schul-"Kind" verkackeiert".
Die meisten Waldorf-Schüler werden das kennen, dass man immer damit aufgezogen wird "tanz mal Deinen Namen", oder "drück Deine Gefühle aus, indem Du Dich mit einer Frucht vergleichst".
Auf dem Arbeitsmarkt sieht das nicht anders aus. Ich arbeite seit etlichen Jahren in Führungspositionen und habe auch oft bei Personalentscheidungen geholfen / entschieden.
Was glaubt ihr, wie oft ich den Satz gehört hab: "Nee, nich´ die vonner Walddorfschule. Die hat doch eh n Hau. Wie will die denn hier bestehen? Mit Stuhlkreis und Problemkerze?"
Leider herrscht nach wie vor die die weitverbreitete Meinung: wer auf der Walddorfschule war, hat´s auf einer "normalen Schule" nicht geschafft.
Ein Personalchef sagte mal zu mir: "Von diesen Öko-Schulen kommen entweder die, die keiner will, Punks und so, irgendwelche Ökos oder die Total-Versager. Abitur hin oder her"
Es ist Fakt: Wer nicht von der staatlichen Schule kommt, wird beruflich benachteiligt behandelt.
(Ausser vielleicht in einigen wenigen, ausgesuchten Berufssparten)
Sicher haben sowohl die Walddorf-Schule, als auch die Montessori-Schulen gute, richtige Ansätze, die Kindern Spaß machen und sie fördern. Aber im wirklichen Leben nach der Schulzeit haben die Absolventen es schwieriger.
Ich hätte gern ne Mischform aus staatlicher und alternativer Schulform
Warum müssen die Kinder denn unbedingt aufs Gymnasium?
wer sagt was von müssen? wenn das kind das zeug hätte, um aufs gymnasium zu kommen, aber das lernen nicht "gelernt" hat, dann ist das einfach schade. und wer sagt dann schon als elternteil "ach egal, abi braucht man sowieso nicht", wenn eine andere grundschule das problem lösen würde?
Ich finde das Montessori-Konzept vom Grundgedanken her sehr interessant.
Dennoch würde ich meine KInder nicht auf solch eine Schule schicken. Im späteren Leben zählt ein Leistungsdenken und kein "ich mach das später, wenn ich Lust hab!"
Kinder, die auf diese Schule gehen, haben es m.E. im Leben nicht leichter. Individualförderung hin oder her!
Ich finde die Kindergärten, die nach dieser Pädagogik arbeiten, toll - aber mein Kind würde ich nur in derartige Schulen schicken, wenn ich sehen würde, dass es auf der staatlichen Schule nicht "klarkommt" leistungsmäßig. Es ist nicht so, dass ich von den Schulen nichts halte - im Gegenteil: für Kinder, die ihre Begabungen eher im kreativen Bereich haben, finde ich sie großartig, aber unsere Nachbarn haben eine W-Schule besucht und waren stofflich immer vergleichsweise weit hinten. Und bis sie richtig lesen und schreiben konnten, hat es ewig gedauert. ...
Achso, nur mal kurz: Ich weiß, dass W-Schulen keine M-Schulen sind. Aber M-Schulen kenne ich nicht aus persönlicher Erfahrung.
Wir hatten einen von der Walddorfschule bei uns im Abitur.... er war zwar intelligent, wurde aber aufgezogen und seine Art und Weise zu sprechen, hat bei vielen etwas angeschlagen. Diese "hochgezogene extreme" Art...
Dann wurde er auch gemobbt von wegen "Tanz deinen Namen mal", dabei hat er auch noch mitgemacht und nicht mal bemerkt, dass die sich lustig über den gemacht haben.
Ich weiß nicht. Mein Kind würde ich definitiv nicht auf so eine Schule schicken. Irgendwie hat das was von Aussenseiter (auch wenn ich bis jetzt nur eine Person aus einer Walddorfschule erlebt habe)
hm. ihc hab so gut wie keine erfahrungen...hab aber von bekannten mitbekommen, dass deren kind zur probe auf der montessori-schule war, und die aufnahme gefährdet war weil er nicht selbstständig arbeiten konnte. schienbar sind die ansprüche recht hoch, aber trotzdem sind die schulen net so angesehen...
naja ich hab sonst keine erfahrung damit :/