ich mache ja gerade ein Studium zur Gesundheitspädagogin, und der erste Teil zur Entspannungspädagogin hab ich nun hinter mir. Und gestern hab ich ein ganz tolles Buch in die Hände bekommen und dort ist eine Achtsamkeitsübung beim Essen dabei.
Hab die selbst gleich ausprobiert und sie klappt einfach super, man konzentriert sich mal richtig aufs essen und "stopft" es nicht nur in sich hinein.
Probiert sie doch mal aus, ist ech eine sehr tolle Erfahrung
Diese Übung kann man während jeder beliebigen Mahlzeit, während eines Teils der Mahlzeit oder auch nur während eines Bissens praktizieren. Es bieten sich viele Gelegenheiten für achtsames Essen.
Die Idee besteht darin, mit Achtsamkeit zu essen, das Essen von Moment zu Moment neu zu sehen, es in sich aufzunehmen, zu kauen, zu schmecken und zu schlucken.
Achtsames Essen ist leichter in der Stille zu praktizieren, als während der Unterhaltung mit anderen. Nichtsdestotrotz kann man auch dann achtsam essen, wenn man mit anderen zusammen die Mahlzeit einnimmt. Man muss sich nur daran erinnern, dies auch zu tun.
Beachten Sie zuerst, was sie gleich essen werden. Was ist es? Wie schaut es aus? Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken, diese Essen gleich zu sich zu nehmen? Wie fühlt sich dabei Ihr Körper an?
Nehmen Sie ihren Atem wahr, während Sie das Essen betrachten: Wie verhält er sich, kurz bevor Sie das Essen zu sich nehmen?
Spühren Sie das Essen in Ihrem Mund. Kauen sie langsam und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Geschmack und die Struktur der Nahrung. Sie können langsamer als gewöhnlich essen, um die Erfahrung des Kauens und des Schmeckens genauer zu erleben.
Bemerken Sie jeden Impuls, das Ende dieses Bissens zu beschleunigen, um sich den nächsten nehmen zu können. Nehmen Sie diese Impulse als Erinnerung daran, dass Sie noch Essen im Mund haben, Sie brauchen also nicht zum nächsten Bissen zu eilen, umd das Essen vollständig zu erfahren. Bleiben Sie achtsam in diesem Moment - mit diesem Mundvoll - anstatt zum Nächsten zu eilen.
Seien Sie sich der Absicht des Schluckens beusst, bevor Sie den Bissen hinunterschlucken. Fühlen Sie dann den eigentlichen Prozess des Schluckens, so dass Sie sich auch dieser Handlung bewusster werden.
Widmen Sie sich in dieser Weise jedem Bissen. Achen Sie darauf, wieviel Sie essen, wie schnell, wie sich Ihr Körper während und nach dem Essen anfühlt und welche Anlässe Sie in Ihrem Leben zum Essen veranlassen.
Seien Sie sich der Gefühle, die aus diesen Situationen entstehen, bewusst, insbesondere wenn es sich um Ängste oder Depressionen handelt.
Viel Spaß dabei und mich würden eure Erfahrungen dazu Interessieren =)
Ich glaube, solche Bücher könnte ich nicht lesen. Respekt, dass Du so geduldig bist! Und schön, dass Dir diese Erfahrung viel bringt. An solchen Dingen fällt mir auf, wie unterschiedlich Menschen sind.
ABER einen Punkt kenne ich von mir auch: Wenn ich allein esse/nicht rede, esse ich viel bewusster und schmecke viel mehr.
In unserer DBT-Gruppe (Borderline) machen wir zu Beginn auch immer ne "Achtsamkeitsübung". Ich hasse die allerdings und kann mich fast nie drauf Konzentrieren. Haben jedenfalls auch öfter was mit essen dabei. Letztens haben wir achtsam ein "Merci" gegessen (diese Schokolade), davor irgendwann mal ein Centerschock Kaugummi, dann mal nen Würfel Brause...
Ich kann mich darauf nur selten einlassen, wenn,dann nur wenn ich alleine bin. Mache das auf der Arbeit (Küche) hin und wieder mit meinem Lieblingsjoghurt (den unsere Hauswirtschafterin extra nur bestellt weil ich ihn mir wünsche-super liebe Frau)..dann sitz ich da 10 min an einem Becher den ich sonst in einer Minute leer hätte, rieche, schaue, leck den Löffel ab... Mhhm muss ich morgen mal wieder machen *g Hat dann allerdings an sich weniger mit dem bewussten essen zutun ,sondern nennt sich dann "Skill" und ist dazu da damit ich meinen Arm nicht zerfleische oder die Praktikantin nicht erwürge. Aber immer wieder interessant was man oft einfach so runterschluckt und garnicht weiter wahr nimmt.
