Ohje,ich kann dich sehr gut verstehen...

Bin selber auch schüchtern und arbeite noch an meinem Selbstbewusstsein. Als Kind war es in der Schule so schlimm,dass meine mündlichen Noten alle in den Keller gingen. Da ich auch gerne mit Kindern arbeite, möchte ich seit der 9. Klasse Lehrerin werden. Das geht ja in Richtung Erzieherin...
Folgendermaßen habe ich mich an den Beruf herangetastet:
Ab der 9. Klasse konnte ich an meiner Schule eine kleine Mädchen-AG leiten mit ca. 5 Schülerinnen. Zudem bin ich als Trainerin zu Turnieren mitgefahren, wo ich Kinder beaufsichtigen musste.
In der 11. Klasse war ich für 3 Wochen an einer (mir fremden) Grundschule und habe ein Praktikum in einer 3. Klasse gemacht. Dort hatte ich meine erste eigene Unterrichtsstunde, bei der ausgerechnet mein gehasster Klassenlehrer saß um zu gucken, wie ich bei diesem Job versage (O-Ton: Das ist doch nix für sie, die ist doch viel zu still).
"Leider" lief die Stunde wunderbar und ich hatte die Kids im Griff

In der letzten Praktikumswoche wurde die Klassenlehrerin der 3. Klasse krank und musste ihre Stunden für einen ganzen Tag UNVORBEREITET übernehmen.
Danach folgte eine AG an einer anderen Grundschule, die ich alleine geleitet habe. Und ein weiteres Praktikum an einer Förderschule vor 2 Wochen, was absolut klasse war. Auch dort durfte ich eine Stunde lang allein unterrichten (die Lehrerin war nicht im Raum) und es war die beste Unterrichtsstunde bis jetzt! Obwohl die Kinder am ,,schwierigsten" waren (Förderschule für "Problemkinder").
Im Sommer beginne ich mein FSJ in einer Integrationsklasse der Lebenshilfe und danach ist ein Sonderpädagogik-Studium geplant.
Fazit:
Auf meinem Weg habe ich nicht nur eine Menge über Erziehung, Unterrichtsgestaltung usw gelernt, sondern auch unheimlich viel über mich selber. Ein eher stiller Mensch bin ich immer noch, aber würde das nicht mehr als schüchtern beschreiben.
Das mag sich vllt alles so leicht lesen, aber es hat mich eine höllische Überwindung gekostet sich zum ersten Mal alleine vor eine Klasse zu stellen. Doch es wurde von mal zu mal besser und nach den ersten Unterrichtsminuten genieße ich es. Es macht mir einfach Spaß und dieser Traum ist es wert, sich zu überwinden!
Deswegen ist mein Rat an dich: Trau dich!! Das Unwohlsein vor Menschen zu sprechen vergeht mit der Zeit,wenn dir die Arbeit Spaß macht. Und wenn du es nicht wenigstens versuchst, wirst du es vielleicht dein Leben lang bereuen...