Mich nervt dieses achtsame Essen manchmal, aus einem ziemlich ekligen Grund, aber irgendwie ist der Grund schon vorhanden oft und auch ausreichend:
Ich kann oft nicht langsam essen und tausendmal auf allem herumkauen, weil manchmal, wenn ich einen großen Teller von etwas Leckerem habe (Nudeln oder Reis z.B.), will ich mir große Mengen in den Mund stopfen und das Essen herunterschlingen, weil ich grade das dann reizvoll finde. Klingt jetzt wohl ziemlich abartig, aber wenn ich z.B. in einem Restaurant esse und dort langsam und mit kleinen Bissen auf der Gabel esse, wie es sich nun mal gehört, macht mir das Essen weniger Spaß, irgendwie hab ich dann das Gefühl, dass ich zuviel Hunger bzw. Appetit habe, und dieses auf Abstand halten ist für mich in dem Moment eine Qual, dann wird das Essen langsam kalt und man kaut und kaut auf den einzelnen Salatblättchen und dabei möchte man es einfach nur in den Mund stopfen und satt werden.
Letztendlich habe ich dann das Essen weniger wahrgenommen, weil dazu die Portionen zu klein waren, das Gekaue zu lang und ich bin total genervt.
Ich kann mich einfach nicht bremsen und will auch nicht, wenn ich einen Teller Essen vor mir hab und Hunger habe, irgendwie kommt es mir so anorektisch vor, da dann drin herumzupitzeln und alles tausendmal zu zerkauen.
Diese Art von "Übungen" erinnert mich auch eher an Supervisorinnen, die leise und empathisch hauchen "Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Tür. Welche Art von Tür wären Sie dann und warum?" ("Eine Schwingtür, die DU dann vor den Kopp kriegst...")
Für mich ist sowas auch nichts, höchstens bei "Leckerchen" wie Schokolade/Pralinen und dergleichen, die am besten schmecken, wenn man sie langsam im Mund zergehen lässt, bei allem anderen halte ich es lieber mit "Aber jetzt zerbeiß ich's..." Ich möchte essen und eben dieses nicht stundenlang vorher einspeicheln und vor dem schlucken in sämtliche Atome zerteilen...
__________________ Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich's Wetter oder es bleibt wie es ist...
Ich kann auch nicht langsam essen, dann habe ich das Gefühl ich müsse sofort vor dem noch vollen Teller verhungern.
Nur wenn ich bei jedem Bissen den Mund wirklich voll habe, akzeptiert mein Körper, dass er bald satt wird.
Bei Schokolade und Nüssen etc. kann ich auch kleinere Bissen essen, aber da geht es bei mir nicht um Hunger, sondern um Appetit. Mittlerweile kann ich auch nach einer Handvoll davon wieder aufhören.
Wieder anders ist es mit Chips - hier muss eine ganze Handvoll direkt in den Mund, es geht nicht einzeln, sondern nur blockweise.
Schön für die, die achtsam essen können, sei es ihnen gegönnt.
__________________ Abnehm-Methode: LF30, wenig Süßes, Theraband
Zeitfenster: 65 kg ca. Sept. 09 / 60 kg ca. Dez. 2009 U70: 19.6.09!!
Ich kann auch nicht langsam essen, dann habe ich das Gefühl ich müsse sofort vor dem noch vollen Teller verhungern.
Nur wenn ich bei jedem Bissen den Mund wirklich voll habe, akzeptiert mein Körper, dass er bald satt wird.
Hihi, hatte den ersten Satz auch so schreiben wollen, erschien mir aber zu drastisch. Genauso gehts mir aber auch.
Und mit dem zweiten Satz auch. Ich will lieber 10 Minuten lang mit vollem Mund essen, als eine halbe Stunde kauen und kauen und starren und pitzeln.
ich finde das garnicht so schlecht. Ich glaube, dass wir sowieso viel zu wenig auf unser Essen achten, einfach rein damit!
Ich mache es bei manchen Sachen zB. so, dass ich sie mir ewig anschaue und dabei überlege, was wohl alles an Inhaltsstoffen drin ist und vor allem an Fett und Zucker. Außerdem ist es auch mal ganz interessant zu versuchen verschiedene Gewürze zu schmecken.
Man bekommt einfach ein viel besseres Gefühl für das was man isst und wird vielleicht schon dadurch gesättigt
Man bekommt einfach ein viel besseres Gefühl für das was man isst und wird vielleicht schon dadurch gesättigt
Öhm, wenn man Essen stundenlang anguckt und dann von einer dauerausgelutschten Kleinigkeit satt ist, nennt man das aber nicht achtsam, sondern anorektisch... <-- Ich weiß, das ist übertrieben und war so von dir wahrscheinlich nicht gemeint, aber man soll es auch nicht übertreiben und "das Gefühl, aus einer Praline 1000 Geschmacksnuancen herausgeschmeckt zu haben" macht halt nicht satt (und wenn das Gehirn dann bereits gegenteiliger Meinung ist wird es schon wieder gefährlich).
__________________ Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ändert sich's Wetter oder es bleibt wie es ist...
Ich mein jeder macht seine eigenen Erfahrungen. Hab das hier reingestellt weil ich es persönlich ganz gut find ab und zu mich einfach mal auf das Essen konzentriere...
Sicher mach ich das nicht immer ... dafür hätte ich gar keine Zeit und keine Geduld ^^
Für mich Persönlich wars ne gute Erfahrung ... und vll gibts hier ja Leute die sowas gerne mal ausprobieren wollen